Citroën C5 Aircross: Der Komfort-SUV im ADAC Test

Citroen Aircross steht in Gelände
Citroën C5 Aircross: Wuchtige Front mit markantem Grill und bunten Rähmchen ∙ © Citroen

Der Citroën C5 Aircross ist das SUV-Flaggschiff der französischen Marke. Er hebt sich von der Konkurrenz vor allem durch hohen Komfort ab. Im ADAC Test: der Plug-in-Hybrid mit 224 PS

  • Hohe Variabilität: Der SUV Citroën C5 Aircross ist so praktisch wie ein Van

  • Allradantrieb gibt es nicht – stattdessen eine Traktionskontrolle

  • Plug-in-Hybrid mit 224 PS; keine konventionellen Antriebe mehr

  • Testverbrauch im ADAC Ecotest: 10,5 kWh Strom und 4,5 l Super

Eine Stufenhecklimousine oder einen Kombi sucht man bei Citroën derzeit noch vergebens. In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll der neue C5 X für Abhilfe sorgen, als Crossover-Kombination aus Kombi und SUV. Bis es so weit ist, belegt der C5 Aircross den Rang des aktuellen Topmodells der Marke. Er ist – natürlich – ein SUV. 

Viel Platz: Citroën C5 Aircross als Van-Ersatz

Citroen Aircross fährt durch Gelaende
Nur 4,50 Meter lang, wirkt aber größer: Citroëns aktuelles Topmodell ∙ © Citroen

Mit seinen 4,50 Meter Länge, 1,84 Meter Breite und 1,67 Meter Höhe passt der C5 Aircross exakt ins Kompakt-SUV-Segment, also in das von VW TiguanOpel Grandland X und Ford Kuga. Doch als bloßen Konkurrenten sehen die Franzosen den Aircross nicht, vielmehr soll ihr Angebot mehr Platz und eine bessere Variabilität bieten als andere SUV. Und somit auch Kunden zufriedenstellen, die genau deswegen bisher einen Van gekauft haben.

Das Platzangebot auf den fünf Einzelsitzen ist daher auch vergleichsweise gut, es gibt selbst für größere Insassen genügend Bein- und Kopffreiheit. Nach Kompaktklasse fühlt sich das eigentlich nicht mehr an, sondern besonders vorn eher nach Mittelklasse. Im Fond fallen die Platzverhältnisse ordentlich aus. Sind die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, reichen Bein- und Kopffreiheit im Fond für Mitfahrer bis rund 1,85 Meter Körpergröße.

Angenehm für die Fondpassagiere: Die drei um jeweils 15 Zentimeter verschiebbaren Sitze sind gleich breit – der mittlere ist also nicht wie üblich ein Strafsitz. Und weil sich auch noch die Lehnen in der Neigung verstellen lassen, fährt sich's hinten genauso bequem wie vorn. Nebeneffekt: So lassen sich sogar drei Kindersitze nebeneinander montieren, was nur bei sehr wenigen Fahrzeugen der Fall ist.

Viel Platz im Kofferraum des C5 Aircross

Eine dritte Sitzreihe wird für den C5 Aircross nicht angeboten, dafür verspricht Citroën ein üppiges Kofferraumvolumen zwischen 580 und umgeklappt 1630 Litern. Nach ADAC eigenen Messungen ist es zwar nicht ganz so viel, aber 425 (bis zur Laderaumabdeckung) bis 1390 Liter (umgeklappt bis unters Dach) können sich trotzdem sehen lassen.

Durchdacht: Beim Umklappen der Rücksitze senkt sich automatisch die Sitzfläche ab, so dass eine ebene Ladefläche entsteht. Der Kofferraum hat zudem ein praktisches Format. Störend wirkt nur die mit 77 Zentimetern über der Straße recht hoch gelegene Ladekante.

Optisch setzt Citroën auf Eigenständigkeit, das zeigt schon das Angebot von sieben Außenlackierungen, einer zweifarbigen in Verbindung mit einem schwarzen Dach und den drei Style-Paketen. Damit sind insgesamt 30 Kombinationen möglich. Für Kontraste sorgen die "Airbumps" im unteren Türbereich, die vor Parkremplern schützen sollen, und die großen Chromspangen um die Seitenfenster.

Ein fliegender Teppich? Nicht ganz

Zwar sind bei Citroën die Zeiten der legendären Hydropneumatik-Federung vorbei, doch das Fahrwerk wurde betont auf Komfort ausgelegt, so dass laut Hersteller "ein Gefühl wie bei einem fliegenden Teppich" entstehen soll. Das ist zwar reichlich übertrieben, doch der Komforteindruck fällt in der Tat auch im Konkurrenzvergleich bemerkenswert gut aus. Der C5 Aircross nimmt Fahrbahnunebenheiten weitgehend gelassen hin. 

Mit flott gefahrenen Kurven hat der C5 zwar grundsätzlich kein Problem und auch im ADAC Ausweichtest kann der Citroën ein akzeptables Ergebnis einfahren. Doch besonders dynamisch fährt sich der SUV nicht und wegen seiner eher indirekten Lenkung und der merklichen Karosserieneigung besinnt sich der Fahrer schnell wieder darauf, ohne Stress und Hektik überland zu gleiten.

Das kann der Aircross schließlich am besten, auch wenn mit dem getesteten Plug-in-Antrieb mit einer Systemleistung von 224 PS beinahe schon sportliche Fahrleistungen möglich sind. In 8,9 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Spitze liegt bei sehr guten 225 km/h. Arbeiten
beide Antriebe zusammen, geht es ziemlich rasant vorwärts. Von 60 auf 100 km/ beschleunigt der Plug-in-C5 in 4,5 Sekunden. Das für schnelles Einfädeln im Stadtverkehr wichtige Ansprechen bei niedrigen Geschwindigkeiten ist ebenfalls sehr gut, von 15 auf 30 km/h geht es in nur 1,3 Sekunden. Zudem geben Ansprechverhalten und Leistungsentfaltung kaum Anlass zur Kritik – in beiden Fällen hilft der zusätzliche Boost des Elektromotors.

Die Achtstufen-Automatik wählt meist den passenden Gang und macht manuelle Schalteingriffe mithilfe der serienmäßigen Schaltpaddles überflüssig. Es stehen der Fahrmodus D mit moderater Rekuperation und Modus B mit erhöhter Rekuperation (Energierückgewinnung) zur Verfügung. Die Automatik verfügt über eine gut dosierbare Kriechfunktion, die besonders beim langsamen Rangieren hilfreich ist.

Hoher Stromverbrauch im E-Modus

Startet man mit voll geladener Antriebsbatterie, sind im Elektrozyklus des ADAC Ecotest rund 51 Kilometer elektrische Reichweite drin, bevor sich der Verbrenner zuschaltet. Der Stromverbrauch im Elektromodus liegt bei 25,2 kWh je 100 Kilometer (inklusive Ladeverluste). Für einen Plug-in-Hybriden dieser Größe ist das ok, für ein reines Elektroauto wäre es eher nicht so gut. Allerdings sind vergleichbare Konkurrenten auch nicht wirklich besser.

Kombiniert man die elektrische Strecke mit der Hybrid-Strecke und startet mit voller Batterie, dann verbraucht der Citroën auf den ersten 100 Kilometern 10,5 kWh Strom und 4,5 Liter Super. Damit verbunden ist eine CO₂-Bilanz von 176 Gramm pro Kilometer. Und fährt man im Hybrid-Modus (Batterie leer oder Ladung halten), ergibt sich ein Benzinverbrauch von durchschnittlich 7,6 Liter Super pro 100 Kilometer. Das ist zumindest nicht mehr als beim reinen Benziner. Vorteile kann der Plug-in-Hybrid jedoch erzielen, wenn stets die Batterie geladen wird, damit man möglichst viel elektrisch bzw. elektrisch unterstützt unterwegs ist.

Trotz Partikelfilter werden die hohen Anforderungen des ADAC Ecotest nicht ganz erreicht. Stärker ins Gewicht fällt aber der erhöhte CO-Ausstoß im Autobahnzyklus. Die Emissionen
anderer Schadstoffe liegen meistens auf niedrigem Niveau. Insgesamt also ein mittelprächtiges Ergebnis, das sich in immerhin drei von fünf Sternen im Ecotest niederschlägt.

Nur noch gebraucht: 177-PS-Diesel und 181-PS-Benziner

Für Gebrauchtkäufer interessant: Beim ADAC Test des nicht mehr verfügbaren 177-PS-HDi und des ebenfalls nicht mehr angebotenen Benziners mit 181 PS zeigte sich der Diesel als die bessere Wahl. Der Testverbrauch geht mit 6,3 Litern Diesel im Schnitt für die Fahrzeuggröße noch in Ordnung. Besonders gut hat Citroën aber die Schadstoffe im Griff. Der Benziner verbraucht deutlich mehr. Im ADAC Ecotest kam er auf 7,9 Liter Super im Schnitt, bei Autobahnfahrt sogar auf 9,8. Wer sparen will, sollte also zum Diesel greifen. Insgesamt schaffen beide Aggregate drei Sterne.

SUV: Schon gefahren und bewertet

Der ADAC hat noch viele weitere SUVs und Geländewagen unter die Lupe genommen:

20 Assistenzsysteme für mehr Sicherheit

türkisener Citroen Aircross faehrt auf einer Strasse
Auch von hinten hat der Citroën C5 Aircross eine bullige Statur ∙ © Citroen

Der C5 Aircross kommt in der jetzt "Shine Pack" genannten Spitzenversion mit allem serienmäßig, was es für das Modell an Sicherheitsausstattung gibt. Das sind rund 20 Assistenzsysteme wie etwa ein Notbremssystem, Tempolimiterkennung und ein Müdigkeitsassistent oder der "Highway Driver Assist", der die zweite Stufe des automatisierten Fahrens abbildet. Im Stop-and-go auf der Autobahn kann der C5 Aircross dann dem Vordermann folgen.

Modern und gut abzulesen: Der 12,3-Zoll-Bildschirm hinter dem Lenkrad mit individualisierbaren Anzeigen, der ab der Ausstattungslinie "Feel Pack" die analogen Instrumente ersetzt. Der Innenraum ist stilsicher eingerichtet und setzt vor allem auf einen acht Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole. Dieser steuert annähernd alle Funktionen.

Deswegen ist das Armaturenbrett zwar angenehm aufgeräumt, aber die Bedienung manchmal umständlicher als sie sein müsste. Ein Beispiel: Um die Temperatur zu ändern, muss man ein gesondertes Menü aufrufen.

Die angesagten Konnektivitäts-Technologien sind ebenso an Bord wie eine kabellose Smartphone-Ladestation oder die schon aus dem C3 bekannte ConnectedCAM, eine vernetzte Full-HD-Dashcam mit GPS-Funktion und einem 16 Gigabyte großen Speicher hinter dem Innenspiegel. Damit lässt sich ein Foto knipsen oder ein kurzer Film drehen und via E-Mail oder über soziale Netzwerke teilen. Bei einem Unfall wird die Aufnahmefunktion automatisch aktiviert, das Video gespeichert.

Allradantrieb gibt es nicht

Wer mit einem SUV automatisch Allradantrieb verbindet, wird vom C5 eines Besseren belehrt: Es gibt ihn ausschließlich mit Frontantrieb. Stattdessen ist die Traktionskontrolle namens "Grip Control" samt der Bergabfahrhilfe "Hill Assist Decent" an Bord, die sich laut Citroën erstaunlich gut auf unebenem Terrain machen soll. Der Fahrer kann dabei zwischen den Modi Sand, Matsch, Schnee und ESP off wählen sowie auf Knopfdruck mit maximal 3 km/h rutschige Steilabfahrten bewältigen. Dennoch nicht mehr als eine Notlösung, die nicht jedem gefallen dürfte.

C5 Aircross: 4 bzw. 5 Sterne im Crashtest

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Der Citroën C5 Aircross erreicht 4 Sterne, mit optionalem Sicherheitspaket volle 5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend mittel bis sehr gering. Lediglich der linke Unterschenkel des Fahrers ist im Offset-Crash einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung, auch am Beifahrersitz sind sie serienmäßig verbaut. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der C5 Aircross ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Mit optionalem Sicherheitspaket ist zusätzlich ein Radarsensor verbaut, der die Leistungsfähigkeit des Notbremsassistenten erhöht. Der ADAC empfiehlt, die höchste Sicherheitsausstattung zu wählen. 

Testfazit

Da das Auto konsequent auf Komfort ausgelegt ist, bleibt die Sportlichkeit trotz des kräftigen Motors zwar auf der Strecke, aber das ist kein Problem: Der C5 Aircross ist ein Statement, weg von den SUVs, die oft straff, aber nicht sportlich sind und hin zu einer klar zu erkennenden, komfortablen Ausrichtung. Gut so, schließlich verbindet man die Marke Citroën nach wie vor mit komfortablen Fahrzeugen.

Citroën C5 Aircross: Technische Daten

Benziner

C5 Aircross Hybrid 225 Feel Pack

Motor

Vierzylinder-Plug-in-Hybrid, 1598 cm³, 165 kW/224 PS, 360 Nm bei 1650 U/min

Fahrleistungen

8,9 s auf 100 km/h, Spitze 225 km/h

Verbrauch (nach WLTP)

1,6 l Super/100 km, 36 g CO₂/km

Leergewicht / Zuladung

1845 / 455 kg

Maße

L 4,50 / B 1,86 / H 1,70 m

Kofferraumvolumen

460 / -

Preis

ab 40.390 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

C5 Aircross Hybrid 225 Feel Pack

Überholvorgang 60-100 km/h

4,5 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,3 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

4,5 l Super und 10,5 kWh Strom/100 km, 176 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

615 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,5 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1825 / 475 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

425 / 840 / 1390 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

C5 Aircross Hybrid 225 Feel Pack

Karosserie/Kofferraum

2,6

Innenraum

2,4

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

2,8

Sicherheit

1,8

Umwelt/Ecotest

3,3

Gesamtnote

2,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Hoher Fahrkomfort. Großzügige Platzverhältnisse. Drei Kindersitze auf der Rückbank möglich.

Das hat uns nicht gefallen: Hohe Ladekante. Nur 1300 Kilo Anhängelast. Kein Allradantrieb zu haben. Heckklappe öffnet nicht sehr hoch.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Citroën C5 Aircross Hybrid 225 als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum nicht mehr als Neuwagen angebotenen Citroën C5 Aircross BlueHDi 180 Shine EAT8 als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum nicht mehr als Neuwagen angebotenen Citroen C5 Aircross PureTech 180 Shine EAT8 als PDF herunterladen
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