Hepatitis A und B: Impfung schützt

Ein Teller mit Muscheln
Meeresfrüchte wie Muscheln oder Garnelen können eine Infektionsquelle für Hepatitis sein ∙ © Shutterstock/Mr.Lersom Loungpon

Die Leberentzündungen Hepatitis A und B werden durch Viren hervorgerufen, besonders verbreitet in warmen Regionen. Infos über Symptome und den Schutz durch eine Impfung.

  • Ähnliche Symptome, Hepatitis B gefährlicher

  • Hepatitis A droht bei Reisen in Regionen mit niedrigem Hygienestandard

  • Kombinations-Impfung schützt gegen Hepatitis A und B

Hepatitis A: Infektionsquelle Meeresfrüchte

Das Hepatitis-A-Virus befällt bei einer Infektion Leberzellen und vermehrt sich darin. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden, kommen entweder über Trinkwasser und Nahrung oder durch direkten Kontakt (Schmierinfektion) in den nächsten Wirtsorganismus und haben die Chance, sich erneut zu vermehren.

Sie sind sehr widerstandsfähig gegen hohe wie niedrige Temperaturen und gegen viele Substanzen in Desinfektionsmitteln. "Da die Viren häufig mit Abwässern ins Meer gelangen", so ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer, "sind Meeresfrüchte wie Muscheln und Garnelen bekannt und berüchtigt als Infektionsquelle."

Als allgemeine Prophylaxe gegen Hepatitis A kann man versuchen, entsprechend infiziertes Trinkwasser oder virenhaltige Nahrungsmittel zu vermeiden (z.B. auch Früchte oder Salate, die mit diesem Wasser gewaschen oder gedüngt sind). Nur nach gründlichem Abkochen ist Trinkwasser virusfrei. Nahrungsmittel, insbesondere Meeresfrüchte, sollten nur gut durchgegart gegessen werden.

Bei Reisen in Regionen mit niedrigeren Hygienestandards als in Mitteleuropa wird eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen.

Symptome bei Hepatitis A: Fieber und Gelbsucht

Wer an Hepatitis A erkrankt, merkt anfangs meist wenig Typisches: Man fühlt sich krank, hat möglicherweise leichtes Fieber und wechselnde Beschwerden im Bauchraum über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu gut einer Woche.

Spätestens die Gelbfärbung der Haut (Ikterus), die üblicherweise zuerst an den Augen auffällt, zeigt an, dass die Leber im Zentrum des Krankheitsgeschehens steht. Zu den beschriebenen allgemeinen Beschwerden kommt in dieser Phase oft ein Jucken an Händen und Füßen oder sogar am ganzen Körper. Bei manchen Betroffenen hält die Gelbfärbung nur wenige Tage, bei anderen mehrere Wochen lang an.

Hepatitis A heilt meist von selbst

Höchstens einer von tausend Erkrankten stirbt an einer schweren Verlaufsform. Praktisch alle anderen werden wieder ganz gesund. Bei Kindern fällt meist gar nicht auf, dass eine Infektion stattgefunden hat. Die Möglichkeiten, auf eine ausgebrochene Hepatitis A einzuwirken, beschränken sich laut Dr. Schäfer darauf, die kranke Leber nach Möglichkeit zu schonen –durch Ruhe, Verzicht auf Alkohol und fettarme Kost. Hat man die Erkrankung überstanden, ist man lebenslang immun gegen dieses Virus.

Hepatitis B: Weltweit stark verbreitet

Die Virusinfektion Hepatitis B gehört zu den verbreitetsten beim Menschen überhaupt: Es gibt Anzeichen dafür, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung zumindest schon einmal Kontakt mit dem Erreger hatte. Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist ein DNS-Virus, das nur dann von Mensch zu Mensch übertragen wird, wenn infektiöses Material (meist Blut oder Blutbestandteile) über Verletzungen der Haut oder die Schleimhaut Zugang zum neuen Wirt bekommen.

Zu den Risikogruppen zählen daher: Personen, die von Drogen abhängig sind, die gespritzt werden, medizinisches Personal, Männer, die Sex mit Männern haben, Prostituierte u.a. Aber auch bei der Geburt kann es zur Übertragung kommen, so dass manche Menschen praktisch ihr gesamtes Leben mit dem Virus im Körper verbringen. Eine Ansteckung kann z.B. auch bei Tätowierungen erfolgen.

Symptome bei Hepatitis B ähnlich wie bei A

Eine Hepatitis-B-Infektion ist anfangs ebenfalls nicht von anderen Virusinfektionen wie z.B. einer Grippe zu unterscheiden. Nur etwa jeder dritte Infizierte wird überhaupt erkennbar krank.

Einige Tage nach dieser Anfangsphase, die durch Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Übelkeit und ähnliche Symptome gekennzeichnet ist, färbt sich die Haut gelb, der Urin wird dunkel und der Stuhl blass. Die bis dahin bestimmenden Beschwerden werden nun eher leichter. Bis alle Krankheitszeichen verschwunden und auch die Laborwerte wieder normal sind, vergehen oft mehrere Monate.

Hepatitis B: Gefährlicher, häufiger chronisch

Bei etwa jedem hundertsten Infizierten verläuft die Erkrankung jedoch so explosionsartig, dass sie tödlich endet, wenn nicht eine transplantierte Leber die Funktion des weitgehend zerstörten ursprünglichen Organs übernimmt.

Auch ist im Vergleich mit Hepatitis A der Anteil der Infektionen, die über Jahre nicht ausheilen (chronische Hepatitis) beim B-Virus höher: 3 bis 5 Prozent bei Erwachsenen und etwa 90 Prozent bei Neugeborenen. Häufig kommt es zu jahrelang fortschreitender Zerstörung von Leberzellen und einem narbigen Umbau des Organs, der Leberzirrhose. In einigen Fällen droht sogar eine Krebserkrankung.

Medikamente gegen Hepatitis B

Neben allgemein leberschonenden Maßnahmen wie bei Hepatitis A können bei Hepatitis-B-Erkrankungen, die nicht von selbst ausheilen, Medikamente helfen. In den letzten beiden Jahrzehnten ist es so gelungen, die Zahl schwerer Komplikationen zu senken.

Jedoch muss man davon ausgehen, dass auch nach einem völligen klinischen Ausheilen HBV-Erbmaterial in Leberzellen überdauert, was unter bestimmten Umständen zu einem Wiederaufflammen der Erkrankung führen kann.

Impfung schützt gegen beide Formen

Die gute Nachricht zu beiden Hepatitis-Arten laut Dr. Schäfer: "Es gibt wirksame und gut verträgliche Impfstoffe gegen sie".

Die Schutzimpfung gegen Hepatitis B wird heute in vielen entwickelten Ländern schon für Kleinkinder generell empfohlen. "Gegen Hepatitis A sollte man sich impfen lassen, wenn man in Regionen reist, die niedrigere Hygienestandards haben, als man sie in Mitteleuropa erwarten darf", rät der ADAC Reisemediziner.

Auch ein Impfstoff, der gegen beide Krankheiten schützt, steht zur Verfügung. Da es sich bei allen um sogenannte Totimpfstoffe handelt, bestehe keine Gefahr, durch eine Impfung an Hepatitis zu erkranken.

Kosten für die Impfung gegen Hepatitis

Es sind entweder zwei Impfungen gegen Hepatitis A oder z.B. bei Verwendung eines Kombinationsimpfstoffes gegen Hepatitis A und B drei Impfungen nötig. Eine einzelne Impfung kostet rund 60 Euro. Wie bei allen Reise-Impfungen sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären, was diese übernimmt.

ADAC Informationen zur Reisemedizin

Weitere Infos erhalten ADAC Mitglieder vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter 089 76 76 77. Auch online finden Sie umfangreiche Informationen zu reisemedizinischen Themen.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung

Wer ins Ausland reist, sollte unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland dürfen im Ausland entstandene Kosten nur nach der deutschen Gebührenordnung erstatten. Kosten für einen Krankenrücktransport werden nicht übernommen.

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Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Andrea Steichele-Biskup
Redakteurin
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