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BMW M4 und M3 Supersportler mit bis zu 510 PS

BMW M3 und BMW M4 fahrend von vorne
BMW M4 (links) und M3 haben beide die markante Riesen-Niere ∙ © BMW

Die sportlichen Dreier-Varianten BMW M3 Limousine und M4 Coupé kommen mit bis zu 375 kW/510 PS und extragroßer Niere auf den Markt. Preis ab 80.420 Euro. Erste Infos, Bilder, Daten.

M3. Wer mit dieser Bezeichnung nichts anfangen kann, braucht eigentlich gar nicht erst weiterzulesen. Echten Fans dürfte aber allein die Bezeichnung glänzende Augen bescheren. Schließlich ist der M3 seit Mitte der 1980er-Jahre das sportliche Aushängeschild von BMW, das seinerzeit auch im Tourenwagensport ("DTM") erfolgreich mit Mercedes, Opel, Audi und Alfa Romeo wetteiferte. Gerade der BMW M3 E46 (2000 bis 2006) gilt Liebhabern mit seinem hochdrehenden Reihensechszylinder mit 343 PS als echtes Sahnestück.

BMW M3 und M4: Beide mit großer Niere

Ab März 2021 geht die neue Generation zusammen mit dem Coupé-Ableger M4 an den Start. Erste Bilder und Infos hat BMW aber schon jetzt verraten. Vor allem optisch unterscheidet sich der M3 vom normalen 3er, trägt er doch den Kühlergrill des 4er-Coupés mit der extragroßen Niere. M3 und M4 treten dadurch zumindest von vorn einheitlich auf. Auch die vergrößerten Lufteinlässe, die Rennsport-Schweller und den Heckdiffusor teilen sich die beiden Karosserievarianten.

Doch wo der M4 den kompromissloseren Sportler mit zwei Türen und Coupé-Karosserie mimt, kommt der M3 wie jeder "normale" Dreier-BMW mit vier Türen daher. In Sachen Alltagstauglichkeit ein gewisser Vorteil, den nicht nur sportive Familienväter schätzen. Als dritte Ausführung wird es erstmals einen M3 Touring geben – der Kombi dürfte aber erst zur Mitte des Modelllebenszyklus nachgereicht werden.

Potente Motoren mit beeindruckender Leistung haben alle Varianten. Für den Antrieb sorgt in jedem Fall ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit zwei Turbos, mindestens 353 kW/480 PS Leistung und einem Drehmoment von 550 Nm. Gekoppelt ist der Motor in dieser Leistungsstufe mit einem manuellen Sechsganggetriebe. Alternativ ist – wie bei den BMW-M-Modellen mittlerweile gewohnt – eine "Competition"-Variante zu haben, die mit sagenhaften 510 PS gesegnet ist und somit 30 PS mehr bietet. Bis zu 650 Newtonmeter Drehmoment werden dann per Achtgangautomatik Richtung Hinterachse geleitet.

Damit die Kraft noch besser auf die Straße kommt und nicht in Schall und Rauch verpufft, werden die Sportler ab Sommer auch mit Allradtechnik angeboten, die stark hecklastig ausgelegt sein wird. Ein adaptives Fahrwerk mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern gehört zur Serienausstattung der M-Modelle, eine Lenkung mit variabler Übersetzung ("M-Servotronic") ebenso.

Fahrleistungen: 3,9 s auf 100 km/h, Spitze 290 km/h

Die Fahrleistungen sind allerdings bereits mit Hinterradantrieb ziemlich brachial: Die schwächeren Varianten von M3 und M4 spurten in 4,2 Sekunden auf Tempo 100, 200 km/h sind nach 13,7 Sekunden erreicht. Die Competition-Modelle benötigen 3,9 Sekunden auf 100 km/h und nur 12,5 auf 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jeweils bei 250 km/h, lässt sich aber auf Wunsch auf 290 km/h anheben. Laut BMW soll dabei auch der Sound durch eine "modellspezifische Abgasanlage" nicht zu kurz kommen.

Als Verbrauch gibt der Hersteller für die handgeschalteten Modelle 10,8 Liter an, die Achtgangautomatik drückt den Normwert auf 10,2 Liter. Nicht wenig, im Alltag dürfte es wohl noch ein bisschen mehr sein, wenn die Sportler entsprechend gefordert werden.

Beim Fahrwerk setzen die Münchner auf elektronisch geregelte Stoßdämpfer und eine gegenüber den Standardmodellen modifizierte Konstruktion von Vorder- und Hinterachse. Letztere trägt 19-Zoll-Felgen, während vorn 18-Zöller zum Einsatz kommen. Bei den Competition-Modellen fallen die Dimensionen jeweils eine Nummer größer aus. Optional ist eine Keramikbremse zu haben.

Spezielle Features für die Rennstrecke

Wer seine Freizeit gern auf dem Nürburgring verbringt, dürfte sich über die Option "M Drive Professional" freuen. Sie wurde für den Einsatz auf der Rennstrecke konzipiert. Der Fahrer hat dabei die Möglichkeit, die Antriebsschlupfbegrenzung des Fahrstabilitätssystems DSC in zehn Stufen an seine Vorlieben und Fahrkünste anzupassen, und kann zudem mit dem "M Drift Analyser" die bei dynamischen Kurvenfahrten ermittelten Fahrzeugdaten aufzeichnen und auswerten oder die Rundenzeiten anzeigen lassen.

Preis: Der M3 kostet 80.420 Euro, der M4 81.882 Euro

Die Preise starten bei 80.420 Euro für die M3-Limousine mit 353 kW/480 PS, das stärkere Modell gibt es ab 87.244 Euro. Beim M4 liegen die Beträge bei 81.882 Euro beziehungsweise 88.706 Euro. Die Vorgänger-Generation startete im Jahr 2014 noch bei 71.500 Euro. Voll-LED-Scheinwerfer sind Serie, das reichweitenstarke Laserlicht kostet Aufpreis. Elektrisch einstellbare M-Sportsitze mit Lederbezug haben sowohl M3 als auch M4 serienmäßig an Bord, als Extra gibt es "M Carbon Schalensitze", die für den Rennstreckeneinsatz optimiert sind.

Zwar kann man sich durchaus fragen, ob solche Fahrzeuge heute noch zeitgemäß sind. Doch aufgeben will BMW dieses Segment aus Imagegründen offenbar nicht – die Fans werden es jedenfalls danken.

Den CO₂-mäßigen Sündenfall gleicht BMW dann zumindest mit dem rein elektrischen BMW i4 wieder aus, der für 2021 angekündigt ist.

Text: Holger Holzer/SP-X, Jochen Wieler