Neuer Audi Q7: Der Kilometerfresser
Von Jochen Wieler

Bei Audi ist die dritte Generation des Q7 am Start. Das große SUV ist nicht nur sehr komfortabel und bietet Platz für sieben. Auch technisch bringt es einige Innovationen mit. Testfahrt im V6-Diesel.
Audi Q7 vorerst nur mit Dieselmotoren erhältlich
Elektrisch öffnende Türen, innovative Blinker
Einstiegspreis: 87.900 Euro
Sind die jetzt total abgehoben? Zu dieser Einschätzung kann schnell kommen, wer sich die Ausstattungsliste des neuen Audi Q7 ansieht. Unter dem aufpreispflichtigen Tech-Pro-Paket steht unter anderem der Punkt "Automatische Türen". Die Türen öffnen und schließen sich dabei per Knopfdruck, fernbedient über die Audi-App oder über den Fahrzeugschlüssel. Und wenn der Fahrer bei offener Tür das Bremspedal durchdrückt, klappt sich seine Tür ebenfalls wie von Geisterhand zu. Ganz schön dekadent.
Wie immer im Leben sollte man vor einem zu schnellen Urteil alles einmal selbst ausprobiert haben. Das hat die ADAC Redaktion getan und den neuen Q7 schon vor der Markteinführung im September 2026 zu einer Testfahrt ausgeführt.
Audi Q7 mit Luftfederung und Allradlenkung

Um es kurz zu machen: Schon nett, so eine elektrische Türöffnung! Sehr schnell hat man sich daran gewöhnt, und sehr schnell findet man das auch gar nicht mehr so abwegig. Schließlich öffnen die Türen weit, sodass man sich auch entsprechend weit nach außen lehnen müsste, um sie wieder zu schließen. So wird das Knöpfchen gedrückt und die Fahrt kann losgehen.
Und schließlich sind es ja genau diese Dinge, die ein komfortables Auto mit Premiumanspruch ausmachen. Dass er sich dem Komfort verschrieben hat, strömt dem Q7 ohnehin aus jeder Pore. Damit sind nicht nur das fein verarbeitete Echtholz im Armaturenbrett, die wertigen Materialien und die feudalen Sessel gemeint, die wie gemacht sind für die Langstrecke: Nur noch wenige Fahrzeuge auf dem Markt federn so gut wie der Q7 und gleiten so gelassen über Unebenheiten.
Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass die Testwagen mit der aufpreispflichtigen adaptiven Luftfederung ausgestattet waren; das Standardfahrwerk konnte die Redaktion nicht ausprobieren.
Nicht nur deshalb ist das "Fahrwerkspaket Komfort" für rund 3500 Euro zusätzlich, das neben der Luftfederung auch eine Allradlenkung beinhaltet, eine Empfehlung. Weil die hinteren Räder mitlenken, wirkt der Q7 überaus handlich, er lässt sich leichter wenden und weckt die Illusion, dass man in einem erheblich kleineren Auto unterwegs ist. Dass der Q7 aber halt doch kein Kleinwagen ist, macht sich spätestens in engen Parklücken bemerkbar.
Bildergalerie: Der Audi Q7 im Detail

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Doch auch hierfür stehen selbstredend Assistenten zur Verfügung, wie 360-Grad-Kameras, eine Ansicht für Waschanlagen, um besser zwischen die Führungsschienen zirkeln zu können, und der "Park Assistent Pro", der (fernbedient) ein- und ausparken kann oder beim Manövrieren hilft. Bis zu fünf Parkmanöver mit einer Länge von bis zu 200 Metern kann sich der Q7 merken.
Dass sich auf wuchtigen 5,06 Metern Länge und 2,21 Metern Breite (mit Spiegeln) fürstliche Platzverhältnisse vorfinden, dürfte nicht weiter verwundern. Zumindest in Reihe eins und zwei und im riesigen Kofferraum, wenn der Q7 als Fünfsitzer geordert wird. Gegen Aufpreis ist der Q7 als loungiger Sechssitzer zu haben oder als Siebensitzer mit zwei Klappsitzen in Reihe drei.

Beim Siebensitzer geht es in der dritten Reihe erheblich beengter zu. Erwachsenen ab einem gewissen Alter ist der Zustieg nach ganz hinten kaum zuzumuten, selbst wenn sich das Sitzeballett auf Knopfdruck surrend in Bewegung setzt und sich das Gestühl ziemlich eindrucksvoll verschiebt, umklappt und nach vorne kippt, um den Zugang nach hinten freizumachen. Trotz allem: Mehr als Notsitzcharakter für kurze Strecken oder Kinder haben Sitz sechs und sieben nicht.
In Kauf nehmen muss man dann auch einen merklich kleineren Kofferraum, selbst bei nicht aufgestelltem Mobiliar in Reihe drei. Schließlich müssen die Sitze ja auch im nicht genutzten Zustand irgendwohin, und das ist eben der Boden im Kofferraum.
Audi Q7 Innenraum: Drei Bildschirme an Bord

Die Bedienung des Q7 darf als gelungen gelten. Dem Fahrer oder der Fahrerin stehen neben einem Head-up-Display noch zwei Bildschirme zur Verfügung, die trotz allem Funktionsumfang übersichtlich gestaltet sind und sich gut handhaben lassen. Nach kurzer Zeit sind die Menü-Pfade erlernt. Die Klimatisierung als wichtige Funktion ist ohnehin immer am Fuß des Infotainment-Bildschirms dargestellt. Einzig der als Bediensatellit ausgeführte Blinker-"Hebel" ist mit Funktionen etwas überfrachtet.
Auch der Beifahrer oder die Beifahrerin hat einen eigenen Bildschirm, worüber sich Sinnvolles wie Navi und Radio einstellen lässt oder Apps und Einstellungen verwaltet werden können. Und natürlich lassen sich dort über Streamingportale auch Filme schauen, der Fahrer oder die Fahrerin sieht davon aber nichts. Etwas eigenartig ist, dass der Copilot auf "seinem" Bildschirm nicht "seine" Temperatur für die Klimaanlage einstellen kann und dann doch wieder den mittleren Touchscreen bemühen muss.
Die Sprachbedienung hinterlässt wie bei fast jedem Fahrzeug einen etwas zwiespältigen Eindruck. Wie viel das Fahrzeug verbraucht, weiß die Stimme aus dem Off nicht. Und auch wer die Bordsprache per Sprachbefehl ändern möchte, erhält nur ein virtuelles Schulterzucken. Sehenswürdigkeiten rund um die Strecke kommen dagegen wie aus dem Effeff.
Testfahrt im Audi Q7 mit Dieselmotor

In Sachen Motorisierung gibt sich der Q7 althergebracht. Derzeit gibt es nur die Wahl zwischen zwei allradgetriebenen V6-Dieselvarianten mit 3,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 180 kW/245 PS und 220 kW/299 PS. Für die Testfahrt stand nur die stärkere Version zur Verfügung, die das Dickschiff souverän in Bewegung setzt.
Die acht Gänge werden über eine geschmeidige Automatik verwaltet. Sie ist gut darin, das hohe Drehmoment des Q7 (500 und 630 Nm) und die Kraft aus dem Drehzahlkeller zu nutzen und den Motor wenn möglich bei niedrigen Touren zu halten. Dass ein kleiner Elektromotor über eine 48-Volt-Batterie elektrisch dazuhilft, macht sich insofern positiv bemerkbar, als das Turboloch gut überbrückt wird, der Q7 elektrisch anfährt und auch mal ohne Antrieb segeln kann.
Beim Verbrauch sind angesichts von 2,5 Tonnen Leergewicht trotz der leichten Elektrifizierung keine Wunder zu erwarten. Mit mehr als 10 Litern Diesel im Schnitt sollte man rechnen, wenn der Q7 etwas dynamischer bewegt wird. Bei gleichmäßiger Autobahnfahrt sollten zumindest unter 9 Liter zu schaffen sein. "Strecke machen" auf der Autobahn ist ohnehin das Metier des Q7. Dann hält sich auch der Motor dezent im Hintergrund, dessen ansonsten hochfrequenter Klang bei vielem Hin und Her mit dem Gaspedal auf alpiner Kurvenhatz schon mal nerven kann. Wer es gelassen angehen lässt, merkt rasch: In kaum einem anderen Auto steigt es sich nach langen Fahrten so entspannt aus – der Q7 ist ein Kilometerfresser par excellence.
Und nicht nur das: Der Audi Q7 gehört mit 3,5 Tonnen Anhängelast zu den besten Zugfahrzeugen und kann es auch mit schweren Anhängern aufnehmen.
V6- und V8-Benziner kommen noch
Bei den Dieselmotoren soll es aber nicht bleiben. Audi hat noch einen V6-Benziner und einen V6-Plug‑in-Hybrid in Aussicht gestellt. Und ein kommender SQ7 wird dann wohl einen V8 unter der großen Haube haben. Elektroantrieb? Wird im Q7 nicht kommen. Insofern ist der Q7 ein Auto vom alten Schlag, das trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – seine Kundschaft finden wird. Vorwiegend übrigens in Nordamerika und Asien.

An anderer Stelle gibt sich der Q7 wiederum innovativ: Beim Blinklicht. Nachts werden zusätzlich zu den normalen Blinklichtern die Richtung anzeigende Symbole auf die Straße projiziert. Audi denkt hier etwa an Fahrradfahrer, die so noch deutlicher erkennen können, wohin das Auto fahren wird. Ob das wirklich etwas bringt oder sich nur ein Marketing-Gag dahinter verbirgt, um sich von der Konkurrenz abzuheben, oder ob vielleicht sogar andere Verkehrsteilnehmer dadurch eher abgelenkt werden, wird sich noch zeigen.
Audi Q7: Technische Daten und Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Audi Q7 3.0 TDI MHEV plus quattro tiptronic (5-Sitzer) (ab 09/26) | Audi Q7 3.0 TDI MHEV plus quattro tiptronic (5-Sitzer) (ab 09/26) |
|---|---|---|
Motorart | Diesel (Mild-Hybrid) | Diesel (Mild-Hybrid) |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 2.967 ccm | 2.967 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 180 | 220 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 245 | 299 |
Drehmoment (Systemleistung) | 500 Nm | 630 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 3.500 U/min | 3.500 U/min |
Antriebsart | Allrad | Allrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 7,2 s | 6,0 s |
Höchstgeschwindigkeit | 222 km/h | 235 km/h |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 190 g/km | 193 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 7,3 l/100 km | 7,4 l/100 km |
Kofferraumvolumen normal | 670 l | 670 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 2.075 l | 2.075 l |
Leergewicht (EU) | 2.455 kg | 2.455 kg |
Zuladung | 565 kg | 565 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 3.500 kg | 3.500 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 5.056 mm x 2.010 mm x 1.808 mm | 5.056 mm x 2.010 mm x 1.808 mm |
Grundpreis | 87.900 Euro | 90.500 Euro |
Im ADAC Autokatalog finden Sie die technischen Daten aller Q7-Versionen und hier viele weitere Fahrberichte und Autotests.




