DruckenPDFKontaktieren Sie uns
– Ökobilanz gängiger Antriebstechniken –

Konventionelle Antriebe sind lange nicht am Ende

Der ADAC hat die Ökobilanz verschiedener Antriebstechniken untersucht. Wichtigstes Ergebnis: „Das“ beste Konzept gibt es nicht, vielmehr sind die Antriebsarten je nach Einsatzzweck und Jahreslaufleistung unterschiedlich gut. Und: Elektroautos mit großer Antriebsbatterie (Reichweite) schneiden eher schlecht ab. Hinzu kommen die hohen CO2-Emissionen der Fahrzeugnutzung bei Verwendung des deutschen Strommix. Erst mit Nutzung von regenerativem Strom zeigt sich eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen. Die alleinige Förderung von Elektro- und PlugIn-Hybrid-Fahrzeugen, wie derzeit mit dem Umweltbonus für Elektromobilität festgeschrieben, ist bei Nutzung des deutschen Strommix aus Sicht des Klimaschutzes daher nicht zielführend.

In der unteren Mittelklasse zeigt das Elektroauto einen geringen Wettbewerbsvorteil; erneuerbare Energien erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit des Elektroautos in der Klimabilanz


In der unteren Mittelklasse zeigt das Elektrofahrzeug auch bei Nutzung des deutschen Strommix die beste CO2-Bilanz, knapp vor dem PlugIn-Hybrid und dem Hybrid-Modell. Erdgas, Diesel, Autogas und Benziner folgen mit Abstand. Wird regenerativer Strom verwendet, erhöhen sich die Vorteile noch weiter.


Oekobilanz_2018_01_378x290.jpg

CO2-Emissionen (g/km), Gesamtlaufleistung von 150.000 km – Untere Mittelklasse. Grafik: ADAC e.V.


Seine Vorteile in der CO2-Bilanz spielt das Elektrofahrzeug gegenüber anderen Antriebsarten bei Nutzung des deutschen Strommix nach einer Laufleistung von ca. 45.000 km (Benziner) bis ca. 106.000 km (PlugIn-Hybrid, Strommix) aus. Wird das Elektrofahrzeug mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben, erfolgt die Amortisation der hohen CO2-Emissionen aus Herstellung/Recycling bereits deutlich früher, nach ca. 16.000 km (PlugIn-Hybrid, Strommix) bis ca. 26.000 km (Erdgas, CNG).


Elektro (Strommix)Elektro (regenerativer Strom)
Benzinca. 45.000 kmca. 21.000 km
Autogas (LPG)ca. 55.000 kmca. 23.000 km
Dieselca. 57.000 kmca. 23.000 km
Hybridca. 60.000 kmca. 16.000 km
Erdgas (CNG)ca. 71.000 kmca. 26.000 km
PlugIn-Hybrid (Strommix)ca. 106.000 kmca. 16.000 km
PlugIn-Hybrid (regenerativ)-ca. 24.000 km
Amortisationsstrecken des Elektrofahrzeuges im Vergleich zu den anderen Antriebsarten – Untere Mittelklasse. Tabelle: ADAC e.V.
  • Diesel nahezu ungeschlagen in der oberen Mittelklasse

    In der oberen Mittelklasse zeigt der Diesel die beste CO2-Bilanz. Elektrofahrzeug (Strommix), PlugIn-Hybrid und Benziner folgen mit Abstand. Ursache hierfür sind die sehr große Batteriekapazität, deren Produktion die Gesamt-CO2-Emissionen deutlich erhöhen, sowie der hohe Stromverbrauch des Elektrofahrzeuges. Erst mit Nutzung von 100 Prozent regenerativen Strom weist das Elektrofahrzeug eine bessere CO2-Bilanz als der Diesel auf.


    Oekobilanz_2018_02_350x247.jpg

    CO2-Emissionen (g/km), Gesamtlaufleistung von 150.000 km – Obere Mittelklasse. Grafik: ADAC e.V.


    Seine Vorteile in der CO2-Bilanz spielt das Elektrofahrzeug gegenüber anderen Antriebsarten bei Nutzung des deutschen Strommix frühestens nach einer Laufleistung von ca. 116.000 km (Benzin) aus. Gegenüber dem Diesel würde sich die CO2-Bilanz erst nach ca. 580.000 km ausgleichen, was weit über der angesetzten Gesamtlaufleistung von 150.000 km liegt. Wird das Elektrofahrzeug mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben, erfolgt die Amortisation der hohen CO2-Emissionen aus Herstellung/Recycling früher, nach ca. 46.000 km (PlugIn-Hybrid, Strommix) bis ca. 76.000 km (Diesel).


    Elektro (Strommix)Elektro (regenerativer Strom)
    Benzinca. 116.000 kmca. 50.000 km
    PlugIn-Hybrid (Strommix)ca. 130.000 kmca. 46.000 km
    PlugIn-Hybrid (regenerativ)-ca. 54.000 km
    Dieselca. 580.000 kmca. 76.000 km
    Amortisationstrecken des Elektrofahrzeuges im Vergleich zu den anderen Antriebsarten – Obere Mittelklasse. Tabelle: ADAC e.V.

  • Im Kleinwagen-Segment zeigt das Elektroauto einen geringen Wettbewerbsvorteil, ähnlich wie in der unteren Mittelklasse

    In der Kleinwagenklasse zeigt das Elektrofahrzeug auch bei Nutzung des deutschen Strommix die beste CO2-Bilanz knapp vor dem Diesel. Benzin und Hybrid folgen mit Abstand. Wird regenerativer Strom verwendet, erhöhen sich die Vorteile noch weiter.


    Oekobilanz_2018_03_350x256.jpg

    CO2-Emissionen (g/km), Gesamtlaufleistung von 150.000 km – Kleinwagen. Grafik: ADAC e.V.


    Seine Vorteile in der CO2-Bilanz spielt das Elektrofahrzeug gegenüber anderen Antriebsarten bei Nutzung des deutschen Strommix nach einer Laufleistung von ca. 58.000 km (Hybrid) bis ca. 111.000 km (Diesel) aus. Wird das Elektrofahrzeug mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben, erfolgt die Amortisation der hohen CO2-Emissionen aus Herstellung/Recycling bereits deutlich früher, nach ca. 14.000 km (Hybrid) bis ca. 25.000 km (Diesel).


    Elektro (Strommix)Elektro (regenerativer Strom)
    Hybridca. 58.000 kmca. 14.000 km
    Benzinca. 80.000 kmca. 24.000 km
    Dieselca. 111.000 kmca. 25.000 km
    Amortisationsstrecken des Elektrofahrzeuges im Vergleich zu den anderen Antriebsarten – Kleinwagen. Tabelle: ADAC e.V.

  • Als Zweitwagen und auf Kurzstrecke bleibt der ökologische „Rucksack“ des Elektroautos groß
    Werden die gleichen Kleinwagen-Modelle dagegen als Zweit- bzw. Stadtfahrzeug genutzt, zeigt sich ein anderes Bild. Die hierfür zu Grunde gelegte Gesamtlaufleistung von 50.000 km repräsentiert dabei eine überwiegende Nutzung werktags mit einer Fahrstrecke von 25-30 km pro Tag über einen Zeitraum von 8 Jahren.
    Als Kleinwagen und auf täglicher Kurzstrecke zeigt der Diesel die beste CO2-Bilanz vor dem Benziner. Das Elektrofahrzeug schneidet hier am schlechtesten ab. Ursache hierfür ist, dass die hohen CO2-Emissionen aus Fahrzeugherstellung/-recycling und Strombereitstellung über die geringe Gesamtlaufleistung von 50.000 km nicht ausgeglichen werden. Erst mit Nutzung von regenerativem Strom weist das Elektrofahrzeug die beste CO2-Bilanz auf.

    Oekobilanz_2018_04_350x256.jpg
    CO2-Emissionen (g/km), Gesamtlaufleistung von 50.000 km – Kleinwagen. Grafik: ADAC e.V.

    Seine Vorteile in der CO2-Bilanz würde das Elektrofahrzeug gegenüber anderen Antriebsarten bei Nutzung des deutschen Strommix erst nach einer Laufleistung von ca. 58.000 km (Hybrid) bis ca. 111.000 km (Diesel) ausspielen, was deutlich über der angesetzten Gesamtlaufleistung von 50.000 km bei Nutzung als Zweit- bzw. Stadtfahrzeug liegt. Wird das Elektrofahrzeug mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben, erfolgt die Amortisation der hohen CO2-Emissionen aus Herstellung/Recycling bereits deutlich früher, nach ca. 14.000 km (Hybrid) bis ca. 25.000 km (Diesel).


    Elektro (Strommix)Elektro (regenerativer Strom)
    Hybridca. 58.000 kmca. 14.000 km
    Benzinca. 80.000 kmca. 24.000 km
    Dieselca. 111.000 kmca. 25.000 km
    Amortisationsstrecken des Elektrofahrzeuges im Vergleich zu den anderen Antriebsarten – Kleinwagen. Tabelle: ADAC e.V.

  • Die CO2-Bilanz von Elektro-Modellen
    Ein fahrzeugklassenübergreifender Vergleich verschiedener Elektro-Modelle zeigt, dass die CO2-Bilanz eines Elektrofahrzeuges insbesondere durch die hohen CO2-Emissionen der Batterieherstellung sowie durch die CO2-Emissionen der Strombereitstellung bestimmt wird. Vor allem Elektro-Modelle mit hohen Batteriekapazitäten und hohem Stromverbrauch weisen eine ungünstige CO2-Bilanz auf. Erst mit Nutzung von regenerativem Strom zeigt sich eine deutliche Verbesserung.
    Hohe Batteriekapazitäten, die zum Zwecke hoher Reichweiten erforderlich sind, erhöhen die CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen erheblich. Dies zeigt sich insbesondere bei den Tesla Modellen. Den besten Kompromiss aus Batteriekapazität und Reichweite bietet hier der Opel Ampera-E.

    Oekobilanz_2018_05_350x273.jpg
    CO2-Emissionen (g/km) bei Nutzung des deutschen Strommix, Gesamtlaufleistung von 150.000 km – Elektrofahrzeuge. Grafik: ADAC e.V.

    Oekobilanz_2018_06_350x262.jpg
    CO2-Emissionen (g/km) bei Nutzung von regenerativem Strom, Gesamtlaufleistung von 150.000 km – Elektrofahrzeuge. Grafik: ADAC e.V.

  • Die Gesamt-Ökobilanz inkl. Betrachtung der Luftschadstoffe und der Ressourcen

    Um eine Gesamt-Ökobilanz der verschiedenen Antriebstechniken zu erstellen, ist neben der klimarelevanten Emissionen auch eine Betrachtung der Luftschadstoffe, insbesondere von Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC), Partikel (PM), Stickoxide (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) sowie des Ressourcenbedarfs (z.B. Rohstoffe, Wasser, Fläche) erforderlich.

    Vor allem der Batterieherstellung für Elektrofahrzeuge wird ein hoher Bedarf an Wasser und Rohstoffen, die zum Teil teuer und nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stehen (z.B. Lithium, seltene Erden), zugeschrieben. Umso wichtiger werden hier zukünftig die Erhöhung der Energiedichte der Batterien sowie der Aufbau von Recyclingsystemen für die eingesetzten Materialen sein.Ergänzend zu diesen Studienergebnissen plant die FIA eine weitere Untersuchung mit generischen Modelldaten in 2018. Diese soll auch eine Betrachtung der Luftschadstoffe und der Ressourcen umfassen.

Weitere interessante Themen für Sie

Bioethanol

Bioethanol kostet an der Zapfsäule weniger als Benzin. Doch der neue Sprit taugt nicht für jedes Auto und nicht unbedingt zum Sparen. Mehr

Spritspar-Tipps

Aus Tests sowie Erfahrungswerten des ADAC "Spritspar-Trainings" zusammengestellt. Mehr

Assistenzsysteme

Abstand, Spurwechsel, Nachterkennung: Fahrerassistenzsysteme überwachen und greifen ein. Wir testen damit Sie die Ergebnisse in die Kaufentscheidung mit einbeziehen können. Mehr

Der EcoTest

Automodelle im Umweltranking: Der EcoTest bewertet nicht nur den Kraftstoffverbrauch - er liefert in einem umfassenden Messverfahren Aussagen, ob ein Auto wirklich sauber ist. Mehr

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons


– Reise & Freizeit –

ADAC Mitfahrclub

Geld sparen und die Umwelt schonen: Suchen Sie sich eine Mitfahrgelegenheit oder Mitfahrer. Mehr




– Mein ADAC –

ADAC Newsletter

Kostenlos und immer aktuell: Mobilitätsnachrichten, neueste Testergebnisse, Vorteile für Mitglieder und Gewinnspiele per E-Mail. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität