Kia XCeed (2026): Das Facelift hat dem Crossover gutgetan

• Lesezeit: 5 Min.

Von Jochen Wieler

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Ein Kia Xceed fährt auf einer Straße
Der neue XCeed hat das aktuelle Kia-Antlitz bekommen© Kia

Kia hat sein Crossover XCeed gründlich aufgefrischt. Das Kompaktmodell hat ein geschärftes Design, mehr Komfort sowie neue digitale Features erhalten. Testfahrt mit dem Kia XCeed 2026.

  • Neue Front im aktuellen Kia-Stil

  • Motoren: Drei Benziner mit 115, 150 und 180 PS

  • Preise ab 28.390 Euro

Der Kia Ceed ist als Fünftürer, Kombi und Shooting Brake ProCeed mittlerweile Geschichte, sein Nachfolger Kia K4 steht längst bei den Händlern. Doch ganz verzichten will Kia auf den Ceed offenbar nicht. Eine Version hat es noch einmal in das aktuelle Modellprogramm geschafft: der Crossover-Ableger XCeed. Kia hat ihn nun ein zweites Mal überarbeitet. Und das Facelift hat ihm gutgetan, wie die erste Testfahrt zeigt.

Kia XCeed: Markanter Auftritt, leicht kompaktere Maße

Kia Xceed
Nach wie vor ist der Kia XCeed ein leicht erhöhter Kompaktwagen© Kia

Optisch ist das aktualisierte Modell kaum wiederzuerkennen. Vom Vorgänger hebt sich der überarbeitete XCeed vor allem durch eine neu gestaltete Front ab. Motorhaube, Stoßfänger und Kühlergrill wurden neu gezeichnet, ebenso die Scheinwerfer mit der mittlerweile markentypischen, "Star Map" genannten Lichtsignatur. Auch am Heck gibt es Veränderungen: Neue Rückleuchten ziehen sich jetzt über die gesamte Fahrzeugbreite.

Trotz des kraftvolleren Erscheinungsbilds ist der XCeed geringfügig geschrumpft. Durch einen verkürzten Frontüberhang misst er nun 4,38 Meter in der Länge und damit 15 Millimeter weniger als bisher. Das Kofferraumvolumen blieb mit 426 Litern jedoch unverändert alltagstauglich und selbstredend auch das Platzangebot. An der Grundkarosse hat sich schließlich nichts geändert.

Zwar ist der XCeed kein Raumriese wie der nur wenige Zentimeter längere Kia Seltos, doch man sitzt gut, kann angenehm ein- und aussteigen, und hinten haben sogar Personen bis 1,90 Meter Körpergröße Platz. Wissen muss man, dass der XCeed kein "richtiges" SUV sein will, bei dem man über dem Verkehrsgeschehen thront. Im Vergleich zu einem normalen Kompaktwagen sitzt es sich kaum höher.

Modernisiertes Interieur mit großen Displays

Im Innenraum setzt Kia auf ein aufgeräumtes Design mit stärkerem Fokus auf Bedienfreundlichkeit. Auffälligstes Element ist ein neues Panoramadisplay, das Kombiinstrument und Infotainment nahtlos verbindet (jeweils 12,3 Zoll). Das sieht richtig gut aus. Im Vergleich zum etwas angestaubten Cockpit des Vorgängers ist der XCeed nun wieder up to date. Die Bedienung klappt erfreulich gut, die Anzeigen sind ordentlich ablesbar. Ein wenig nostalgisch wirkt mittlerweile allerdings der große Automatikwählhebel, während andere Marken längst auf platzsparend kleine Knöpfe oder Hebel setzen.

Die "Multi-Mode"-Bedieneinheit unterhalb des Touchscreens macht wichtige Funktionen für Klima und Infotainment direkt zugänglich, sofern man die – bei Kia bekannte – Umschaltlogik erkannt hat. Ergänzt wird die Ausstattung durch moderne Features wie einen digitalen Fahrzeugschlüssel, der per Smartphone oder Smartwatch genutzt werden kann. Die Smartphone-Integration über Apple CarPlay und Android Auto funktioniert immer noch kabelgebunden. Eine kabellose Anbindung, wie sie heute üblich ist, sei auf der technischen Basis nicht möglich gewesen, gibt Kia unumwunden zu. Gleiches gilt für eine moderne Sprachsteuerung.

Eingezogen ist dagegen ein Aufmerksamkeitsassistent, der die Konzentration per Kamera überwacht, um die Sicherheit zu erhöhen. Hin und wieder übertreibt der Helfer allerdings, wenn sich die Fahrerin oder der Fahrer nur ein paar Sekunden zu lang auf den Bildschirm konzentriert und gleich eine Mahnung erfolgt. Zumindest lässt er sich leicht mit einem frei wählbaren Knopf auf dem Lenkrad deaktivieren, über den man ohne Umweg in das Assistenzsystem-Menü gelangt.

Für mehr Sicherheit sorgen zudem ein aktiver Totwinkelassistent, ein Querverkehrswarner hinten inklusive Notbremsfunktion und ein Ausstiegswarner. Bei den Varianten mit Doppelkupplungsgetriebe (DCT) kommen zudem ein Autobahnassistent, eine navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion sowie ein Frontkollisionswarner mit Abbiegeerkennung hinzu.

Motoren: Benziner von 115 bis 180 PS

Heckansicht eines fahrenden Kia Xceed
Deutlich moderner als bisher: Das umgestaltete Heck mit durchgehendem Leuchtenband© Kia

Viel Wert will Kia auf den Fahrkomfort gelegt haben. Eine überarbeitete Hinterradaufhängung sowie reduzierte Geräusch- und Vibrationswerte sollen insbesondere den Fondpassagieren zugutekommen. Große Unterschiede zum Vorgänger konnte die Redaktion auf der ersten Testfahrt allerdings nicht wahrnehmen. Die Geräuschdämmung ist in jedem Fall der Klasse angemessen. Die Fahrmodi "Normal" und "Sport" wurden neu abgestimmt und unterscheiden sich nun deutlicher in ihrer Charakteristik.

Der XCeed ist antriebsseitig ein klassischer Fronttriebler geblieben und wird ausschließlich mit Turbobenzinern angeboten. Die Bandbreite reicht von einem 1,0‑Liter-Dreizylinder mit 115 PS bis zu einem 1,6‑Liter-Vierzylinder mit wahlweise 150 oder 180 PS. Dabei ist nur der Basisbenziner mit Handschaltung zu haben, alle anderen Varianten verfügen über ein 7‑Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Einstiegsmotor ist zudem optional als Mildhybrid erhältlich. Diesel gibt es nicht, und auch ein Plug‑in-Hybrid ist nicht vorgesehen.

Heckansicht  eines stehenden Kia Xceed
Die Schokoladenseite des Kia XCeed, meint zumindest ADAC Redakteur Jochen Wieler© Kia

Auf der ersten Testfahrt mit dem überarbeiteten XCeed stand der 150-PS-Vierzylinder zur Verfügung. Der reagiert gut auf Gasbefehle, wirkt quicklebendig und macht in allen Fahrsituationen eine gute Figur. Das Doppelkupplungsgetriebe scheint besser abgestimmt zu sein als im neueren Kia Seltos und unterstützt nach Kräften. Nach 8,7 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitze liegt bei 203 km/h.

Angenehm ist auch, dass das Fahrwerk einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Fahrkomfort darstellt und die direkt ausgelegte Lenkung mit guter Rückmeldung gut zum XCeed passt. Hier merkt man, dass der XCeed in Europa entwickelt und abgestimmt wurde und im Übrigen auch noch in Europa (Slowakei) gebaut wird. Ein Sparwunder scheint der XCeed mit dem gefahrenen Motor, der völlig ohne Hybridtechnik auskommen muss, aber nicht zu sein.

Fazit

Das alles ist nicht neu. So ist der XCeed im Grunde zwar ein alter Bekannter, der aber an den richtigen Stellen modernisiert wurde und so noch ein paar Jahre durchhalten kann. Es ist ein Auto für alle, die ein solides Fahrzeug ohne großen Technik-Overkill suchen, mit dem man schnell warm wird und das nicht überteuert erscheint. In der Basisversion kostet der XCeed 28.390 Euro (Stand Juli 2026), die gefahrene 150-PS-Version 32.890 Euro.

Kia XCeed: Technische Daten und Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

Kia XCeed 1.0 T-GDI Core (ab 07/26)

Kia XCeed 1.6 T-GDI Vision DCT7 (ab 07/26)

Kia XCeed 1.6 T-GDI Spirit DCT7 (ab 07/26)

Motorart

Otto
Otto
Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

998 ccm
1.598 ccm
1.598 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

85
110
132

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

115
150
180

Drehmoment (Systemleistung)

200 Nm
250 Nm
265 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.000 U/min
4.500 U/min
6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad
Vorderrad
Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

11,7 s
8,7 s
7,9 s

Höchstgeschwindigkeit

182 km/h
203 km/h
210 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

144 g/km
155 g/km
155 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,4 l/100 km
6,9 l/100 km
6,9 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

426 l
426 l
426 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.378 l
1.378 l
1.378 l

Leergewicht (EU)

1.355 kg
1.423 kg
1.423 kg

Zuladung

475 kg
467 kg
467 kg

Anhängelast ungebremst

500 kg
600 kg
600 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.010 kg
1.410 kg
1.410 kg

Garantie (Fahrzeug)

7 Jahre oder 150.000 km
7 Jahre oder 150.000 km
7 Jahre oder 150.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.380 mm x 1.826 mm x 1.483 mm
4.380 mm x 1.826 mm x 1.495 mm
4.380 mm x 1.826 mm x 1.495 mm

Grundpreis

28.390 Euro
32.890 Euro
36.090 Euro

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