Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Dauertest Toyota Prius: Wie sparsam ist der Plug-in-Hybrid im Alltag?

Fahraufnahme des Toyota Prius Hybrid
Toyota Prius Plug-in-Hybrid mit futuristischer Form ∙ © ADAC/Uwe Rattay

Den Hybrid-Klassiker Toyota Prius gibt es auch in einer Plug-in-Version, die rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren kann. Wie sich der Antrieb im Alltag bewährt, hat die ADAC Motorwelt im Dauertest überprüft.

  • Sehr sparsam, auch im reinen Hybridbetrieb

  • Nachteile: Geringe Zuladung und nur vier Sitzplätze

  • Fünf Sterne im ADAC Ecotest

Der Toyota Prius spaltet die Gemüter: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Dazwischen gibt es kaum eine andere Meinung. Woran das liegt? Weil er extrem auf das Thema Ökologie und Spritsparen ausgelegt ist. Wer genau das sucht, ist begeistert, schließlich gehört der Japaner in der mittlerweile vierten Modellgeneration zu den sparsamsten Fahrzeugen auf dem Markt. Das sieht man ihm auch an. Die aerodynamisch ausgefeilte Tropfenform, Solarzellen auf dem Dach (bei der getesteten Version) und vergleichsweise kleine Räder (15 Zoll) mit Leichtlaufreifen zeigen: Hier kommt ein Ökomobil.

Kleiner Kofferraum, wenig Zuladung

Genau das mag aber nicht jeder, denn die Optik ist ungewohnt futuristisch. Und sportlichere Fahrer stören sich am vermeintlich fehlenden Fahrspaß: Nach wie vor heult der Motor lautstark auf, wenn das Gaspedal etwas stärker getreten wird, und bei 170 km/h ist Schluss.

Dazu kommt, dass die Plug-in-Version auch weitere Nachteile hat. Der Kofferraum ist wegen der Antriebsbatterie im Heck noch einmal flacher als bei der normalen Hybridversion und nimmt nach ADAC Messungen bis zur Abdeckung nur 200 Liter auf. Das ist für ein 4,65 Meter langes Auto viel zu wenig. Wer das Rollo ausbaut, hat wenigstens 350 Liter Stauraum zur Verfügung – dann kann aber jeder in den Kofferraum schauen.

Zudem ist der Prius Plug-in-Hybrid nur für vier Personen zugelassen. Und selbst das wird knapp: 315 Kilo Zuladung sind ein schlechter Scherz. Mit vier 80 Kilo schweren Personen an Bord ist der Prius eigentlich schon überladen. Mit dem ab sofort erhältlichen überarbeiteten Modell ändert sich das: Hier gibt es nun Platz für fünf und die Zuladung erhöht sich um 75 Kilogramm. 

Nichts ändern wird sich am Antrieb, wo auch wenig Handlungsbedarf besteht. Der Japaner wird von einem Verbrennungs- und zwei Elektromotoren angetrieben, die Systemleistung beträgt 122 PS. Als Fahrer kann man wählen, ob man im Hybrid-Modus (HV) oder im Elektro-Modus (EV) unterwegs ist. In Letzterem kommt man bei vollgeladener Hybridbatterie (Ladezeit an der Schukosteckdose: rund drei Stunden) bei moderatem Tempo rund 50 km weit – danach übernimmt der Verbrennungsmotor. Bis 135 km/h fährt der Prius rein elektrisch.

Bei den Pendlern in der Redaktion hat der Prius dadurch sofort punkten können. Mit entsprechendem Fahrprofil säuselt man leise und emissionsfrei zur Arbeit, lädt zu Hause wieder auf und startet am nächsten Morgen wieder – ganz ohne Verbrenner. Im reinen E-Modus fährt sich der Prius sehr entspannt, ist kräftig genug und präsentiert sich auch recht sparsam.

Prius Plug-in-Hybrid: Auch auf der Autobahn sparsam

Im ADAC Ecotest verbrauchte der Prius 12,4 kWh/100 km an elektrischer Energie im reinen Batteriebetrieb. In der Praxis waren es zwar auch mal 15 oder 16 kWh, aber auch das ist noch in Ordnung. Die Plug-in-Paradedisziplin "Pendeln" beherrschte der Prius also gut.

Sieht es auf langen Strecken anders aus, wenn man keine Möglichkeit hat, die Batterie nachzuladen? Bei einer 500-Kilometer-Strecke auf der Autobahn fällt der Elektromodus schließlich kaum ins Gewicht. Doch auch hier hat uns der Prius positiv überrascht. Wo bei anderen Hybriden der Spareffekt schnell nachlässt, zeigte sich der Toyota knauserig.

Obwohl wir dem Prius einen recht hohen Autobahnanteil zugemutet haben, konnten wir einen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern Super/100 Kilometer ermitteln und lagen damit fast exakt auf dem Niveau des ADAC Ecotest, der 4,2 Liter im normalen Hybridbetrieb ausweist. "Mehr als 5,5 Liter Super zu verbrauchen, ist auch bei sehr zügiger Fahrweise praktisch unmöglich", schrieb ein Kollege ins Fahrtenbuch. Hier zahlt sich die extrem aerodynamische Karosserie aus. Dass der Japaner nur 162 km/h fährt, störte nur die wenigsten Fahrer.

Gut: Die Klimaanlage arbeitet auch als Wärmepumpe und sorgt dafür, dass der Innenraum auch bei Minusgraden geheizt wird ohne dass der Verbrenner anspringen muss.

Dauertest: Kia Optima Plug-in-Hybrid

Wer häufig längere Strecken zu fahren hat, ist mit einem Plug-in-Hybriden oft besser bedient als mit einem reinen Elektroauto. Doch wie schlägt sich die Kombination im Langzeittest? Das hat der ADAC überprüft.

Kia Optima Plug-in-Hybrid: Alle Testergebnisse

Und was bringt das Solardach? Außer neugierigen Blicken von Passanten nicht viel. Die Idee, im Stand via Sonnenkraft die Antriebsbatterie aufzuladen, ist zwar gut, doch der Effekt überschaubar. Toyota spricht davon, bis zu 5 Kilometer Reichweite pro Tag über die Solarzellen nachladen zu können. Das stimmt zwar, wie wir herausgefunden haben.

Doch die Bedingungen müssen optimal sein: Es darf keine Wolke am Himmel zu sehen sein, und das Auto muss in der prallen Sonne stehen. Schon beim ersten Schatten durch einen Baum oder die Bebauung am Straßenrand wird weniger Energie erzeugt. Zudem sollten die Sonnenstrahlen möglichst senkrecht auf das Dach treffen – im Winter ist das aber kaum der Fall.

Das Solardach ist verzichtbar

Zudem dürften die wenigsten Prius Plug-in-Hybrid Laternenparker sein und sich eher in Garagen oder Tiefgaragen verstecken – wo sie wie bei uns via Stecker aufgeladen werden. Während der Fahrt kann das Solardach leider keinen Strom in die Antriebsbatterie laden, sondern nur die Bordelektrik entlasten und die 12-V-Starterbatterie mit Energie versorgen. Rund 2000 Euro Aufpreis für das Solardach sind daher eine verzichtbare Investition. Schließlich ist der Prius Plug-in-Hybrid mit einem Basispreis von rund 37.500 Euro auch so kein Schnäppchen.

Unter dem Strich ist der Prius Plug-in-Hybrid kein perfektes Auto. Seinen Ruf als Öko-Mobil hat er sich aber zu Recht erworben. Sein überaus niedriger Verbrauch und der geringe Schadstoffanteil im Abgas sorgen für volle fünf Sterne im ADAC Ecotest.

Technische Daten (Herstellerangaben)Toyota Prius 1.8 Plug-in-Hybrid Solar

Motor

Vierzylinder-Hybridbenziner, 1798 cm³, 90 kW/122 PS, 142 Nm bei 3600 U/min

Fahrleistungen

11,1 s auf 100 km/h, 162 km/h Spitze

Verbrauch

1,0 l Super/100 km + 7,2 kWh, 22 g CO₂/km

Maße

L 4,65 / B 1,76 / H 1,47 m

Kofferraum

354 – 1360 l

Leergewicht

1605 kg

Preis

39.600 €

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

7,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

39,4 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

2,5 l Super + 5,6 kWh/100 km, 100 g CO₂/km (well-to-wheel)

Verbrauch bei rein elektrischer Fahrt

12,4 kWh/100 km

Verbrauch im reinen Hybridmodus

4,2 l Super/100 km

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

*****

Reichweite

1065 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,7 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1540 / 315 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

200 / 540 / 1025 l

ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,3

Karosserie/Kofferraum

3,2

Innenraum

2,9

Komfort

2,8

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

3,3

Sicherheit

2,0

Umwelt/Ecotest

1,2

Das hat uns gefallen: Gute Serienausstattung. Gutes Platzangebot vorn. Niedriger Verbrauch.

Das hat uns nicht gefallen: Mäßiger Bremsweg. Brummiger Motor. Geringe Zuladung. Nur vier Sitzplätze. Mäßige Rundumsicht. 

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.