Start in die Sommerferien: ADAC Stauprognose vom 26. bis 28. Juni

• Lesezeit: 6 Min.

Von Katharina Dümmer

Feedback

Stau auf einer deutschen Autobahn
Sommerferien-Start im Westen: Auf vielen Autobahnen wird es am Wochenende zäh© imago images/Jöran Steinsiek

Sommer, Sonne, Blechlawine: Die Hauptreisezeit beginnt und die Staugefahr auf den Autobahnen steigt spürbar. Den Sommerferien-Auftakt machen drei Bundesländer im Westen. Die Reisewelle stoppt vor allem an Baustellen. Alle Infos.

  • Update: ADAC Staukalender für die 12 Sommerferien-Wochen

  • Ferienauftakt in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland

  • Viele Baustellen, aber wenige Autobahnsperren

  • Auslandsprognose: Fernpass-Route in Tirol wird am Samstag zur Staufalle

Erstes Ferienwochenende staureich, aber ohne Chaos

Wenig Verkehr und leere Fernstraßen: Davon können Autofahrer und Autofahrerinnen an den kommenden zwölf Wochenenden nur träumen. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland fällt an diesem Wochenende der Startschuss für die Sommerferien. Die Staugefahr ist daher im Westen besonders hoch. In Richtung Meer, Berge oder in den Süden unterwegs sind aber auch Reisende aus Nordeuropa sowie Urlaubende, die nicht an Ferientermine gebunden sind. Endlos lange Blechlawinen erwartet der ADAC zum Saisonauftakt auf den Ferienautobahnen aber noch nicht.

Für zahlreiche Staus dürften wegen der anhaltenden Hitzewelle auch Tagesausflügler und Kurzentschlossene sorgen. Auf den Zufahrtsstraßen in die Seenlandschaften und die Berge wird daher große Geduld erforderlich sein.

Für etliche Staus dürften Dauerbaustellen verantwortlich sein. Rund 1000 gibt es davon derzeit auf den Autobahnen. Erfreulich: Es gibt nicht mehr so viele Autobahnsperren wie noch an den vorangegangenen Wochenenden. Nicht befahrbar ist an diesem Wochenende zum Beispiel die A1 Bremen – Lübeck in Hamburg.

Wichtiger Hinweis für Reisende mit Ziel Tirol oder Italien: Die Fernpass-Route B179 in Tirol ist am Samstag, 27. Juni, von 10 bis 12 Uhr wegen einer Demonstration gesperrt. Das Land Tirol rät, den Fernpass großräumig zu umfahren. Auch direkt vor und nach der Demonstration dürfte die Verkehrssituation dort schwierig sein.

Staukalender Sommerferien 2026: Wann es voll wird

Für die Reiseplanung: Von Ende Juni bis Mitte September sind in Deutschland Sommerferien. Im ADAC Staukalender sehen Sie, an welchen Wochenenden es auf Deutschlands Autobahnen besonders voll wird.

Blockabfertigung und Abfahrtssperren

Gut zu wissen: In Deutschland gelten an Wochenenden und an Feiertagen bei Stau Abfahrtssperren bzw. Durchfahrtsverbote auf der A7 im Landkreis Ostallgäu, auf der A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach, auf der A93 Inntalautobahn und B2/B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Aber: Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 Inntalautobahn finden häufig montags und mittwochs statt.

Das sind die besonders belasteten Staustrecken

  • A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Köln

  • A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg

  • A3 Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt; Linz – Passau

  • A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe; Chemnitz – Dresden – Görlitz

  • A5 Karlsruhe – Basel; Kassel – Frankfurt

  • A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg – Pilsen

  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel; Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

  • A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München

  • A10 Berliner Ring

  • A11 Berliner Ring – Kreuz Uckermark

  • A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)

  • A13 Dresden – Schönefelder Kreuz

  • A20 Lübeck – Rostock

  • A21 Kiel – Bargteheide

  • A23 Hamburg – Heide

  • A24 Hamburg – Schwerin – Pritzwalk – Berliner Ring

  • A27 Bremen – Bremerhaven

  • A31 Gronau – Meppen

  • A38 Göttingen – Halle

  • A40 Duisburg – Essen

  • A45 Dortmund – Hagen – Gießen

  • A59 Köln – Bonn

  • A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

  • A81 Singen – Stuttgart – Heilbronn

  • A95 München – Garmisch-Partenkirchen

  • A96 Lindau – München

  • A99 Autobahnring München

Autobahn-Vollsperrungen am Wochenende

Die langfristigen Sperren

Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.

Alle Sperrungen, Baustellen und aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.

Staustrecken Ausland: Brenner und Co.

Der Reiseverkehr im Ausland nimmt immer mehr Fahrt auf. In einigen Ländern bzw. Regionen (u.a. Italien, Schweiz, Polen, Skandinavien) sind bereits Sommerferien. Zu den staugefährdeten Reiserouten zählen:

Österreich

In Österreich gelten bei Stau auf der Autobahn Fahrverbote auf mehreren Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck/Innsbruck Land, Kufstein, Imst und Reutte. Die Sperren gelten seit dem 1. Mai an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie am 2. Oktober (Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit), jeweils von 7 bis 19 Uhr.

Staugefahr wegen Formel-1-Rennen in Spielberg: Das größte Motorsportwochenende des Jahres in Österreich wird am Wochenende Zehntausende Fans in das Murtal bringen und damit für ein sehr hohes Verkehrsaufkommen sorgen. Speziell am Sonntag sollten Gäste, die mit dem Auto anreisen, ein Zeitpolster mitbringen und möglichst zeitig starten, rät der ÖAMTC. Der Club steht mit verstärkter Pannenhilfe vor Ort bereit, um die Fahrzeuge bei Bedarf möglichst rasch wieder flottzumachen. Zu den Staustrecken zählen die A9 Pyhrnautobahn und die S36 Murtal Schnellstraße.

Schweiz

  • A1 Bern – Zürich – St. Margarethen

  • A2 Luzern – Chiasso (Gotthard-Route)

  • A3 Basel – Zürich – Chur

  • A13 Chur – Bellinzona (San-Bernardino-Route)

Gotthard-Tunnel: Neue Sonderspur bei hohem Verkehrsaufkommen

Erleichterung für Autofahrende: Seit Mittwoch, 13. Mai, gibt es auf der Gotthardautobahn A2 an den Portalen des Gotthard-Tunnels eine Sonderspur. Die Sonderspur Airolo/Pässe ermöglicht es, Airolo und die Straße zum Gotthardpass schnell zu erreichen, ohne den Stau auf der Autobahn zu durchfahren und ohne die Kantonsstraße zu verstopfen.

Ziel dieser Spur ist es, den Verkehrsüberlauf auf die Kantonsstraße in Richtung Norden zu reduzieren, der für die Anwohnenden Unannehmlichkeiten und Gefahren mit sich bringt, und die Kapazitätsengpässe des Gotthard-Tunnels an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen zumindest teilweise auszugleichen.

Die Sonderspur Airolo/Pässe ist abhängig von der Verkehrslage und ausschließlich bei befahrbarer Gotthard-Passstraße zugänglich. Die Freigabe der Spur wird stets durch Leuchttafeln und Beschilderung entlang der Strecke angezeigt. Die Autofahrenden werden gebeten, sich an die Beschilderung und die Straßenverkehrsordnung zu halten.

Weitere Infos und Video zum Ablauf auf der Sonderspur findet man beim Schweizer Bundesamt für Straßen.

Italien

  • A9/A7 Schweiz – Mailand – Genua

  • A22/SS12 Brennerroute

Weitere Länder

Zu den Problemstrecken zählen überdies:

  • Fernstrecken zu den kroatischen, französischen, niederländischen Küsten

  • der Balkantransit in Richtung Türkei und Griechenland

  • Hauptverbindungen von und aus Polen und Tschechien

  • Fernstraßen zu den nordeuropäischen Reisezielen

Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich

Seit Mai 2025 wird an allen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. Dabei könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders betroffen sind die Übergänge Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt (Oder) (A12) und Forst (A15).

Hier muss ebenfalls mit Wartezeiten gerechnet werden: am Grenzübergang Ellund auf der A7 in Schleswig-Holstein (Dänemark) und bei Fahrten nach Slowenien, Kroatien, Griechenland und in die Türkei.

Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss

Mit dem ADAC Newsletter immer top informiert!

Im Stau: Rettungsgasse bilden!

Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.

Bußgelder für Autofahrende, die sich nicht an die Vorschriften halten, betragen bis zu 320 Euro.

Rettungsgasse im Ausland: So geht's!