Test Škoda Superb: So gut ist Tschechiens Flaggschiff

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Von Redaktion

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Front und Seitenansicht eines Skoda Superb der auf einer Straße fährt
Beliebter Kombi: Der aktuelle Škoda Superb ist technisch eng mit dem VW Passat verwandt© Skoda

Der aktuelle Škoda Superb ist nicht umsonst sehr beliebt. Er bietet eine Menge Platz, viel Ausstattung und hat clevere Details zu bieten. Was er als Plug‑in-Hybrid kann, klärt der aktuelle ADAC Autotest. Daten, Bilder, Preise.

  • Vierte Superb-Generation als Kombi und Limousine

  • Als Plug‑in-Hybrid über 100 Kilometer elektrische Reichweite

  • Kein Schnäppchen mehr: Plug‑in kostet 60.000 Euro

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Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Škoda Superb Combi iV 1.5 TSI PHEV Sportline DSG

Škoda Superb: Als Dienstwagen beliebt

Heckaufnahme eines fahrenden Skoda Superb 1.5 TSI mHEV
Windschnittig: Der Luftwiderstandsbeiwert beträgt 0,23© Skoda

Es muss nicht immer ein SUV sein: Das beweist der Škoda Superb eindrucksvoll. Besonders als Kombi hat der Tscheche eine treue Fangemeinde, die einen hohen Nutzwert sucht, aber nicht zwingend höher sitzen will. So erfreut sich der große Kombi nicht nur bei Familien mit Platzbedarf, sondern auch bei Dienstwagenfahrern großer Beliebtheit – auch wenn er sich von einem günstigen Angebot mittlerweile entfernt hat.

So liegt zwar der Einstiegspreis für das Basismodell bei gut 40.000 Euro (Kombi: 42.000 Euro), das getestete Modell kostet als Plug‑in-Hybrid mit dem sperrigen Namen "Superb Combi iV 1.5 TDI PHEV Sportline" aber schon rund 60.000 Euro. Viel Geld. Welchen Gegenwert bekommt man dafür?

Škoda Superb ist technisch ein VW Passat

Was auffällt: Škodas übliche Strategie, auf einer identischen VW-Plattform ein Schwestermodell mit mehr Platz und pfiffigen Ideen aufzubauen und das Ganze ein paar Tausend Euro günstiger anzubieten, gilt zumindest für den Superb Combi nicht mehr. Das Basismodell liegt nicht einmal 1000 Euro unter dem VW Passat Variant.

Na ja, könnte man denken, dann ist wenigstens die Ausstattung besser. Aber Vorsicht: Hier gilt es, genau zu vergleichen. Das Superb-Basismodell hat zum Beispiel nur einen 10-Zoll-Touchscreen, während jeder Passat serienmäßig das 13-Zoll-Pendant anbietet. Der Kostenvergleich wird den Kunden nicht leicht gemacht: Detaillierte Preislisten findet man im VW-Konzern kaum noch – ärgerlich!

Noch mehr Platz in Fond und Kofferraum

Front und Seitenansicht eines stehenden Skoda Superb 1.5 TSI mHEV
Mit 4,91 Metern wurde der Superb jetzt noch länger© Skoda

Beim Design sind die Tschechen kein Risiko eingegangen. Die Linienführung ist die gleiche wie beim Vorgänger, wenn auch die Karosserie in alle Richtungen etwas aufgeblasen wurde. So wirkt der 4,90 Meter lange Wagen etwas wuchtiger als das bis 2023 angebotene Vorgänger-Modell.

Der Längenzuwachs von 4 Zentimetern bringt zudem einen nochmals größeren Kofferraum. Das Gepäckabteil der Limousine ist das größte aller Modelle der oberen Mittelklasse: Bereits mit aufgestellten Rücksitzlehnen und eingebauter Laderaumabdeckung passen laut ADAC Messung stattliche 560 Liter hinein. Entfernt man die Abdeckung und belädt den Kofferraum bis zur Heckscheibe, wächst das Volumen auf 670 Liter oder umgerechnet elf Getränkekisten.

Der getestete Kombi nimmt nicht ganz so viel Gepäck auf, weil es sich um den Plug‑in-Hybrid handelt. Dessen Batterien müssen schließlich irgendwohin. Und irgendwo heißt unter dem Kofferraum, der dann seines Kellers beraubt wird und keinen verstellbaren Ladeboden mehr hat. Das vom ADAC ermittelte Fassungsvermögen beträgt in dieser Konstellation 475 bis 1615 Liter. Immer noch gut genug für Transporte aller Art.

Und das Platzangebot für die Passagiere? Wie üblich fürstlich auf der Rückbank mit verschwenderischer Beinfreiheit für bis zu 1,90 Meter große Passagiere und sehr komfortabel vorn für Personen bis 1,95 Meter Körpergröße.

Superb-Innenraum: Mix aus analog und digital

Innen gibt es ein aufgeräumtes Cockpit mit frei stehendem 10- bzw. 13-Zoll-Bildschirm und 10 Zoll großem Display für die digitalen Instrumente. Erstmals hat der Superb gegen Aufpreis ein Head-up-Display. Und der Automatikwahlhebel wurde ans Lenkrad verlegt, um in der Mittelkonsole Platz zu schaffen. Dort sitzt nun hinter der gekühlten Smartphone-Ladeschale ein 5,5 Liter großes und tiefes Fach.

Ungemein praktisch ist, dass der Superb unter dem Touchscreen drei verchromte Drehschalter mit Anzeigen in der Mitte hat. Škoda nennt sie Smart Dials: Die beiden äußeren Knöpfe regeln die Temperatur, ein Druck schaltet Sitzheizung oder -belüftung ein. Das mittlere Smart Dial steuert bis zu vier vom Nutzer ausgewählte Funktionen wie Lautstärke des Infotainments, Gebläsestufe, Richtung der Luftausströmer, Smart Air Conditioning, Fahrmodi oder Zoom der Kartendarstellung.

Zwischen den Funktionen der Taste wechselt der Benutzer oder die Benutzerin durch längeres Drücken, ein kurzes Betätigen bestätigt die aktuell ausgewählte Funktion. Das Infotainmentsystem verfügt über viele Funktionen, an die teils recht verzweigte Menüstruktur muss man sich als Nutzer erst gewöhnen.

Natürlich fehlen auch die markenüblichen "Simply-clever-Funktionen" nicht, kleine Helfer, die den Umgang vereinfachen sollen. Viele – wie die Klapphaken im Kofferraum, Regenschirmfächer oder den Eiskratzer in der Tankklappe – kennt man. Andere wie der USB-Anschluss im Rückspiegel oder die elektrisch angetriebene Laderaumabdeckung kamen in der aktuellen Superb-Generation dazu.

Bildergalerie: Škoda Superb 2026

Superb Combi iV PHEV: Der Plug‑in-Hybrid im Test

Frontansicht eines fahrenden Skoda Superb
Neue Front mit einem oktogonalen Kühlergrill© Skoda

Einen rein batterieelektrischen Superb gibt die vom Vorgänger übernommene Plattform nicht her. Statt auf Elektro setzt Škoda deshalb bei seinem Flaggschiff weiterhin auf Verbrennungsmotoren, beginnend mit dem 110 kW/150 PS starken 1.5-TSI-Basismotor, der als Mildhybrid mit 48-Volt-Technik zumindest ein wenig elektrifiziert ist. Er macht seine Sache ordentlich und dient als braves Arbeitstier ohne Ecken und Kanten.

Interessanter ist da schon der getestete Superb als Plug‑in-Hybrid. Wer wirklich mit Strom fahren will, kommt mit dem Superb iV PHEV nun deutlich weiter als noch im Vorgänger: Dank der auf über 25 kWh gewachsenen Batteriekapazität steigt die rein elektrische Reichweite auf 128 Kilometer im WLTP-Zyklus.

Im ADAC eigenen Verbrauchzyklus bestätigt sich die gute Reichweite mit gemessenen 104 Kilometern. Das ist ein absolut praxistauglicher Wert, der bei ruhiger Fahweise und günstigen Temperaturen auch übertroffen werden kann.

Fährt man mit leerer Batterie im Hybridmodus weiter, kommt man allein mit der 45-Liter-Tankfüllung bei einem Testverbrauch von dann 6,0 Litern Super auf 100 Kilometer etwa 750 Kilometer weit. Das Aufladen der leeren Batterie dauert weniger als 2,5 Stunden bei 11 kW – der Superb Combi iV kann dreiphasig geladen werden. Insgesamt werden für eine vollständige Ladung 23,0 kWh Strom inklusive Ladeverluste benötigt.

Außerdem kann man den Akku am Schnelllader mit gemessenen 51 kW in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Eine ganz leere Batterie ist an einer DC-Säule in gemessenen 40 Minuten wieder zur Gänze einsatzbereit. So lohnt es sich auch auf längeren Strecken, eine kurze Ladepause einzulegen.

Heckansicht eines fahrenden Skoda Superb Combi
Der Superb verbindet im Test die gewohnten Qualitäten der Limousine mit dem Platz eines Kombis© Skoda

Der Vierzylinder-Turbobenziner mit 1,5 Liter Hubraum leistet 150 PS, zusammen mit dem 115-PS-Elektromotor kommt der Superb auf 204 PS Systemleistung. Der kombinierte Antrieb beschleunigt den Kombi trotz seines Leergewichts von über 1,8 Tonnen sehr zügig – beim Anfahren oder bei niedrigem Tempo kommen die Vorderräder schon elektrisch beschleunigt an ihre Haftungsgrenze. Gerade die Zwischenspurts sind schnell erledigt. Arbeiten beide Antriebe zusammen, kann man von 60 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden beschleunigen, von 80 auf 120 km/h in 5,5 Sekunden. Hier wirkt sich das schnelle Ansprechen des Elektroantriebs positiv aus.

Das Zusammenspiel der beiden Motoren funktioniert prima. Rein elektrisch kann der Superb 140 km/h schnell fahren. Im Hybridmodus kann der E-Motor den Wagen aber ebenfalls alleine antreiben, wenn es die Fahrsituation zulässt. Bis in den mittleren Drehzahlbereich läuft der Vierzylinder durchaus kultiviert, nur darüber wird es rauer. Der Kontrast zum rein elektrischen Antrieb ist jedenfalls zu merken.

Das adaptive Fahrwerk

Display im Skoda Superb
Je nach Gusto: Fünf Fahrmodi stehen zur Auswahl© Skoda

Als Extra bieten die Tschechen ein adaptives Fahrwerk an. DCC Plus nutzt nun zwei unabhängig voneinander angesteuerte Ventile pro Stoßdämpfer und regelt Zug- und Druckstufe getrennt. So sollen die Dämpfer schneller ansprechen. Allerdings: Schon die serienmäßige DCC-Fahrwerksregelung arbeitet gut und bügelt alle Fahrbahn-Unebenheiten gut weg. Interessant: Im Vergleich zu früher getesteten TDI-Modellen wirkt das Fahrwerk des Plug‑in-Hybrids etwas steifbeiniger.

In Verbindung mit der straff einstellbaren Lenkung werden auch beherztere Kurvenfahrten zum Vergnügen. Den ADAC Ausweichtest erledigt der Superb völlig problemlos.

Der Stauassistent

Bei einem Unfall schützen bis zu zehn Airbags die Insassen, und neue Fahrassistenten bringen das Modell wieder auf ein klassenübliches Niveau. So warnt der Wagen beim Abbiegen vor Gegenverkehr oder bremst automatisch, wenn beim Rückwärtsfahren ein Fußgänger auf die Straße tritt.

Und auch der "Travel Assist" für einen überschaubaren Aufpreis wurde weiterentwickelt: Bei aktiviertem Tempomat bremst der Wagen automatisch vor Kurven, Kreuzungen und Kreisverkehren ab, im Stau bremst und beschleunigt er selbstständig bis 60 km/h.

Ende 2024 wurde das Infotainmentsystem mit der KI-basierten Software ChatGPT ergänzt, die neben dem Zugriff auf Fahrzeugfunktionen wie Infotainment, Navigation und Klimatisierung auch das Beantworten allgemeiner Wissensfragen ermöglichen soll.

Fazit: Kaum Schwächen

Der Superb ist zu Recht beliebt. Der Plug‑in-Hybrid kommt auf hohe E-Reichweiten, lässt sich fix laden, und was Platzangebot und Komfort angeht, ist der Superb über jeden Zweifel erhaben. Schwächen hat er so gut wie keine. Nur der Preis dürfte einige Interessenten abschrecken – und zum günstigeren Octavia greifen lassen.

  • Das hat uns gefallen: üppiges Platzangebot, umfangreiche Serienausstattung, komfortables Fahrwerk, Schnellladefunktion, praxistaugliche E-Reichweite, niedrige Verbräuche

  • Das hat uns nicht gefallen: nur 2 Jahre Garantie (mehr optional), Benziner mit mäßiger Laufkultur bei höheren Drehzahlen, hoher Preis

Der Škoda Superb TDI im Video

Doch lieber einen Diesel? Wie sich der TDI fährt, zeigt das Fahrberichts-Video.

Škoda Superb: Technische Daten und Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Skoda Superb Combi iV 1.5 TSI PHEV Sportline DSG (ab 11/25)

Motorart

PlugIn-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

150

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

204

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.500 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

8,1 s

Höchstgeschwindigkeit

220 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

129 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

31 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

1,3 l/100 km

Stromverbrauch kombiniert (WLTP)

13,0 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

25,7

Batteriekapazität (Netto) in kWh

19,7

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:40,0

Kofferraumvolumen normal

510 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.770 l

Leergewicht (EU)

1.853 kg

Zuladung

497 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.800 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.902 mm x 1.849 mm x 1.482 mm

Grundpreis

59.350 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Škoda Superb Combi iV 1.5 TSI PHEV Sportline DSG

Überholvorgang 60–100 km/h

4,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,2 m

Wendekreis

11,9 m

ADAC Testverbrauch

9,5 kWh + 3,2 l Super/100 km

Reichweite

854 km

Innengeräusch bei 130 km/h

64,5 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1830 / 520 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

475 / 980 / 1615 l

Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel

2,10m

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Skoda Superb Combi iV 1.5 TSI PHEV Sportline DSG (ab 11/25)

Karosserie

2,0

Innenraum

1,7

Komfort

1,5

Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

1,9

Sicherheit

1,4

Umwelt

2,5

Gesamtnote

1,8
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Im ADAC Autokatalog sind die technischen Daten aller Versionen des aktuellen Superb aufgeführt.

Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Autotests.