Mangel am Leasingauto

Mann schiebt sein Auto nach Autopanne
Probleme mit dem Leasingauto – diese Rechte haben Sie ∙ © Shutterstock/G-Stock Studio

Hat das Leasingauto in der Sachmängelhaftungszeit einen Mangel, können Sie sich wie ein Käufer an den Händler wenden. ADAC Juristen erklären Ihre Ansprüche.

  • Diese Rechte können Sie geltend machen

  • Informieren Sie den Leasinggeber

  • Nach Ablauf der Sachmängelhaftung: Kulanzantrag beim Hersteller stellen

Ein Sachmangel liegt vor, wenn das Leasingauto schon bei der Übergabe einen Fehler hat, von dem Sie nichts wussten.

Händler kontaktieren

Beim Leasing haben Sie das Fahrzeug nicht gekauft. Eigentümer des Autos ist der Leasinggeber, der in der Regel die Ansprüche aus Sachmängelhaftung an den Leasingnehmer abtritt.

Das heißt für Sie: Sie können sich bei einem Mangel am Leasingauto wie ein Käufer an den Händler wenden. Dies gilt auch, wenn die Ansprüche vor Gericht geltend gemacht werden müssen.

Reparatur des Mangels

Hat das Leasingauto Mängel, können Sie entweder die Reparatur oder die Neulieferung des Fahrzeugs verlangen. Fordern Sie den Händler zur Nachbesserung, d.h. Reparatur, auf und setzen Sie ihm dazu eine Frist.

Geben Sie dem Händler zweimal die Möglichkeit, den Mangel zu reparieren. Ist das Auto danach immer noch defekt, können Sie eine Kaufpreisminderung vom Händler fordern. Diese führt zur Anpassung der Leasingzahlungen (Leasingraten, Sonderzahlung, Restwert).

Führt die Nachbesserung nicht zur Beseitigung des Mangels, können Sie bei einem erheblichen Mangel vom Vertrag zurücktreten. Beim Rücktritt müssen Sie das Auto an den Händler zurückgeben. Für die gefahrenen Kilometer zahlen Sie eine Nutzungsentschädigung. Der Leasinggeber muss Ihnen Sonderzahlungen, angefallene Vertragskosten und die bezahlten Leasingraten zurückerstatten.

Keine Haftung für Verschleißteile

Die Sachmängelhaftungsansprüche bestehen nicht für alle am Leasingfahrzeug auftretenden Mängel. Bei typischen verschleißbedingten Mängeln (z.B. Bremsbeläge, Bremsscheiben, Wischerblätter) können Sie den Leasingvertrag nicht vorzeitig kündigen oder die Raten kürzen.

Sie müssen das Leasingauto in betriebs- und verkehrssicherem Zustand erhalten und (wie ein Eigentümer) die Kosten dafür tragen.

Zwei Jahre Sachmängelhaftung

Wie beim Neuwagenkauf beträgt die Sachmängelhaftungsfrist zwei Jahre.

Lässt sich der Händler auf Ihre Ansprüche nicht ein, müssen Sie innerhalb der Sachmängelhaftungszeit Klage erheben. Diese muss darauf gerichtet sein, dass die Rückzahlung des Kaufpreises an die Leasinggesellschaft erfolgen soll. Diese ist Eigentümerin des Autos und der Kaufvertragspartner des Händlers.
Bei Streit mit dem Händler sollten Sie sich von einem ADAC Vertragsanwalt beraten lassen.

Leasingraten nicht kürzen

Sie dürfen während der Vertragslaufzeit die Leasingraten nicht einbehalten oder kürzen. Dies gilt für alle Mängel, unabhängig davon, ob das Leasingauto wegen der Mängel nicht benutzt werden kann, weil es in der Werkstatt steht.

Die Zahlung der Leasingraten darf nur unterbrochen werden, wenn der Händler mit dem Rücktritt einverstanden ist oder wenn Klage erhoben ist.

Kürzen Sie die Raten, ohne dazu berechtigt zu sein, riskieren Sie, fristlos gekündigt zu werden. Außerdem drohen Schadenersatzforderungen, wenn sich später herausstellt, dass Ihnen kein Rücktrittsrecht zustand.

Lesen Sie in den Leasingbedingungen nach, ob und in welchen Fällen Sie die Zahlung aussetzen können.

Bei Streit: Leasingvertrag prüfen lassen

Wenn es mit dem Händler zu Streit über Ihre Mängelrechte kommt, sollten Sie sich mit einem ADAC Vertragsanwalt in Verbindung setzen. Dieser kann Sie anhand des Leasingvertrags über das weitere Vorgehen beraten.

Angela Baumgarten
Fach-Autorin
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