Neuwagen-Garantie: Wer gibt wieviel?

3.4.2019

 

Deutsche Autohersteller geben hierzulande regelmäßig zwei Jahre Garantie auf Neuwagen. Dass da noch Spielraum ist, zeigt ein Blick in die USA: Dort geben sie oft vier Jahre. Asiatische Hersteller jedoch übertreffen alles – sie stehen bis zu sieben Jahre für Mängel gerade.

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                      Die Garantielaufzeiten der Hersteller unterscheiden sich zum Teil erheblich. ©iStock.com/welcomia

Mindestens drei Jahre garantieren die Hersteller in den USA den Neuwagenkäufern, dass sie Mängel kostenlos reparieren, BMW und Mercedes sogar vier Jahre. Hierzulande werden die Kunden vor allem von deutschen Herstellern mit zwei Jahren Garantie abgespeist. Dass es anders geht, beweisen asiatische Anbieter: Sie geben bis zu sieben Jahre Garantie.

 

In den ersten beiden Jahren doppelt abgesichert

Ein Trost für die deutschen Verbraucher: In den ersten beiden Jahren sind sie doppelt abgesichert. Zum einen beim Händler, der im Rahmen der Sachmängelhaftung zwei Jahre für Fehler haftet, die bereits bei der Übergabe vorlagen. In den ersten sechs Monaten liegt die Beweislast dafür beim Verkäufer. Danach liegt die Beweispflicht beim Käufer. Und die Ansprüche bestehen nur gegen den Händler – macht der Pleite, hat der Verbraucher Pech. 

 

Dann bleibt der Hersteller mit seiner Neuwagen-Garantie. Nicht inbegriffen sind – wie auch bei der Sachmängelhaftung – Verschleißschäden wie abgenutzte Bremsbeläge. Größter Vorteil: Bei der Garantie spielt es keine Rolle, wann der Mangel auftritt. Er muss behoben werden, europaweit. Vorausgesetzt, das Auto wird ordnungsgemäß gewartet. Egal, ob in einer freien Fach- oder Vertragswerkstatt, wenn die Wartung nach den Vorgaben des Herstellers erfolgt.

Danach: Anschlussgarantie bzw. Kulanz

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Abgenutzte Bremsbeläge sind Verschleißschäden. ©iStock.com/x-reflexnaja

Nach Ablauf der Sachmängelhaftung sowie der Neuwagengarantie endet der Schutz. Vor Reparaturkosten kann sich der Autokäufer dann nur durch den Erwerb einer Anschlussgarantie schützen, wenn eine solche angeboten wird. Oder er setzt auf die freiwillige Kulanz des Herstellers. Oft sind die Hersteller heutzutage jedoch weniger kulant als früher. Daher ist es sinnvoll, schon beim Neukauf eine Garantieverlängerung auszuhandeln. Bei den Garantien geht der Trend nach oben: Ford und Porsche haben nachgezogen und beseitigen zwei Jahre Mängel kostenlos. Einzig BMW gewährt gar keine Garantie. Schwäche: Bei Ärger muss sich der Kunde mit dem Händler auseinandersetzen.

 

Garantie-Wettlauf zugunsten der Autokäufer

Asiatische Hersteller werben dagegen gern mit Garantien: Subaru und Hyundai geben fünf, Kia bisher ungeschlagene sieben Jahre. Ein Wettlauf, über den sich Autokäufer freuen können.

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Garantie

Bei einer Garantie handelt es sich um einen Anspruch, der auf einem Garantievertrag zwischen Kunde und Garantiegeber – also Verkäufer bzw. Hersteller – beruht. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Übernahme einer Garantie besteht nicht. Daher muss man zunächst klären, ob man mit dem Neuwagen auch eine Garantie mitgekauft hat.

Auf Garantiebedingungen achten

Regelmäßig räumt der Hersteller für Neufahrzeuge eine Neuwagengarantie ein. Daneben kann man häufig Anschlussgarantien oder spezielle Durchrostungsgarantien erwerben. Wichtig: Garantiebedingungen vergleichen!

Verschleiß schließt Garantie aus

Eine Garantie gibt dem Kunden nur das Recht zur kostenlosen bzw. kostenanteiligen Reparatur. Vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern kann der Kunde nicht. Zudem enthalten Garantieverträge Bestimmungen, die die Leistung für bestimmte Fälle ausschließen (z.B. bei Verschleiß) oder auf bestimmte Fahrzeugteile beschränken. Auch werden Reparaturkosten ab einem bestimmten Fahrzeugalter und bzw. oder einer bestimmten Laufleistung nur noch anteilig übernommen.
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Sachmängelhaftung

Die Sachmängelhaftung ist ein gesetzlicher Anspruch, der die Rechte zwischen Käufer und Verkäufer betrifft und dem Käufer im Vergleich zur Garantie die besseren Bedingungen bietet, weil er den Mangel und dessen Auftreten innerhalb der ersten sechs Monate lediglich konkret darlegen muss. Der Käufer kann das Vorliegen einer Vertragswidrigkeit z.B. dann belegen, wenn das Fahrzeug einen technischen Defekt aufweist.

Maximal zwei Nachbesserungen

Als Kunde kann man im Falle eines Mangels zunächst Nachbesserung verlangen, d.h. es steht einem wahlweise eine Reparatur oder die Lieferung einer mangelfreien Sache zu. Schlägt die Nachbesserung nach maximal zwei Versuchen fehl oder bleibt die Nachlieferung aus bzw. wird vom Verkäufer verweigert, kann man Kaufpreisminderung verlangen oder ggf. vom Vertrag zurücktreten. Das ist der Fall, wenn die Kosten für die Beseitigung des Mangels fünf Prozent des Kaufpreises überschreiten.

Voraussetzung: Der Mangel muss bereits zum Zeitpunkt der Fahrzeugübergabe vorgelegen haben.

Nach den sechs Monaten ist der Käufer in der Beweispflicht für einen Mangel.

Übersicht über Garantie-Laufzeiten der Hersteller

Hersteller  Garantielaufzeit
 Alfa Romeo  2 Jahre
 Audi  2 Jahre
 BMW  2 Jahre Gewährleistung
 Citroen  2 Jahre
 Dacia  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Fiat  2 Jahre
 Ford  2 Jahre
 Honda  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Hyundai  5 Jahre
 Jaguar  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Jeep  4 Jahre
 Kia  7 Jahre oder 150.000 Kilometer
 Lada  3 Jahre
 Land Rover  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Lexus  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Mazda  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Mercedes Benz  2 Jahre
 MINI  2 Jahre Gewährleistung
 Mitsubishi  5 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Nissan  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Opel  2 Jahre
 Peugeot  2 Jahre
 Porsche 2 Jahre 
 Renault  2 Jahre
 Seat  2 Jahre
 Skoda  2 Jahre
 Smart  2 Jahre
 Subaru  5 Jahre oder 160.000 Kilometer
 Suzuki  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Tesla  4 Jahre oder 80.000 Kilometer
 Toyota  3 Jahre oder 100.000 Kilometer
 Volkswagen  2 Jahre
 Volvo  2 Jahre

 

 

Text: Katja Legner

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de