Checkliste: Welche Voraussetzungen gibt es für eine Wallbox zu Hause?

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Bevor man sich entscheidet, eine Wallbox zu kaufen, sollte man erst einmal schauen, ob alle Voraussetzungen in Haus und Garage bzw. Carport gegeben sind.

1. Muss ich meine Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?

Neue Wallboxen mit mehr als 4,2 kW müssen zukünftig durch den Netzbetreiber steuerbar sein und unterliegen seit 1.1.2024 der Regelung des §14a des Energiewirtschaftsgesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien (EnWG). Das bedeutet, dass eine Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber erforderlich ist. Dies galt bis Ende 2023 nur für Wallboxen mit über 11 kW Ladeleistung.

Es besteht die Möglichkeit, als Gegenleistung reduzierte Netzentgelte für die Steuerbarkeit der Geräte zu erhalten. Zusätzlich darf der Netzbetreiber den Anschluss steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nicht mehr wegen Überlastung des Netzes verzögern oder ablehnen.

Hintergrund für das neue Gesetz sind potenzielle Netzengpässe. Die Steuerungsoption bedeutet nicht, dass Geräte einfach abgeschaltet werden dürfen. Der reguläre Haushaltsstrom bleibt von dieser Regelung unberührt und es gibt klare Vorgaben zur Leistungsbegrenzung, wie eine Mindestleistung von 4,2 kW bei Wallboxen.

Sollte es zu regelmäßigen Steuerungen durch den Netzbetreiber kommen, muss dieser Betreiber Maßnahmen an der Engpassstelle prüfen.

Der ADAC empfiehlt grundsätzlich eine 11-kW-Wallbox Sie ist völlig ausreichend, um Elektroautos sicher und schnell zu laden. Die meisten Elektroautos laden im häuslichen AC (Wechselstrom)-Bereich ohnehin nur mit max. 11 kW.

Achtung: Stromanbieter und Netzbetreiber sind nicht das gleiche! Auf der Stromrechnung ist der Netzbetreiber angegeben. Prüfen Sie auch, ob Ihr Elektroauto im AC-Bereich mit 22 kW Leistung laden kann. Der ADAC hat hier umfassende Informationen zu aktuellen E-Autos zusammengestellt.

2. Mit welchem Strom will ich laden?

Man kann die Wallbox über den Energiemix laden, mit dem der gesamte Haushalt bereits versorgt wird. Man kann sich aber auch für Ökostrom für den gesamten Haushalt oder nur für die Wallbox entscheiden. Hier kann man auch von Fördermöglichkeiten für die Wallbox profitieren.

Die dritte Möglichkeit erfordert eine größere Investition, ist aber ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von den Marktpreisen für Strom: Die eigene Photovoltaik-Anlage. Mit einem Elektroauto macht eine Solaranlage noch mehr Sinn. Der Anschluss einer Wallbox an eine PV-Anlage ist problemlos auch noch nachträglich möglich. Wenn Sie es schaffen, nur ein paar Tage in der Woche tagsüber das Elektroauto mit dem eigenen Strom vom Dach zu laden, können Sie mit Ihrem Auto bis zu 80 Prozent unabhängig vom Stromnetz werden und Sonne laden.

3. Gibt es einen Stromanschluss in Garage oder Carport?

Verfügt die Garage oder das Carport über keinen Stromanschluss, muss zunächst ein Stromkabel als Anschlussleitung vom Haus gelegt werden. Je nachdem, wo sich die Garage oder der Carport auf dem Grundstück befindet, ist es dazu vielleicht sogar nur nötig, einmal durch die Haus- und Garagenwand zu bohren.

Die Ladeleistung der Wallbox bestimmt den Stromanschluss. Für 11- oder 22-kW-Ladesäulen sind Starkstromanschlüsse mit 400 Volt Spannung erforderlich, bis zu einer Ladeleistung von 7,4 kW ist auch ein Anschluss mit 230 Volt ausreichend.

Die Installation der elektrischen Leitungen muss ein Elektrofachbetrieb durchführen, laut Niederspannungsanschlussverordnung sind solche Arbeiten für Laien verboten. Ändert man als Grundstückseigentümer selbstständig Teile der Elektroinstallation, verliert man seinen Versicherungsschutz und es erlischt außerdem die Gewährleistung durch den Fachbetrieb.

Wenn man eine neue Stromleitung in die Garage legt, kann man auch noch überlegen, ob weitere Streckdosen installiert werden sollen und wo eine Beleuchtung sinnvoll ist, ob eine Überwachungskamera installiert werden soll oder ob man sich ein elektrisches Garagentor zulegen möchte.

Wie gefährlich ist das Laden via Haushaltssteckdose?

Haushaltssteckdosen sind nicht für hohe Dauerlasten ausgelegt. Dadurch kann es zu Überlastung bis hin zu Hitzeentwicklung oder zu Schmorbränden kommen. Der ADAC empfiehlt, E-Autos nur ausnahmsweise an Haushaltssteckdosen zu laden und nach Möglichkeit die Ladeleistung zu reduzieren. Das Laden an der Haushaltsteckdose ist rund dreimal langsamer, als mit einer 11 kW Wallbox.

Aus Brandschutzgründen sollte man bei der Wallbox-Installation in der Garage auch an einen Rauchmelder denken. Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) empfiehlt sensible Rauchmelder, eine Brandschutzbegehung und die Einbeziehung der Gebäudeversicherung.

4. Ist der Sicherungskasten groß genug?

Bei sehr alten Häusern kann es vorkommen, dass der Sicherungskasten zu klein ist. Muss ein neuer Starkstromanschluss gelegt werden, muss auch die Versorgung des Hausverteilerkastens angepasst werden.

5. Braucht die Wallbox einen separaten Stromzähler?

Notwendig ist das nicht. Sollten Sie in einem Haus wohnen, ist es üblich, die Wallbox über den Haus-Stromzähler laufen zu lassen. Das spart Kosten und funktioniert am einfachsten. Sollte die Wallbox durch einen separaten Stromzähler betrieben werden, damit beispielsweise mit Strom aus regenerativen Energien geladen werden kann, ist darauf zu achten, dass ein geeigneter Zählerplatz vorhanden ist.

Wenn eine neue Stromleitung gelegt wird, kann man auf Wunsch auch einen Zwischenzähler installieren lassen.

6. Wo soll die Wallbox installiert werden?

Es lohnt sich, gut zu überlegen, wo die Wallbox montiert werden soll und zu beachten, wo sich der Ladeanschluss des E-Autos befindet. Eine gute Planung vermeidet spätere Stolperfallen durch im Weg liegende Kabel und hilft bei der Kostenkalkulation.

Grundsätzlich gilt die Wallbox dort zu installieren, wo das E-Auto bequem geparkt werden kann. Achten Sie darauf, wo der Stecker Ihres E-Autos ist, um dann bequem das Kabel anschließen zu können, ohne umständlich mit dem Stecker zur Wallbox einparken zu müssen.

7. Welche Versicherung brauche ich?

Eine Pflichtversicherung für Wallboxen gibt es nicht. Die Absicherung der eigenen Ladestation gegen Risiken ist eine persönliche Entscheidung. Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in die vorhandenen Versicherungsverträge, über die Risiken vielleicht bereits abgedeckt sind, bzw. ein Gespräch mit den zuständigen Versicherungen.

Wer sich ein E-Auto neu kauft oder least, sollte sich gleich nicht nur nach speziellen Tarifen für Elektroautos erkundigen, sondern auch gleich an die eigene Wallbox denken.

Schäden am Elektroauto und der Wallbox durch Marderbiss, Folgen eines Blitzeinschlages, technischen Defekt oder falsche Bedienung (Brand) zahlt die Vollkasko-Versicherung, in der es spezielle Tarife für Elektromobilität gibt.

Beschädigungen durch falsches Einparken werden in der Regel von der Haftpflichtversicherung übernommen. Entstehen Schäden am Gebäude infolge eines brennenden Elektroautos, greift die jeweilige Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters.

Ob man seine Wallbox am besten über die Hausrat- oder die Wohngebäudeversicherung (inkl. Feuerversicherung) gegen Diebstahl, Vandalismus und Wasserschäden absichert, sollte man im Gespräch mit seinem Versicherer klären. In vielen Fällen fällt eine festverbaute Wallbox automatisch unter den Schutz der Gebäudeversicherung.

8. Mit welchen laufenden Kosten muss ich rechnen?

Eine 11-kW-Wallbox muss nicht gewartet werden und es entstehen nach Kauf und Installation keine laufenden Kosten. Wenn die Wallbox mal nicht funktionieren sollte, kann die Fehlfunktion unter die Garantie oder Gewährleistung fallen.

Kann ich eine Wallbox selbst installieren?

Nein, das ist nicht zulässig. Das muss stets ein Fachbetrieb übernehmen. Der Elektroinstallateur haftet dann auch für den fachgerechten Einbau und führt die Anmeldung der Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber durch.

Installations-Check mit ADAC e-Charge Home

Wenn man noch mehr Beratung benötigt, bietet ADAC e-Charge Home einen Vor-Ort-Check an, bei dem eine zertifizierte Elektrofachkraft die Hauselektrik und die Parksituation checkt und die besten Lösungen findet.

Oder man bucht einen digitalen Installationscheck, bei dem die Gegebenheiten vor Ort per Videotelefonie geprüft werden. Halten Sie hierfür bitte ein Smartphone oder einen Tablet-PC mit integrierter Kamera bereit. Ebenfalls bedarf es einer guten WLAN-Verbindung bzw. einer stabilen mobilen Datenverbindung an allen relevanten Stellen, häufig auch im Keller.