Kaufberatung Autobatterie: Welcher Typ ist der richtige?

Mann kauft eine Autobatterie
Nur ins Regal greifen? So einfach ist das bei einer Autobatterie nicht ∙ © iStock.com/Igor-Kardasov

Die Autobatterie ist eines der wichtigsten Teile des Fahrzeugs. Doch welche Batterie ist die richtige? Standard Blei-Säure, AGM, EFB, Gel oder Lithium-Ionen? Wissenswertes rund um die 12-V-Starterbatterie.

Ist die Starterbatterie am Ende ihrer Kräfte, kauft man einfach eine neue. So denken die meisten Autofahrer, die sich noch nie mit ihrer 12-Volt-Batterie beschäftigt haben bzw. beschäftigen mussten. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Einige Autos benötigen spezielle Batterietypen. Grundsätzlich sollten Sie daher vor dem Kauf einer Ersatzbatterie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs nachsehen. Dort ist üblicherweise vermerkt, welcher Batterietyp verwendet werden darf.

Gehäusegröße und elektrische Daten müssen passen

Zunächst muss der richtige Typ ermittelt werden. Sie sollten sowohl bei der Gehäuse-Bauform als auch bei den elektrischen Werten (Spannung, Kapazität, Kaltstartstrom) dieselbe Größe wie beim ursprünglichen Stromspeicher wählen. Die Angaben lassen sich entweder von der vom Hersteller verbauten Batterie ablesen oder der Bedienungsanleitung entnehmen.

Ältere Batterietypen hatten womöglich eine höhere Fußleiste. Befestigungsmöglichkeiten müssen deshalb bei Bedarf angepasst werden.

Der richtige Batterietyp ist entscheidend

Start Stopp Automatik Schalter
Fast alle Neuwagen haben eine (vorübergehend deaktivierbare) Start-Stopp-Funktion ∙ © ADAC/Thomas Kroher

Wenn Ihr Fahrzeug ein Start-Stopp-System hat, wird es sich bei der Batterie um eine EFB-(Enhanced Flooded Battery) oder AGM-Batterie (Absorbent Glass Mat) handeln. Nimmt man stattdessen eine herkömmliche Version, kann das eine Zeit lang funktionieren, aber die Start-Stopp-Funktion wird bald nicht mehr wie gewohnt arbeiten. Auch die Lebensdauer der Batterie ist dann geringer.

Bei Autos ohne Start-Stopp-Funktion können als Ersatz für die Standard Blei-Säure-Batterie optional auch leistungsstärkere EFB- oder AGM-Batterien verbaut werden – insbesondere, wenn hauptsächlich Kurzstrecken gefahren werden oder elektrische Verbraucher nachgerüstet sind.

Am meisten verbreitet bei Starterbatterien sind Bleiakkumulatoren. Sie sind kostengünstig und haben gute Alltagseigenschaften – dadurch haben sich bis heute keine anderen Batterietypen gegen Bleiakkus durchsetzen können.

Das Prinzip einer Blei-Säure-Batterie: Zwei Elektroden aus Blei (negativ) und Bleidioxid (positiv) liefern in einer wässrigen Schwefelsäurelösung elektrische Energie. Dabei entsteht Bleisulfat und Wasser. Dieser Vorgang ist umkehrbar und beim Laden entsteht wieder Bleidioxid, Blei und Schwefelsäure.

Je nach Einsatzzweck ist ein bestimmter Batterietyp im Fahrzeug vorgeschrieben. Diese Arten gibt es:

Standard Blei-Säure-Batterie

Eine schwarze Varta Autobatterie
Vor allem ältere Fahrzeugmodelle haben die klassische, wartungsfreie Batterie ∙ © Varta

Die Standard Blei-Säure-Batterie musste in der Vergangenheit regelmäßig gewartet werden. Heute sind sie "wartungsfrei". Das bezieht sich vorwiegend darauf, dass kein destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss. Beim Laden entsteht Wasserstoff und Sauerstoff. Innerhalb der jeweiligen Zelle kann die wartungsfreie Batterie diese Gase wieder in Wasser umwandeln. An den Batterieseiten befinden sich Ventile, die bei einem eventuell auftretendem Überdruck (z.B. durch Überladung) gezielt Gas ableiten.

  • Vorteile: günstig in der Anschaffung, wartungsfrei

  • Nachteile: geringe Energiedichte, schnelle Selbstentladung, moderate Zyklenfestigkeit, begrenzte Lagerfähigkeit, empfindlich gegenüber Vibrationen, erhöhter Innenwiderstand

EFB Batterie

"EFB" steht für "Enhanced Flooded Battery"". Dank eines Polyvlies-Materials auf der Oberfläche der positiven Platte hat sie eine längere Lebensdauer. Aufgrund der überlegenen Leistung kann sie auch als Ersatz für eine herkömmliche Blei-Säure-Batterie empfohlen werden. Bei Automodellen mit Start-Stopp-Systemen sind mindestens Batterien des EFB-Typs verbaut.

  • Vorteile: hohe Stromaufnahme möglich, hohe Zyklenfestigkeit, weniger wärmeempfindlich, für Start-Stopp-Systeme geeignet

  • Nachteile: hoher Preis, begrenzte Lagerfähigkeit

AGM-Batterie

"AGM" steht für "Absorbent-Glass-Mat", wobei die Batteriesäure in einem Glasvlies gebunden wird. Die Platten sind gepresst, weshalb die Batterie schwerer und leistungsstärker ist.

Die AGM-Technologie ist die leistungsstärkste Form aller Blei-Säure-Batterien. Sie findet Anwendung in neuen Fahrzeugen, die mit Start-Stopp-Systemen und Bremsenergie-Rückgewinnung ausgestattet sind.

  • Vorteile: sehr hohe Stromaufnahme möglich, sehr hohe Zyklenfestigkeit

  • Nachteile: hoher Preis, begrenzte Lagerfähigkeit

Gel-Batterie

Bei Gel-Batterien wird die Schwefelsäure durch Kieselsäure gebunden, was die enthaltene Säure eindickt und daher wie eine Art Gel wirkt. Die Batterien haben eine Kapselung, die das Austreten des Gels verhindert. Sie ist weniger geeignet, als Starterbatterie hohe Ströme zu liefern. Ihre Vorteile bei der Selbstentladung und der Zyklenfestigkeit macht Sie als Versorgungsbatterie für Wohnmobile und für den Einsatz in Motorrädern interessant.

  • Vorteile: lageunabhängig einbaubar, unempfindlich gegenüber Vibrationen, geringe Selbstentladung, verbesserte Lagerfähigkeit

  • Nachteile: geringe Energiedichte, erhöhter Innenwiderstand, geringerer Maximalstrom

Lithium-Ionen-Batterie

Zwei Autobatterien
Eine Lithium-Ionen-Batterie (vorne) spart Gewicht und hält länger ∙ © Litewerks GmbH

Als Basis dienen Lithium-Verbindungen in der elektrochemischen Zelle. Lithium-Ionen-Batterien gibt es in verschiedenen Typen. Unterschieden wird dabei bei den reaktiven Materialien sowohl in der negativen als auch in der positiven Elektrode sowie den im Elektrolyt enthaltenen Lithium-Ionen. Lithium-Ionen-Akkus weisen eine sehr hohe spezifische Energie auf. Sie reagieren jedoch auf Tiefentladung und Überladung nachteilig und brauchen entsprechende Schutzmechanismen.

Im Vergleich zu den Blei-Säure-Batterien besitzen sie eine deutlich höhere Energiedichte. In Supersportwagen, aber auch als Nachrüstlösung sind sie für Gewichtsoptimierungen im Einsatz. Im Campingbereich finden sie immer häufiger als Versorgungsbatterie Anwendung.

  • Vorteile: geringe Selbstentladung , sehr hohe Stromaufnahme möglich , sehr hohe Zyklenfestigkeit , hohe Energiedichte , wenig Gewicht

  • Nachteile: sehr teuer

Hilfreiche Tipps

  • Halten Sie bei einer Starthilfe die richtige Reihenfolge der Anschlüsse ein.

  • Tiefentladene Batterien müssen nicht zwangsläufig defekt sein; sie sollten an ein geeignetes Ladegerät mit pulsierenden und erhöhten Ladespannungen angeschlossen werden.

  • Achten Sie beim Aufladen einer Batterie mit EFB- oder AGM-Technologie darauf, dass das Gerät hierfür geeignet ist. Folgen Sie den Hinweisen in der Bedienungsanleitung.

  • Wenn eine Batterie als defekt diagnostiziert wurde, sollte man immer auch die Ladeeinrichtung des Fahrzeugs (Generator, Regler, Leitungsverbindungen) überprüfen (lassen), um eine Schädigung der neuen Batterie zu vermeiden.

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Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann, ADAC Technikzentrum Landsberg

Jochen Wieler
Redakteur
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