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Porsche Macan S im Test: First Class-SUV

silberner Porsche Macan faehrt auf Strasse
Der Porsche Macan zählt zu den sportlichsten SUV ∙ © Porsche

Porsche Macan S gehört zu den besten, schnellsten und teuersten SUV überhaupt. Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt, so die ADAC Tester

  • Macan S: 3,0-Liter-Sechszylinder mit 260 kW/354 PS Leistung

  • Hervorragende Fahreigenschaften, aber sehr hoher Verbrauch

  • Grundpreis vergleichsweise niedrig

Auch wenn die meisten Menschen beim Namen Porsche zuerst an formschöne
und schnelle Sportwagen denken, haben sich die Zuffenhausener im Laufe der letzten Jahre vorrangig zu einem SUV-Hersteller gewandelt. Im ersten Halbjahr 2019 war jeder zweite verkaufte Porsche in Deutschland ein SUV, wobei allein der Macan ein Drittel aller Verkäufe der Marke ausmachte. Grund genug also, das hierzulande erfolgreichste Pferd im Stall nach fünfjähriger Bauzeit gründlich zu überarbeiten. Seit Sommer 2019 ist der Macan entweder mit einem vergleichsweise schmalbrüstigen Vierzylinder oder mit einem Sechszylindermotor mit drei Liter Hubraum zu haben.

Diesel gibt es nicht mehr, den Hybrid noch nicht

Im ADAC Test tritt der Macan S mit dem 354 PS starken Sechszylinder an. Die erzielbaren Fahrleistungen – wen würde das wundern? – sind a la bonheur. Der Hersteller gibt den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h mit 5,3 Sekunden an. In Verbindung mit dem optional erhältlichen Sport Chrono- Paket, mit dem der Testwagen ausgestattet ist, geht es nochmals 0,2 Sekunden schneller. Mehr als beeindruckend ist, wie mühelos der Macan S Überholvorgänge auf der Landstraße absolviert: Nach ADAC Messung (60 - 100 km/h) benötigt der rund zwei Tonnen schwere Trumm dafür nur 3,0 Sekunden. Auch dass die Höchstgeschwindigkeit über 250 km/h beträgt, versteht sich fast von selbst. Von einem Sechszylinder-Benziner würde man allerdings einen geschmeidigeren Motorlauf erwarten. Der aufgeladene V6 legt besonders im Bereich zwischen 2.500 und 3.000 Touren deutlich spürbare Vibrationen an den Tag. Das ist eines Porsche eigentlich nicht würdig.

Eine Motoralternative, außer den kleinen Vierzylinder, gibt es im Moment nicht. Dieselmotoren will Porsche aufgrund des Abgasskandals und der deswegen geleisteten Strafzahlungen nicht mehr einsetzen. Eine Hybridversion soll es erst mit der nächsten Modellgeneration des Macan geben.

Tolle Fahrleistungen, hoher Verbrauch

Der Macan S ist serienmäßig mit einem Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe (PDK) ausgestattet. Dieses schaltet schnell, aber nicht immer absolut ruckfrei. Beim Anfahren
reagiert das Getriebe schnell und auch die Kriechfunktion arbeitet passend, sodass Rangieren in engen Parklücken eine leichte Übung ist. Im D-Modus schaltet die Elektronik recht
früh hoch und spät runter und unterstützt so das entspannte Fahren. In den Sportmodi werden dann höhere Drehzahlen für spontaneres Ansprechen zugelassen. Man kann die Gänge aber auch manuell am Wählhebel oder mittels Schaltpaddel am Lenkrad wechseln. Die aktuelle Fahrstufe wird jeweils im Kombiinstrument angezeigt. Der siebte Gang ist als Schongang ausgelegt und daher sehr lang übersetzt. Bei Tempo 130 rotiert die Kurbelwelle mit gerade einmal 2.000 Touren. Beim Anfahren an Steigungen hilft die Autohold-Funktion. Auch das Start-Stopp-System funktioniert einwandfrei.

Wenig begeistern kann dagegen der Kraftstoffverbrauch: 10,7 Liter auf 100 Kilometer, das bei sehr moderater Fahrweise und ohne auf der Autobahn Kilometer zu fressen, ist schon ein arg hoher Wert. Porsche Fahrer wird das aber natürlich nicht schrecken. Zum Vergleich: Der Durchschnittsverbrauch für Benziner beträgt aktuell 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Das bedeutet, der Macan S bekommt in diesem Testkapitel von den ADAC Ingenieuren die Note "Mangelhaft". Weil der Macan S wenig Schadstoffe in die Umwelt entlässt, schafft er in der Umweltbewertung mit Ach und Krach ein 2-Sterne-Ergebnis. Kein Ruhmesblatt.

Das Infotainment ist auf aktuellem Stand

Beim ADAC Ausweichtest hinterlässt der Macan S einen sehr guten Eindruck. Für ein zwei Tonnen schweres SUV lässt sich der Wagen geradezu spielerisch durch die Pylonengassen
dirigieren. Lenkbefehle setzt er sehr spontan und sehr präzise um, auch die Fahrsicherheit befindet sich auf höchstem Niveau. Kleiner Makel: Aufgrund der breiten Räder folgt der Macan S gerne Spurrillen auf der Autobahn. Die optionale Luftfederung mit variablem Dämpfungssystem erweist sich schon im Komfort-Modus als Porsche-typisch straff abgestimmt. Trotzdem gleicht das Fahrwerk Bodenwellen gekonnt aus. Auch rasch aufeinanderfolgende Unebenheiten kommen nur gut gedämpft im Innenraum an. Raue Fahrbahnbeläge und Kopfsteinpflaster dringen im Komfort-Modus ebenfalls nicht zu stark bis zu den Insassen durch.

Das Platzangebot im 4,70 langen Edel-SUV ist nicht überragend, aber vollkommen okay. Zumindest die vorn Sitzenden fühlen sich im Innenraum auf Anhieb wohl. Das Bediensystem ähnelt stark den anderen aktuellen Porsche-Modellen, bietet gegenüber diesen aber den großen Vorteil, dass man im Macan nicht komplett auf konventionelle Tasten verzichtet hat. Unter dem Bildschirm befinden sich sowohl Tasten für grundlegende Funktionen wie Navigation oder Telefon, auch ein Drehregler für die Lautstärke sowie zum Scrollen bzw. Zoomen ist vorhanden. Dies gestaltet die Bedienung deutlich einfacher als in den neueren Porsche- Baureihen. Die zahlreichen Tasten auf der Mittelkonsole wirken aufgrund ihrer Anzahl (29 Stück) aber unübersichtlich.

Bereits ab Werk hat der Zuffenhausener das Porsche Communication Management
(PCM) an Bord, zu dessen Umfang Online-Navigation, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, vier USB-Anschlüsse (je zwei vorn und hinten), WLAN-Hotspot sowie ein Radio- Audiosystem mit zehn Lautsprechern zählen. Gegen Aufpreis wartet der Macan S zudem mit digitalem Radioempfang, Smartphone-Integration via Apple CarPlay, Kopplung des Smartphones an die Fahrzeugantenne sowie induktiver Ladefunktion auf. Für Freunde des besonderen Hörgenusses hat Porsche zwei optionale Audiosysteme von Bose und Burmester im Angebot.

Schon gefahren und bewertet

Welche aktuellen SUV gibt es sonst noch? Der ADAC hat viele bereits unter die Lupe genommen:

Daten, Messwerte, Test-Ergebnis im Überblick

Technische Daten (Herstellerangaben)Porsche MacanPorsche Macan S
MotorVierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm³, 180 kW/245 PS, 370 Nm bei 1600 U/minSechszylinder-Turbobenziner, 2995 cm³, 260 kW/354 PS, 480 Nm bei 1360 U/min
Fahrleistung6,7 s auf 100 km/h, Spitze 225 km/h5,3 s auf 100 km/h, 254 km/h Spitze
Verbrauch8,1 l SuperPlus/100 km, 185 g CO₂/km8,9 l SuperPlus/100 km, 204 g CO₂/km
MaßeL 4,70 / B 1,92 / H 1,62 mL 4,70 / B 1,92 / H 1,62 m
Leergewicht1870 kg1940 kg
Kofferraum500 – 1500 l500 – 1500 l
Preis58.763 Euro64.356 Euro
ADAC Messwerte (Auszug)Porsche Macan S
Überholvorgang 60-100 km/h3,0 s
Bremsweg aus 100 km/h32,9 m
Wendekreis12,0 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest10,7 l Superplus /100 km , 291 g CO₂/km (well-to-wheel)
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)**
Reichweite605 km
Innengeräusch bei 130 km/h68,6 dB (A)
Leergewicht / Zuladung1970 / 610 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch365 / 715 / 1205 l
ADAC TestergebnisPorsche Macan S
Karosserie/Kofferraum2,5
Innenraum2,4
Komfort2,1
Motor/Antrieb1,4
Fahreigenschaften1,8
Sicherheit2,4
Umwelt/Ecotest3,9
Gesamtnote2,5

Plus: Sehr gute Verarbeitungs- und Materialqualität. Außergewöhnliche Fahrdynamik. Sehr gute Fahrleistungen.

Minus: Hoher Verbrauch. Schlechte Rundumsicht. Viele Assistenzsysteme kosten Aufpreis.

Hier können Sie das ausführliche Test-PDF zum Porsche Macan herunterladen
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