Grippewelle rollt weiter: Viele Fälle durch neue Influenza-Variante
Von Tanja Echter

Die Grippewelle rollt nach wie vor mit voller Kraft durch Deutschland. Grund ist unter anderem eine neue Influenza-Variante. Wie Sie sich wappnen.
Grippewelle früher als in Vorjahren gestartet
Neue Variante des Influenza-A-Virus
Risikogruppen sollten sich schützen
Grippewelle vor allem durch Influenza A
Hauptgrund für die hohen Fallzahlen ist laut Expertinnen und Experten eine neue Variante des Grippevirus, die sogenannte Subklade K (H3N2) der Virusgruppe A. Die meisten Krankheitsfälle gehen aktuell darauf zurück. Wie der ARE-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, kursieren nach wie vor aber auch die bereits etablierten Influenza-Typen, was die Grippewelle zusätzlich befeuert.
Laut der aktuellen RKI-Meldedaten wurden für den Zeitraum vom 5. bis 11. Januar 2026 zirka 20.500 Influenzafälle offiziell gemeldet (in der vorangegangenen Woche waren es lediglich 14.930). Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) warnte bereits Ende 2025 vor einer starken Grippesaison. Die ersten Krankheitsfälle wurden rund drei bis vier Wochen früher als in den vergangenen beiden Jahren gemeldet.
Verlauf der neuen Grippe-Variante
Derzeit geht man davon aus, dass die neue Influenza-Variante keine schwereren Krankheitsverläufe verursacht. "Aktuelle epidemiologische Daten deuten nicht auf eine Zunahme der Schwere der Erkrankung hin, obwohl diese genetische Veränderung eine bemerkenswerte Entwicklung des Virus darstellt", so Wenqing Zhang, Spezialistin für Atemwegsrisiken bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bereits aufgebaute Antikörper durch vorangegangene Grippeinfektionen bieten vermutlich weniger Schutz gegen die neue Klade H3N2.
Viele Kinder von Grippe betroffen
Infektionen gibt es derzeit über alle Altersgruppen hinweg. Die meisten Kinder, die derzeit aufgrund einer akuten Atemwegsinfektion im Krankenhaus aufgenommen werden, haben Grippe. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sind Ansteckungen bei Kindern ein maßgeblicher Grund für eine schnelle Verbreitung und somit ein Treiber der Grippewelle. Laut Expertinnen und Experten könnte ein regelmäßiger Impfschutz bei Kindern diese Dynamik drosseln.
So schützen Sie sich vor Grippe
Ersten Erkenntnissen zufolge wirkt der Grippeimpfstoff etwas schlechter gegen die neue Variante. Dennoch bietet die Impfung den besten Schutz vor Influenza – sowohl vor einer Infektion als auch vor einer Verbreitung der Viren. Laut RKI ließen sich in der vergangenen Grippesaison weniger Menschen impfen als in den Vorjahren. Bei den Über-60-Jährigen sank die Influenza-Impfquote um vier Prozent auf 34 Prozent.
Risikopersonen besonders gefährdet
Besonders wichtig ist die Grippeimpfung für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen über 60 Jahre, Immungeschwächte sowie Personen mit chronischen Krankheiten. Empfohlen wird eine Immunisierung gegen Influenza auch für Schwangere im zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Bewohnende und Beschäftigte in Alters- und Pflegeheimen sowie anderen Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegewesen sollten sich ebenfalls gegen Grippe impfen lassen. Wer nicht zu einer der Risikogruppen zählt, kann sich bei der Krankenversicherung erkundigen, ob die Kosten für die Grippeimpfung übernommen werden. Seit 2022 darf auch in Apotheken gegen Corona und Influenza geimpft werden.
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Masken schützen vor Grippe
Während der Grippesaison kann es zusätzlich sinnvoll sein, eine Maske zu tragen – vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammenkommen. Allgemeine Hygieneregeln wie In-die-Armbeuge-Niesen und gründliches Händewaschen tragen dazu bei, Tröpfchen- und Schmierinfektionen zu vermeiden.
Die Zahl der Corona-Infektionen sinkt aktuell. Hier lesen Sie alles zu den derzeit kursierenden Varianten XFG Stratus, Nimbus und Cicada.
Aktuelle Zahlen zu den derzeit kursierenden Atemwegskrankheiten finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.
Mit Material von dpa.