Mit Elektroantrieb und großem Stauraum wendet sich Kias PV5 sowohl an Familien als auch an das Gewerbe. Trotz guter Ausstattung und viel Platz bleibt der Preis geerdet. Wie sich die fünfsitzige Passenger-Version im ADAC Test schlägt. Kia PV5 als Passenger-Version im Test Platz in Hülle und Fülle Elektrische Reichweite mäßig Kias Elektro-Kleinbus PV5 soll ein Alleskönner zum Preis von 38.390 Euro sein. Auf einer Außenlänge von 4,70 Meter bietet er Familien fünf großzügige Sitzplätze sowie einen laut Hersteller enorm großen Kofferraum. Damit nimmt Kia unter anderem auch den elektrischen VW ID. Buzz ins Visier, der ab 49.998 Euro erhältlich ist. Wobei man einräumen muss, dass der VW ID. Buzz rund 50 PS mehr an Motorleistung und eine um mehr als 10 kWh größere Batterie mitbringt. Im Test mit dem Kia hat der ADAC unter anderem die Werte für Innen- und Kofferraum sowie für Verbrauch und Reichweite nachgemessen. Kia PV5: Elektrobus zum günstigen Preis Die Einstiegsversion des PV5 kombiniert einen 52-kWh-Akku mit einem 89 kW/122 PS starken Elektromotor. Zum ADAC Test angetreten ist allerdings die Antriebsvariante mit 120 kW/163 PS und 71 kWh-Akku. Beide Versionen sind wahlweise mit fünf, sechs oder sieben Sitzen zu haben. Der PV5-Testwagen war ein Fünfsitzer. Kia PV5 Passenger: Das Raumwunder Der Fünfsitzer in der Ausstattungsvariante Elite bietet viel Komfort und Sicherheit ohne weiteren Aufpreis. Das Raumangebot für die Insassen vorn reicht locker für 1,90-Meter-Formate, hinten können noch größer gewachsene Menschen Platz nehmen, ohne mit dem Kopf oder den Knien anzustoßen. Der Kofferraum des PV5 fasst schon in normaler Sitzkonfiguration gemessene 1150 Liter, in Zweisitzer-Konfiguration phänomenale 3170 Liter. Im Vergleich kann der VW ID. Buzz platzmäßig nicht mithalten, obwohl er 9 Zentimeter breiter und 2 Zentimeter höher ist. Am besten zu sehen ist der Unterschied am Ladevolumen, wenn alle Sitze umgeklappt sind und maximal bis unters Dach geladen wird: Dann sind es beim Kia PV5 3170 Liter, beim VW ID. Buzz 2835 Liter nach ADAC Messung. Kia PV5 Passenger im Detail Der Bus beim Fahren In Sachen Fahrverhalten hat der Kia PV5 jedoch das Nachsehen gegenüber dem ID. Buzz. Beim ADAC Ausweichtest schiebt der Pkw-Kleinbus ab dem zweiten Hindernis über die Vorderräder und touchiert die Pylone. Die Lenkung ist unpräzise. Die Karosserie kommt bei schnellerer Kurvenfahrt ins Wanken und die Reifen geraten bei Nässe an die Grenzen ihrer Haftung. Stellenweise poltert es heftig auch aus Richtung Hinterachse, was zwar nur manchmal mit einem Stoß, aber auf jeden Fall mit einer akustischen Anregung einhergeht. Grobe Schlaglöcher erschüttern die unbeladene Karosserie mit Getöse. Beim ID. Buzz ist das viel weniger der Fall. Über diese Charakterzüge müssen Fahrer und Mitfahrende hinwegsehen können. Interessant: Das massig wirkende Fahrzeug zeigt sich – wie der ID. Buzz auch – recht handlich beim Rangieren. Der Wendekreis des PV5 beträgt laut ADAC Messung 11,6 Meter (Herstellerangabe: 11,0 Meter). Die eingeschränkte Rundumsicht wird durch die guten Kamerabilder weitgehend kompensiert. Der Totwinkelassistent samt rückwärtigem Kamerabild beim Abbiegen für rechts und links im Fahrerdisplay warnt zuverlässig vor Hindernissen. Reichweite und Verbrauch des PV5 Bei Reichweite und Verbrauch schwächelt der Kia PV5 etwas. So kommt der koreanische Elektro-Transporter mit seiner 71-kWh-Batterie nur 323 Kilometer weit. Sein Verbrauch beträgt relativ hohe 23,9 kWh im ADAC Messzyklus mit gemischtem Fahrprofil. Außerdem ist seine Performance beim Stromladen ziemlich mau. Der zum Vergleich herangezogene VW ID. Buzz verbraucht allerdings kaum weniger und kommt nur deshalb auf 390 Kilometer Reichweite, weil er einen etwas größeren Akku im Unterboden hat. Beim Laden an der DC-Säule stellt sich der ID. Buzz deutlich besser an als der Kia PV5. So beträgt die durchschnittliche Ladeleistung beim Kia 98,7 kW, der ID. Buzz lädt über die Zeit von 10 auf 80 Prozent SoC mit 127,3 kW. Bedienung ist völlig okay Die Bedienbarkeit ist heute mit großen Screens ein großes Thema. Im Urteil der ADAC Testingenieure fällt die Bedienbarkeit des PV5 recht gut aus. Und das trotz der touchlastigen Auslegung. Das Zentraldisplay überzeugt mit hoher Auflösung und guter Ablesbarkeit. Erfreulicherweise gibt es zwei Favoritentasten, die sich aus einer Vorauswahl an Funktionen belegen lassen und so einige Bedienschritte durch das Menü verkürzen. Fühlt man sich von der Geschwindigkeitswarnung oder dem Spurhalteassistenten gestört, lassen sich beide Funktionen mit nur einem Tastendruck am Lenkrad deaktivieren. Der Aufmerksamkeitswarner agiert stellenweise zu sensibel. Wer ihn ausschalten möchte, muss sich dann doch wieder durch die Menüs quälen. Das ist lästig. Fazit: Nutzwert hat Priorität Am leicht eingeschränkten Fahrkomfort erkennt man, dass der PV5 in erster Linie als Nutzfahrzeug konzipiert worden ist. Kia erklärt dazu ganz klar, der oberste Auftrag des PV5 sei die Eroberung von Flottenkunden im Gewerbe. Deshalb auch das vergleichsweise niedrige Preisniveau. Im Vergleich mit dem VW ID. Buzz ist der Kia PV5 deutlich billiger. Bei der Basisversion beträgt der Preisunterschied rund 12.000 Euro. Ob das die Komfortmängel des PV5 akzeptabel macht, muss jeder für sich entscheiden. Das hat uns gefallen: umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung, großzügiges Ladevolumen und Raumangebot, zahlreiche gut nutzbare Ablagen, 7 Jahre Garantie, gute Multimedia- und Konnektivitäts-Technik Das hat uns nicht gefallen: langer Bremsweg, mäßige Reichweite und hoher Verbrauch, eingeschränkte Rundumsicht, einfache Materialqualität, unpräzise Lenkung, AC-Laden mit max. 11 kW Kia PV5: Technische Daten und Preise Alle Daten zu sämtlichen Versionen des Kia PV5 finden Sie hier. ADAC Messwerte ADAC Testergebnis Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Autotests.