Benzinpreis und Dieselpreis: ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel an Tankstellen
Von Redaktion

Tanken bleibt teuer! Im Vergleich zur Vorwoche hat Super E10 leicht nachgegeben, Diesel bleibt nahezu unverändert. Jetzt hat sich die Regierung auf eine Neuauflage des Tankrabatts verständigt. Der ADAC fordert zudem die Abschaffung der 12-Uhr-Regel an Tankstellen. Alle Infos.
Tankrabatt soll ab Oktober für Entlastung sorgen, Spritpreisdeckel ab Januar
ADAC fordert: 12-Uhr-Regel an Tankstellen abschaffen
Wochenvergleich: Super E10 um 3,3 Cent günstiger, Diesel um 0,6 Cent teurer
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Rekordwerte: Benzin und Diesel so teuer wie nie zuvor
Am Donnerstag, 17. September, kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,308 Euro, der Liter Diesel 2,471 Euro. Damit sind sowohl Super E10 als auch Diesel auf neue Allzeit-Höchststände gestiegen. Der bisherige Rekord beim Diesel wurde am 7. April 2026 erreicht.
Neuauflage des Tankrabatts ab Oktober geplant
Bund und Länder haben sich angesichts dieser Rekordjagd darauf verständigt, Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen mit einem neuen Tankrabatt von Anfang Oktober bis Ende Dezember zu entlasten. Dazu soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter gesenkt werden. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt das eine Entlastung von knapp 17 Cent pro Liter. Im Januar 2027 will die Koalition dann einen Spritpreisdeckel einführen. Seine genaue Funktionsweise muss noch ausgestaltet werden, auf Dauer will ihn die Regierung jedenfalls nicht einsetzen. Die Neuauflage des Tankrabatts soll Autofahrende schnell entlasten, stößt aber auf Kritik. So fordern Sozialverbände gezieltere Maßnahmen für Haushalte mit geringem Einkommen.
ADAC: Entlastungspaket ist wichtiges Signal
Der ADAC begrüßt die befristete Energiesteuersenkung als Entlastung für Autofahrende und fordert, dass der Tankrabatt vollständig weitergegeben wird. Zudem möchte der Mobilitätsclub in die Planungen für einen m öglichen Spritpreisdeckel eingebunden werden. Direktauszahlungen sieht der ADAC ebenfalls als sinnvolle Entlastungsmaßnahme, die Bundesregierung solle dafür flexiblere Voraussetzungen schaffen. Außerdem fordert der ADAC von Bund und EU, alternative Kraftstoffe stärker zu fördern und ihre Verfügbarkeit auszubauen, um Mobilität unabhängiger vom Ölpreis und die Versorgung sicherer zu machen.
ADAC fordert zudem Abschaffung der 12-Uhr-Regel
Der ADAC spricht sich außerdem für die Abschaffung der 12-Uhr-Regel an den Tankstellen aus. Die Regel hat zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht – das habe die Preise aber keinesfalls gesenkt. Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet. Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen. Die 12-Uhr-Regel habe ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. "Deshalb sollte sie abgeschafft werden", so ADAC Verkehrspräsident Peter König.
Wochenvergleich: Tanken bleibt teuer
Im direkten Wochenvergleich ist der Preis für Super E10 leicht gesunken, der Dieselpreis nahezu unverändert. Laut aktueller ADAC Auswertung kostete ein Liter Super E10 am Dienstag, 22. September, 2,267 Euro und ist damit 3,3 Cent günstiger als vor einer Woche. Für Diesel zahlten Autofahrende im bundesweiten Durchschnitt am Dienstag, 22. September, 2,428 Euro je Liter, im Wochenvergleich ein Anstieg von 0,6 Cent.
Der aktuelle Ölpreis im Wochenvergleich
Zuletzt haben die Ölpreise etwas nachgegeben und sich bei etwa 100 Dollar für das Fass der Sorte Brent eingependelt. Damit bleibt Öl teuer und eine spürbare Entlastung an den Tankstellen ist nicht absehbar. Am Dienstag, 22. September, kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 98,620 US Dollar. Nach Ansicht des ADAC ist das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen weiterhin zu hoch. Zwar beeinflussen neben dem Rohölpreis auch der Euro-Dollar-Wechselkurs und die internationalen Produktmärkte die Kraftstoffpreise, der Rückgang des Ölpreises spiegelt sich bislang jedoch nur teilweise in den Preisen an den Zapfsäulen wider. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterhin Erklärungsbedarf.
Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Hoher Spritpreis: So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt. Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben.
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Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.