Coronavirus: Ihre Rechte bei Reiserücktritt und Storno

Leerer Flughafen in London Heathrow zur Coroan Zeit
Leere Hallen am Flughafen: Wegen Corona werden viele Reisen abgesagt ∙ © Shutterstock/Chi Hin Ng

Reiserücktritt, Storno, Einreisestopp: Was bedeutet das Coronavirus für Reisende? Welche Rechte haben sie, wenn der Urlaub wegen Corona abgesagt ist? Wann zahlt eine Versicherung und was gilt bei Quarantäne oder positivem Corona-Test?

  • Reiserücktrittsversicherung zahlt nicht bei Reisewarnung und Einreiseverboten

  • Unterschiedliche Storno-Regeln bei Pauschal- oder Individualreise

  • Bei positivem Corona-Test: Storno-Kosten für gebuchte Reise  

Das sind die Corona-Folgen für Reisende

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es beim Reisen im In- und Ausland teilweise besondere Regeln. Seit 1. Juli 2021 gilt eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen grundsätzlich für Länder, die von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet oder als Virusvariantengebiet eingestuft sind. Für Länder, die nur als Risikogebiet eingestuft sind, wird von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten, sofern nicht eine sicherheitsrelevante strengere Empfehlung gilt.

In Deutschland können touristische Übernachtungen verboten werden. Nachdem die sogenannte Bundes-Notbremse bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 seit 1. Juli 2021 nicht mehr greift, gelten weiterhin die Corona-Verordnungen der Bundesländer. Hier finden Sie Infos zur Lage bei Reisen in Deutschland. Reisende sollten sich über die genauen Regelungen vor Ort erkundigen und berücksichtigen, dass sich diese inzidenzabhängig schnell wieder ändern können.

Wenn in Deutschland touristische Übernachtungen verboten sind, muss ein Hotelier oder Vermieter von sich aus stornieren, weil er seine Leistung wegen der Corona-Pandemie nicht weiter anbieten darf. Dann muss der Hotelgast den Zimmerpreis nicht bezahlen. Bei Dienstreisen können je nach Bundesland abweichende Regelungen gelten. War der Hotelgast bereits angereist und verlangt der Hotelier aufgrund eines Beherbergungsverbots eine vorzeitige Abreise, kann er die Hotelkosten nur anteilig für den tatsächlich verbrachten Aufenthalt verlangen.

Mehr Infos zum Beherbergungsverbot

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein

Corona: Wann zahlt eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung greift nur dann, wenn Sie die gebuchte Reise aus einem versicherten Grund nicht antreten können, z.B. bei einer schweren, unerwarteten Erkrankung (ärztliches Attest). In diesem Fall werden die vertraglich geschuldeten Stornokosten übernommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Versicherung vor der Erkrankung und unter Einhaltung der Fristen abgeschlossen haben.

Müssen Sie Ihre Reise wegen einer schweren, unerwarteten Erkrankung abbrechen oder können Sie deshalb die Rückreise nicht pünktlich antreten, erstattet eine Reiseabbruchversicherung im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung die anfallenden Mehrkosten (z.B. Umbuchung) und die notwendigen zusätzlichen Rückreise- und Unterkunftskosten.

Auch im Fall eines positiven Corona-Tests kann eine Krankheit vorliegen, die eine Reiseunfähigkeit auslöst – unabhängig davon, ob es eine gesundheitliche Beeinträchtigung gibt. Dann zahlt unter Umständen eine Reiserücktrittsversicherung, sofern sie den Pandemie-Fall nicht explizit ausschließt.

Achtung: Viele Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen. Am 11. März 2020 wurde Covid-19 als Pandemie eingestuft. Bei einer Erkrankung am Coronavirus nach diesem Datum ist bei Versicherungen, die eine solche Klausel enthalten, daher kein versicherter Rücktrittsgrund mehr gegeben.

Individuelle Ängste oder Sorge vor Ansteckung sind dagegen keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt.

Eine (Teil-)Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt in der Reiserücktrittsversicherung nicht als versichertes Ereignis. Die Reiserücktrittsversicherung greift in der Regel nicht.

Auch im Fall eines Einreiseverbots für bestimmte Nationalitäten kommt die Reiserücktrittsversicherung oft nicht für die entstandenen Kosten auf.

In der Regel umfassen Reiserücktrittsversicherungen nur Fälle der persönlichen Verhinderung, zum Beispiel, wenn die versicherte Person selbst erkrankt. Im Zuge der Corona-Krise sind viele Versicherungsunternehmen jedoch dazu übergegangen, auch Stornierungen im Zusammenhang mit der Pandemie abzusichern. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Geschäftsbedingungen. Gleiches gilt für die versicherten Personen, da manchmal nur Mitreisende aus demselben Haushalt versichert sind, nicht aber mitreisende Freunde aus anderen Haushalten.

Pauschalreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Die Bucht von Cala Millor auf Mallorca
Topziel Mallorca: Bei Pauschalreisen gilt eine Reisewarnung als starkes Indiz für außergewöhnliche Umstände, die kostenfreie Stornierung ermöglichen ∙ © Shutterstock/Yuriy Davats

Reisende können jederzeit ihre Pauschalreise (z.B. Flug und Hotel) stornieren. Allerdings kann der Veranstalter dann eine Stornogebühr verlangen. Eine kostenfreie Stornierung ist nur möglich, wenn bei einer Reise die Anreise oder Durchführung durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird (z.B. weil ein generelles Einreiseverbot für den gebuchten Ort besteht oder Züge nicht mehr fahren).

Für jede Reise muss aber konkret geprüft werden, ob zum Zeitpunkt der Stornierung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit absehbar ist, dass solche Umstände vorliegen. Den Beweis hierfür muss der Reisende erbringen. Bei Reisen, die nicht unmittelbar bevorstehen, empfiehlt es sich, die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten. Nach der Rechtsprechung gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes* bei Auslandsreisen als starkes Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände. Mehr Infos zum Thema Reisewarnung und Reise buchen trotz Corona

Wollen Sie eine Pauschalreise stornieren, sollten Sie mit Ihrem Reiseveranstalter in Kontakt treten und zunächst nach einer einvernehmlichen Lösung (z.B. einer kostenlosen Umbuchung) fragen.

Ein kostenfreier Rücktritt ist auch immer dann möglich, wenn der Veranstalter erhebliche Leistungsänderungen vornimmt oder die Reise mit erheblichen Mängeln behaftet ist. Wenn also ein wesentlicher Teil der Pauschalreiseleistung nicht stattfindet (z.B. zentrale Sehenswürdigkeiten gesperrt sind oder wenn bei einem gebuchten Badeurlaub der Strand aufgrund der Corona-Restriktionen vor Ort nicht nutzbar ist), kann der Reisende kostenfrei zurücktreten.

Was erhebliche Änderungen/Mängel sind, ist im Einzelfall anhand des konkreten Vertragsinhalts zu beurteilen. Zu vielen Corona-Maßnahmen gibt es in diesem Zusammenhang noch keine Gerichtsurteile. Urlauber sollten sich daher vorab bei ihrem Veranstalter erkundigen, ob die Reise so wie geplant durchgeführt wird und mit welchen Einschränkungen und Auflagen zu rechnen ist.  

Bei erheblichen Mängeln einer Pauschalreise ist auch eine Reisepreisminderung möglich.

Werden Pauschalreisen vom Veranstalter abgesagt, erhält der Urlauber den Preis zurück. Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter wegen entgangener Urlaubsfreuden kommen nicht in Betracht, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat.

Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. Ansprechpartner ist auch hier der Veranstalter als Vertragspartner.

Individualreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Wenn der Anbieter die Leistung (z.B. den Flug oder die Übernachtung) absagt, kann der Urlauber bereits getätigte (An-)Zahlungen zurückfordern. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet, finden Sie hier.

Von sich aus kann der Reisende bei Anwendung des deutschen Rechts nur dann kostenfrei stornieren, wenn die Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Das wäre zum Beispiel denkbar, wenn der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder der Hotelier Ihnen keine Übernachtung anbieten darf. Dann kann er nicht den Zimmerpreis verlangen. Sollten in einem Bundesland touristische Übernachtungen wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt sein, darf der Hotelier/Vermittler von Ferienwohnungen dort keine Zimmer zu diesem Zweck anbieten. Er kann keine Stornokosten verlangen. Mehr zum Thema Beherbergungsverbot finden Sie hier.

Ob Corona-Auflagen schwerwiegende Mängel bedeuten, muss im Einzelfall geklärt werden. Wenn zum Beispiel ein Wellnessurlaub gebucht wurde, jedoch Pool, Sauna und Spa geschlossen bleiben, kann es möglich sein, den Preis zu mindern oder kostenfrei zu stornieren. Ebenso, wenn der Hotelier etwa nur einen verkürzten Aufenthalt oder ein anderes Reisedatum anbietet, weil er sein Haus nicht voll belegen darf. Aufgrund der vielen rechtlichen Unsicherheiten empfiehlt es sich, eine Einigung mit dem Hotelier/Vermieter zu suchen.

Hotel oder Ferienwohnung im Ausland gebucht

Wenn Sie das Hotel oder die Ferienwohnung direkt im Ausland oder über einen Online-Hotel-Vermittler gebucht haben und die Buchungsbedingungen keine Regelungen zum anwendbaren Recht enthalten, kommt ausländisches Recht zur Anwendung. In zahlreichen EU-Mitgliedstaaten legen die Hotelbetreiber selbst fest, ob die Zimmer kostenlos storniert werden dürfen, ob Stornogebühren fällig werden oder ob der komplette Betrag bezahlt werden muss. Vorrangig sind daher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Vermieter/Hoteliers. Urlauber sollten deshalb versuchen, die Lage direkt mit diesen zu klären – im Streitfall über einen Rechtsanwalt.

Nach unseren derzeitigen Informationen kommt in den folgenden Ländern eine kostenlose Stornierung in Betracht, sofern der Anbieter seine Leistung nicht erbringen kann (z.B. weil sich das Hotel in einem Quarantäne-Gebiet befindet) und eine Art höhere Gewalt vorliegt: Finnland, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien. Allerdings gibt es in einigen Ländern eine Gutscheinlösung statt der Rückzahlung (z.B. Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland). Hier kann es jederzeit zu Änderungen kommen. Mehr Infos beim Europäischen Verbraucherzentrum* (siehe: Gutschein-Lösung und Erstattungsregeln: Welche Regelungen gelten in den EU-Ländern?)

Achtung: Wenn Individualleistungen (z.B. Flug, Zugfahrt oder Hotelzimmer) ohne Einschränkungen erbracht werden können, Urlauber ihre Reise jedoch aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr antreten wollen, kann der jeweilige Leistungsträger (z.B. Airline, Bahn oder Hotelier) bei der Absage durch den Reisenden die Flugscheinkosten bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen. Manche AGB sehen hier pauschale Stornokosten vor.

Das gilt bei Flügen und Bahnfahrten

Grundsätzlich steht es dem Fluggast frei, einen gebuchten Flug jederzeit zu stornieren. Die Fluggesellschaft kann dann Stornokosten, die in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen festgelegt sind, verlangen. Es gibt auch Tarife, die überhaupt nicht kostenfrei storniert werden können.

Ob im Fall einer drohenden Quarantäne ein kostenfreies Rücktrittsrecht des Fluggastes besteht, ist rechtlich nicht geklärt. Es empfiehlt sich daher, mit der Fluggesellschaft eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Viele Fluggesellschaften bieten aus Kulanz kostenfreie Umbuchungen oder Gutscheine an.

Bei der Anwendbarkeit ausländischen Rechts können Abweichungen zur deutschen Rechtslage gelten: in Italien und Spanien beispielsweise können Flüge bei höherer Gewalt kostenfrei storniert werden. Um zu klären, welches Recht auf den konkreten Flug Anwendung findet, sollte man die Beförderungsbedingungen genau durchlesen.

Werden Flüge aufgrund von außergewöhnlichen Umständen durch die Airline abgesagt, können Fluggäste nur den Ticketpreis zurückverlangen. Ansprüche auf die pauschale Ausgleichszahlung bestehen nicht. Infos, was Sie tun können, wenn die Airline den Ticketpreis nicht erstattet, finden Sie hier.

Dagegen können sich Bahnunternehmen nicht auf "höhere Gewalt" berufen. Die Fahrgastrechte, die für den Fall einer Verspätung ab 60 Minuten oder eines Zugausfalls eine Entschädigung vorsehen, gelten auch, wenn die Verspätung auf außergewöhnlichen Umständen beruht. Allerdings nur noch, bis die Änderung in Kraft tritt, auf die sich die EU bereits geeinigt hat. Danach gibt es nur noch den Ticketpreis zurück, keine Entschädigung mehr.

Bei der Deutschen Bahn ist die Möglichkeit der flexiblen Nutzung für Fahrkarten* abgelaufen, es gelten die tariflichen Stornokonditionen des gebuchten Angebots. Mehr zum Thema Bahn und Corona lesen Sie hier.

Corona-Test positiv: Was gilt?

Wenn ein Urlauber wegen eines positiven Corona-Tests oder einer behördlichen Quarantäne-Anordnung nicht verreisen darf, können Pauschalreiseveranstalter ebenso wie Airline oder Hotel Stornokosten verlangen. Eine Absicherung gegen dieses Risiko bietet eine Reiserücktrittsversicherung, hier gelten die jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Wenn der Test am Urlaubsort positiv ausfällt und der Reisende deshalb nicht nach Hause reisen darf, muss er eventuelle Zusatzkosten während der Quarantäne selbst bezahlen. Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne sehen Regelungen im Urlaubsland möglicherweise eine Kostenerstattung vor. Einzelheiten müssen aber im Reiseland geklärt werden. Gegen das Kostenrisiko durch eine Corona-Erkrankung können sich Reisende über eine Reiseabbruch- oder Reiserücktrittsversicherung absichern.

Muss man einen Reisegutschein akzeptieren?

Die geltende freiwillige Gutscheinlösung sieht vor, dass Veranstalter ihren Kunden für ausgefallene oder abgesagte Pauschalreisen statt der sofortigen Erstattung einen Gutschein für eine spätere Reise anbieten können. Wenn diese den Gutschein nicht bis spätestens Ende 2021 einlösen, erhalten sie innerhalb von 14 Tagen das Geld zurück.

Sollte im Fall einer Pleite des Reiseveranstalters die Insolvenzabsicherung für den Wert des Gutscheins nicht ausreichen, wird dessen Wert durch eine staatliche Garantie in vollem Umfang abgesichert. Voraussetzung ist, dass die Reise vor dem 8. März 2020 gebucht wurde und wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Für den Gutschein dürfen Reisenden keine Kosten in Rechnung gestellt werden.

Die Annahme des Gutscheins ist freiwillig, die Kunden sind nicht dazu verpflichtet. Sie können auch ablehnen und damit die sofortige Erstattung beanspruchen. Diese Gutscheinlösung mit staatlicher Absicherung gilt nur für Pauschalreisen.

Wer zahlt bei wegen Corona abgesagten Veranstaltungen?

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein

Großveranstaltungen sind bis auf weiteres untersagt. Hier besteht nach derzeitiger Rechtslage ein Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises für die Veranstaltung, jedoch nicht der Kosten des dafür separat gebuchten Hotels oder der Anreise. Seit 20. Mai 2020 gilt die Gutscheinlösung: Bei Corona-bedingter Absage einer Kulturveranstaltung dürfen Veranstalter den Ticketinhabern Gutscheine in Höhe des ursprünglichen Eintrittspreises (inklusive Vorverkaufsgebühren) ausstellen. Diese können entweder für den Nachholtermin oder für ein gleichwertiges Angebot eingelöst werden. Sollte das für die Gutscheininhaber unzumutbar sein, können sie von den Veranstaltern die Auszahlung verlangen. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 erstattet.

Wenn Sie mit einem Veranstalter Ärger wegen der Rückerstattung des Ticketpreises nach einer Corona-Absage haben, können Sie sich an die Schlichtungsstelle der Veranstaltungswirtschaft* wenden.

Einreisesperre wegen Corona: Kostenerstattung?

Leere Ablughalle in Tel Aviv, Israel
Leere am Flughafen in Israel: Die Corona-Krise sorgte in vielen Ländern für einen Einreisestopp ∙ © dpa/AP Photo

Ob Individualurlauber im Falle einer Einreisesperre für bestimmte Nationalitäten (aktuell z.B. für Deutsche in einigen Ländern) kostenfrei von einer Reise zurücktreten können oder ob sie die Stornokosten tragen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Wegen der Einzigartigkeit der aktuellen Pandemie gibt es dazu bisher keine klare Rechtsprechung.

Das Gleiche gilt für die Situation, wenn Sie wegen landesrechtlicher Regelungen nicht zu touristischen Zwecken in Ihre Urlaubsregion in Deutschland einreisen dürfen, weil Sie aus einem Corona-Risikogebiet in Deutschland stammen. Erkundigen Sie sich vor der Anreise über die landesrechtlichen Regelungen in Ihrem Urlaubsort und wenden Sie sich an Ihren jeweiligen Anbieter, um eine (Kulanz-)Regelung für Ihre Buchung zu finden.

Wenn die Durchführung einer Pauschalreise durch so genannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird, ist ein kostenfreier Rücktritt möglich. Das kann bei einer Einreisesperre gegeben sein. Betroffene Reisende sollten mit ihrem Veranstalter in Kontakt treten, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Quarantäne im Reiseland: Kostenfreier Rücktritt?

Ein kostenfreier Rücktritt ist bei einer Pauschalreise möglich, wenn erhebliche Leistungsänderungen vorliegen. Das kann auch gelten, wenn Reisende bei Einreise eine 14-tägige Quarantäne antreten müssten.

Davon zu unterscheiden ist der Fall, dass Sie nach der Reise zu Hause in Quarantäne müssen, weil Ihr Reiseland als Risikogebiet eingestuft ist: Der Veranstalter kann die Reise vertragsgemäß erbringen, so dass hier ein kostenfreier Rücktritt nicht möglich sein dürfte.

Mehr zum Thema Quarantäne und Testpflicht bei der Einreise in Deutschland

Grenzschließung: Kündigung der Pauschalreise möglich

Schließt ein Reiseland seine Grenzen, können Sie kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten, weil die Reise bzw. Anreise durch so genannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Bei einer Grenzschließung kann der Veranstalter die Pauschalreise nicht mehr durchführen. Nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter Kontakt auf, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Bei einer Individualreise müssen Sie sich bei einer Grenzschließung ebenfalls an Ihren Anbieter wenden. Kann die gebuchte Leistung wegen der Grenzschließung nicht erbracht werden, kann der Anbieter keine Stornokosten verlangen. Wird die Leistung aber erbracht und möchte der Urlauber stornieren, fallen evtl. Stornogebühren für ihn an.

Corona-Krise: Antworten auf Mitgliederfragen

Wer zahlt bei Reise-Storno oder -Absage? Was gilt für Urlauber aus Corona-Risikogebieten? Wo muss ich die Quarantäne verbringen? Hunderte Fragen erreichen die ADAC Clubjuristen täglich. Hier einige Antworten

Was kann man jetzt tun, wenn eine Reise bevorsteht?

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte beim Veranstalter nachfragen, ob die Reise durchgeführt werden kann. Liegen die Voraussetzungen für kostenfreie Stornierung nicht vor, sucht man am besten nach einer einvernehmlichen kulanten Lösung (z.B. Umbuchung).

Steht die Reise erst in mehreren Wochen oder Monaten bevor, sollte man zunächst die Entwicklung der Situation im Reiseland abwarten. Der Rücktritt vom Reisevertrag sollte immer nur das letzte Mittel sein, wenn klar ist, dass die Reise mit signifikanter Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen einer Coronavirus-Pandemie betroffen sein wird.

Auch wer individuell gebucht hat, zum Beispiel Flug oder Hotel, sollte zunächst Kontakt mit dem jeweiligen Vertragspartner aufnehmen, um zu erfahren, ob die Leistung erbracht werden kann. Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanzlösung suchen.

Was gilt, wenn Reisende bereits unterwegs sind?

Wer seine Reise nur aufgrund von Angst vor einer Ansteckung nicht weiterführen möchte, muss unter Umständen die Kosten für die Stornierung bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen selbst tragen.

Wer bereits unterwegs ist, kann seine Pauschalreise kündigen, wenn diese wegen außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht mehr durchgeführt werden kann, z.B. Hotels aufgrund von behördlichen Anordnungen geschlossen werden. Der Reiseveranstalter bleibt auch nach der Kündigung durch den Reisenden verpflichtet, für die Rückbeförderung zu sorgen und muss dabei entstehende Mehrkosten übernehmen. Es empfiehlt sich daher zunächst Rücksprache mit dem Veranstalter zu halten.

Wird eine Pauschalreise vorzeitig abgebrochen, können Reisende die Kosten für die nicht stattgefundenen Urlaubstage anteilig zurück erstattet verlangen. Auch zusätzliche Kosten z.B. für Ausflüge, die über den Veranstalter dazugebucht wurden, aber nicht stattgefunden haben, kann der Reisende zurückverlangen. Schadenersatzansprüche für z.B. die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit kommen nur in Betracht, wenn den Reiseveranstalter ein Verschulden trifft. Dies ist nicht der Fall, wenn die Reise wegen außergewöhnlicher Umstände abgebrochen werden musste.

Vom Veranstalter kann man eine Preisminderung verlangen, wenn es bei der Durchführung der Reise zu Mängeln kommt, weil zum Beispiel einzelne Programmpunkte nicht durchgeführt werden können – auch wenn den Veranstalter kein Verschulden trifft.

Rückreise verschoben: Wer kommt für die Kosten auf?

Reisendem wird Fieber gemessen
Auch Reisenden kann Quarantäne drohen, wenn sie erkrankt sind ∙ © imago images/Agencia EFE

Findet die Rückreise nicht wie geplant statt, z.B. weil der Flug wegen des Coronavirus ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Mehrkosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage übernehmen. Was darüber hinaus geht, müssen Reisende selbst bezahlen, sofern die Kosten nicht von einer anderen Institution (z.B. Behörden) übernommen werden. Das kommt z.B. in Betracht, wenn Reisende am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt werden. Maßgeblich ist dabei immer das am Urlaubsort geltende Recht.

Corona: ADAC erweitert Leistungen

Der ADAC erweitert seine Leistungen und übernimmt Übernachtungs- und Heimreisekosten, die Plus- und Premium-Mitgliedern durch eine Corona-Quarantäne entstehen. Ein Covid-19-Test wird bezahlt, wenn dadurch eine Schadensminderung zu erwarten ist. Die Leistungserweiterung gilt weltweit bis auf Weiteres. Alle Infos und Details zur Leistungserweiterung lesen Sie hier.

ADAC Mitglieder, die im Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel.: +49 89 76 76 76) wenden.

Wer selbst mit dem Auto in Europa unterwegs ist, erfährt hier, wie er am besten zurück nach Deutschland kommt.

Hier finden Sie mehr Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Europa.

Tipps zur Buchung für ihren Urlaub in Corona-Zeiten

Mehr Infos zum Reiserecht gibt es hier.

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Der ADAC Auslandskrankenschutz bietet Kostenübernahme für medizinisch notwendige Heilbehandlung im Ausland. Dazu Organisation und Kostenübernahme von Hilfeleistungen, bis hin zum Krankenrücktransport sowie Privatpatientenstatus und freie Wahl des Krankenhauses im Ausland. Die versicherte Person ist nicht verpflichtet, nach einer Reisewarnung ihren Auslandsaufenthalt zu beenden. Der Versicherungsschutz besteht im Rahmen der Versicherungsbedingungen weiter.

Jedoch kann es aufgrund der aktuellen Corona-Situation vorkommen, dass Serviceleistungen wie z.B. der Krankenrücktransport nicht erbracht werden können. Ob ein Krankenrücktransport nach Deutschland durchgeführt werden kann, hängt von den Quarantäne-Bestimmungen ab – sowohl im Urlaubsland als auch in Deutschland. Die Transporte werden auch durchgeführt, wenn eine Reisewarnung besteht. Allerdings kann es zu Verzögerungen aufgrund des hohen Organisationsaufwands kommen. Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz.

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung Premium bietet Schutz bei Reiserücktritt, Reiseabbruch und für Ihr Reisegepäck. Großzügige Abschlussfristen bis 14 Tage vor Reisebeginn. Weltweiter Jahresschutz: Sie zahlen einmal im Jahr und können mit der Reiserücktrittsversicherung weltweit so oft verreisen, wie Sie möchten. Für alle privaten Reisen.

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung schließt eine Pandemie in ihren Verträgen nicht aus: Das heißt, im Fall eines positiven Corona-Tests liegt eine Krankheit vor, die eine Reiseunfähigkeit auslöst. Die Vorlage eines ärztlichen Attests bei der Versicherung ist jedoch zwingend nötig, damit sie in Leistung geht.

Hier erfahren Sie mehr zur ADAC Reiserücktrittsversicherung, hier gibt es den Überblick über die Corona-Leistungen.

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