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Coronavirus: Ihre Rechte als Reisende

Frau plant ihren Urlaub mit ihrem Laptop
Fernweh in Zeiten von Corona: Was müssen Reisende beachten bei Buchung und Storno? ∙ © iStock.com/hocus-focus

Reiserücktritt, Storno, Einreisestopp: Was bedeutet das Coronavirus für Reisende? Welche Rechte haben sie, wann zahlt eine Versicherung? Was gilt für Urlauber aus Corona-Risikogebieten? Und was muss man beachten, wenn man jetzt eine Reise bucht?

  • Bei einer neuen Buchung genau auf Storno-Bedingungen achten

  • Freiwillige Reisegutschein-Lösung mit staatlicher Absicherung beschlossen

  • Die Reiserücktrittsversicherung zahlt nicht bei Reisewarnung und Einreiseverboten

Sicherheitshinweis statt Reisewarnung: Was bedeutet das für Urlauber?

Am 15. Juni hat die Bundesregierung ihre Reisewarnung für die meisten europäischen Länder wieder aufgehoben. Die bis dahin pauschal verhängte weltweite Warnung wird ersetzt durch individuelle Reise- und Sicherheitshinweise sowie (Teil-)Reisewarnungen für einzelne Länder. Für über 160 Länder außerhalb der EU wird die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes* jedoch bis 31. August verlängert - Ausnahmen sind dabei möglich.

Welche Einreisebestimmungen in einzelnen Ländern gelten, erfahren Sie hier.

Das ist der Unterschied: Reisewarnungen sind selten und enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region (Teil-Reisewarnung) zu unterlassen. Sie werden nur ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen gewarnt werden muss. Dies ist zwar kein generelles Reiseverbot, aber eine ernst zu nehmende Empfehlung. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten.

Reise- und Sicherheitshinweise* gibt es für zahlreiche Länder. Sie machen auf besondere Risiken aufmerksam und können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken. Gegebenenfalls wird von nicht unbedingt erforderlichen oder allen Reisen abgeraten.

Eine Pauschalreise kostenfrei stornieren können Kunden dann, wenn außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen oder unmöglich machen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt als starkes Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände. Reise- und Sicherheitshinweise alleine reichen hierfür meist nicht aus. Näheres siehe Absatz: Wann kann man eine Pauschalreise stornieren?

Entscheidend ist immer die Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen. Dies ist im Einzelfall zu prüfen. Bei Individualreisen gelten andere Regeln, siehe Absatz: Wann können Sie wegen Covid-19 eine Individualreise stornieren?

Was muss man beachten, wenn man jetzt trotz Corona bucht?

Wer jetzt angesichts der Lockerungen in Deutschland überlegt, eine Reise oder eine Unterkunft neu zu buchen, sollte sich genau die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ansehen: Dort sind die Stornobedingungen enthalten. Wichtig ist vor allem, ob und bis wann eine Buchung kostenlos stornierbar ist. Einige große Reiseveranstalter haben ihre Stornobedingungen für neue Buchungen angepasst. Fragen Sie nach, bevor Sie buchen.

Auch mit kleineren Anbietern von Hotels oder Ferienwohnungen kann man in der jetzigen Corona-Sondersituation eventuell individuelle Regelungen aushandeln. Diese sollte man sich aber unbedingt schriftlich bestätigen lassen. Bedenken Sie vor der Buchung, dass Sie möglicherweise nicht alle Angebote des Hotels (z.B. Sauna, Schwimmbad etc.) nutzen können. Fragen Sie im Zweifel beim Hotel nach.

Beachten Sie vor der Buchung auch, dass Sie nach der Reise als Rückkehrer aus einem Corona-Risikogebiet in Quarantäne geschickt werden könnten. Viele landesrechtliche Regelungen* sehen das vor. Es kann auch arbeitsrechtliche Schwierigkeiten nach sich ziehen, wenn Sie nach dem Urlaub Ihrem Arbeitgeber erklären müssen, dass Sie wegen der angeordneten Quarantäne nicht zur Arbeit kommen können. Erkundigen Sie sich daher vor der Reise über die aktuellen Regelungen in Ihrem Bundesland. Mehr zum Thema Quarantäne

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Shutterstock

Infektionen: Was gilt, wenn Tourismus in Deutschland wieder eingeschränkt wird?

Wenn die Infektionszahlen in Ihrer Urlaubsregion wieder steigen, kann der Tourismus durch Landesgesetze wieder eingeschränkt oder verboten werden. Dann muss der Hotelier oder Vermittler von Ferienwohnungen von sich aus stornieren, weil er die touristische Übernachtung wegen der Corona-Pandemie nicht weiter anbieten darf.

Das Gleiche gilt, wenn Sie aufgrund landesrechtlicher Regelungen in der Urlaubsregion nicht beherbergt werden dürfen, weil Sie aus einem Corona-Risikogebiet in Deutschland kommen, das mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen aufweist. In zahlreichen Bundesländer dürfen diese Gäste nicht übernachten (zuletzt z.B. Urlauber aus dem Landkreis Gütersloh).

Wenn Sie noch gar nicht angereist sind, darf der Hotelier dann keine Stornokosten verlangen. Er muss auch eine eventuell geleistete Anzahlung zurückerstatten.

Wenn die Beschränkungen wieder aufleben, solange Sie vor Ort sind, müssen Sie gegebenenfalls sofort abreisen. Der Hotelier kann den Zimmerpreis nur für die schon verbrachten Nächte verlangen. Achtung: zusätzliche Kosten für die Rückreise (z.B. neues Bahnticket) werden nicht erstattet.

Ausreiseverbot in Deutschland: Was müssen Reisende wissen?

Durch die Ausreiseverbote, auf die Bund und Länder sich geeinigt haben, soll es zwar keine Beschränkungen für ganze Landkreise oder kreisfreie Städte geben. Um zielgenau auf Covid-19-Ausbrüche reagieren zu können, sind lokale Sperren jedoch möglich. In welchem Umfang ­- z. B. nur für einzelne Häuser oder Straßen - ist derzeit nicht klar. Kann man wegen eines lokalen Ausreiseverbots einen gebuchten Urlaub nicht antreten, dürfte dies zu Lasten des Reisenden gehen. Er muss gegebenenfalls stornieren und bei Pauschalreisen dem Veranstalter Stornokosten bezahlen. Auch bei Individualleistungen, etwa nur Flug oder Ferienwohnung, liegt das "Wegerisiko" grundsätzlich beim Urlauber. Mehr zum Thema Ausreiseverbote

Service vor Ort: In Ihrer ADAC Geschäftsstelle

Aktuelle Informationen zu Ihrem Reiseziel, Toursets und die aktuelle Motorwelt exklusiv für ADAC Mitglieder, außerdem Reiseführer, Vignetten und persönliche Beratung rund um Ihre Mobilität: Das alles bieten die ADAC Geschäftsstellen ganz in Ihrer Nähe.

Und auch telefonisch ist der Club für Sie da - unter Tel. 0800 5 10 11 12 (Mo-Sa 8-20 Uhr).

Auf adacreisen.de finden Sie ebenfalls umfassende Informationen zu unterschiedlichen Destinationen weltweit sowie aktuelle Reiseangebote.

Muss man einen Reisegutschein akzeptieren?

Viele Veranstalter bieten Reisenden derzeit für ausgefallene oder abgesagte Reisen einen Reisegutschein an. Dieser kann bei einer späteren Buchung eingelöst werden. Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Gutschein zu akzeptieren, sondern haben das Recht, Ihren Reisepreis zurückzubekommen.

Eine freiwillige Gutscheinlösung für Pauschalreisen wurde vom Bundestag beschlossen. Diese sieht vor, dass Reiseveranstalter ihren Kunden statt der sofortigen Erstattung einen Gutschein für eine spätere Reise anbieten können. Werden die Gutscheine nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, erhalten Pauschalreisende innerhalb von 14 Tagen das Geld zurück.

Sollte im Fall einer Pleite des Reiseveranstalters die Insolvenzabsicherung für den Wert des Gutscheins nicht ausreichen, wird dessen Wert durch eine staatliche Garantie in vollem Umfang abgesichert. Voraussetzung ist, dass die Reise vor dem 8. März 2020 gebucht wurde und wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte.

Haben Kunden bereits vor Inkrafttreten der Neuregelung von Reiseveranstaltern für wegen der Pandemie ausgefallene Reisen Gutscheine erhalten, sollen diese an die Vorgaben des Gesetzes angepasst werden.

Für die Ausstellung, Übermittlung und Einlösung des Gutscheins dürfen Reisenden keine Kosten in Rechnung gestellt werden.

Die Annahme des Gutscheins ist freiwillig, die Kunden sind nicht dazu verpflichtet. Sie können den Gutschein auch ablehnen und damit die sofortige Erstattung beanspruchen.

Die jetzt beschlossene freiwillige Gutscheinlösung mit staatlicher Absicherung gilt jedoch nur für Pauschalreisen (also die Kombination aus mehreren Leistungen, z.B. Flug und Hotel). Anders ist die Lage bei Rückerstattung von Flugtickets, Infos dazu siehe Absatz: Wann können Sie wegen Covid-19 eine Individualreise stornieren?

Wer zahlt bei wegen Sars-CoV-2 abgesagten Veranstaltungen?

Großveranstaltungen bleiben generell bis 31. Oktober untersagt. Hier besteht nach derzeitiger Rechtslage ein Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises für die Veranstaltung, jedoch nicht der Kosten des dafür separat gebuchten Hotels oder der Anreise. Das Bundeskabinett hat eine Gutscheinlösung als Ersatz von Tickets für abgesagte Kulturveranstaltungen beschlossen, Bundestag und Bundesrat haben jetzt zugestimmt.

Seit 20. Mai 2020 gilt nun: Bei Corona-bedingter Absage einer Kulturveranstaltung dürfen Veranstalter den Ticketinhabern Gutscheine in Höhe des ursprünglichen Eintrittspreises (inklusive Vorverkaufsgebühren) ausstellen. Diese können entweder für den Nachholtermin oder für ein gleichwertiges Angebot eingelöst werden. Sollte das für die Gutscheininhaber aufgrund ihrer persönlichen Lebensverhältnisse unzumutbar sein, können sie von den Veranstaltern die Auszahlung verlangen. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 erstattet.

Corona: Wann zahlt eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung greift nur dann, wenn Sie die gebuchte Reise aus einem versicherten Grund nicht antreten können, z.B. bei einer unerwarteten schweren Erkrankung (ärztliches Attest). In diesem Fall werden die vertraglich geschuldeten Stornokosten übernommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Versicherung vor der Erkrankung abgeschlossen haben.

Müssen Sie Ihre Reise wegen einer unerwarteten schweren Erkrankung abbrechen oder können Sie deshalb die Rückreise nicht pünktlich antreten, erstattet eine Reiseabbruchversicherung im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung die anfallenden Mehrkosten (z.B. Umbuchung) und die notwendigen zusätzlichen Rückreise- und Unterkunftskosten.

Achtung: Viele Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen. Am 11. März wurde Covid-19 als Pandemie eingestuft. Bei einer Erkrankung am Coronavirus nach dem 11. März 2020 ist bei Versicherungen, die eine solche Klausel enthalten, daher kein versicherter Rücktrittsgrund mehr gegeben.

Dagegen schließt zum Beispiel die ADAC Reiserücktrittsversicherung eine Pandemie in ihren Verträgen nicht aus: Das heißt, im Fall eines positiven Corona-Tests liegt eine Krankheit vor, die eine Reiseunfähigkeit auslöst. Die Vorlage eines ärztlichen Attests bei der Versicherung ist jedoch zwingend nötig, damit sie in Leistung geht.

Individuelle Ängste oder Sorge vor Ansteckung sind keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt.

Eine (Teil-)Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt in der Reiserücktrittsversicherung nicht als versichertes Ereignis. Die Reiserücktrittsversicherung greift also nicht.

Auch im Fall eines Einreiseverbots für bestimmte Nationalitäten kommt die Reiserücktrittsversicherung nicht für die entstandenen Kosten auf.

Coronakrise: Antworten auf Mitgliederfragen

Wer zahlt bei Reise-Storno oder Kreuzfahrt-Absage? Was gilt für Urlauber aus Corona-Risikogebieten? Hunderte Fragen erreichen die ADAC Clubjuristen täglich. Hier einige Antworten

Covid-19 am Urlaubsort: Wann kann man eine Pauschalreise stornieren?

Reisende können jederzeit ihre Pauschalreise (z.B. Flug und Hotel) stornieren. Allerdings kann der Veranstalter dann eine Stornogebühr verlangen. Eine kostenfreie Stornierung ist nur in folgenden Fällen möglich:

  1. Wenn bei einer Reise die Anreise oder Durchführung durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird (z.B. weil ein generelles Einreiseverbot für den gebuchten Ort besteht oder Züge nicht mehr fahren). Der Reisende muss im Streitfall beweisen, dass das für seine konkrete Reise gilt. Dies muss in jedem Einzelfall geprüft werden.

    Bei Reisen, die nicht unmittelbar bevorstehen, und bei denen daher unklar ist, ob die außergewöhnlichen Umstände dann noch bestehen, empfiehlt es sich, die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten.

    Nach der Rechtsprechung gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bei Auslandsreisen als starkes Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände.

    Die Reisewarnung für Staaten außerhalb der EU/Schengen-Gebiet* gilt aktuell bis 31. August 2020. Das Auswärtige Amt betont aber, dass eine vorzeitige Aufhebung für einzelne Länder möglich ist. Maßgeblich hierfür sind u.a. die Pandemie-Entwicklung, stimmige Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus sowie verlässliche Hin- und Rückreisemöglichkeiten.

    Aktuelle Hinweise auf der Homepage des Auswärtigen Amtes*

    Ob eine solche "Reisewarnung mit Vorbehalt" ebenfalls als Indiz für das Vorliegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände ausreicht, ist gerichtlich bislang nicht geklärt. Urlauber, die eine Pauschalreise stornieren möchten, sollten daher mit Ihrem Reiseveranstalter in Kontakt treten und zunächst nach einer einvernehmlichen Lösung (z.B. einer kostenlosen Umbuchung) fragen.

  2. Ein kostenfreier Rücktritt ist auch immer dann möglich, wenn der Veranstalter erhebliche Leistungsänderungen vornimmt oder die Reise mit erheblichen Mängeln behaftet ist. Wenn also ein wesentlicher Teil der Pauschalreiseleistung nicht stattfindet, z.B. zentrale Sehenswürdigkeiten gesperrt sind, kann der Reisende kostenfrei zurücktreten. Was erhebliche Änderungen/Mängel sind, ist im Einzelfall anhand des konkreten Vertragsinhalts zu beurteilen. Zu Corona-Maßnahmen wie z.B. Maskenpflicht gibt es in diesem Zusammenhang noch keine Gerichtsurteile. Urlauber sollten sich daher vorab bei ihrem Veranstalter erkundigen, ob die Reise so wie geplant durchgeführt wird und mit welchen Einschränkungen und Auflagen zu rechnen ist.  

    Werden Pauschalreisen vom Veranstalter abgesagt, kann sich der Urlauber den Preis zurückerstatten lassen. Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter wegen entgangener Urlaubsfreuden kommen nicht in Betracht, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat.

    Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. Ansprechpartner ist auch hier der Veranstalter als Vertragspartner. Das Auswärtige Amt rät derzeit von Kreuzfahrten aufgrund der besonderen Risiken dringend ab. Hiervon ausgenommen sind Flusskreuzfahrten innerhalb der EU bzw. Schengen mit besonderen Hygienekonzepten. Die Ausnahme gilt auch für Kreuzfahrten auf Schiffen mit spezifischen Hygienekonzepten, deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginnt und ohne Anlegen im Ausland wieder in einem deutschen Hafen endet. Diese Empfehlung ist ein Reise- und Sicherheitshinweis, der alleine für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände meist nicht ausreicht. Auch hier muss der Einzelfall geprüft werden.

Wann können Sie wegen Covid-19 eine Individualreise stornieren?

Wenn der Anbieter die Leistung (z.B. den Flug oder die Übernachtung) absagt, kann der Urlauber bereits getätigte (An-)Zahlungen zurückfordern. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet

Von sich aus kann der Reisende bei Anwendung des deutschen Rechts nur dann kostenfrei stornieren, wenn die Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Das wäre zum Beispiel denkbar, wenn das gebuchte Hotel in einer Region liegt, für welche die Behörden ein generelles Einreiseverbot ausgesprochen haben, der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Regionen gelten. Wenn der Urlauber deshalb gar nicht anreisen kann, darf ein Hotelier nicht den Zimmerpreis verlangen.

Sollten in einem Bundesland touristische Übernachtungen wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt sein, darf der Hotelier/Vermittler von Ferienwohnungen dort keine Zimmer zu diesem Zweck anbieten. Er kann bei einer Stornierung keine Stornokosten verlangen.

Ob Corona-Auflagen schwer wiegende Mängel bedeuten, muss im Einzelfall geklärt werden. Wenn z.B. ein Wellnessurlaub gebucht wurde, jedoch Pool, Sauna und Spa geschlossen bleiben, kann es möglich sein, den Preis zu mindern oder kostenfrei zu stornieren. Ebenso, wenn der Hotelier z.B. nur einen verkürzten Aufenthalt oder ein anderes Reisedatum anbietet, weil er sein Haus nicht voll belegen darf. Aufgrund der vielen rechtlichen Unsicherheiten empfiehlt es sich, eine Einigung mit den Hotelier/Vermieter zu suchen.

Wenn Sie das Hotel oder die Ferienwohnung direkt im Ausland oder über einen deutschen Online-Hotel-Vermittler gebucht haben und die Buchungsbedingungen keine Regelungen zum anwendbaren Recht enthalten, kommt ausländisches Recht zur Anwendung. In zahlreichen EU-Mitgliedstaaten legen die Hotelbetreiber selbst fest, ob die Zimmer kostenlos storniert werden dürfen, ob Stornogebühren fällig werden oder ob der komplette Betrag bezahlt werden muss. Vorrangig sind daher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Vermieter/Hoteliers maßgeblich. Urlauber sollten deshalb versuchen, die Lage direkt mit diesen zu klären - im Streitfall über einen Rechtsanwalt.

Nach unseren derzeitigen Informationen kommt in den folgenden Ländern eine kostenlose Stornierung in Betracht, sofern der Anbieter seine Leistung nicht erbringen kann (z. B. weil sich das Hotel in einem Quarantäne-Gebiet befindet) und eine Art höhere Gewalt vorliegt: Finnland, Griechenland, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien. Allerdings gibt es in einigen Ländern auch Konzepte für eine Gutscheinlösung statt der Rückzahlung in bar (z. B. Italien, Spanien, Griechenland). Hier kann es jederzeit zu Änderungen kommen.

Achtung: Wenn Individualleistungen (z.B. Flug, Zugfahrt oder Hotelzimmer) ohne Einschränkungen erbracht werden können, Urlauber ihre Reise jedoch aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr antreten wollen, kann der jeweilige Leistungsträger (z.B. Airline, Bahn oder Hotelier) bei der Absage durch den Reisenden die Flugscheinkosten bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen. Manche AGB sehen hier pauschale Stornokosten vor. Ob ein kostenfreier Rücktritt möglich ist, wenn der Gast nicht anreisen kann, weil er selbst zuhause unter Quarantäne gestellt wurde, ist bislang gerichtlich nicht geklärt.

Das gilt bei Flügen und Bahnfahrten

Grundsätzlich steht es dem Fluggast frei, einen gebuchten Flug jederzeit zu stornieren. Die Fluggesellschaft kann dann Stornokosten, die in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen festgelegt sind, verlangen. Es gibt auch Tarife, die überhaupt nicht kostenfrei storniert werden können.

Ob im Fall einer drohenden Quarantäne ein kostenfreies Rücktrittsrecht des Fluggastes besteht, ist rechtlich nicht geklärt. Es empfiehlt sich daher, mit der Fluggesellschaft eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Viele Fluggesellschaften bieten aus Kulanz kostenfreie Umbuchungen oder Gutscheine an, z.B. die Lufthansa, Details auf lufthansa.com*.

Bei der Anwendbarkeit ausländischen Rechts können Abweichungen zur deutschen Rechtslage gelten: in Italien und Spanien beispielsweise können Flüge bei höherer Gewalt kostenfrei storniert werden. Zur Klärung, welches Recht auf den konkreten Flug Anwendung findet, sollte geprüft werden, ob der Beförderungsvertrag eine Rechtswahlklausel enthält.

Werden Flüge aufgrund von außergewöhnlichen Umständen durch die Airline abgesagt, können Fluggäste nur den Ticketpreis zurückverlangen. Ansprüche auf die pauschale Ausgleichszahlung bestehen nicht. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet

Dagegen können sich Bahnunternehmen nicht auf "höhere Gewalt" berufen. Die Fahrgastrechte, die für den Fall einer Verspätung ab 60 Minuten oder eines Zugausfalls eine Entschädigung vorsehen, gelten auch, wenn die Verspätung auf außergewöhnlichen Umständen beruht.

Die Deutsche Bahn hat für alle bis einschließlich 13. März gekauften Tickets für Fahrten zwischen dem 13. März und dem 4. Mai 2020 Kulanzregelungen* eingeführt: Reisende, die ihre Fahrt innerhalb Deutschlands verschieben möchten, können ihre Tickets bis zum 31. Oktober 2020 flexibel nutzen. Wer seine Fahrt nicht mehr antreten möchte, kann gebuchte Tickets kostenfrei in einen Gutschein umwandeln lassen. Außerdem gelten neue Kulanzregelungen für BahnCard Inhaber*: Sie können Gutscheine im Wert zwischen 10 und 50 Euro erhalten.

Was kann man jetzt tun, wenn eine Reise bevorsteht?

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte beim Veranstalter nachfragen, ob die Reise durchgeführt werden kann. Liegen die Voraussetzungen für kostenfreie Stornierung nicht vor, sucht man am besten nach einer einvernehmlichen kulanten Lösung (z.B. Umbuchung).

Steht die Reise erst in mehreren Wochen oder Monaten bevor, sollte man zunächst die Entwicklung der Situation im Reiseland abwarten. Der Rücktritt vom Reisevertrag sollte immer nur das letzte Mittel sein, wenn klar ist, dass die Reise mit signifikanter Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen einer Coronavirus-Pandemie betroffen sein wird.

Auch wer individuell gebucht hat, zum Beispiel Flug oder Hotel, sollte zunächst Kontakt mit dem jeweiligen Vertragspartner aufnehmen, um zu erfahren, ob die Leistung erbracht werden kann. Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanzlösung suchen.

Corona-Pandemie: Kostenerstattung bei Einreisesperre?

Ob Individualurlauber im Falle einer Einreisesperre für bestimmte Nationalitäten (aktuell z.B. für Deutsche in einigen Ländern) kostenfrei von einer Reise zurücktreten können oder ob sie die Stornokosten tragen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Wegen der Einzigartigkeit der aktuellen Pandemie gibt es dazu bisher keine klare Rechtsprechung.

Das Gleiche gilt für die Situation, wenn Sie wegen landesrechtlicher Regelungen nicht zu touristischen Zwecken in Ihre Urlaubsregion in Deutschland einreisen dürfen, weil Sie aus einem Corona-Risikogebiet in Deutschland stammen. Erkundigen Sie sich vor der Anreise über die landesrechtlichen Regelungen in Ihrem Urlaubsort und wenden Sie an Ihren jeweiligen Anbieter, um eine (Kulanz-)Regelung für Ihre Buchung zu finden.

Ein kostenfreier Rücktritt ist möglich, wenn die Durchführung der Pauschalreise beziehungsweise Anreise durch sogenannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. In diesem Fall kann der Reisende kostenfrei zurücktreten. Reisende, die eine Reise nicht antreten wollen, sollten mit ihrem Veranstalter in Kontakt treten, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Grenzschließung: Kündigung der Pauschalreise möglich

Schließt ein Reiseland wieder seine Grenzen, können Sie kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten. Ein kostenfreier Rücktritt ist möglich, wenn die Durchführung der Reise beziehungsweise Anreise durch so genannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Bei einer Grenzschließung kann der Reiseveranstalter die Pauschalreise nicht mehr durchführen. Deshalb ist eine kostenlose Stornierung der Pauschalreise möglich. Nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter Kontakt auf, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Bei einer Individualreise müssen Sie sich bei einer Grenzschließung ebenfalls an Ihren Anbieter wenden. Kann die gebuchte Leistung wegen der Grenzschließung nicht erbracht werden, kann zum Beispiel der Hotelier keine Stornokosten verlangen. Wird die Leistung aber erbracht und möchte der Urlauber stornieren, fallen evtl. Stornogebühren für den Urlauber an.

Was gilt, wenn Reisende bereits unterwegs sind?

Wer seine Reise nur aufgrund von Angst vor einer Ansteckung nicht weiterführen möchte, muss unter Umständen die Kosten für die Stornierung bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen selbst tragen.

Wer bereits unterwegs ist, kann seine Pauschalreise kündigen, wenn diese wegen außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht mehr durchgeführt werden kann, z.B. Hotels aufgrund von behördlichen Anordnungen geschlossen oder Ausgangssperren eingerichtet werden. Der Reiseveranstalter bleibt auch nach der Kündigung durch den Reisenden verpflichtet, für die Rückbeförderung zu sorgen und muss dabei entstehende Mehrkosten übernehmen. Es empfiehlt sich daher zunächst Rücksprache mit dem Veranstalter zu halten.

Wird eine Pauschalreise vorzeitig abgebrochen, können Reisende die Kosten für die nicht stattgefundenen Urlaubstage anteilig zurück erstattet verlangen. Auch zusätzliche Kosten z.B. für Ausflüge, die über den Veranstalter dazugebucht wurden, aber nicht stattgefunden haben, kann der Reisende zurückverlangen. Schadenersatzansprüche für z.B. die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit kommen nur in Betracht, wenn den Reiseveranstalter ein Verschulden trifft. Dies ist nicht der Fall, wenn die Reise wegen außergewöhnlicher Umstände abgebrochen werden musste.

Vom Veranstalter kann man eine Preisminderung verlangen, wenn es bei der Durchführung der Reise zu Mängeln kommt, weil zum Beispiel einzelne Sehenswürdigkeiten nicht besucht werden können – auch wenn den Veranstalter kein Verschulden trifft.

Wer selbst mit dem Auto in Europa unterwegs ist, erfährt hier, wie er am besten zurück nach Deutschland kommt.

Coronavirus-Quarantäne oder Flugausfall: Wer kommt für die Kosten auf?

Findet die Rückreise nicht wie geplant statt, z.B. weil der Flug wegen des Coronavirus ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Mehrkosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage übernehmen. Was darüber hinaus geht, müssen Reisende selbst bezahlen, sofern die Kosten nicht von einer anderen Institution (z.B. Behörden) übernommen werden. Das kommt z.B. in Betracht, wenn Reisende am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt werden. Maßgeblich ist dabei immer das am Urlaubsort geltende Recht.

Corona: ADAC erweitert Leistungen

Der ADAC erweitert seine Leistungen und übernimmt Übernachtungs- und Heimreisekosten, die Plus und Premium Mitgliedern durch eine Corona-Quarantäne entstehen. Ein Covid-19-Test wird bezahlt, wenn dadurch eine Schadensminderung zu erwarten ist. Die Leistungserweiterung gilt weltweit bis Ende 2020. Infos zur Leistungserweiterung

Wichtig: Auslandskrankenversicherung bei Coronavirus

Gesetzliche Krankenkassen kommen auf für Behandlungen bei akuter Erkrankung oder Unfall in einem EU-Mitgliedsland sowie in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen*. Erstattet wird aber nur, was im Urlaubsland den dort versicherten Einwohnern zusteht. Krankenrücktransport nach Deutschland wird grundsätzlich nicht bezahlt. Daher ist es empfehlenswert, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Behandlungs- und Medikamentenkosten sowie den Rücktransport im Ernstfall abdeckt - sowohl für Reisen außerhalb als auch innerhalb der EU. Die Versicherung muss vor Reisebeginn abgeschlossen worden sein. Mehr Infos

ADAC Mitglieder, die im Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel.: +49 89 76 76 76) wenden.

Hier finden Sie mehr Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Europa

Mehr Infos zum Reiserecht

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Der ADAC Auslandskrankenschutz bietet Kostenübernahme für medizinisch notwendige Heilbehandlung im Ausland. Dazu Organisation und Kostenübernahme von Hilfeleistungen, bis hin zum Krankenrücktransport sowie Privatpatientenstatus und freie Wahl unter den Krankenhäusern im Ausland. Die versicherte Person ist nicht verpflichtet, nach einer Reisewarnung ihren Auslandsaufenthalt zu beenden. Der Versicherungsschutz besteht im Rahmen der Versicherungsbedingungen weiter. Jedoch kann es auf Grund der derzeitigen Situation vorkommen, dass Serviceleistungen wie z.B. der Krankenrücktransport nicht erbracht werden können. Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung bietet Schutz bei Reiserücktritt, Reiseabbruch und für Ihr Reisegepäck. Jederzeit abschließbar, weltweit gültig, Schutz auf jeder Reise. Hier erfahren Sie mehr zum Thema ADAC Reiserücktrittsversicherung