Tankrabatt seit 1. Mai: Benzin- und Dieselpreis fallen, aber nicht genug!
Von Sabrina Doschek

Seit dem 1. Mai um Mitternacht greift der Tankrabatt. Er soll die drastischen Preissteigerungen bei Benzin und Diesel seit Beginn des Irankriegs abmildern. So wirkt er sich an der Zapfsäule aus.
Energiesteuer seit 1. Mai um ca. 14 Cent gesenkt
Benzin- und Dieselpreise sinken, ADAC fordert weiteren Rückgang
Tankrabatt gilt für zwei Monate
Tankrabatt: So wirkt er sich aus
Seit dem 1. Mai greift der Tankrabatt: Der Bund hat die Energiesteuer um ca. 14 Cent gesenkt. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben – gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
An den Tankstellen ist diese Steuersenkung bis zum 2. Mai aber nur zum Teil angekommen. Im Vergleich zum 30. April reduzierten sich die Durchschnittspreise für Diesel und Benzin E10 nämlich nur um jeweils rund 12 Cent. Bei Super E10 ging der Preis vom 30. April bis zum 2. Mai auf 2,003 Cent zurück (-12,3 Cent), der Preis für Diesel sank auf 2,093 Cent (-12,2 Cent).
Im Vergleich zum 1. Mai erhöhten sich die Preise für beide Kraftstoffsorten sogar wieder um rund 1,5 Cent. Und auch um 8 Uhr am Morgen des 3. Mai lagen die Preise höher als am Vortag zur gleichen Uhrzeit. Damit geht die Entwicklung erneut in die falsche Richtung, so der ADAC.
Das ist auch deshalb kaum verständlich, weil der Ölpreis seit den kurzfristigen Höchstständen am 30. April nachgegeben hat. Eigentlich müsste also zusätzlicher Spielraum für weitere Preissenkungen bestehen. Der ADAC fordert deshalb, dass die Steuersenkung im Laufe des Tages vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts, der seit dem 1. Mai 2026 gilt, wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Iran-Krieges Anfang März 2026 sind die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hat sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (s. u.) am 1. April. Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs folgenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei E10 fehlten am 6. April, dem Tat mit dem bislang höchsten Stand des Jahres, bei 2,192 Euro je Liter nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukraine-Kriegs 2022.
Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.
Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich
In der Woche bis zum 28. April, also vor Einführung des Tankrabatts, wurden Benzin und Diesel teurer. Wie die ADAC Auswertung zeigt, sind die Preise für Diesel gegenüber der Vorwoche um 7,1 Cent je Liter und für Super E10 um 4,4 Cent gestiegen.
Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche
Der Rohölpreis als wichtigster Faktor bei der Entstehung der Kraftstoffpreise lag mit rund 104 US-Dollar (ca. 89 Euro) für die Sorte Brent am Dienstag, 28. April, deutlich über dem Niveau der Vorwoche. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich der Ölpreis um mehr als 70 Prozent erhöht. Die für den globalen Öl- und Gastransport zentrale Straße von Hormus ist weiterhin blockiert – eine Öffnung ist derzeit nicht absehbar, und damit auch keine nachhaltig fallenden Ölpreise.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mitarbeit: Katharina Dümmer
Mit Material von dpa.