Testfahrt im getarnten Škoda Peaq: Womit das Elektro-SUV beeindruckt

Der vollelektrische Škoda Peaq kommt im Herbst 2026 zu den Händlern. Bei der ersten Ausfahrt beeindruckt der Prototyp seine Passagiere mit einem großzügigen Platzangebot. Aber nicht nur damit. Die Technik, die Preise, das Fahrerlebnis.
Viel Platz dank langem Radstand
E-Antrieb in zwei Leistungsstufen, zwei Akku-Größen
Preislich auf Augenhöhe mit dem Škoda Kodiaq
Da steht er, der neue Škoda Peaq. Das Auto wird erst im Herbst 2026 zu den Händlern kommen. Aber eine Schar von Journalisten und Medienschaffenden ist schon mal eingeladen, eine erste Fahrt mit noch getarnten Prototypen im öffentlichen Straßenverkehr zu unternehmen. Und hinter verschlossener Tür durften sich die Teilnehmer ein Bild davon machen, wie das Elektro-SUV ohne Tarnkleid aussieht.
Škoda Peaq: Länge läuft?

Groß ist er, der Peaq, fast schon riesig. Das muss er auch sein, denn er wurde gebaut, um Platz für bis zu sieben Passagiere zu bieten. Seine wohltuend schnörkellos designte Karosserie erstreckt sich über eine Länge von 4,87 Meter. Besonders gut sichtbar: der außerordentliche Radstand von 2,96 Metern. Das ist rund 17 Zentimeter mehr als beim Škoda Kodiaq oder ein annähernd so langer Radstand, den ein VW ID. Buzz bietet.
Die Frage ist, wie gut sich die äußeren Abmessungen des Škoda Peaq in Platz für Passagiere im Innenraum übersetzen. Außerdem interessant ist die Antriebstechnik unter dem Blech und wie sich das künftig größte Elektro-SUV von Škoda – neben dem Enyaq, dem Elroq und dem ebenfalls in diesem Jahr kommenden Epiq – am Steuer sitzend anfühlt.
Platz für sieben Sitze

Starten wir eine erste Bewährungsprobe und versuchen, einen der Plätze in der dritten Sitzreihe zu erklimmen. Dass die Sitze der mittleren Reihe um 15 Zentimeter vor oder zurück verschiebbar sind, ist prima. Das schafft im Bedarfsfall nicht nur mehr Platz für Gepäck im Heck des Peaq, sondern es verhilft auch zu etwas besserer Bewegungsfreiheit beim Zustieg nach hinten. Wirklich bequem ist es ganz hinten zwar nicht, aber man kann auch als erwachsener Mensch halbwegs gut sitzen.
Besser kommen Kinder mit dem Platz hinten zurecht – vorausgesetzt, sie sind aus dem Alter der Kindersitzpflicht heraus (ab dem 12. Lebensjahr bzw. ab einer Körpergröße von 1,50 Meter). Der Redakteur von 1,78 Meter Größe dagegen stößt mit seinen Knien schon an die Rückenlehne des Vordermanns. Klar ist: Menschen über 1,80 Meter haben in der dritten Reihe eindeutig zu wenig Platz. Aber so geht es naturgemäß zu in Fahrzeugen mit zwei im Kofferraum versenkbaren Notsitzen. Wer mehr will, muss zu einem Kleinbus greifen.
Richtig gut sind die Platzverhältnisse im Peaq, wenn vier bis maximal fünf Personen bequem unterkommen sollen. Für Kleinfamilien mit zwei Kindern bietet sich der Peaq geradezu maßgeschnitten an. Die freuen sich dann darüber, dass sie auch mal zwei oder sogar drei Freunde und Freundinnen für einen Ausflug ins Grüne oder an den Badesee mitnehmen können.
Kofferraum mit 1010 Liter Volumen

Beim Rundgang ums Auto herum stellen wir fest: Der Peaq steht auf 21-Zoll-Rädern, Serie sind 19 oder 20 Zoll große Räder. Die Scheinwerfer an der Front entpuppen sich als Voll-LED-Matrix-Licht, das in der Nacht vollautomatisch einen hellen Lichtteppich um andere Verkehrsteilnehmer herumlegt, ohne jemanden zu blenden. Das ist zwar eine weithin bekannte Technologie, aber sie macht nach wie vor einen echten Unterschied.
Öffnet man die Heckklappe, schaut man bei ausgeklappten Sitzen im Kofferraum auf ein nur schmales Gepäckvolumen. Laut Škoda bleiben hier noch 299 Liter. Anders in Konfiguration als Fünfsitzer: Dann lassen sich bis unters Dach mehr als ordentliche 1010 Liter Transportgut verstauen. Hebt man den Kofferraumboden an, wird der Zugang frei zu zwei Unterfächern. Damit nicht genug: Denn unter der Fronthaube gibt es ein weiteres Staufach ("Frunk") für zusätzliche 35 Liter Füllmenge. Dieser Frunk reicht zumindest für das AC-Ladekabel und allerhand Kleinkram.
Ein zwar nettes, aber leicht verzichtbares Gimmick ist die Kofferraumabdeckung, die sich elektrisch ein- und ausrollen lässt. Gleiches gilt für das elektrisch dimmbare Glasdach über den Köpfen der Insassen.
Praktische und hochwertige Details
Als sehr praktisch erweist sich das gebotene Zubehör. Zum Beispiel eine kleine Kofferraumwanne aus Kunststoff, für dreckige Wanderstiefel etwa. Außerdem gibt es ein Arbeits- und Esstischchen für die Mittelkonsole, das man zusammenklappt und in das Fach zwischen den beiden Vordersitzen verräumen kann. Der Eiskratzer in der Ladeklappe ist bei Škoda längst obligatorisch.
Die Materialien im Innenraum des Peaq wirken allesamt recht hochwertig. Egal ob am Armaturenbrett oder an den Türinnenseiten – alles ist schön verkleidet, die Bezüge fühlen sich gut an. Eine Besonderheit sind die an den Kopfstützen befestigten Polster, die den Kopf angenehm weich umhüllen und im Falle eines Falles vor einem harten Anschlag schützen sollen.
Eine zweite Besonderheit sind die gegen Aufpreis erhältlichen Relax-Sitze vorn, bei denen in Liegeposition eine zusätzliche Unterschenkelstütze ausfährt, bevor die Massage oder das Nickerchen beginnen kann.
Als zentrale Bedieneinheit fungiert ein weiterentwickeltes Touchdisplay in der Mitte des Armaturenbretts. Das ist nun vertikal ausgerichtet in der Dimension 13,6 Zoll. Gegen Aufpreis ist zusätzlich zur Fahrerinformationsanzeige ein Head-up-Display zu bekommen, das die wichtigsten Infos für den Fahrer in die Windschutzscheibe projiziert. Neu ist zudem, dass Apps genau wie bei einem Handy persönlich ausgewählt, im Display positioniert und auch in Menücontainern mit selbst gewählten Überschriften zusammengefasst werden können.
Persönliche Einstellungen werden vom System übernommen und automatisch gestartet, nachdem der Fahrer Platz genommen hat. Sollten am Vortag Änderungen in den Einstellungen vorgenommen worden sein, fragt das System, ob die Änderungen übernommen werden sollen. Das kann sowohl ungewünschte Assistenten betreffen (aktive Spurhaltung oder Tempowarner zum Beispiel) als auch Sitz- oder Spiegeleinstellungen.
Sehr zu begrüßen sind die separaten Tasten auf der Mittelkonsole, mit deren Hilfe man die Klimatisierung (Temperatur und Gebläse) vornimmt. Außerdem findet sich dort gut sicht- und greifbar ein metallisches Drehrad für die Lautstärke. Škoda hat sich also die Kritik des ADAC und der Kundschaft diesbezüglich zu Herzen genommen.
Apropos Lautstärke: Zwar weist schon das serienmäßige Lautsprechersystem im gefahrenen Škoda Peaq einen sehr ordentlichen Klang auf. Wer jedoch allerhöchsten Wert auf Audioqualität legt, sollte sich das von der Firma Sonos integrierte Soundsystem wenigstens mal beim Händler anhören. Der Hersteller verspricht damit einen äußerst beeindruckenden Raumklang.
Testfahrt mit dem Škoda Peaq

Nun aber zum Fahreindruck: Den Škoda Peaq gibt es als 60er und 90er mit Heckantrieb sowie in 90x-Allradversion. Die Motorleistungen reichen von 150 bis 220 kW. Der 60er hat einen Akku mit 63 kWh Energie im Unterboden und lädt an der DC-Schnellladesäule mit maximal 160 kW. Die 90er-Versionen bieten eine Batterie mit 91 kWh Energie, die man mit bis zu 190 kW an der DC-Säule laden kann.
Wie schnell der Peaq genau lädt, muss der ADAC in einem späteren Test erst noch überprüfen. Škoda sagt zumindest, die Ladekurve falle vom Peak am Anfang gleichmäßig sanft ab und nicht abrupt.
Zur ersten Proberunde stand uns der Peaq 90 mit Heckantrieb und optionalem DCC-Fahrwerk zur Verfügung. An den Fahrleistungen gibt es beim 90er nichts zu bemängeln. Die Kraft des Antriebs reicht im Alltag in allen Situationen vollkommen aus. Als Allradler mit 220 kW Leistung soll der Škoda Peaq die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 km/h sogar in nur 6,7 Sekunden bewältigen. Mit 150 kW dauert die Übung 2,0 bis 2,5 Sekunden länger. Aber solche Zahlenspiele sind im Škoda Peaq ziemlich irrelevant.
Reichweite laut WLTP: Über 600 Kilometer

Viel wichtiger ist die erzielbare Reichweite. Die soll dank des 91 kWh großen Akkus unter günstigen äußeren Bedingungen etwas mehr als 600 Kilometer betragen. Auf der gefahrenen Testrunde verbrauchte der Peaq 90 mit 17,7 kWh pro 100 Kilometer. Angesichts des Streckenprofils am Ufer des Comer Sees stellt sich indes die Frage, ob rund 18 kWh nicht ein bisschen zu viel sind. Denn auf der Strecke war weder ein einziger Kilometer Autobahn dabei noch ein Stück freie Landstraße. Das Durchschnittstempo war fast so gering wie bei einer reinen Stadtfahrt.
Dabei hätte der Škoda Peaq von der Papierform her ganz gute Karten in Sachen Energieeffizienz. So soll der Luftwiderstandsbeiwert nur 0,25 cw betragen. Am Heck sind aerodynamische Finessen in Form eines Dachspoilers mit geschlossenen Finnen links und rechts zu erkennen. Aber gut, wir reden schließlich von einem fast 4,90 Meter langen, recht breiten und hohen Fahrzeug.
Ein Fahrwerk, wie es kaum besser geht

Große Klasse sind die Komfortqualitäten des DCC-Fahrwerks. DCC ist die Abkürzung von "Dynamic Chassis Control" und meint die automatische Anpassung von Dämpfer- und Federungscharakteristik je nach Straßenbeschaffenheit. So wird die Federung elektronisch gesteuert in Richtung hart verstellt, wenn das Auto schnell in die Kurve fährt. Umgekehrt wird das Fahrwerk weicher, wenn das Auto über Kopfsteinpflaster rollt.
Damit das funktioniert, werden Sensoren benötigt, die ständig die Geschwindigkeit, den Lenkwinkel, die Beschleunigung und etwaiges Bremsen erfassen. Anhand dieser Werte errechnet ein Steuergerät in Millisekunden die optimale Dämpferhärte und öffnet oder schließt ein elektromagnetisches Ventil, das den Ölfluss im Dämpfer reguliert.
Von dieser aufwendigen Technik bekommt der Fahrer nichts mit. Kostenlos gibt es sie aber nicht, sie ist bei allen Versionen des Peaq nur gegen Aufpreis zu haben. Was Fahrerinnen und Fahrer spüren, ist ein sehr komfortables Dahingleiten.
Das Auto liegt prima auf der Straße, es wankt nicht in Kurven und hält unangenehmes Pflaster von den Insassen absolut fern. Dabei wirkt das Auto handlicher im Verkehr, als es sein Äußeres und sein hohes Gewicht vermuten lassen. Der Wendekreis soll unter 10 Meter betragen.
Škoda Peaq 2026: Das soll er kosten
Die offiziellen Preise für den Škoda Peaq liegen noch nicht vor. Ab August 2026 soll das Auto konfigurier- und bestellbar sein. Dann gibt es natürlich auch eine fixe Preisliste. Erst im Herbst wird das Auto auch bei den Händlern zur Probefahrt bereitstehen.
Beim Kaufpreis wird man sich an das halten können, was man vom Škoda Kodiaq kennt. Denn die Tschechen streben eine Preisparität beider Modelle an, wie es heißt. Würde bedeuten: Die Einstiegsversion des Peaq 60 mit kleinem Akku und 150 kW Motorleistung würde knapp 50.000 Euro kosten. Für das Topmodell Peaq 90x mit 220 kW, großer Batterie und Allradantrieb wäre ein Preis um die 60.000 Euro zu erwarten.
Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen und Fahrberichte.