Algen, Quallen, Zerkarien: So schützen Sie sich beim Baden

Drei Kinder liegen lachend am Strand im Wasser.
Am Meer ist Spaß garantiert, trotzdem gibt es einiges zu beachten ∙ © iStock.com/Imgorthand

Baden macht Spaß, kann in Seen oder im Meer aber riskant sein. Wann Sie besser nicht mehr ins Wasser gehen sollten.

  • Blaualgen können gefährlich sein

  • Welche Quallen Sie meiden sollten

  • Badedermatitis: Hautentzündungen durch Zerkarien

Algen: Ab wann stellen sie eine Gesundheitsgefahr dar?

In fast allen Gewässern grünt es. Egal ob in Seen, Flüssen oder im Meer: Algen kommen quasi überall vor. Für Badeurlauber sind sie meist ungefährlich. In bestimmten Situationen sollte man jedoch achtsam sein.

Bei den Algen wird zwischen Mikro- und Makroalgen unterschieden. Makroalgen kommen meist auf festem Untergrund wie Felsboden, Stahl- oder Holzpfeilern vor. Sichtbare Makroalgen sind für den Menschen ungefährlich. Mikroalgen hingegen sind für das menschliche Auge oft nicht so leicht zu erkennen.

Eine Besonderheit stellen Blaualgen dar. Sie sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien, sogenannte Cyanobakterien, die überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration ungefährlich sind. Bei langanhaltend hohen Temperaturen, viel Sonnenschein oder geringer Wasserbewegung können sich jedoch schnell vermehren und die Wasserqualität einschränken. Die Folge: Es werden Stoffe produziert, die bei Badenden Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge auslösen können. In schlimmen Fällen sogar Atemnot. Eine Gesundheitsgefahr besteht insbesondere beim Schlucken des Wassers. Sobald Anzeichen von Gesundheitsbeschwerden auftauchen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Blaualgen am Berliner Wannsee
Blaualgen: Hier sollte nicht gebadet werden ∙ © imago images/Schöning

Eine hohe Konzentration von Blaualgen ist durch eine blaugrüne Trübung erkennbar. Befindet man sich knietief im Wasser und kann die eigenen Füße nicht mehr sehen, kann dies ein Anzeichen für eine zu hohe Konzentration von Blaualgen sein. Man sollte aufs Baden verzichten.

Quallen stören den Badespaß

Quallen kommen in allen Meeren vor. Doch Qualle ist nicht gleich Qualle: Es gibt harmlose und gefährliche. Bei manchen kann die Berührung der Tentakeln auch für den Menschen schmerzhaft werden.

Die weiße Ohrenqualle Aurelia aurita ist häufig in der Nord- und Ostsee anzutreffen. Sie kann beachtliche Ausmaße annehmen und erreicht einen Schirmdurchmesser von fast einem Meter. Ihre Nesselkapseln sind jedoch nicht stark genug, die menschliche Haut zu durchbohren, sodass sie als nicht nesselnd gelten. Diese in der Regel für den Menschen völlig ungefährlichen Quallen sind weiß und leicht an den vier durchscheinend weißen Ringen auf dem Schirm zu erkennen.

Neben den ungefährlichen Ohrenquallen gibt es in der Nord- und Ostsee auch die meist gelblich oder rötlich gefärbte Haarqualle Cyanea capillata. Sie kann zu ernsthaften Vernesselungen führen, die an Verbrennungen erinnern. Hier heißt es Abstand halten, da ihre nässelnden Tentakeln bis zu 10 Meter lang werden können.

Die Leuchtqualle Pelagia noctiluca und die Würfelqualle Carybdea marsupialis kommen im Mittelmeer vor und können äußerst unangenehme Vernesselungen verursachen. Ihre Tentakel sind ebenfalls oft meterlang und beim Baden nur schwer zu erkennen.

Achtung!

Badegästen wird empfohlen, nicht zu baden, wenn nesselnde Quallen im Meer gesichtet wurden. Zudem sollten sie sich strikt an Badeverbote halten. Sollte es zu Vernesselungen gekommen sein, kann man sich an den meisten Stränden an die Strandaufsicht wenden, die für solche Fälle ausgerüstet ist. Bewährt hat sich das Begießen der vernesselten Hautpartien mit handelsüblichem Essig, weil dadurch das aus Eiweißstoffen aufgebaute Quallengift zerstört wird.

Zerkarien und Badedermatitis – woher kommt der juckende Hautausschlag an vielen deutschen Badeseen?

Freunde rennen in einen Badesee
Ab ins kühle Nass: Badeseen sind beliebt ∙ © iStock.com/TommL

Hautentzündungen quälen Badefreunde fast jeden Sommer an zahlreichen Seen in Deutschland. Badedermatitis, auch Zerkarien-Dermatitis genannt, äußert sich als allergischer Hautausschlag, verursacht durch Parasiten (Zerkarien), die im Wasserbereich lebende Vögel (Enten, Schwäne, Gänse, Möwen) und Säugetiere (Biber und Bisamratten) befallen können. Badende, die sich in unmittelbarer Nähe von Schilfbeständen oder in pflanzenbewachsenen Flachuferbereichen aufhalten, können von den Parasiten ebenfalls befallen werden. Die Larven werden in der menschlichen Haut aber rasch abgetötet. Zurück bleibt jedoch ein stark juckender Hautausschlag mit roten Pusteln.

In den vergangenen Jahren trat Badedermatitis nach längeren Schönwetterperioden im Hochsommer gehäuft an verschiedenen Binnengewässern Mitteleuropas wie dem Bodensee und dem Gardasee auf, aber auch in Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Achtung!

Zur Vorbeugung gegen Badedermatitis empfiehlt der ADAC, schlammige, schilfbewachsene Uferareale nur kurz zu betreten und nicht im flachen Uferbereich zu verweilen, da dort die Hauptparasitenträger – die Schlammschnecken – siedeln. An Schotter- und Kiesstränden sowie im Freiwasser außerhalb des unmittelbaren Uferbereichs kommen Zerkarien in der Regel nicht vor.