12 Tipps zum richtigen Einwintern von Oldtimern

29.11.2018

Wenn die letzten schönen Herbsttage zu Ende gehen, werden viele Oldtimer zum Überwintern in die Garage gestellt. Wir haben zwölf Tipps, die Sie beachten sollten, damit Ihr Fahrzeug auch im Frühjahr wieder topfit ist.

 

Oldtimer komplett mit Schnee bedeckt
©iStock.com/Marccophoto
  1. Achtung Saisonkennzeichen: Überschreiten Sie auf keinen Fall den angegebenen Zeitraum. Außerhalb des Saisonzeitraums darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Raum gefahren oder abgestellt werden.
  2. Den Innenraum des Fahrzeugs mit Staubsauger und feuchtem Schwamm oder Tuch säubern. Ledersitze behandeln Sie am besten mit dem Mittel, das Ihr Fahrzeughersteller in der Bedienungsanleitung empfiehlt. Spezielle Lederpflegemittel enthalten üblicherweise Substanzen, die das Leder geschmeidig halten.
  3. Alle losen Bodenbeläge herausnehmen, auch aus dem Kofferraum. Bemerken Sie feuchte oder modrige Stellen, unbedingt die Ursache dafür finden: Gummiprofile des Verdecks könnten sich gelöst oder verschoben haben oder die Schiebedachentwässerung funktioniert beispielsweise nicht mehr richtig.
  4. Frostschutz prüfen und auffüllen, Öl wechseln. Benutztes Öl wirkt korrosionsfördernd. Ein spezielles Schutzöl ist nur bei mehrjähriger Ruhepause notwendig.
  5. Gegen das Einstauben hilft ein Baumwolltuch, wie beispielsweise ein Bettlaken oder Paletots aus dem Oldtimer-Fachhandel. Kunstfaserstoffe oder gar Plastikfolien sollten Sie wegen der mangelhaften Feuchtigkeitsdurchlässigkeit nicht verwenden.
  6. Wenn Ihr Fahrzeug keinen Kunststofftank hat, füllen Sie den Tank auf. So verhindern Sie Rostbildung im Inneren.
  7. Lack kontrollieren: Reste von Vogelkot, Insekten, Absonderungen von Baumharzen sind oft schwer erkennbar. Bei längerer Einwirkzeit können sie sich bis aufs Blech durchfressen. Deshalb ist eine gründliche Reinigung wichtig.
  8. Steinschlagschäden ausbessern, damit die Karosserie nicht zu rosten beginnt. Kleine Stellen können Sie mit einem Lackstift selbst reparieren: säubern und ausbessern. Tipp zur Vorbeugung: ab und zu Hartwachs auftragen.
  9. Besonders bei älteren Baujahren Unterboden und Radhäuser checken. Wenn die Schutzschichten Verletzungen oder Korrosionsspuren aufweisen, dann ausbessern.
  10. Batterie regelmäßig – etwa alle zwei Monate – einige Stunden ans Standard-Ladegerät hängen und aufladen.
  11. Luftdruck in den Reifen auf 3 Bar erhöhen, damit sie in Form bleiben.Noch besser: das Auto aufbocken.
  12. Handbremse nicht anziehen. Die Beläge könnten "festkleben". Autofenster zur Durchlüftung einen Spaltbreit öffnen. 

Übrigens: Wenn Sie Ihr Auto länger als sieben Jahren stilllegen möchten, erlöscht die Betriebserlaubnis, und die Fahrzeugpapiere werden ungültig. Die Wiederzulassung erfordert dann ein Vollgutachen.

 

Wenn Sie noch Fragen rund um Oldtimer haben, stellen Sie sie in der ADAC Community.

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Inspektion vor der Winterpause erledigen

Ist in Kürze ohnehin eine Inspektion fällig? Dann ziehen Sie diese lieber vor. Der Arbeitsumfang enthält zum einen sinnvolle Stilllegungs-Elemente, zum anderen erkennt der Fachmann natürlich besser, was aktuell oder in Kürze reparaturbedürftig ist. Auch die ADAC Prüfzentren sind eine gute Adresse (Gebrauchtwagenuntersuchung, Winter-Check). Schließlich will man den Frühjahrsstart nicht unbedingt mit Werkstattterminen wegen tropfender Wasserpumpe oder mürbem Auspufftopf beginnen.

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Saisonkennzeichen sparen Geld und Zeit

Wer alljährlich den gleichen Stilllegungszeitraum nutzt, zum Beispiel vom 1. Oktober bis 30. April, der sollte sich beim Straßenverkehrsamt oder der Zulassungsstelle ein Saisonkennzeichen ausstellen lassen. Man erspart sich die jeweiligen Gebühren für An- und Abmeldung sowie den Gang zur Behörde. Nach Ablauf des letzten Tages des einmal gewählten und auf dem Kennzeichen aufgedruckten Monats (bei "03/10" also der 31.10) darf das Fahrzeug ab dem 1. November keinesfalls mehr auf öffentlichem Grund stehen oder fahren.

Mehr Flexibilität bietet Ihnen ein reguläres Kennzeichen. Mit einer "vorübergehenden Stilllegung" lässt sich der Zeitraum jedes Jahr neu gestalten. So können Sie bei einem milden und sonnigen November einfach weiterhin den Oldtimer oder das Cabrio nutzen oder den Wagen bereits im März aus dem Winterschlaf holen. Die anteilige Kraftfahrzeugsteuer wird, tageweise umgerechnet, zurückerstattet. Nachteil: Für jede An- und Abmeldung werden Gebühren fällig, der Gang zu den Behörden kostet Zeit.

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Hauptuntersuchung und AU besser vorziehen

Fällt die Hauptuntersuchung oder die AU in die Ruhezeit, dann ist dies nach Wiederinbetriebnahme umgehend nachzuholen. Insbesondere bei Fahrzeugen mit "Vorübergehender Stilllegung" ist es ratsam, diese Prüfungen noch vor dem Einmotten zu erledigen. Bei der Wiederzulassung werden die Fahrzeugpapiere von der Behörde erst dann ausgehändigt, wenn die noch zu erbringenden Prüfnachweise vorliegen.

Versicherung: Eine Unterbrechung bis zu sechs Monaten zählt (positiv) auf dem Weg in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse, ab sieben Monaten bleibt die bei Stilllegungsbeginn bestehende SF-Klasse erhalten – so jedenfalls bei einer Vielzahl von Gesellschaften. Der Teilkasko-Vertrag läuft in der Ruhezeit normalerweise beitragsfrei weiter. Konkret sollte man das, wie auch die anteilige Rückerstattung bereits gezahlter Prämien, direkt mit seinem Versicherer abklären.

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Oldies mögen's trocken und luftig

Optimal ist ein klimatisierter Raum, in dem Temperatur (ca. 15 Grad) und Luftfeuchte (relative Luftfeuchte von ca. 40 Prozent, messbar mit dem Hygrometer) konstant eingehalten werden – so wird eine Kondenswasserbildung weitgehend vermieden.

Textilien, Gummi und Leder fühlen sich in dem Umfeld ebenfalls recht wohl. Schlecht durchlüftete und feuchte Räume sollten gemieden werden. Einige Firmen (Anzeigen in Oldtimer-Fachzeitschriften) bieten verschiedene Lösungen zur Luftverbesserung an. Dazu gehören elektrische Luftentfeuchter (230 Volt) sowie aufblasbare Kunststoffhüllen, die entweder von Ventilatoren durchblasen werden oder in die Behälter mit einem speziellen Trocken-Granulat gestellt werden, dem die aufgenommene Feuchtigkeit im Haushalts-Backofen wieder entzogen werden kann.