Vergiftungsgefahr: Blaualgen in Badeseen und Flüssen in Deutschland
Von Katharina Dümmer

Baden mit Risiko: Blaualgen in Seen und Flüssen vermehren sich derzeit besonders stark. Für mehrere Gewässer wurden deshalb Badewarnungen ausgesprochen. Was sind die Gefahren und woran erkennt man, ob das Wasser belastet ist?
Durchfall, Erbrechen, Hautreizungen und sogar Atemnot sind möglich
Warnschilder an Gewässern beachten
Besondere Vorsicht gilt für Kinder und Hunde
In ganz Deutschland warnen Gesundheitsämter aktuell vor Blaualgen in verschiedenen Gewässern. Ursache sind hohe Temperaturen und wenig Niederschlag. Blaualgen können Gifte bilden, die für Menschen und Hunde gefährlich werden können.
Blaualgen: Diese Badeseen und Flüsse sind betroffen
In mehreren Bundesländern gibt es akute Badeverbote und Warnungen, vor allem für kleinere und stehende Gewässer. Aber auch große Badeseen sind mitunter betroffen. In Bayern trifft dies aktuell für den Altmühlsee (mehrere Badestellen) sowie für die Donau im Landkreis Kelheim zu. Der Kleine See in Lindau (Bodensee) oder das Zwischenahner Meer in Niedersachsen sind in dieser Badesaison ebenfalls betroffen. Mehrere Warnungen gibt es derzeit auch für Seen in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.
Übrigens: Im Meer kommen Blaualgen ebenfalls vor. In früheren Jahren sorgten Algenblüten an Ostseestränden für Probleme.
Blaualgen-Gefahr: Von Hautreizungen bis Atemnot
Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien, sogenannte Cyanobakterien, die überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration ungefährlich sind. Bei langanhaltend hohen Temperaturen, viel Sonnenschein oder geringer Bewegung können sie sich jedoch schnell vermehren und die Wasserqualität einschränken. Die Folge: Es werden Stoffe produziert, die bei Badenden Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge auslösen können. In schlimmen Fällen sogar Atemnot. Eine Gesundheitsgefahr besteht insbesondere beim Schlucken des Wassers. Sobald Anzeichen von Beschwerden auftauchen, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Cyanobakterien sind für Kinder besonders gefährlich: Manchmal verschlucken sie versehentlich Wasser. Weil Kinder viel leichter sind als Erwachsene, führt die gleiche Menge Gift bei ihnen schneller zu schweren Vergiftungen.
Gut zu wissen und unabhängig vom derzeitigen Blaualgen-Alarm: Die meisten Badeseen und Küstengewässer in Deutschland bieten laut einem EU-Bericht beste Wasserqualität.
Blaugrünes Wasser als Warnsignal
Eine hohe Konzentration von Blaualgen ist durch eine blaugrüne Trübung erkennbar. Befindet man sich knietief im Wasser und kann die eigenen Füße nicht mehr sehen, kann dies ein Anzeichen für eine zu hohe Konzentration von Blaualgen sein. Man sollte aufs Baden verzichten.
In vielen Fällen stellen die Behörden Badeverbots-Schilder auf, die unbedingt beachtet werden sollten.
Blaualgen auch für Hunde gefährlich
Für schwimmfreudige Hunde kann der Kontakt mit Blaualgen sogar tödlich verlaufen. Mitte Juli wurden Fälle bekannt, bei denen Hunde nach einem Bad in der Donau bei Kehlheim gestorben sind. Badet ein Vierbeiner in einem belasteten Gewässer, kann er die giftigen Bakterien über die Schleimhäute aufnehmen.
Erste-Hilfe-Tipp von Profis: Das Fell schnellstmöglich gründlich mit klarem Wasser auswaschen. Auf keinen Fall sollte der Hund seine Pfoten oder sein Fell ablecken. Bei Verdacht auf eine Blaualgenvergiftung sofort zum Tierarzt gehen! Symptome können bereits Minuten nach dem Kontakt auftreten.