Leasingmodelle und Spielregeln

22.5.2019

Leasing kann eine gute Alternative zum Barkauf oder zur Finanzierung beim Neuwagenkauf sein. Auch Privatpersonen entschieden sich immer häufiger für das Leasing, obwohl sie keine Steuervorteile nutzen können.

Mann schreibt
Foto: iStock.com/Skyther5
  • Leasing ist nicht gleich Kaufvertrag: Beim Leasing werden Sie nicht Eigentümer des Autos.
  • Als Leasingnehmer ist Ihnen das Fahrzeug während der Vertragslaufzeit nur zur Nutzung überlassen. Am Ende wird das Fahrzeug zurückgeben.
  • Die ADAC Checkliste Leasing hilft bei der Entscheidung.
Zurück

Wie funktioniert Leasing?

  • Leasing ist vergleichbar mit der Miete. Der Leasingnehmer zahlt monatlich eine Leasingrate an den Leasinggeber. Die Höhe der Raten hängt vom Fahrzeugmodell, der Marke, der Ausstattung und des Neupreises ab und ist meistens günstiger als beim Ratenkredit.
  • Leasing ist laufzeitgebunden, d.h. der Leasingvertrag wird für eine bestimmte Vertragslaufzeit geschlossen. Am Ende der Vertragslaufzeit (üblicherweise 2-4 Jahre) müssen Sie das Auto wieder zurückgeben. Sie werden (außer beim Leasing mit Andienungsrecht) nicht Eigentümer des Autos. Eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrages ist in der Regel nicht möglich.
  • Der Leasingnehmer kann den Leasingvertrag innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss widerrufen. Steuerliche Vorteile für Geschäftsleute: die Leasingraten können monatlich als Betriebsausgaben über die gesamte Vertragslaufzeit abgesetzt werden. 


Wichtiges in Kürze

Interessant ist Leasing für diejenigen, die eine monatliche finanzielle Belastung bevorzugen bzw. stets mit einem aktuellen Modell fahren wollen. Sagen Sie jetzt gedanklich „Ja“, müssen sie sich nur noch für das geeignete Leasing-Modell entscheiden.

Zurück

Restwertleasing

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist bei einem Restwertvertrag der Restwert des Fahrzeugs bei Vertragsende relevant.

Bei Abschluss des Leasingvertrages wird geschätzt, wie viel das Auto am Ende der Vertragslaufzeit noch wert ist. Ist der Wert des Autos bei Laufzeitende geringer als ursprünglich geplant, dann muss der Leasingnehmer die Differenz zahlen. So ein Wertverlust entsteht üblicherweise durch Schäden wie z.B. Kratzer, Dellen am Auto oder aber auch durch eine Veränderung der Marktlage, wie z.B. neue gesetzliche Bestimmungen im Umweltschutz. Das Risiko dafür trägt alleine der Leasingnehmer. Fällt der Kaufpreis allerdings höher aus als der geschätzte Restwert, hat der Leasingnehmer Glück. Er bekommt 75% des erzielten Mehrerlös ausgezahlt.

Hinweis: Achtung bei niedrigen Leasingraten

Je höher der Restwert, desto geringer die monatlichen Raten. Manche Anbieter setzen den Restwert absichtlich unrealistisch hoch, um mit geringen Raten zu werben. Am Ende bleiben Sie dann auf hohen Kosten sitzen! Informieren Sie sich also im Voraus welcher Restwert für Ihr ausgewähltes Fahrzeug auf dem Markt üblich ist. 

Wichtiges in Kürze

  • Restwert – die Höhe der monatlichen Rate, ergibt sich aus dem vom Händler kalkulierten Restwert am Ende der Vertragslaufzeit
  • Risiko – unvorhersehbares Risiko durch stetige Entwicklung der Marktlage, die Einfluss auf den geschätzten Restwert hat
  • Rückgabe – ist der Wert bei Rückgabe geringer als der geplante Restwert, muss der Leasingnehmer zahlen!
  • Kaufpreis – Der Restwert entspricht üblicherweise nicht dem potentiellen Kaufpreis. Entschließt man sich also das Fahrzeug am Ende der Vertragslaufzeit zu kaufen, muss man mit einem höheren Kaufpreis rechnen.
Zurück

Kilometerleasing

Beim Kilometerleasing berechnen sich die Kosten auf Basis der gefahrenen Kilometer. Entscheidend für die monatlichen Kosten ist also die Gesamtnutzung des Autos. Hier gilt, je höher die geplante Fahrleistung, desto höher die monatliche Rate. Die genaue Anzahl an Kilometern kann dabei individuell mit dem Leasinggeber festgelegt werden.

Verrechnung von Mehr- und Minderkilometern 

Hat das Fahrzeug bei Rückgabe einen höheren Kilometerstand als vereinbart, müssen Sie für die Kosten der Mehrkilometer aufkommen. Die Mehrkosten sind kalkulierbar, da ein Mehrkilometerpreis normalerweise zu Vertragsbeginn festgelegt wird. Wird am Ende eine geringere Laufzeit festgestellt, bekommen sie die Minderkilometer erstattet.

Die vereinbarten Sätze für Mehr- und Minderkilometer sollten gleich hoch sein. Eine niedrigeren Satz für Minderkilometern sollten Sie nicht akzeptieren. Achten Sie darauf, dass der Vertrag eine Vereinbarung zur Erstattung von Minderkilometern enthält. Ansonsten bekommen Sie bei einer Kilometerunterschreitung nichts zurück.

Wichtiges in Kürze

  • Fahrleistung – die monatliche Rate ergibt sich aus den während der Mietzeit gefahrenen Kilometern
  • Flexibilität – die vertraglich festgelegte Kilometeranzahl kann individuell vereinbart werden
  • Risiko – fährt man mehr Kilometer als ursprünglich geplant, muss man für die Mehrkilometer zahlen. Der Preis für Mehrkilometer ist bereits bei Vertragsbeginn festgelegt.
  • Planungssicherheit – die gesamten Kosten sind zu Beginn des Leasingverhältnisses berechenbar.
Zurück

Andienungsrecht

Bei einem Vertrag mit Andienungsrecht hat der Leasinggeber besondere Rechte. Ist der tatsächliche Wert des Autos bei Vertragsende geringer als der kalkulierte Restwert, kann der Leasinggeber verlangen, dass der Leasingnehmer das Fahrzeug kauft. Andersherum hat der Leasingnehmer aber kein Recht auf Ankauf!

Ist das Fahrzeug mehr wert als der kalkulierte Restwert, kann der Leasinggeber dem Leasingnehmer das Fahrzeug zum Kauf anbieten. Der Leasingnehmer muss aber dann nicht kaufen.

Zusagen schriftlich vereinbaren 

Versprechen Leasinggesellschaft oder Händler mündlich, dass das Fahrzeug später zum (niedrigeren) Restwert angekauft werden kann, verlangen Sie hierzu eine schriftliche Vereinbarung! 

Zurück

FAQ zum Leasing

Wer ist mein Vertragspartner?

Die Leasinggesellschaft. Der Kunde sucht sich beim Händler das Wunschfahrzeug aus. Die Leasinggesellschaft (Leasinggeber) kauft für den Leasingkunden (Leasingnehmer) das Fahrzeug bei dem Händler. Der Leasinggeber wird Eigentümer des Autos und stellt es dem Leasingnehmer für eine fest vereinbarte Laufzeit zur Nutzung zur Verfügung. Dafür bezahlt der Leasingnehmer die Leasingraten. 

 

Welche Pflichten habe ich als Leasingnehmer?

Der Leasingnehmer ist für das Auto verantwortlich. Er muss in der Regel für die fristgemäße Wartung sorgen, Reparaturen auf eigene Kosten durchführen, Steuern bezahlen und die notwendigen Versicherungen abschließen (All-Inclusive Verträge können diese Kosten bei einer höheren Rate enthalten!). Der Leasingnehmer (Privatperson oder Firma) wird in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) als Halter eingetragen. Die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) behält der Leasinggeber als Eigentümer.

 

Habe ich ein Widerrufsrecht? 

Restwertverträge können vom Verbraucher innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschuss widerrufen werden. Der Adressat für den Widerruf ist dabei die Leasinggesellschaft. Die Leasinggesellschaft muss den Verbraucher über sein Widerrufsrecht belehren. Im Falle des Widerrufes durch den Verbraucher wird der Leasingvertrag rückabgewickelt. 

 

Was brauche ich für den Vertragsabschluss?

Die Leasinggesellschaft wird zunächst vor Vertragsabschluss ihre Bonität prüfen. Sie benötigen daher den Personalausweis. Manchmal wird auch eine Kopie der letzten Gehaltsnachweise verlangt. Beim gewerblichen Leasing benötigen Sie eine Selbstauskunft, den letzten Jahresabschluss der Firma und den Auszug aus dem Handelsregister oder die Gewerbeanmeldung. Bei der gewerblichen Nutzung eines Leasingfahrzeugs können die Kosten als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Beim Privatleasing erhalten sie diesen Steuervorteil nicht.

 

Muss ich eine Anzahlung leisten?

Es gibt Leasingverträge mit und ohne Anzahlung zu Beginn der Vertragslaufzeit. Bei hohen Anzahlungen sind die Leasingraten niedriger. Anzahlungen von bis zu zehn Prozent des Kaufpreises sind üblich.

 

Gehört das Fahrzeug am Ende der Vertragslaufzeit mir?

Nein - Leasing ist kein Ratenkauf. Die monatlichen Raten sind eine Nutzungsgebühr. Am Ende des Leasingvertrages muss man das Fahrzeug an den Leasinggeber zurückgeben.
Wollen Sie das Fahrzeug nach Ablauf der Leasingzeit kaufen, muss mit dem Händler schriftlich ein Ankaufsrecht (Leasingvertrag mit Kaufoption) vereinbart werden. 

Der Vertragspartner bei einem Leasingvertrag ist die Leasingfirma. Haben Sie bei Vertragsschluss mit dem Autohändler eine Kaufoption vereinbart, ändert sich nach Beendigung des Leasingvertrags die Rechtslage. In diesem Fall wird der Autohändler dann der neue Vertragspartner für den anschließenden Gebrauchtwagenkaufvertrag.

Bei einem Leasingvertrag mit Kaufoption handelt es sich also um zwei völlig verschiedene Verträge mit verschiedenen Vertragspartnern und verschiedenem Inhalt.

 

Komme ich im Notfall aus dem Vertrag wieder raus?

Leasingverträge sind laufzeitgebunden. Eine Kündigung oder vorzeitiges "Herauskaufen" des Leasingautos ist nicht möglich. Der Leasingvertrag kann nur aus einem wichtigen Grund vor Ende der Vertragslaufzeit gekündigt werden (Leasingnehmer begeht Vertragsbruch, Fahrzeug wird nicht ordnungsgemäß instand gehalten, bei unerlaubte Gebrauchsüberlassung oder bei vorsätzlich falschen Angaben beim Vertragsabschluss).

Möglich ist eine Leasingübernahme, bei der ein bestehender Vertrag an einen neuen Vertragsnehmer übergeben wird. Der neue Leasingnehmer übernimmt die restlichen Raten und die Kosten für die Änderung des Vertrags.

 

Was passiert bei einem Totalschaden? 

Auch bei einem Totalschaden kann der Leasingvertrag nicht gekündigt werden. Sie erhalten von der Vollkaskoversicherung nur den Wiederbeschaffungswert des Autos. Bei vielen Verträgen müssen die Leasingraten weiter gezahlt werden. Bei Restwertverträgen steht außerdem der kalkulierte Restwert aus. Eine GAP-Versicherung deckt dieses Risiko weitestgehend ab. Wurde der Restwert des Fahrzeugs hoch angesetzt, empfiehlt sich der Abschluss dieser Zusatzversicherung. Sie schließt die Lücke der Differenzen zwischen dem Restwert und dem Wiederbeschaffungswert des Leasingfahrzeugs beim Totalschaden oder Diebstahl.

 

Was muss während der Leasingzeit beachten? 

Um einen möglichst reibungslosen Vertragsablauf sicher zu stellen sollte man

Das Fahrzeug immer gut pflegen. Die Rückgabe muss in einem sehr guten Zustand erfolgen.
Reparaturen müssen in Vertragswerkstätten – oder in einer bestimmten Werkstatt - durchgeführt werden.
Fällige Inspektionen keineswegs versäumen oder zu spät durchführen.

Unbedingt das Kleingedruckte im Leasingvertrag lesen,

bevor man Änderungen am Fahrzeug vornimmt,
bevor man die Reparatur von Unfallschäden in Auftrag gibt,
bevor man ins außereuropäische Ausland fährt,
bevor man andere ans Steuer lässt.
 

Leasing oder Kredit – welches Finanzierungsmodell passt besser zu mir? 

Die monatlichen Raten sind bei einem Leasingvertrag geringer als bei einem Ratenkredit. Dennoch ist ein Leasingvertrag am Ende regelmäßig teurer als eine Fahrzeugfinanzierung, ausgenommen bei speziellen Sonderangeboten.