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Chevrolet Corvette C8 Stingray: Erste Testfahrt im neuen Sportwagen

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Chevrolet

Chevrolets achte Corvette-Generation kommt mit Mittelmotor, neuer Technik und überzeugenden Fahrleistungen. Erster Fahrbericht, Bilder, technische Daten und Preis.

  • Start in Deutschland erst 2021

  • 495 PS katapultieren die Corvette in 3 Sekunden auf 100 km/h

  • Preis: ab 99.000 Euro, Cabrio ab 106.000 Euro

Chevrolet gegen Ferrari – wer dieses Duell gewinnt, war bislang nie eine Frage. Mit der gerade in den USA ausgelieferten Corvette C8 Stingray wollen die Amerikaner jetzt endlich die Italiener übertrumpfen und gehen dafür grundlegend neue Wege.

Legendäres US Sports Car: Die Corvette

„In fast 70 Jahren ist das der größte Schritt, den wir je gemacht haben“, sagt Chefingenieur Ed Piatek. Genauso wie bei Ferrari (und auch bei Lamborghini oder McLaren) ist der Motor neuerdings nicht mehr im Bug montiert, sondern mittig im Rahmen aus Aluminium und Karbon. Hübsch drapiert unter einer Fiberglas-Haube wurde er direkt hinter die Sitze gequetscht.

So senkt er den Schwerpunkt der „Vette“ und verlagert ihn vor allem zur besseren Balance genau in die Mitte des Fahrzeugs. Außerdem wird die Lenkung entlastet, und die Walzen im Heck haben mehr Traktion. „Besser sehen kann man auch, wenn der Motorblock nicht mehr den Blick auf die Straße blockiert“, so Piatek.

Das Ergebnis dieser Veränderung ist ein um mindestens eine Klasse besseres Fahrverhalten. Wo man früher zumindest gefühlt ein paar Augenblicke warten musste, bis der lange Bug der Kurve folgte, wirkt das Coupé nun viel agiler. Kaum setzt man einen Lenkimpuls, schon hat die Corvette den Kurs geändert – und am Kurvenausgang steht sie schneller wieder gerade, sodass man das Gaspedal erneut auf den Boden hämmern kann.

Die neue Corvette hat bärenstarke Fahrleistungen

Begünstigt von der ersten Doppelkupplung für die Ikone, katapultiert sich die Corvette gen Horizont, dass Ferrari-Fahrer sich staunend die Augen reiben. Dabei startet Chevrolet gerade mal mit dem Basis-Modell, und von ZR1 oder Z06 ist noch gar keine Rede.

Doch schon dieser Teufelsrochen macht seinem Namen alle Ehre. Obwohl die Corvette alles andere als ein Leichtgewicht ist, reichen 495 PS und 637 Nm für Fahrleistungen, wie es sie so beim Einstiegsmodell noch nie gegeben hat: Von 0 auf 100 beschleunigt das legendäre US Sports Car in knapp drei Sekunden, das Limit liegt erst bei 312 km/h.

Sosehr sich die Amerikaner nach Ferrari gestreckt und soviel sie deshalb an der Corvette geändert haben, in ein paar Disziplinen bleibt sich der Bestseller treu: Der Motor ist nach wie vor ein Sauger mit monströsen 6,2 Liter Hubraum, und die Corvette taugt mehr als jeder andere Sportwagen dieses Kalibers auch als Cruiser.

Cooles Design, hochwertige Materialien

Die Corvette ist im Tour-Modus, dem ersten von drei Fahrprofilen, nicht nur komfortabler als alles, was aus Italien oder England kommt, sondern obendrein viel leiser. Und sie bietet mit ihren zwei Kofferräumen im Bug und im Heck auch mehr Platz fürs Gepäck und taugt sogar als Cabrio, weil man bei allen Coupés das Dach herausnehmen kann. Trotzdem wird es wieder ein echtes Cabrio geben, das dieses Mal als Premiere ein versenkbares Hardtop bekommt.

Kaum wiederzuerkennen ist das Design der Corvette. Für sich betrachtet wirkt es spektakulär, im Vergleich mit anderen Supersportwagen aber ziemlich austauschbar. Das weckt eine sentimentale Sehnsucht nach den Muscle-Cars von einst und der legendären Coke-Bottle-Form.

Digitales Cockpit und Infotainment

Auch das Ambiente präsentiert sich völlig neu: mit digitalen Instrumenten, einem großen Touchscreen daneben und einem fast quadratischen Lenkrad. Dieses liegt überraschend gut in der Hand, ist oben flach, damit man besser drüberschauen kann, und unten, damit man leichter einsteigt.

Eine Hauptrolle spielen Lack, Leder und viel blankes Metall. Das sieht gut aus, fühlt sich gut an, und vor allem macht es die tristen Plastikwüsten vergessen, mit denen die Amerikaner sich früher selbst deklassiert haben. Wenn nur die riesige Mauer nicht wäre, die zwischen den beiden Sitzen aufragt.

Auch die Schalterleiste, die wie ein Rinnsal auf der gesamten Länge drüberfließt, hätten sich die Amis besser gespart. Mit so kleinen Tasten will niemand hantieren, während er ein 500-PS-Auto auf Kurs hält.

Der Fahrspaß kostet 99.000 Euro

Mittelmotor, Doppelkupplung, Fahrleistungen weit jenseits von Porsche 911 & Co. und endlich ein Handling, das nicht nur für Hartgesottene taugt – nun spielt die Corvette in der achten Generation tatsächlich in einer Liga mit Ferrari.

Dennoch haben die Amerikaner ihre Herkunft nicht vergessen: Im Vergleich zu den luxuriösen Mittelmotor-Modellen aus Maranello bleibt die Corvette günstig. In den USA (die Europäer müssen noch ein Jahr warten) gibt es die Stingray bereits für knapp 60.000 Dollar und damit etwa für den Preis eines nackten Porsche Cayman.

Bei uns klettert der Preis mit Exportaufschlag und besserer Ausstattung auf Porsche-Elfer-Niveau. Heißt: Die Corvette startet bei 99.000 Euro für die Coupé-Version und 106.000 Euro für das Cabriolet. Doch unter ihresgleichen ist die C8 damit noch immer ein Schnäppchen.

Technische Daten Chevrolet Corvette

Technische Daten (Herstellerangaben)Corvette C8 Stingray

Motor/Antrieb

V8-Zylinder-Saug-Benziner, 6,2 l Hubraum, 364 kW/495 PS, 637 Nm bei 5150 U/min

Fahrleistungen

3,0 s auf 100 km/h, 312 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

k. A.

Maße

L 4,63 / B 1,93 / H 1,23 m

Kofferraum

360 l

Preis

ab 99.000 €

Text: Thomas Geiger