Hoverboard & E-Skateboard: Das gilt im Straßenverkehr

Kinder fahren auf Hoverboards
© istock.com/Igor Butseroga

Hoverboards und E-Skateboards machen Spaß. Aber sind sie auch erlaubt? ADAC Juristen erklären, wo man mit den Elektro-Boards fahren darf, ob eine Versicherung nötig ist, wer für Schäden nach Unfällen bezahlt.

  • Straße, Gehweg, Fußgängerzone sind tabu

  • Unfälle: Privathaftpflicht zahlt nicht

  • Eigentlich Führerschein nötig

Hoverboards sind zweirädrige Fahrzeuge ohne Lenkstange. Die Steuerung erfolgt durch Gewichtsverlagerung. Ein Gyroskop, auch Kreiselstabilisator genannt, verhindert, dass die Elektro-Boards während der Fahrt kippen. Auch Elektro-Skateboards werden durch Gewichtsverlagerung gelenkt, beschleunigt und gebremst wird mithilfe einer Funk-Fernbedienung oder per App.

Wo dürfen Hoverboards und Elektro-Skateboards fahren?

Beide dürfen nur im „abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr“ bewegt werden – also beispielsweise auf abgetrennten oder abgesperrten Innenhöfen oder der Terrasse. Der Grund: Fortbewegungsmittel, die "bauartbedingt", also ohne eigene körperliche Anstrengung, schneller als 6 km/h fahren können, benötigen einen Sitz, einen Lenker, Bremsen, Beleuchtung und einen Spiegel. All das haben Hoverboards und E-Scateboards nicht, sie sind aber schneller als 6 km/h. Deshalb sind öffentliche Wege und Straßen für sie tabu.

Braucht man eine Haftpflichtversicherung?

Eigentlich müssten die Elektro-Boards angesichts ihrer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h bei der Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr pflichtversichert sein. Eine solche Versicherung wird allerdings nicht angeboten: Die Gefährte dürfen schließlich ja gerade nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden. Kommt es bei der unerlaubten Nutzung zu einem Schäden, muss der Fahrer privat haften.

Vor der Nutzung im abgegrenzten nichtöffentlichen Straßenverkehr sollte dringend geprüft werden, ob die private Haftpflichtversicherung eingreift, wenn dabei Schäden verursacht werden. Dies dürfte meist nicht der Fall sein. Daher ist das Risiko hoch, das der Fahrer auch hier Sach- oder Personenschäden aus eigener Tasche bezahlen muss.

Ist ein Führerschein Pflicht?

Ja. Nur: Der Gesetzgeber kümmerte sich nicht um Hoverboards und Co., als er die aktuellen Führerschein-Fahrzeugklassen festlegte. Daher lässt sich auch nicht sagen, welche konkrete Fahrerlaubnisklasse nötig wäre, um ein Hoverboard legal im öffentlichen Straßenraum zu bewegen.

Rein theoretisch könnten die Boards unter die Kraftrad-Klassen AM, A1, A2, A, aber auch unter die Pkw-Klasse B fallen. Die Folge: Wer ohne entsprechende Führerscheinklasse mit einem Hoverboard auf der Straße fährt, macht sich auch nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis) strafbar.