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Darauf kommt es beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads an

Fahrrädern stehen nebeneinander
Vor dem Kauf eines gebrauchten Fahrrades unbedingt eine Probefahrt machen ∙ © iStock.com/Ruslan Sitarchuk

Gebrauchte Fahrräder zu kaufen kann viel Geld sparen. Man kann aber auch böse Überraschungen erleben. Wo Sie günstig kaufen, wie Sie den Zustand überprüfen oder sich vor Diebesgut schützen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Ein gebrauchtes Fahrrad ist meist um ein Vielfaches günstiger als ein neues Modell. Aber nicht immer handelt es sich wirklich um ein Schnäppchen oder werden die Mängel auf den ersten Blick sichtbar. Ist das Angebot zu verlockend, liegt der Verdacht nahe, dass es sich möglicherweise um Diebesgut handeln könnte. Jährlich werden rund 30.000 Fahrräder allein in Deutschland gestohlen.

Ist der Verkäufer vertrauenswürdig?

Bevor man sich ein gebrauchtes Fahrrad kauft, nimmt man zunächst – wenn möglich – den Vorbesitzer und das Fahrrad in Augenschein. Ist es gründlich geputzt oder nur halbherzig gesäubert? Die Antwort auf diese Frage gibt schon einen ersten Hinweis, wie gut der Besitzer sein Rad gepflegt hat. Ein vertrauenswürdiger Anbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel. Einen ersten Eindruck bekommt man, wenn folgende Fragen geklärt sind:

  • Wie alt ist das Rad?

  • Wie viele Kilometer wurde es gefahren?

  • Wie oft wurde ein Service gemacht?

  • Welche Teile sind erneuert, welche seit Anbeginn unverändert?

  • Ist das Rad im Freien oder wettergeschützt aufbewahrt worden?

Zustand des Fahrrads okay? Unsere Checkliste

So können Sie den technischen Zustand des Fahrrades besser beurteilen:

  • Laufen Vorderrad und Hinterrad in einer Linie?

  • Halten und funktionieren die Bremsen?

  • Fühlt sich das Fahrrad sicher an?

  • Dreht sich das Tretlager ohne Reibungsverluste?

  • Lässt sich das Rad locker schieben oder schleift etwas?

  • Ist es verrostet oder stark verkratzt?

  • Sind die Bremsbeläge noch ausreichend vorhanden?

  • Sind Ritzel und Reifen schon verschlissen?

  • Wie sieht der Rahmen aus? Haben die Schweißnähte kleine Risse?

Darauf achten Sie bei der Probefahrt

Bei der Probefahrt sollten Sie auf jeden Fall die Bremsen und die Schaltung ausgiebig testen. Prüfen Sie, ob Sie alle Gänge sauber einlegen können und nichts hakt. Wie ist die Federung? Funktioniert das Licht vorne und hinten? Ist das Fahrrad verkehrssicher?

Wo kauft man gebrauchte Fahrräder?

Gebrauchte Fahrräder kann man beim Fachhändler, online oder privat erwerben.
Meist etwas teurer, aber in der Regel seriös sind die Händler. Viele der großen Fahrradmärkte haben inzwischen Second-Hand-Abteilungen. Der Vorteil beim Händler: Hier werden die Räder noch einmal vom Fachmann überprüft, bevor sie angeboten werden, fehlendes Zubehör kann man gleich mitkaufen. Ein weiterer Vorteil: Hier bekommt man meistens eine professionelle Beratung kostenlos dazu. Zudem kann man mehrere Modelle testen.

Kleinanzeigen in Zeitungen, Fachzeitschriften oder im Internet sind eine weitere Möglichkeit, sich über das Angebot zu informieren. Auch bei Online- oder Live-Auktionen – z.B. von der Polizei, der Stadt oder bei Ebay – kann man auch fündig werden. Aber: In diesen Fällen ist es schwierig, eine ausgiebige Probefahrt zu machen. Dasselbe gilt meist auch für den Kauf eines Rads auf Flohmärkten.

Albtraum Gebrauchtrad: Kauf von Diebesgut

Wer ein gebrauchtes Rad kauft, bei dem sich später herausstellt, dass es gestohlen ist, hat ein Problem. Denn nach deutschem Recht ist es nicht möglich, das Eigentum an einem gestohlenen Objekt zu erwerben. Eigentümer bleibt in solch einem Fall weiterhin der Bestohlene. Wenn sich also der Eigentümer meldet, muss der Käufer das Rad zurückgeben. Er müsste sich dann an den Verkäufer wenden und den Kaufpreis zurückverlangen. Umso wichtiger ist es, bei Bedarf jederzeit den Verkäufer kontaktieren zu können und Fahrräder nicht anonym zu kaufen. Viele gestohlene Fahrräder sind in der sogenannten INPOL-Sachfahndungsdatei per Rahmennummer registriert. Die Polizei kann über diese Datei Rahmennummern abgleichen und Eigentümer zuordnen.

Darauf sollten Sie beim Kaufvertrag achten

Auch wenn es sich um ein gebrauchtes Fahrrad handelt, sollten Sie auf einen schriftlichen Kaufvertrag bestehen, um spätere Komplikationen zu vermeiden. Unsere Empfehlungen:

  • Lassen Sie sich alle vorhandenen Originalunterlagen zum Fahrrad aushändigen, egal ob Dokumente über den Erstkauf oder Reparaturrechnungen. Denn so ergibt sich eine nachvollziehbare Vergangenheit, die im Zweifel als Nachweis dient, dass das Rad nicht gestohlen wurde.

  • Im Vertrag sollten die Rahmennummer, der Name des Verkäufers und am besten noch dessen Ausweisnummer dokumentiert sein. Die Rahmennummer ist eingraviert und findet sich meist unter dem Tretlager oder am Sattelrohr.

  • Auf die Vorlage eines Ausweises bestehen und die Daten in den Kaufvertrag übernehmen. Noch besser wäre eine Ausweiskopie zu verlangen – vorausgesetzt der Verkäufer ist dazu bereit. So kann man bei Schwierigkeiten leichter an den Vertragspartner herantreten.

  • Eine ausführliche Beschreibung des Fahrrads im Kaufvertrag kann dabei helfen, spätere Mängel nachzuvollziehen.

  • Sachmängelhaftung: Private Käufer und Verkäufer sollten sich zu diesem Thema ausdrücklich einigen. Vereinbaren beide einen Haftungsausschluss, reicht ein einfacher Satz hierzu im Kaufvertrag. Achtung: Fehlt hierzu eine ausdrückliche Vereinbarung, haftet der Verkäufer für Mängel, die bei der Übergabe vorlagen. Ein Händler, der ein Fahrrad an eine Privatperson verkauft, darf die Sachmängelhaftung nicht ausschließen. Er schuldet bei solchen Geschäften (genannt: Verbrauchsgüterkauf) mindestens ein Jahr Gewährleistung. Zusätzlich gilt: Zeigt sich ein Mangel in den ersten sechs Monaten, wird vermutet, dass er bereits bei der Übergabe vorlag. Kann der Händler das nicht widerlegen, hat er die Pflicht, diesen Mangel zu beseitigen.

    Musterkaufverträge für gebrauchte Fahrräder und E-Bikes finden Sie hier

Weitere Informationen gibt es von den ADAC Juristen in der Videoreihe „Recht logisch – die häufigsten Irrtümer beim Fahrradfahren".

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Shutterstock

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