Ducati Multistrada V4: Infos zur innovativen Super-Enduro

Ideal für langsame Passagen im Gelände: Der kurze erste Gang der Multistrada V4
Ideal für langsame Passagen im Gelände: Der kurze erste Gang der Multistrada V4© Ducati

Viel Leistung, viel Ausstattung, wenig Gewicht: Die vierte Generation der Ducati Multistrada hat einiges zu bieten. Ein echtes Highlight ist ihr ultrastarker und dabei extrem kompakter Vierzylinder-V-Motor. Bilder, Infos, technische Daten, Preis.

  • Reise-Enduro mit jeder Menge Hightech

  • Effizienter Motor, einfaches Handling

  • In vier Versionen beim Händler: V4, V4 S, V4 S Sport und V4 Pikes Peak

Die Ducati Multistrada V4 war die erste multifunktionale Maschine mit einem Vierzylinder-Motor, die laut Hersteller das gesamte Spektrum von Expresstempo auf Asphalt über Land- und Bergstraßen bis hin zu Offroad-Passagen beherrscht. Die Reise-Enduro folgt der etablierten Multistrada 1260, weist etwas weniger Hubraum, aber ein Plus an Spitzenleistung auf und bringt dank ihres kompakteren Motors bessere Voraussetzungen für eine optimale Platzierung des Triebwerks im Rahmen mit.

Die vierte Generation der 2003 erstmals erschienenen Multistrada ist in vier Versionen verfügbar: Zur Basisversion kommt die Multistrada V4 S mit elektronischem semiaktivem Fahrwerk, höherwertigen Bremsen und einer umfangreicheren Elektronik-Ausstattung sowie die Multistrada V4 S Sport mit Akrapovič-Schalldämpfer und einem Frontkotflügel aus Karbon. Brandneu ist die Pikes Peak, die vor allem bei der Kurvenhatz viel Fahrspaß verspricht.

Ducati Multistrada V4: 170-PS-Motor

Ducati Multistrada V4: 100 Kubik weniger, aber 10 PS mehr als der Vorgängermotor © Ducati

Herzstück der Multistrada ist der auf dem Triebwerk der Panigale basierende, jedoch in vielen Bereichen deutlich weiterentwickelte V4-Motor mit 90-Grad-Zylinderwinkel. Das Triebwerk realisiert aus 1158 Kubikzentimetern Hubraum eine Maximalleistung von 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 125 Nm bei 8750 U/min an. Als erster Ducati-Motor seit fast 40 Jahren funktioniert die Ventilbetätigung nicht mittels der für die Italiener typischen Desmodromik, sondern mithilfe herkömmlicher Ventilfedern.

Motorrad & Roller: Neuheiten, Tests, Fahrberichte

Die Ventile müssen lediglich alle 60.000 Kilometer kontrolliert bzw. eingestellt werden, für Ölwechsel ist ein Intervall von 15.000 Kilometern vorgeschrieben. Ducati verspricht in der Folge niedrige Wartungskosten. Natürlich erfüllt das Triebwerk sämtliche Homologationsanforderungen.

Der erste Gang ist sehr kurz übersetzt, um bei langsamer Fahrt nicht in den Ruckelbereich zu kommen. Dank der sehr langen Übersetzung des sechsten Gangs sollen schnelle Passagen mit moderaten Drehzahlen zurückgelegt werden können. Eine von mehreren technischen Finessen: Die Kurbelwelle dreht gegenläufig zu den Rädern. Damit verbessert sie das Handling, reduziert das Aufschaukeln und sorgt nach Überzeugung der Entwickler für eine gesteigerte Effizienz und ein höheres Fahrvergnügen.

Viel Elektronik für viel Sicherheit

Eigens gestaltet: Das semiaktive Skyhook-Fahrwerk © Ducati

Großen Aufwand betreibt Ducati auf dem Gebiet der Elektronik: Ein Sechsachsen-Sensor erfasst sämtliche Fahrzustände und sendet seine Signale an ein Steuergerät, das von der dynamischen Traktions- über die Wheelie-Kontrolle bis zum Kurven-ABS gleichzeitig maximale Sicherheit und Fahrdynamik bietet. Das semiaktive Skyhook-Fahrwerk besitzt einen Niveauausgleich. Alle Versionen der Multistrada erhalten ein vollfarbiges TFT-Display mit zeitgemäßer Oberfläche.

Connectivity und Keyless Go

In der Neigung verstellbar: Das vollfarbige TFT-Display © Ducati

Bei der Basisversion misst die Anzeige 5, bei der S-Version 6,5 Zoll. Hier gibt es dann auch einen Joystick zur leichteren Navigation im Menü des Bordcomputers. Dank des Ducati-Connect-Systems kann man die Karte des Navigationsgerätes mithilfe einer App direkt auf dem Display anzeigen. Das Smartphone lässt sich in einem kleinen Fach auf dem Tank verstauen und dort dank USB-Anschluss auch laden. Darüber hinaus kann man die S-Version optional für eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und einen Totwinkelwarner mit Front- und Heckradar ausrüsten. Dazu kommen eine schlüssellose Zündung und einige weitere Ausstattungsfinessen.

Reichweite ca. 300 Kilometer

Die Multistrada V4 gibt es in vier Varianten: In der Basisversion, als S, S Sport und Pikes Peak © Ducati

Eigens entwickelt wurde für die Multistrada der Monocoque-Rahmen aus Aluminium. Das Vorderrad misst nicht mehr 17, sondern 19 Zoll, wodurch Speichenräder sowie eine Offroad-Bereifung möglich werden. Die Federwege liegen mit 170 Millimetern vorn und 180 Millimetern hinten zwar ein Stück unter denen anderer Reise-Enduros, aber die Multistrada ist wohl auch künftig eher als "auch" Offroad-fähig zu sehen und weniger als Geländeziege.

Mit einem fahrfertigen Gewicht von rund 240 Kilogramm darf man sie angesichts ihrer extrem üppigen Ausstattung als "noch schlank" bezeichnen. Die Zuladung beträgt 230 Kilogramm. Ducati gibt einen Normverbrauch von 6,5 Litern an, der 22-Liter-Tank sollte eine Reichweite von gut 300 Kilometern erlauben.

Viel Hightech und jede Menge Komfort

Die Ducati hat eine lange Zubehörliste © Ducati

Selbstverständlich bietet die Multistrada V4 alles, was im Segment der Hightech-Reisemaschinen üblich ist. So stehen zwei Sitzhöhen – 840 und 860 Millimeter – zur Verfügung, der Windschild ist mit nur einem Finger in der Höhe verstellbar und mit seitlichen Windabweisern kombiniert. Zur Steigerung des Komforts wird bei Stillstand des Fahrzeugs im Leerlauf die hintere Zylinderbank deaktiviert, um die Wärmeabstrahlung zu reduzieren.

Käufer können die Multistrada V4 bereits ab Werk nach ihren Vorstellungen konfigurieren, bei den Händlern werden dann lediglich noch Zubehörpakete hinzugefügt.

Technische Daten Ducati Multistrada V4

Herstellerangaben


Motor/Getriebe

Flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-V-Motor (90°), 1158 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, DOHC, 125 kW/170 PS bei 10.500 U/min., 125 Nm bei 8250 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kette

Fahrleistungen

0 – 100 km/h: k. A., Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h

Assistenzsysteme

Kurven-ABS, Traktions- und Wheeliekontrolle, mehrere Fahr- und Leistungsmodi, automatische Blinker-Rückstellung (Quickshifter, schlüssellose Zündung, Berganfahrassistent etc.)

Fahrwerk

Aluminium-Monocoque-Rahmen; 50 mm Upside-down-Telegabel vorn, voll einstellbar, 17 cm Federweg; Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein, voll einstellbar (semiaktive Radführung), 180 mm Federweg; Leichtmetallgussräder; Reifen vorn 120/70 ZR 19, hinten 170/60 ZR 17. 32 (330) mm Doppelscheibenbremse vorn, 265 mm Einscheibenbremse hinten

Maße, Gewichte und Verbrauch

Radstand 1567 mm, Sitzhöhe 840/860 mm, Gewicht fahrfertig 240 (243) kg. Tankinhalt 22 l; Normverbrauch 6,5 l/100 km

Preis

19.290 Euro

Text: Ulf Böhringer/SP-X