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Kinder als Motorrad-Beifahrer

Vater und Kind stehen beim Motorrad
Ein Kind als Beifahrer auf dem Motorrad verlangt vom Fahrer besondere Umsicht und ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. ∙ © Imago images/Westend61

Kinder dürfen als Beifahrer auf dem Motorrad nur hinter dem Fahrer sitzen. Für verantwortungsbewusste Eltern stellt sich in erster Linie die Gewissensfrage: Kann und will ich das deutlich erhöhte Unfallrisiko auf dem Motorrad akzeptieren?

Gesetzliche Regelung

Der Gesetzgeber regelt die Mitnahme von Kindern auf dem Motorrad eher nebenbei: Nach § 35a Abs. 9 StVZO müssen Krafträder, auf denen ein Beifahrer befördert wird, mit einem Sitz für Beifahrer ausgerüstet sein. Hierfür sind nach § 61 StVZO Fußstützen und Festhaltemöglichkeit vorgeschrieben. Fehlt ein solcher Sitz, dürfen Kinder unter 7 Jahren nur dann mitgenommen werden, wenn ein besonderer Sitz vorhanden und durch Radverkleidungen oder ähnliches dafür gesorgt ist, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können.

Falscher elterlicher Ehrgeiz ist so oder so völlig fehl am Platz. Ohne den ausdrücklichen Wunsch und Zustimmung des Kindes geht nichts – und ohne spezielle Heranführung ans Motorradfahren ebenfalls nicht. Der kleine Beifahrer sollte genau wissen, was bei Kurvenfahrt in Schräglage passiert und wie er sich zu (ver-)halten hat. 

Motorrad-Kindersitz

Kinder, deren Füße nicht auf die Rasten reichen, benötigen einen speziellen Kindersitz. Von der Firma Stamatakis gibt es für Kinder bis 30 Kilogramm beispielsweise den Motorrad-Kindersitz "Scooter/Moto" (ca. ab 160 Euro). Er ist mit wenigen Handgriffen an den meisten Motorrädern sicher zu verzurren. 

Bekleidung für kleine Beifahrer

Nehmen Sie niemals ein Kind mit einfacher Kunststoffbekleidung (Ski-Anorak o.ä.) als Beifahrer auf dem Motorrad mit. Beim Rutschen über die Straße erzeugt dieses Material hohe Reibungshitze und kann sich in die Haut einbrennen. Den besten Schutz und eine größere Flexibilität als Lederbekleidung bietet Textilbekleidung mit abriebfesten Fasern wie Cordura. Diese Kleidung ist allwettertauglich, bietet ein herausnehmbares Innenfutter und auch Weitenregulierung.

Jacke und Hose dürfen auf keinen Fall zu groß sein, weil sie im Falle eines Sturzes nutzlos wären. Weil Kinder in Schüben wachsen, ist es sinnvoll, die Schutzkleidung zu leihen.

Kinder-Helme

Wählen Sie aus dem vielfältigen Angebot unbedingt einen speziellen Kinderhelm. Deren Helmschale ist  sichtbar kleiner als bei normalen Helmen. Ein weiterer Vorteil eines Kinderhelms ist das deutlich geringere Gewicht. Damit wird eine unnötige Belastung im Nacken- und Schulterbereich des Kindes vermieden. 

Stiefel und Handschuhe für Kinder

Das Angebot geeigneter Kinder-Stiefel fällt eher dürftig aus. Wenn man bedenkt, dass normale Kinderschuhe ohnehin nur wenige Monate exakt passen, ist die Zurückhaltung der Hersteller von Motorrad-Bekleidung zumindest nachvollziehbar. Feste, mindestens halbhohe Schuhe oder besser Stiefel für den Motorrad-Nachwuchs sind jedoch unerlässlich. Kinderhandschuhe mit entsprechendem Schutz werden in vielen Variationen angeboten und sind unbedingt zu empfehlen. Die Zweckentfremdung der Winterfäustlinge als Ersatz ist nicht ratsam. Mit den meist wattierten Handschuhen findet das Kind keinen sicheren Halt und im Falle eines Ausrutschers schützen diese nicht optimal.

Gegensprechanlagen

Kinder sind mitteilsam. Deshalb ist die Anschaffung einer Gegensprechanlage auf jeden Fall ratsam. Auf diesem Weg kann der Fahrer bei Bedarf mit dem kleinen Beifahrer sprechen und rechtzeitig bei eventuellen Bedürfnissen reagieren. Der Gebrauch sollte vorher spielerisch geübt werden.