Corona: Ihre Rechte bei Reiserücktritt und Storno

Leerer Flughafen in London Heathrow zur Coroan Zeit
Leere Hallen am Flughafen: Wegen Corona wurden viele Reisen abgesagt© Shutterstock/Chi Hin Ng

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei: Was Urlauber über Reiserücktritt und Stornierung wissen müssen. Welche Rechte haben sie, wenn die Reise abgesagt ist? Wann zahlt eine Versicherung und was gilt bei Quarantäne oder positivem Corona-Test?

  • Storno-Möglichkeiten bei Pauschal- und Individualreise

  • Wann die Reiserücktrittsversicherung bei Corona zahlt

  • Reise abgesagt: Gutschein akzeptieren?

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es beim Reisen im In- und Ausland besondere Regeln.
Eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen gilt grundsätzlich für Länder, die von der Bundesregierung als Hochrisikogebiet oder als Virusvariantengebiet eingestuft werden. Für Reisen in andere Länder wird zu besonderer Vorsicht geraten, hier Infos über Einreisebestimmungen und Reisewarnungen weltweit. Nach dem Urlaub sind die Bestimmungen für die Einreise nach Deutschland wichtig: Alles zu den Regeln für Reiserückkehrende

In Deutschland gelten die Corona-Verordnungen der Bundesländer, hier Infos zur Lage bei Reisen in Deutschland. Reisende sollten sich über die genauen Regelungen vor Ort erkundigen und berücksichtigen, dass sich diese schnell ändern können.

Infos zu den wichtigsten Corona-Folgen für Reisende

Pauschalreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Individualreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Hotel oder Ferienwohnung im Ausland gebucht

Das gilt bei Flügen und Reisen mit der Bahn

Wann zahlt eine Reiserücktrittsversicherung?

Vor Abreise oder am Urlaubsort positiv auf Corona getestet

Muss man einen Reisegutschein akzeptieren?

Was passiert mit Gutscheinen, die 2021 abgelaufen sind?

Quarantäne im Reiseland: Kostenfreier Rücktritt?

Was kann man tun, wenn eine Reise bevorsteht?

Was gilt, wenn Reisende bereits unterwegs sind?

Pauschalreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Die Bucht von Cala Millor auf Mallorca
Topziel Mallorca: Pauschalreisen kann man nur unter bestimmten Voraussetzungen kostenfrei stornieren © Shutterstock/Yuriy Davats

Reisende können jederzeit ihre Pauschalreise (z.B. Flug und Hotel) stornieren. Allerdings kann der Veranstalter dann eine Stornogebühr verlangen. Eine kostenfreie Stornierung ist nur möglich, wenn bei einer Reise die Anreise oder Durchführung durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Für jede Reise muss aber konkret geprüft werden, ob zum Zeitpunkt der Stornierung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit absehbar ist, dass solche Umstände vorliegen. Den Beweis hierfür muss der Reisende erbringen. Bei Reisen, die nicht unmittelbar bevorstehen, empfiehlt es sich, die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten.

Vor der Corona-Pandemie war eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts* ein deutliches Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände, und Pauschalreisen konnten in diesem Fall in der Regel kostenlos storniert werden. Ob nach zwei Jahren Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn z.B. ein Reiseziel nach der Buchung zum Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet wird, ist bisher nicht gerichtlich geklärt. Aufgrund dieser unklaren Rechtslage sollten Reisende daher zunächst versuchen, eine gütliche Einigung zu suchen. Wollen Sie eine Pauschalreise stornieren, sollten Sie mit Ihrem Reiseveranstalter in Kontakt treten und zunächst nach einer einvernehmlichen Lösung (z.B. einer kostenlosen Umbuchung) fragen.

Mehr Infos zum Thema Reisewarnung und Reise buchen trotz Corona

Ein kostenfreier Rücktritt ist auch immer dann möglich, wenn der Veranstalter erhebliche Leistungsänderungen vornimmt oder die Reise mit erheblichen Mängeln behaftet ist. Wenn also ein wesentlicher Teil der Pauschalreiseleistung nicht stattfindet (z.B. zentrale Sehenswürdigkeiten gesperrt sind oder wenn bei einem gebuchten Badeurlaub der Strand aufgrund der Corona-Restriktionen vor Ort nicht nutzbar ist), kann der Reisende kostenfrei zurücktreten.

Was erhebliche Änderungen/Mängel sind, ist im Einzelfall anhand des konkreten Vertragsinhalts zu beurteilen. Zu vielen Corona-Maßnahmen gibt es in diesem Zusammenhang noch keine Gerichtsurteile. Urlauber sollten sich daher vorab bei ihrem Veranstalter erkundigen, ob die Reise so wie geplant durchgeführt wird und mit welchen Einschränkungen und Auflagen zu rechnen ist.  

Bei erheblichen Mängeln einer Pauschalreise ist auch eine Reisepreisminderung möglich.

Werden Pauschalreisen vom Veranstalter abgesagt, erhält der Urlauber den Preis zurück. Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter wegen entgangener Urlaubsfreuden kommen nicht in Betracht, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat.

Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. Ansprechpartner ist auch hier der Veranstalter als Vertragspartner. Weitere Infos zum Thema Reiserecht bei Kreuzfahrten.

Individualreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Wenn der Anbieter die Leistung (z.B. den Flug oder die Übernachtung) absagt, kann der Urlauber bereits getätigte (An-)Zahlungen zurückfordern. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet, finden Sie hier.

Urlauber bekommen bei Anwendung des deutschen Rechts Geld zurück, wenn der Anbieter die Leistung nicht erbringen kann. Das wäre zum Beispiel denkbar, wenn der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder der Hotelier Ihnen keine Übernachtung anbieten darf. Dann kann der Anbieter keine Zahlungen oder Stornokosten verlangen. Bereits geleistete Anzahlungen muss er zurückerstatten.

Ob Corona-Auflagen schwerwiegende Mängel bedeuten, muss im Einzelfall geklärt werden. Wenn zum Beispiel ein Wellnessurlaub gebucht wurde, jedoch Pool, Sauna und Spa geschlossen bleiben, kann es möglich sein, den Übernachtungspreis zu mindern oder kostenfrei zu stornieren. Ebenso, wenn der Hotelier etwa nur einen verkürzten Aufenthalt oder ein anderes Reisedatum anbietet, weil er sein Haus nicht voll belegen darf. Aufgrund der vielen rechtlichen Unsicherheiten empfiehlt es sich, eine Einigung mit dem Hotelier/Vermieter zu suchen.

Hotel oder Ferienwohnung im Ausland gebucht

Wenn das Hotel oder die Ferienwohnung im Ausland liegt und die Buchungsbedingungen keine Regelungen zum anwendbaren Recht enthalten, kommt ausländisches Recht zur Anwendung. Hotelbetreiber können in ihren Vertragsbedingungen selbst festlegen, ob Zimmer kostenlos storniert werden dürfen, ob Stornogebühren fällig werden oder ob der komplette Betrag bezahlt werden muss. Vorrangig sind daher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Vermieter/Hoteliers. Urlauber sollten deshalb versuchen, die Lage direkt mit diesen zu klären – im Streitfall über einen Rechtsanwalt.

Nach unseren derzeitigen Informationen kommt in den folgenden Ländern eine kostenlose Stornierung in Betracht, sofern der Anbieter seine Leistung nicht erbringen kann und eine Art höhere Gewalt vorliegt: Finnland, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien. Allerdings gibt es in einigen Ländern eine Gutscheinlösung statt der Rückzahlung (z.B. Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland). Hier kann es jederzeit zu Änderungen kommen. Mehr Infos beim Europäischen Verbraucherzentrum* (siehe: Gutschein-Lösung und Erstattungsregeln: Welche Regelungen gelten in den EU-Ländern?).

Achtung: Wenn Individualleistungen (z.B. Flug, Zugfahrt oder Hotelzimmer) ohne Einschränkungen erbracht werden können, Urlauber ihre Reise jedoch aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr antreten wollen, kann der jeweilige Leistungsträger (z.B. Airline, Bahn oder Hotelier) bei der Absage durch den Reisenden die Flugscheinkosten bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen. Manche AGBs sehen hier pauschale Stornokosten vor.

Das gilt bei Flügen und Bahnfahrten

Grundsätzlich steht es dem Fluggast frei, einen gebuchten Flug jederzeit zu stornieren. Die Fluggesellschaft kann dann Stornokosten, die in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen festgelegt sind, verlangen. Es gibt auch Tarife, die überhaupt nicht kostenfrei storniert werden können.

Ob im Fall einer drohenden Quarantäne ein kostenfreies Rücktrittsrecht des Fluggastes besteht, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Es empfiehlt sich daher, mit der Fluggesellschaft eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Viele Fluggesellschaften bieten aus Kulanz kostenfreie Umbuchungen oder Gutscheine an.

Bei der Anwendbarkeit ausländischen Rechts können Abweichungen zur deutschen Rechtslage gelten: In Italien und Spanien beispielsweise können Flüge bei höherer Gewalt kostenfrei storniert werden. Um zu klären, welches Recht auf den konkreten Flug Anwendung findet, sollte man die Beförderungsbedingungen genau durchlesen.

Werden Flüge aufgrund von außergewöhnlichen Umständen durch die Airline abgesagt, können Fluggäste nur den Ticketpreis zurückverlangen. Ansprüche auf die pauschale Ausgleichszahlung bestehen nicht. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet, finden Sie hier.

Dagegen können sich Bahnunternehmen nicht auf "höhere Gewalt" berufen. Die Fahrgastrechte, die für den Fall einer Verspätung ab 60 Minuten oder eines Zugausfalls eine Entschädigung vorsehen, gelten auch, wenn die Verspätung auf außergewöhnlichen Umständen beruht. Allerdings nur noch, bis die Änderung in Kraft tritt, auf die sich die EU bereits geeinigt hat. Danach muss die Bahn beim Vorliegen außergewöhnlicher Umstände nur den Ticketpreis erstatten. Eine Entschädigung gibt es dann nicht.

Bei der Deutschen Bahn ist die Möglichkeit der flexiblen Nutzung für Fahrkarten abgelaufen, es gelten die tariflichen Stornokonditionen*. Zudem gibt es jetzt die Möglichkeit der Sofortstornierung: Fahrgäste können online auf bahn.de* oder in der App DB Navigator gebuchte Tickets vor dem ersten Geltungstag innerhalb von zwölf Stunden nach der Buchung kostenlos stornieren. Sie erhalten den kompletten Zahlungsbetrag zurück. Das gilt laut Bahn auch für Supersparpreise und Sparpreise.

Mehr zum Thema Bahn und Corona lesen Sie hier.

Corona: Wann zahlt eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung greift nur dann, wenn Sie die gebuchte Reise aus einem versicherten Grund nicht antreten können, z.B. bei einer schweren, unerwarteten Erkrankung (ärztliches Attest). In diesem Fall werden die vertraglich geschuldeten Stornokosten übernommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Versicherung vor der Erkrankung und unter Einhaltung der Fristen abgeschlossen haben.

Müssen Sie Ihre Reise wegen einer schweren, unerwarteten Erkrankung abbrechen oder können Sie deshalb die Rückreise nicht pünktlich antreten, erstattet eine Reiseabbruchversicherung im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung die anfallenden Mehrkosten (z.B. Umbuchung) und die notwendigen zusätzlichen Rückreise- und Unterkunftskosten.

Auch im Fall eines positiven Corona-Tests kann eine Krankheit vorliegen, die eine Reiseunfähigkeit auslöst – unabhängig davon, ob es eine gesundheitliche Beeinträchtigung gibt. Dann zahlt unter Umständen eine Reiserücktrittsversicherung, sofern sie den Pandemie-Fall nicht explizit ausschließt.

Einige Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen. Am 11. März 2020 wurde Covid-19 als Pandemie eingestuft. Bei einer Erkrankung am Coronavirus nach diesem Datum ist bei Versicherungen, die eine solche Klausel enthalten, daher kein versicherter Rücktrittsgrund mehr gegeben.

Individuelle Ängste oder Sorge vor Ansteckung sind dagegen keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt.

Eine (Teil-)Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt in der Reiserücktrittsversicherung nicht als versichertes Ereignis. Die Reiserücktrittsversicherung greift in der Regel nicht.

Auch im Fall eines Einreiseverbots für bestimmte Nationalitäten kommt die Reiserücktrittsversicherung oft nicht für die entstandenen Kosten auf.

In der Regel umfassen Reiserücktrittsversicherungen nur Fälle der persönlichen Verhinderung, zum Beispiel, wenn die versicherte Person selbst erkrankt. Im Zuge der Corona-Krise sind viele Versicherungsunternehmen jedoch dazu übergegangen, auch Stornierungen im Zusammenhang mit der Pandemie abzusichern. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen. Gleiches gilt für die versicherten Personen, da manchmal nur Mitreisende aus demselben Haushalt versichert sind, nicht aber mitreisende Freunde aus anderen Haushalten.

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Corona-Test positiv: Was gilt?

Wenn ein Urlauber wegen eines positiven Corona-Tests oder einer behördlichen Quarantäne-Anordnung nicht verreisen darf, können Pauschalreiseveranstalter ebenso wie Airline oder Hotel Stornokosten verlangen. Eine Absicherung gegen dieses Risiko bietet eine Reiserücktrittsversicherung, hier gelten die jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Wenn der Test am Urlaubsort positiv ausfällt und der Reisende deshalb nicht nach Hause reisen darf, muss er eventuelle Zusatzkosten während der Quarantäne selbst bezahlen. Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne sehen Regelungen im Urlaubsland möglicherweise eine Kostenerstattung vor. Einzelheiten müssen aber im Reiseland geklärt werden. Gegen das Kostenrisiko durch eine Corona-Erkrankung können sich Reisende über eine Reiseabbruch- oder Reiserücktrittsversicherung absichern.

Im Individualverkehr (z.B. bei Reisen mit dem eigenen Auto) besteht kein generelles Einreiseverbot für positiv getestete Personen. Reist jemand mit positivem Testergebnis nach Deutschland ein, werden seine Daten aber bei einer etwaigen Grenzkontrolle aufgenommen und an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

Muss man einen Reisegutschein akzeptieren?

Wird die Reise durch den Veranstalter abgesagt oder steht Reisenden ein kostenfreies Rücktrittsrecht zu, können sie bereits geleistete (An-) Zahlungen zurückverlangen. Zwar können Reisende freiwillig einen Gutschein des Veranstalters annehmen, eine Verpflichtung hierzu besteht allerdings nicht.

Was passiert mit Gutscheinen, die 2021 abgelaufen sind?

Für Pauschalreisen, die vor dem 8. März 2020 gebucht und wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt wurden, konnten Veranstalter ihren Kundinnen und Kunden statt der sofortigen Erstattung einen Gutschein mit ergänzender staatlicher Absicherung für eine spätere Reise anbieten. Kunden, die sich für diese freiwillige Gutscheinlösung entschieden haben, den Gutschein aber nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst haben, erhalten innerhalb von 14 Tagen das Geld zurück.

Nutzen Sie das ADAC Musterschreiben für die Rückforderung:

Musterschreiben zur Rückerstattung des Gutscheins für Pauschalreisen
PDF, 181 KB
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Einige Veranstalter bieten eine Verlängerung des Gutscheins an. Reisende sollten sich in solchen Fällen genau überlegen, ob sie einen Gutschein annehmen wollen oder auf die Rückzahlung bestehen. Wer sich für den Gutschein entscheidet, sollte beachten, dass dieser nicht länger unter den staatlichen Versicherungsschutz – für den Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters – fallen dürfte. Zudem könnte es aufgrund der über einem Jahr andauernden Pandemie schwieriger werden, sich auf das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände zu berufen. Infos zur Buchung einer Reise während der Corona-Pandemie.

Infos zur Rechtslage bei Gutscheinen für Veranstaltungen, die wegen Corona abgesagt wurden, sowie ein entsprechendes ADAC Musterschreiben für die Rückforderung.

Quarantäne im Reiseland: Kostenfreier Rücktritt?

Ein kostenfreier Rücktritt ist bei einer Pauschalreise möglich, wenn erhebliche Leistungsänderungen vorliegen. Das kann auch gelten, wenn Reisende bei Einreise eine Quarantäne antreten müssten.

Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass Sie nach der Reise zu Hause in Quarantäne müssen, weil Ihr Reiseland als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuft ist: Der Veranstalter kann die Reise vertragsgemäß erbringen, sodass hier ein kostenfreier Rücktritt nicht möglich sein dürfte.

Mehr zum Thema Quarantäne und Testpflicht bei der Einreise in Deutschland.

Grenzschließung: Kündigung der Pauschalreise möglich

Leere Ablughalle in Tel Aviv, Israel
Leere am Flughafen in Israel: Die Corona-Krise sorgte in vielen Ländern für einen Einreisestopp © dpa/AP Photo

Schließt ein Reiseland seine Grenzen, können Sie kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten, weil die Reise bzw. Anreise durch sogenannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Bei einer Grenzschließung kann der Veranstalter die Pauschalreise nicht mehr durchführen. Nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter Kontakt auf, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Bei einer Individualreise müssen Sie sich bei einer Grenzschließung ebenfalls an Ihren Anbieter wenden. Kann die gebuchte Leistung wegen der Grenzschließung nicht erbracht werden, kann der Anbieter keine Stornokosten verlangen. Wird die Leistung aber erbracht und möchte der Urlauber stornieren, fallen evtl. Stornogebühren für ihn an.

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Was kann man jetzt tun, wenn eine Reise bevorsteht?

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte beim Veranstalter nachfragen, ob die Reise durchgeführt werden kann. Liegen die Voraussetzungen für kostenfreie Stornierung nicht vor, sucht man am besten nach einer einvernehmlichen kulanten Lösung (z.B. Umbuchung).

Steht die Reise erst in mehreren Wochen oder Monaten bevor, sollte man zunächst die Entwicklung der Situation im Reiseland abwarten. Der Rücktritt vom Reisevertrag sollte immer nur das letzte Mittel sein, wenn klar ist, dass die Reise mit signifikanter Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen einer Coronavirus-Pandemie betroffen sein wird.

Auch wer individuell gebucht hat, zum Beispiel Flug oder Hotel, sollte zunächst Kontakt mit dem jeweiligen Vertragspartner aufnehmen, um zu erfahren, ob die Leistung erbracht werden kann. Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanzlösung suchen.

Was gilt, wenn Reisende bereits unterwegs sind?

Wer seine Reise nur aufgrund von Angst vor einer Ansteckung nicht weiterführen möchte, muss unter Umständen die Kosten für die Stornierung bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen selbst tragen.

Wer bereits unterwegs ist, kann seine Pauschalreise kündigen, wenn diese wegen außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht mehr durchgeführt werden kann, z.B. Hotels aufgrund von behördlichen Anordnungen geschlossen werden. Der Reiseveranstalter bleibt auch nach der Kündigung durch den Reisenden verpflichtet, für die Rückbeförderung zu sorgen und muss dabei entstehende Mehrkosten übernehmen. Es empfiehlt sich daher, zunächst Rücksprache mit dem Veranstalter zu halten.

Wird eine Pauschalreise vorzeitig abgebrochen, können Reisende die Kosten für die nicht stattgefundenen Urlaubstage anteilig zurückerstattet verlangen. Auch zusätzliche Kosten z.B. für Ausflüge, die über den Veranstalter dazugebucht wurden, aber nicht stattgefunden haben, kann der Reisende zurückverlangen. Schadenersatzansprüche für z.B. die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit kommen nur in Betracht, wenn den Reiseveranstalter ein Verschulden trifft. Dies ist nicht der Fall, wenn die Reise wegen außergewöhnlicher Umstände abgebrochen werden musste.

Vom Veranstalter kann man eine Preisminderung verlangen, wenn es bei der Durchführung der Reise zu Mängeln kommt, weil zum Beispiel einzelne Programmpunkte nicht durchgeführt werden können – auch wenn den Veranstalter kein Verschulden trifft.

Rückreise verschoben: Wer kommt für die Kosten auf?

Reisendem wird Fieber gemessen
Auch Reisenden kann Quarantäne drohen, wenn sie erkrankt sind © imago images/Agencia EFE

Findet die Rückreise nicht wie geplant statt, z.B. weil der Flug wegen des Coronavirus ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Mehrkosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage übernehmen. Was darüber hinaus geht, müssen Reisende selbst bezahlen, sofern die Kosten nicht von einer anderen Institution (z.B. Behörden) übernommen werden. Das kommt etwa in Betracht, wenn Reisende am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt werden. Maßgeblich ist dabei immer das am Urlaubsort geltende Recht.

Corona: ADAC erweitert Leistungen

Der ADAC erweitert seine Leistungen und übernimmt Übernachtungs- und Heimreisekosten, die Plus- und Premium-Mitgliedern durch eine Corona-Quarantäne entstehen. Ein Covid-19-Test wird bezahlt, wenn dadurch eine Schadensminderung zu erwarten ist. Die Leistungserweiterung gilt weltweit bis auf Weiteres. Alle Infos und Details zur Leistungserweiterung lesen Sie hier.

ADAC Mitglieder, die im Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel.: +49 89 76 76 76) wenden.

Wer selbst mit dem Auto in Europa unterwegs ist, erfährt hier, wie er am besten zurück nach Deutschland kommt.

Hier finden Sie mehr Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Europa und weltweit.

Tipps zur Buchung für Ihren Urlaub in Corona-Zeiten

Mehr Infos zum Reiserecht gibt es hier.

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ADAC Auslandskrankenversicherung

Die ADAC Auslandskrankenversicherung übernimmt in den ersten 63 Tagen jeder Reise bei medizinisch notwendiger Heilbehandlung im Ausland die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen. Bei einem Krankenhausaufenthalt haben Versicherte der ADAC Auslandskrankenversicherung den Status eines Privatpatienten. Zudem stehen Ihnen Ärzte des ADAC beratend zur Seite und sorgen – falls medizinisch sinnvoll und vertretbar – für den Rücktransport in ein deutsches Krankenhaus.

ADAC Reiserücktrittsversicherung

Mit der ADAC Reiserücktrittsversicherung können Sie Ihren Urlaub entspannt genießen: Sie gilt weltweit das ganze Jahr, egal wie oft Sie verreisen. Und kann bis 14 Tage vor Reisebeginn abgeschlossen werden, bei Last-Minute-Reisen bis drei Tage nach der Buchung. Je nach Tarif leistet sie bei Reiserücktritt oder Reiseabbruch. Zusätzlich können Sie Ihr Gepäck versichern.

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung schließt eine Pandemie in ihren Verträgen nicht aus: Das heißt, im Fall eines positiven Corona-Tests liegt eine Krankheit vor, die eine Reiseunfähigkeit auslöst. Die Vorlage eines ärztlichen Attests bei der Versicherung ist jedoch zwingend nötig, damit sie in Leistung geht.
Informationen zu den Corona-Leistungen in der Reiserücktrittsversicherung

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