Neuwagen-Garantie: Wer gibt wieviel?

29.4.2019

 

Deutsche Autohersteller geben hierzulande regelmäßig zwei Jahre Garantie auf Neuwagen. Dass da noch Spielraum ist, zeigt ein Blick in die USA: Dort geben sie oft vier Jahre. Asiatische Hersteller jedoch übertreffen alles – sie stehen bis zu sieben Jahre für Mängel gerade.

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                      Die Garantielaufzeiten der Hersteller unterscheiden sich zum Teil erheblich. ©iStock.com/welcomia

Mindestens drei Jahre garantieren die Hersteller in den USA den Neuwagenkäufern, dass sie Mängel kostenlos reparieren, BMW und Mercedes sogar vier Jahre. Hierzulande werden die Kunden vor allem von deutschen Herstellern mit zwei Jahren Garantie abgespeist. Dass es anders geht, beweisen asiatische Anbieter: Sie geben bis zu sieben Jahre Garantie.

 

In den ersten beiden Jahren doppelt abgesichert

Ein Trost für die deutschen Verbraucher: In den ersten beiden Jahren sind sie doppelt abgesichert. Zum einen beim Händler, der im Rahmen der Sachmängelhaftung zwei Jahre für Fehler haftet, die bereits bei der Übergabe vorlagen. In den ersten sechs Monaten liegt die Beweislast dafür beim Verkäufer. Danach liegt die Beweispflicht beim Käufer. Und die Ansprüche bestehen nur gegen den Händler – macht der Pleite, hat der Verbraucher Pech. 

 

Dann bleibt der Hersteller mit seiner Neuwagen-Garantie. Nicht inbegriffen sind – wie auch bei der Sachmängelhaftung – Verschleißschäden wie abgenutzte Bremsbeläge. Größter Vorteil: Bei der Garantie spielt es keine Rolle, wann der Mangel auftritt. Er muss behoben werden, europaweit. Vorausgesetzt, das Auto wird ordnungsgemäß gewartet. Egal, ob in einer freien Fach- oder Vertragswerkstatt, wenn die Wartung nach den Vorgaben des Herstellers erfolgt.

Danach: Anschlussgarantie bzw. Kulanz

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Abgenutzte Bremsbeläge sind Verschleißschäden. ©iStock.com/x-reflexnaja

Nach Ablauf der Sachmängelhaftung sowie der Neuwagengarantie endet der Schutz. Vor Reparaturkosten kann sich der Autokäufer dann nur durch den Erwerb einer Anschlussgarantie schützen, wenn eine solche angeboten wird. Oder er setzt auf die freiwillige Kulanz des Herstellers. Oft sind die Hersteller heutzutage jedoch weniger kulant als früher. Daher ist es sinnvoll, schon beim Neukauf eine Garantieverlängerung auszuhandeln. Bei den Garantien geht der Trend nach oben: Ford und Porsche haben nachgezogen und beseitigen zwei Jahre Mängel kostenlos. Einzig BMW gewährt gar keine Garantie. Schwäche: Bei Ärger muss sich der Kunde mit dem Händler auseinandersetzen.

 

Garantie-Wettlauf zugunsten der Autokäufer

Asiatische Hersteller werben dagegen gern mit Garantien: Subaru und Hyundai geben fünf, Kia bisher ungeschlagene sieben Jahre. Ein Wettlauf, über den sich Autokäufer freuen können.

Garantie vom Verkäufer oder Hersteller

Bei einer Garantie handelt es sich um einen Anspruch, der auf einem Garantievertrag zwischen Kunde und Garantiegeber – also Verkäufer bzw. Hersteller – beruht. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Übernahme einer Garantie besteht nicht. Daher muss man zunächst klären, ob man mit dem Neuwagen auch eine Garantie mitgekauft hat.

Auf Garantiebedingungen achten

Regelmäßig räumt der Hersteller für Neufahrzeuge eine Neuwagengarantie ein. Daneben kann man häufig Anschlussgarantien oder spezielle Durchrostungsgarantien erwerben. Wichtig: Garantiebedingungen vergleichen!

Verschleiß schließt Garantie aus

Eine Garantie gibt dem Kunden nur das Recht zur kostenlosen bzw. kostenanteiligen Reparatur. Vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern kann der Kunde nicht. Zudem enthalten Garantieverträge Bestimmungen, die die Leistung für bestimmte Fälle ausschließen (z.B. bei Verschleiß) oder auf bestimmte Fahrzeugteile beschränken. Auch werden Reparaturkosten ab einem bestimmten Fahrzeugalter und bzw. oder einer bestimmten Laufleistung nur noch anteilig übernommen.

Neben den Ansprüchen aus einer Neuwagengarantie hat der Käufer bei Mängeln am Auto auch Ansprüche aus der gesetzlich verankerten Sachmängelhaftung. Diese Ansprüche bestehen gegenüber dem Verkäufer und sind unabhängig von der Garantie. Sie geben dem Käufer mit Rücktritt und Kaufpreisminderung umfassendere Rechte als eine Garantie.