Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Coronavirus: Ihre Rechte als Reisende

Frau plant ihren Urlaub mit ihrem Laptop
Fernweh in Zeiten von Corona: Was müssen Reisende beachten bei Buchung und Storno? ∙ © iStock.com/hocus-focus

Reiserücktritt, Storno, Einreisestopp: Was bedeutet das Coronavirus für Reisende, die gebucht haben? Welche Rechte haben sie, wann zahlt eine Versicherung? Und was muss man beachten, wenn man jetzt eine Reise bucht?

  • Bei einer neuen Buchung genau auf Storno-Bedingungen achten

  • Freiwillige Reisegutschein-Lösung mit staatlicher Absicherung geplant

  • Die Reiserücktrittsversicherung zahlt nicht bei Reisewarnung und Einreiseverboten

Weltweite Reisewarnung

Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung* für nicht notwendige oder touristische Reisen ausgesprochen. Die Reisewarnung gilt inzwischen bis zum 14. Juni 2020.

Was muss man beachten, wenn man jetzt trotz Corona bucht?

Wer jetzt angesichts der Lockerungen in Deutschland überlegt, eine Reise oder eine Unterkunft neu zu buchen, sollte sich genau die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ansehen: Dort sind die Stornobedingungen enthalten. Wichtig ist vor allem, ob und bis wann eine Buchung kostenlos stornierbar ist. Einige große Reiseveranstalter haben ihre Stornobedingungen für neue Buchungen angepasst. Fragen Sie nach, bevor Sie buchen.

Auch mit kleineren Anbietern von Hotels oder Ferienwohnungen kann man in der jetzigen Corona-Sondersituation eventuell individuelle Regelungen aushandeln. Diese sollte man sich aber unbedingt schriftlich bestätigen lassen. Bedenken Sie vor der Buchung, dass Sie möglicherweise nicht alle Angebote des Hotels (z.B. Sauna, Schwimmbad etc.) nutzen können. Fragen Sie im Zweifel beim Hotel nach.

Infektionen: Was gilt, wenn Tourismus in Deutschland wieder eingeschränkt wird?

Wenn die Infektionszahlen in Ihrer Urlaubsregion wieder steigen, kann der Tourismus lokal wieder eingeschränkt oder verboten werden. Dann muss der Hotelier oder Vermittler von Ferienwohnungen von sich aus stornieren, weil er die touristische Übernachtung wegen der Corona-Pandemie nicht weiter anbieten darf. Wenn Sie noch gar nicht angereist sind, darf der Hotelier dann keine Stornokosten verlangen. Er muss auch eine eventuell geleistete Anzahlung zurückerstatten.

Service vor Ort: In Ihrer ADAC Geschäftsstelle

Aktuelle Informationen zu Ihrem Reiseziel, Toursets und die aktuelle Motorwelt exklusiv für ADAC Mitglieder, außerdem Reiseführer, Vignetten und persönliche Beratung rund um Ihre Mobilität: Das alles bieten die ADAC Geschäftsstellen ganz in Ihrer Nähe.

Und auch telefonisch ist der Club für Sie da - unter Tel. 0800 5 10 11 12 (Mo-Sa 8-20 Uhr)

Wenn die Beschränkungen wieder aufleben, solange Sie vor Ort sind, müssen Sie gegebenenfalls sofort abreisen. Der Hotelier kann den Zimmerpreis nur für die schon verbrachten Nächte verlangen. Achtung: zusätzliche Kosten für die Rückreise (z.B. neues Bahnticket) werden nicht erstattet.

Muss man einen Reisegutschein akzeptieren?

Viele Veranstalter bieten Reisenden derzeit für ausgefallene oder abgesagte Reisen einen Reisegutschein an. Dieser kann bei einer späteren Buchung eingelöst werden. Sie sind nicht dazu verpflichtet, einen Gutschein zu akzeptieren, sondern haben das Recht, Ihren Reisepreis zurückzubekommen.

Nach einer Empfehlung der EU-Kommission hat jetzt die Bundesregierung Eckpunkte für eine freiwillige Gutscheinlösung beschlossen. Diese sieht vor, dass Reiseveranstalter ihren Kunden statt der sofortigen Erstattung einen Gutschein für eine spätere Reise anbieten können. Werden die Gutscheine nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, erhalten Pauschalreisende das Geld zurück.

Sollte die Versicherung des Gutscheins nicht ausreichen, ist der Gutscheinwert im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters durch eine staatliche Garantie in vollem Umfang abgesichert. Voraussetzung ist, dass die Reise vor dem 8. März 2020 gebucht wurde und wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Ein entsprechendes Gesetz für diese geplante freiwillige Gutscheinlösung mit staatlicher Absicherung muss nun noch verabschiedet werden.

Nach der derzeit noch geltenden Rechtslage können Reisende einen Gutschein des Reiseveranstalters annehmen, sie sollten aber vorher die Bedingungen überprüfen und außerdem beachten, dass sie momentan noch bei einer Insolvenz des Anbieters möglicherweise auf den Kosten sitzen bleiben.

Wer zahlt bei wegen Sars-CoV-2 abgesagten Veranstaltungen?

Großveranstaltungen bleiben generell bis 31. August untersagt. Hier besteht nach derzeitiger Rechtslage ein Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises für die Veranstaltung, jedoch nicht der Kosten des dafür separat gebuchten Hotels oder der Anreise. Das Bundeskabinett hat eine Gutscheinlösung als Ersatz von Tickets für abgesagte Kulturveranstaltungen beschlossen, Bundestag und Bundesrat haben jetzt zugestimmt.

Seit 20. Mai 2020 gilt nun: Bei Corona-bedingter Absage einer Kulturveranstaltung dürfen Veranstalter den Ticketinhabern Gutscheine in Höhe des ursprünglichen Eintrittspreises (inklusive Vorverkaufsgebühren) ausstellen. Diese können entweder für den Nachholtermin oder für ein gleichwertiges Angebot eingelöst werden. Sollte das für die Gutscheininhaber aufgrund ihrer persönlichen Lebensverhältnisse unzumutbar sein, können sie von den Veranstaltern die Auszahlung verlangen. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 erstattet.

Corona: Wann zahlt eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung greift nur dann, wenn Sie die gebuchte Reise aus einem versicherten Grund nicht antreten können, z.B. bei einer unerwarteten schweren Erkrankung (ärztliches Attest). In diesem Fall werden die vertraglich geschuldeten Stornokosten übernommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Versicherung vor der Erkrankung abgeschlossen haben.

Müssen Sie Ihre Reise wegen einer unerwarteten schweren Erkrankung abbrechen oder können Sie deshalb die Rückreise nicht pünktlich antreten, erstattet eine Reiseabbruchversicherung im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung die anfallenden Mehrkosten (z.B. Umbuchung) und die notwendigen zusätzlichen Rückreise- und Unterkunftskosten.

Achtung: Viele Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen. Am 11. März wurde Covid-19 als Pandemie eingestuft. Bei einer Erkrankung am Coronavirus nach dem 11. März 2020 ist bei Versicherungen, die eine solche Klausel enthalten, daher kein versicherter Rücktrittsgrund mehr gegeben.

Individuelle Ängste oder Sorge vor Ansteckung sind keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt.

Eine (Teil-)Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt in der Reiserücktrittsversicherung nicht als versichertes Ereignis. Die Reiserücktrittsversicherung greift also nicht.

Auch im Fall eines Einreiseverbots für bestimmte Nationalitäten kommt die Reiserücktrittsversicherung nicht für die entstandenen Kosten auf.

Coronakrise: Antworten auf Mitgliederfragen

Die Corona-Krise stoppt alle Reise-Pläne: Storno, Umbuchung – welche Rechte haben Reisende? Wer trägt die Kosten? Hunderte Fragen erreichen die ADAC Clubjuristen täglich. Hier die Antworten

Covid-19 am Urlaubsort: Wann kann man eine Pauschalreise stornieren?

Das kommt darauf an, wann die Pauschalreise (z.B. Flug oder Zugfahrt und Hotel) stattfinden soll: Eine kostenfreie Stornierung einer unmittelbar bevorstehenden Reise durch den Reisenden ist immer möglich, wenn die Anreise oder Durchführung durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird (z.B. weil ein generelles Einreiseverbot für den gebuchten Ort besteht oder Züge nicht mehr fahren). Bei Auslandsreisen gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes als starkes
Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände. Aktuell gilt die weltweite Reisewarnungbis zum 14. Juni 2020. Reisen, die bis zu diesem Zeitpunkt starten sollen, können damit sowohl vom Reisenden als auch vom Veranstalter kostenfrei storniert werden. Bereits erfolgte (An-) Zahlungen sind vom Veranstalter zurückzuerstatten.

Reisen, die nicht unmittelbar bevorstehen, und bei denen daher unklar ist, ob die Reisewarnung bzw. die außergewöhnlichen Umstände dann noch bestehen, kann der Reisende (noch) nicht kostenfrei stornieren. Hier empfiehlt es sich, die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten.

Aktuelle Hinweise auf der Homepage des Auswärtigen Amtes*

Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für das In- und Ausland* ausgesprochen. Da es so eine Situation noch nie gegeben hat, lässt sich dies rechtlich nicht abschließend einordnen. Die Reisewarnung der Bundesregierung dürfte aber ebenfalls ein deutliches Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände sein.

Werden Pauschalreisen vom Veranstalter abgesagt, kann sich der Urlauber den Preis zurückerstatten lassen. Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter wegen entgangener Urlaubsfreuden kommen nicht in Betracht, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat.

Ein kostenfreier Rücktritt ist auch immer dann möglich, wenn ein wesentlicher Teil der Pauschalreiseleistung nicht stattfindet, z.B. zentrale Sehenswürdigkeiten gesperrt sind. Nach Ansicht des Europäischen Verbraucherzentrums soll das auch der Fall sein, wenn Reisende bei der Einreise zunächst eine 14-tägige Quarantäne antreten müssten.

Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. Ansprechpartner ist auch hier der Veranstalter als Vertragspartner.

Wann können Sie wegen Covid-19 eine Individualreise stornieren?

Wenn der Anbieter die Leistung (z.B. den Flug oder die Übernachtung) absagt, kann der Urlauber bereits getätigte (An-)Zahlungen zurückfordern.

Von sich aus kann der Reisende bei Anwendung des deutschen Rechts nur dann kostenfrei stornieren, wenn die Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Das wäre zum Beispiel denkbar, wenn das gebuchte Hotel in einer Region liegt, für welche die Behörden ein generelles Einreiseverbot ausgesprochen haben, der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Regionen gelten. Wenn der Reisende deshalb gar nicht anreisen kann, darf ein Hotelier nicht den Zimmerpreis verlangen.

Sind in einem Bundesland* touristische Übernachtungen wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt, darf der Hotelier/Vermittler von Ferienwohnungen dort keine Zimmer zu diesem Zweck anbieten. Er kann bei einer Stornierung keine Stornokosten verlangen.

Wenn Sie das Hotel oder die Ferienwohnung direkt im Ausland oder über einen deutschen Online-Hotel-Vermittler gebucht haben und die Buchungsbedingungen keine Regelungen zum anwendbaren Recht enthalten, kommt ausländisches Recht zur Anwendung. In zahlreichen EU-Mitgliedstaaten legen die Hotelbetreiber selbst fest, ob die Zimmer kostenlos storniert werden dürfen, ob Stornogebühren fällig werden oder ob der komplette Betrag bezahlt werden muss. Vorrangig sind daher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Vermieter/Hoteliers maßgeblich. Urlauber sollten deshalb versuchen, die Lage direkt mit diesen zu klären - im Streitfall über einen Rechtsanwalt.

Nach unseren derzeitigen Informationen kommt in den folgenden Ländern eine kostenlose Stornierung in Betracht, sofern der Anbieter seine Leistung nicht erbringen kann (z. B. weil sich das Hotel in einem Quarantäne-Gebiet befindet) und eine Art höhere Gewalt vorliegt: Finnland, Griechenland, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien. Allerdings gibt es gerade in einigen Ländern auch Überlegungen, ob statt der Rückzahlung in bar auch Gutscheine ausgegeben werden dürfen. Insofern kann es hier jederzeit zu Änderungen kommen.

Achtung: Wenn Individualleistungen (z.B. Flug, Zugfahrt oder Hotelzimmer) ohne Einschränkungen erbracht werden können, Urlauber ihre Reise jedoch aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr antreten wollen, kann der jeweilige Leistungsträger (z.B. Airline, Bahn oder Hotelier) bei der Absage durch den Reisenden Stornokosten bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen.

Das gilt bei Flügen und Bahnfahrten

Grundsätzlich steht es dem Fluggast frei, einen gebuchten Flug jederzeit zu stornieren. Die Fluggesellschaft kann dann Stornokosten, die in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen festgelegt sind, verlangen. Es gibt auch Tarife, die überhaupt nicht kostenfrei storniert werden können.

Ob im Fall einer drohenden Quarantäne ein kostenfreies Rücktrittsrecht des Fluggastes besteht, ist rechtlich nicht geklärt. Es empfiehlt sich daher, mit der Fluggesellschaft eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Viele Fluggesellschaften bieten aus Kulanz kostenfreie Umbuchungen oder Gutscheine an, z.B. die Lufthansa, Details auf lufthansa.com*.

Bei der Anwendbarkeit ausländischen Rechts können Abweichungen zur deutschen Rechtslage gelten: in Italien und Spanien beispielsweise können Flüge bei höherer Gewalt kostenfrei storniert werden. Zur Klärung, welches Recht auf den konkreten Flug Anwendung findet, sollte geprüft werden, ob der Beförderungsvertrag eine Rechtswahlklausel enthält.

Werden Flüge aufgrund von außergewöhnlichen Umständen durch die Airline abgesagt, können Fluggäste nur den Ticketpreis zurückverlangen. Ansprüche auf die pauschale Ausgleichszahlung bestehen nicht.

Dagegen können sich Bahnunternehmen nicht auf "höhere Gewalt" berufen. Die Fahrgastrechte, die für den Fall einer Verspätung ab 60 Minuten oder eines Zugausfalls eine Entschädigung vorsehen, gelten auch, wenn die Verspätung auf außergewöhnlichen Umständen beruht.

Die Deutsche Bahn hat für alle bis einschließlich 13. März gekauften Tickets für Fahrten zwischen dem 13. März und dem 4. Mai 2020 Kulanzregelungen* eingeführt: Reisende, die ihre Fahrt innerhalb Deutschlands verschieben möchten, können ihre Tickets bis zum 31. Oktober 2020 flexibel nutzen. Wer seine Fahrt nicht mehr antreten möchte, kann gebuchte Tickets kostenfrei in einen Gutschein umwandeln lassen. Außerdem gelten neue Kulanzregelungen für BahnCard Inhaber*: Sie können Gutscheine im Wert zwischen 10 und 50 Euro erhalten.

Was kann man jetzt tun, wenn eine Reise bevorsteht?

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte beim Veranstalter nachfragen, ob die Reise durchgeführt werden kann. Liegen die Voraussetzungen für kostenfreie Stornierung nicht vor, sucht man am besten nach einer einvernehmlichen kulanten Lösung (z.B. Umbuchung).

Steht die Reise erst in mehreren Wochen oder Monaten bevor, sollte man zunächst die Entwicklung der Situation im Reiseland abwarten. Der Rücktritt vom Reisevertrag sollte immer nur das letzte Mittel sein, wenn klar ist, dass die Reise mit signifikanter Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen einer Coronavirus-Pandemie betroffen sein wird.

Auch wer individuell gebucht hat, zum Beispiel Flug oder Hotel, sollte zunächst Kontakt mit dem jeweiligen Vertragspartner aufnehmen, um zu erfahren, ob die Leistung erbracht werden kann. Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanzlösung suchen.

Corona-Pandemie: Kostenerstattung bei Einreisesperre?

Ob Urlauber im Falle einer Einreisesperre für bestimmte Nationalitäten (aktuell z.B. für Deutsche in einigen Ländern) kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten können oder die Stornokosten tragen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Ein kostenfreier Rücktritt ist möglich, wenn die Durchführung der Pauschalreise beziehungsweise Anreise durch so genannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Dies könnte der Reisende auch in diesem Fall geltend machen.

Bei Individualreisen gibt es wegen der Einzigartigkeit der aktuellen Virus-Pandemie bisher keine klare Rechtsprechung.

Reisende, die eine Reise nicht antreten, sollten mit ihrem Veranstalter in Kontakt treten, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen. Auch Individualreisende müssen sich an den jeweiligen Anbieter wenden.

Grenzschließung: Kündigung der Pauschalreise möglich

Schließt ein Reiseland wieder seine Grenzen, können Sie kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten. Ein kostenfreier Rücktritt ist möglich, wenn die Durchführung der Reise beziehungsweise Anreise durch so genannte außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Bei einer Grenzschließung kann der Reiseveranstalter die Pauschalreise nicht mehr durchführen. Deshalb ist eine kostenlose Stornierung der Pauschalreise möglich.

Nehmen Sie mit Ihrem Reiseveranstalter Kontakt auf, um nach einer einvernehmlichen (Kulanz-)Lösung zu suchen.

Bei einer Individualreise müssen Sie sich bei einer Grenzschließung ebenfalls an Ihren Anbieter wenden. Kann die gebuchte Leistung wegen der Grenzschließung nicht erbracht werden, kann zum Beispiel der Hotelier keine Stornokosten verlangen. Wird die Leistung aber erbracht und möchte der Urlauber stornieren, fallen evtl. Stornogebühren für den Urlauber an.

Was gilt, wenn Reisende bereits unterwegs sind?

Wer seine Reise nur aufgrund von Angst vor einer Ansteckung nicht weiterführen möchte, muss unter Umständen die Kosten für die Stornierung bzw. die Kosten der Unterkunft abzüglich ersparter Aufwendungen selbst tragen.

Wer bereits unterwegs ist, kann seine Pauschalreise kündigen, wenn diese wegen außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht mehr durchgeführt werden kann, z.B. Hotels aufgrund von behördlichen Anordnungen geschlossen oder Ausgangssperren eingerichtet werden. Der Reiseveranstalter bleibt auch nach der Kündigung durch den Reisenden verpflichtet, für die Rückbeförderung zu sorgen und muss dabei entstehende Mehrkosten übernehmen. Es empfiehlt sich daher zunächst Rücksprache mit dem Veranstalter zu halten.

Wird eine Pauschalreise vorzeitig abgebrochen, können Reisende die Kosten für die nicht stattgefundenen Urlaubstage anteilig zurück erstattet verlangen. Auch zusätzliche Kosten z.B. für Ausflüge, die über den Veranstalter dazugebucht wurden, aber nicht stattgefunden haben, kann der Reisende zurückverlangen. Schadenersatzansprüche für z.B. die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit kommen nur in Betracht, wenn den Reiseveranstalter ein Verschulden trifft. Dies ist nicht der Fall, wenn die Reise wegen außergewöhnlicher Umstände abgebrochen werden musste.

Vom Veranstalter kann man eine Preisminderung verlangen, wenn es bei der Durchführung der Reise zu Mängeln kommt, weil zum Beispiel einzelne Sehenswürdigkeiten nicht besucht werden können – auch wenn den Veranstalter kein Verschulden trifft.

Wer selbst mit dem Auto in Europa unterwegs ist, erfährt hier, wie er am besten zurück nach Deutschland kommt.

Coronavirus-Quarantäne oder Flugausfall: Wer kommt für die Kosten auf?

Findet die Rückreise nicht wie geplant statt, z.B. weil der Flug wegen des Coronavirus ausfällt, muss der Reiseveranstalter die Mehrkosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage übernehmen. Was darüber hinaus geht, müssen Reisende selbst bezahlen, sofern die Kosten nicht von einer anderen Institution (z.B. Behörden) übernommen werden. Das kommt z.B. in Betracht, wenn Reisende am Urlaubsort unter Quarantäne gestellt werden. Maßgeblich ist dabei immer das am Urlaubsort geltende Recht.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung bei Coronavirus

Erkranken Sie während des Urlaubs, erstattet eine Auslandskrankenversicherung Ihre Behandlungs- und Medikamentenkosten. Die ADAC Plus-Mitgliedschaft und eine gesetzliche Krankenversicherung reichen hier nicht aus. Die Versicherung muss vor Reisebeginn abgeschlossen worden sein.

ADAC Mitglieder, die im Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel.: +49 89 76 76 76) wenden.

Hier finden Sie mehr Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Europa

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Anzeige: Produkt-Hinweis ADAC Reise-Versicherungen

Der ADAC Auslandskrankenschutz bietet Kostenübernahme für medizinisch notwendige Heilbehandlung im Ausland. Dazu Organisation und Kostenübernahme von Hilfeleistungen, bis hin zum Krankenrücktransport sowie Privatpatientenstatus und freie Wahl unter den Krankenhäusern im Ausland. Die versicherte Person ist nicht verpflichtet, nach einer Reisewarnung ihren Auslandsaufenthalt zu beenden. Der Versicherungsschutz besteht im Rahmen der Versicherungsbedingungen weiter. Jedoch kann es auf Grund der derzeitigen Situation vorkommen, dass Serviceleistungen wie z.B. der Krankenrücktransport nicht erbracht werden können. Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz

Die ADAC Reiserücktrittsversicherung bietet Schutz bei Reiserücktritt, Reiseabbruch und für Ihr Reisegepäck. Jederzeit abschließbar, weltweit gültig, Schutz auf jeder Reise. Hier erfahren Sie mehr zum Thema ADAC Reiserücktrittsversicherung