Yamaha D’elight: Zierlicher City-Flitzer

der Yamaha Delight bei der Fahrt
Hübscher und sauberer: Der überarbeitete Yamaha D’elight ∙ © Yamaha

Yamaha hat seinen kompakten 125er-Roller D’elight modellgepflegt und bietet mit ihm ein stark aufgehübschtes Einstiegsmodell in die Leichtkraftroller-Klasse. Fahrbericht, Bilder, Daten, Preis.

  • Ausreichend motorisiert

  • Kein ABS, keine Connectivity

  • Unter 3000 Euro

Hinter dem etwas umständlichen Namen D’elight steckt einerseits das englische Wort "delight" für Freude, andererseits "light", also leicht. Leichtgewichtig ist der Yamaha D’elight mit seinen lediglich 101 Kilogramm Leergewicht in der Tat. So verwundert es nicht, dass der Umgang mit diesem 125er-Rollerchen spielerisch leicht fällt. Ideal also auch für Autofahrer, die vor dem 1.4.1980 den Führerschein gemacht haben oder Besitzer der neuen Klasse B196.

Fast wie von selbst hüpft der D'elight auf den Zentralständer (einen gut erreichbaren Seitenständer gibt es ebenfalls), lässt sich ohne viel Kraftaufwand rangieren und ist dank seiner reduzierten Statur ausgesprochen wendig. Fast ist man geneigt, ihn als Wonneproppen zu bezeichnen, zumal er mit einem Preis von 2924 Euro noch unter der 3000-Euro-Grenze angesiedelt ist.

125er-Roller wie zum Beispiel Honda SH 125 oder Peugeot Medley 125 sind die absoluten Gewinner auf dem deutschen Zweiradmarkt. Um unglaubliche 108 Prozent hat sich 2020 das Stückzahlvolumen erhöht. Yamaha hat als Scooter-Hersteller durchschnittlich abgeschnitten – um 111 Prozent ging es für die Japaner nach oben.

Allerdings nicht mit dem D’elight, der stand im großen Schatten des weitaus erfolgreicheren NMAX 125. Doch nach seiner umfangreichen Renovierung dürften die Chancen des filigranen City-Flitzers auf ein besseres Abschneiden im Jahr 2021 deutlich steigen. Denn auch optisch hat er dank völlig neuer Karosserie an Attraktivität gewonnen.

Sparsamer 8,4-PS-Motor

der Yamaha Delight von der Seite
Bemerkenswert leise und sparsam: Der 125er Einzylinder ∙ © Yamaha

Sein 125er Einzylinder erfüllt die Anforderungen der Euro 5-Norm, ist bemerkenswert leise und soll mit einem Durchschnittsverbrauch von 1,8 Litern wirklich sparsam sein. Der 5,5-Liter-Tank könnte damit rund 250 Kilometer weit reichen. Das mit einer sehr gut funktionierenden Start-Stopp-Technologie ausgerüstete Triebwerk leistet 6,2 kW/8,4 PS bei 7000U/min, das maximale Drehmoment von 9,8 Nm fällt bereits bei erstaunlich niedrigen 5000 U/min an. Damit lässt sich angesichts des geringen Fahrzeuggewichts im Stadt- und Vorortverkehr bestens leben.

Die Beschleunigung des D’elight liegt nämlich auf dem Niveau etwas stärker motorisierter Scooter. Yamaha hat die Variomatik offensichtlich sehr gut abgestimmt. Wer auf niedrige Schadstoffwerte schaut, dürfte am D’elight ebenfalls seine Freude haben: Der Klassendurchschnitt liegt bei 56 g/km, der D’elight bei 43 g/km.

Praktisch: Viel Platz und gutes Display

das Cockpit des Yamaha Delight
Alles Wichtige auf einen Blick: Das Zentralinstrument im Cockpit ∙ © Yamaha

Der kleine Roller ist im Umgang praktisch: Das Untersitz-Staufach fasst einen voluminösen Integralhelm plus einige Kleinigkeiten, die Sitzbank lässt sich auf Knopfdruck entriegeln. Auch die Tankklappe ist leicht zugänglich. Das Zentralinstrument im Cockpit ist bestens ablesbar und bietet die nötigsten Informationen inklusive Uhrzeit und Benzinvorrat. Eine Smartphone-Einbindung hat Yamaha in der Einstiegsklasse nicht vorgesehen.

Sehr vorteilhaft ist der freie Durchstieg mit dem ebenen Boden, so haben die Füße reichlich Platz. Ausgerichtet ist der D’elight eher an durchschnittsgroßen und kleineren Personen. Einschränkungen muss man bei der Federung in Kauf nehmen: Sehr unebene Straßen und harte Fugen werden wegen kurzer Federwege nicht mal so eben weggebügelt.

Durchaus zufrieden kann man mit den Bremsen sein, auch wenn der Hersteller aus Kostengründen auf eine Scheibenbremse hinten und damit auf ein ABS verzichtet. Das Kombi-Bremssystem mit vorderer Scheibe und hinterer Trommel verzögert sicher und ist nur mit roher Gewalt an seine Grenzen zu bringen. Der Frontbremshebel rechts am Lenker verzögert nur vorne, der Hinterradbremshebel links am Lenker wirkt auf beide Räder. Für ein Einstiegsmodell geht das voll in Ordnung.

Technische Daten Yamaha D’elight

Herstellerangaben


Motor

Luftgekühlter Einzylindermotor, 125 ccm Hubraum, 6,2 kW/8,4 PS bei 7000 U/min, 9,8 Nm bei 5000/min; zwei Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, radiale Fliehkraftkupplung, CVT-Riemengetriebe

Fahrleistungen

Höchstgeschwindigkeit ca. 90 km/h; Normverbrauch 1,8 l/100 km

Fahrwerk

Stahlrohrrahmen; Telegabel vorne, 8,1 cm Federweg; Triebsatzschwinge hinten, zwei Federbeine, Vorspannung manuell einstellbar, 6,8 cm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 90/90-12 (vorne) und 100/90-10 (hinten). 18 cm Einscheibenbremse vorne, Trommelbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1,275 m, Sitzhöhe 80 cm, Gewicht fahrfertig 101 kg; Tankinhalt 5,5 l

Assistenzsysteme

Kombinationsbremssystem

Preis

2924 Euro inkl. Nebenkosten

Unterm Strich kann der Yamaha D’elight absolut überzeugen: Er ist sehr zugänglich, mit seinen kleinen Rädern ausgesprochen wendig und dank des geringen Gewichts spielerisch im Handling. Das Platzangebot ist gut, die Praktikabilität voll gegeben. Wirklich Wichtiges fehlt nicht, die Start-Stopp-Anlage gehört zu den besten bislang gefahrenen. Insofern macht der neue D’elight seinem Namen Ehre, nämlich tatsächlich Freude.

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Text: Ulf Böhringer/SP-X

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