E-Scooter: So viele Unfälle gab es 2020

Ein E-Scooter-Fahrer liegt vor einem Auto auf der Strasse
Besonders in den Sommermonaten häuften sich Unfälle mit E-Scootern ∙ © Shutterstock/Andrey_Popov

E-Scooter sind besonders in Städten beliebt, aber können auch gefährlich werden. Das zeigt ein Blick auf die Unfallstatistik 2020: Es gab viele Verletzte und sogar Tote.

Fünf Tote und mehr als 2000 Verletzte hat die Polizei bei Unfällen mit E-Scootern im vergangenen Jahr registriert. 386 Personen wurden schwer verletzt, so das Statistische Bundesamt. 1907 erlitten leichte Verletzungen.

Insgesamt registrierte die Polizei demnach 2155 Unfälle mit den Elektrokleinstfahrzeugen, bei denen es Tote oder Verletzte gab. Mehr als 80 Prozent der Verunglückten sind selbst mit einem E-Scooter unterwegs gewesen. Bei fast drei von vier Unfällen mit Personenschaden (rund 72 Prozent) war der E-Scooter-Fahrer hauptverantwortlich. In 644 Fällen (knapp 42 Prozent) handelt es um Fahrunfälle, das sind Unfälle, bei denen die Fahrenden die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren, ohne dass andere Verkehrsteilnehmende dazu beigetragen haben. Bei 918 der 2155 Unfälle mit Personenschaden gab es keinen Unfallgegner.

Die Zahlen sind jedoch nur bedingt aussagekräftig, da wegen der Corona-Pandemie die Anbieter von Leihrollern ihren Betrieb zwischenzeitlich einschränkten oder ganz aussetzten.

Häufigste Unfallursache: Alkohol

Mit 18,3 Prozent war Alkohol das häufigste Fehlverhalten bei Unfällen mit Personenschaden. Viele Unfälle sind auch darauf zurückzuführen, dass die E-Scooter-Lenkenden die Fahrbahn oder Gehwege vorschriftswidrig benutzten oder zu schnell unterwegs waren. Gut ein Drittel der verunglückten E-Scooter-Fahrenden verletzte sich bei einem Zusammenstoß mit einem Auto.

Die meisten Unfallopfer sind junge Leute

76 Prozent der Unfallopfer waren jünger als 45 Jahre, knapp 34 Prozent jünger als 25 Jahre. Nur rund sieben Prozent der Verunfallten waren älter als 65 Jahre.

Deutlich mehr Unfälle im Frühjahr und Sommer

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden stieg im Frühjahr und Sommer an: Zwischen Januar und März wurden 252 aufgenommen, zwischen April und Juni 417. Am höchsten war die Zahl den Angaben zufolge zwischen Juli und September mit 901 Unfällen: Vier Menschen wurden dabei getötet, 145 schwer und 627 leicht verletzt. Für die Monate Oktober bis Dezember liegen noch keine detaillierten Zahlen vor.

So viele Menschen kamen 2020 im Straßenverkehr ums Leben

E-Scooter seit 2019 im Straßenverkehr zugelassen

Für den Straßenverkehr zugelassen sind die kleinen Roller in Deutschland seit Juni 2019. Ab 14 Jahren darf man sie ohne Prüfung steuern – auf dem Radweg. Fehlt dieser, müssen die maximal 20 Stundenkilometer schnellen Gefährte die Straße benutzen. Besetzt sein dürfen sie nur von einer Person.

Die Scooter-Unfälle werden seit Anfang 2020 extra erhoben. Sie spielen eine vergleichsweise geringe Rolle. 2020 registrierte die Polizei insgesamt 264.000 Unfälle mit Personenschaden, darunter 0,8 Prozent mit E-Scooter-Beteiligung.

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Sie sind wendig, klein und dank eines Klappmechanismus meist leicht zu transportieren: E-Scooter werden immer beliebter – auch weil der Preis inzwischen stimmt. Doch ein ADAC Test beweist: Die neuen Kampfpreise gehen oft auf Kosten der Sicherheit.

Hier lesen Sie das Ergebnis des ADAC E-Scooter-Tests 2020

Mit Material von dpa.