Ducati Multistrada V4: Erste Infos zur neuen Super-Enduro

Die Ducati Multistrada V4 bei der Fahrt im Gelände von vorne
Ideal für langsame Passagen im Gelände: Der kurze erste Gang der Multistrada V4 ∙ © Ducati

Mehr Leistung, mehr Ausstattung, weniger Gewicht: Die vierte Generation der Ducati Multistrada weist zahlreiche Neuheiten auf. Ein echtes Highlight ist ihr ultrastarker und dabei extrem kompakter Vierzylinder-V-Motor. Bilder, Infos, technische Daten, Preise.

  • Neue Reiseenduro mit jeder Menge Hightech

  • Effizienter Motor, einfaches Handling

  • Ab sofort in drei Versionen beim Händler: V4, V4 S und V4 S Sport

Sie gehört zu den wichtigsten und interessantesten Neuerscheinungen der Motorradsaison 2021: Die Ducati Multistrada V4 ist die erste multifunktionale Maschine mit einem Vierzylindermotor, die laut Hersteller das gesamte Spektrum von Expresstempo auf Asphalt über Land- und Bergstraßen bis hin zu Offroad-Passagen beherrscht.

Die neue Reiseenduro folgt der etablierten Multistrada 1260, weist etwas weniger Hubraum, aber ein Plus an Spitzenleistung auf und bringt dank ihres kompakteren Motors bessere Voraussetzungen für eine optimale Platzierung des Triebwerks im Rahmen mit.

Die vierte Generation der 2003 erstmals erschienenen Multistrada ist in drei Versionen verfügbar: Zur Basisversion kommt die Multistrada V4 S mit elektronischem semiaktivem Fahrwerk, höherwertigen Bremsen und einer umfangreicheren Elektronik-Ausstattung sowie die Multistrada V4 S Sport mit Akrapovič-Schalldämpfer und einem Frontkotflügel aus Karbon.

Ducati Multistrada V4: 170-PS-Motor

Blick auf den Motor der Ducati Multistrada V4
Ducati Multistrada V4: 100 Kubik weniger, aber 10 PS mehr als der alte Motor ∙ © Ducati

Herzstück der neuesten Multistrada ist der auf dem Triebwerk der Panigale basierende, jedoch in vielen Bereichen deutlich weiterentwickelte V4-Motor mit 90 Grad Zylinderwinkel. Das Triebwerk realisiert aus 1158 Kubikzentimetern Hubraum eine Maximalleistung von 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 125 Nm bei 8750 U/min an. Als erster Ducati-Motor seit rund 35 Jahren funktioniert die Ventilbetätigung nicht mittels der für die Italiener typischen Desmodromik, sondern mit Hilfe herkömmlicher Ventilfedern.

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Die Ventile müssen lediglich alle 60.000 Kilometer kontrolliert bzw. eingestellt werden, für Ölwechsel ist ein Intervall von 15.000 Kilometern vorgeschrieben. Ducati verspricht in der Folge niedrige Wartungskosten. Natürlich erfüllt das Triebwerk sämtliche aktuellen – und bestimmt auch künftigen – Homologationsanforderungen.

Der erste Gang ist sehr kurz übersetzt, um bei langsamer Fahrt nicht in den Ruckel-Bereich zu kommen. Dank der sehr langen Übersetzung des sechsten Gangs sollen schnelle Passagen mit moderaten Drehzahlen zurückgelegt werden können. Eine von mehreren technischen Finessen: Die Kurbelwelle dreht gegenläufig zu den Rädern. Damit verbessert sie das Handling, reduziert das Aufschaukeln und sorgt nach Überzeugung der Entwickler für eine gesteigerte Effizienz und ein höheres Fahrvergnügen.

Viel Elektronik für mehr Sicherheit

die Ducati Multistrada V4 von der Seite im Studio
Komplett neu gestaltet: Das semiaktive Skyhook-Fahrwerk ∙ © Ducati

Großen Aufwand betreibt Ducati auf dem Gebiet der Elektronik: Ein Sechsachsen-Sensor erfasst sämtliche Fahrzustände und sendet seine Signale an ein Steuergerät, das von der dynamischen Traktionskontrolle über die Wheelie-Kontrolle bis zum Kurven-ABS gleichzeitig maximale Sicherheit und Fahrdynamik bietet. Das semiaktive Skyhook-Fahrwerk wurde um einen Niveauausgleich erweitert. Alle Versionen der Multistrada erhalten ein vollfarbiges TFT-Display, dessen Oberfläche überarbeitet wurde.

Connectivity und Keyless Go

Blick auf das Dashboard der Ducati Multistrada V4
In der Neigung verstellbar: Das vollfarbige TFT-Display ∙ © Ducati

Bei der Basisversion misst die Anzeige fünf, bei der S-Version 6,5 Zoll. Hier gibt es dann auch einen Joystick zur leichteren Navigation im neuen Menü des Bordcomputers. Dank des Ducati Connect-Systems kann man die Karte des Navigationssystems jetzt mit Hilfe einer App direkt auf dem Display anzeigen. Das Smartphone lässt sich in einem kleinen Fach auf dem Tank verstauen und dort dank USB-Anschluss auch laden. Darüber hinaus kann man die S-Version optional für eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und einen Totwinkel-Warner mit Front- und Heckradar ausrüsten. Dazu kommen eine schlüssellose Zündung und einige weitere Ausstattungsfinessen.

Preis der Multistrada V4: 18.690 Euro

die Ducati Multistrada V4 im Studio seitlich abgebildet
Die Multistrada V4 gibt es in drei Varianten: Basisversion, S-Version und S Sport ∙ © Ducati

Neu entwickelt wurde für die Multistrada der neuer Monocoque-Rahmen aus Aluminium. Das Vorderrad misst nun nicht mehr 17, sondern 19 Zoll, wodurch Speichenräder sowie eine Offroad-Bereifung möglich werden. Die Federwege liegen mit 170 mm vorn und 180 mm hinten zwar ein Stück unter denen anderer Reiseenduros, aber die Multistrada ist wohl auch künftig eher als "auch" offroadfähig zu sehen und weniger als Geländeziege. Mit einem fahrfertigen Gewicht von rund 240 Kilogramm darf man sie angesichts ihrer extrem üppigen Ausstattung als "noch schlank" bezeichnen. Die Zuladung beträgt 230 Kilogramm. Ducati gibt einen Normverbrauch von 6,5 Litern an, der 22 Liter-Tank sollte eine Reichweite von gut 300 Kilometern erlauben.

Viel Hightech für mehr Komfort

die Ducati Multistrada V4 aus der Vogelperspektive bei der Fahrt
Die neue Ducati hat eine lange Zubehörliste ∙ © Ducati

Selbstverständlich bietet die Multistrada V4 alles, was im Segment der Hightech-Reisemaschinen üblich ist. So stehen zwei Sitzhöhen – 840 und 860 mm – zur Verfügung, der Windschild ist mit nur einem Finger in der Höhe verstellbar und mit seitlichen Windabweisern kombiniert. Zur Steigerung des Komforts wird bei Stillstand des Fahrzeugs im Leerlauf die hintere Zylinderbank deaktiviert, um die Wärmeabstrahlung zu reduzieren.
Käufer können die Multistrada V4 bereits ab Werk nach ihren Vorstellungen konfigurieren, bei den Händlern werden dann lediglich noch Zubehörpakete hinzugefügt.

Für die Basisversion gibt es fünf Pakete, für die S-Version vier. Preise hat Ducati noch nicht veröffentlicht, man darf aber erwarten, dass sich eine gut ausgestattete Multistrada V4 S dicht der 25.000 Euro-Marke nähern wird.

Technische Daten Ducati Multistrada V4

Herstellerangaben


Motor/Getriebe

Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-V-Motor (90°), 1158 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, DOHC, 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min., 125 Nm bei 8250 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kette

Fahrleistungen

0 – 100 km/h: k. A., Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h

Assistenzsysteme

Kurven-ABS, Traktions- und Wheeliekontrolle, mehrere Fahr- und Leistungsmodi, automatische Blinker-Rückstellung (Quickshifter, schlüssellose Zündung, Berganfahr-Assistent etc.)

Fahrwerk

Aluminium-Monocoque-Rahmen; 5 cm Upside-down-Telegabel vorne, voll einstellbar, 17 cm Federweg; Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein, voll einstellbar (semiaktive Radführung), 18 cm Federweg; Leichtmetallgussräder; Reifen vorne 120/70 ZR 19, hinten 170/60 ZR 17. 32 (33) cm Doppelscheibenbremse vorne, 26,5 cm Einscheibenbremse hinten

Maße, Gewichte und Verbrauch

Radstand 1,567 m, Sitzhöhe 84/86 cm, Gewicht fahrfertig 240 (243) kg. Tankinhalt 22 l; Normverbrauch 6,5 l/100 km

Preis

17.545 Euro

Text: Ulf Böhringer/SP-X