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- ADAC Untersuchung an vier Fahrzeugen -

Welche Daten erzeugt ein modernes Auto?


Nur die Fahrzeughersteller wissen derzeit im Detail, welche Daten in aktuellen Autos erzeugt, verarbeitet, gespeichert und gesendet werden. Der ADAC als neutrale Institution hat sich hierzu erste eigene Erkenntnisse verschafft im Sinne des Verbraucherschutzes und der Mitgliederinformation.


Bei der Untersuchung einer Mercedes B-Klasse mit dem System me-connect und eines Renault Zoe (nach BMW 320d und in Auszügen BMW i3 2015 im Auftrag der FIA – siehe Anhang) wurden unter anderem nachstehende Daten gefunden, die mit den Herstellern diskutiert werden sollten – im Interesse des Verbraucherschutzes. Durchgeführt wurde die Untersuchung von den externen Experten Stefan Nürnberger (CISPA/DFKI) und Dieter Spaar. Die Ergebnisse sind wegen des hochexperimentellen Charakters qualitativ zu bewerten und können nicht direkt miteinander verglichen oder gar zu Rankings umgerechnet werden.

Bei der Mercedes B-Klasse wurden folgende auffällige Daten gefunden:
  • etwa alle zwei Minuten werden die GPS-Position des Fahrzeugs sowie Statusdaten an das Mercedes-Backend übertragen (z.B. Kilometerstand, Verbrauch, Tankfüllung, Reifendruck und Füllstände von Kühlmittel, Wischwasser oder Bremsflüssigkeit)
  • Zahl der elektromotorischen Gurtstraffungen wird gespeichert, etwa aufgrund starken Bremsens (erlaubt Rückschlüsse auf den Fahrstil)
  • Fehlerspeicher-Einträge werden teilweise mit Informationen über zu hohe Motodrehzahl oder -temperatur abgelegt (erlaubt Rückschlüsse auf den Fahrstil)
  • gefahrene Kilometer auf Autobahnen, Landstraßen und in der Stadt („highway-conditions“, „road-conditions“ und „urban-conditions“) werden getrennt gespeichert  (erlaubt Rückschlüsse auf das Nutzungsprofil)
  • Betriebsstunden der Fahrzeugbeleuchtung werden gespeichert
  • die letzten 100 Lade- und Entladezyklen der Starterbatterie werden mit Uhrzeit und Datum sowie Kilometerstand gespeichert, woraus sich Fahr- und Standzeiten ergeben
Beim Renault Zoe wurden folgende auffällige Daten gefunden:
  • das Aufladen der Antriebsbatterie kann von Renault via Mobilfunkverbindung jederzeit unterbunden werden (etwa aufgrund nicht bezahlter Leasing-Rechnung für die Antriebs-Batterie)
  • Renault kann via RemDiag beliebige Informationen vom CAN-Datenbus des Fahrzeugs via Mobilfunkverbindung mitlesen. Diese Ferndiagnose ist standardmäßig ausgeschaltet, kann aber vom Hersteller jederzeit aktiviert werden
  • bei jeder Fahrt, spätestens jedoch alle 30 Minuten, wird ein Datenpaket an Renault gesendet, das mindestens enthält: VIN, div. Seriennummern, Datum, Uhrzeit, GPS-Position, Temperatur, Ladung und Zellspannung der Hochvolt-Antriebsbatterie; diese Informationen können von Renault auch jederzeit angefordert werden
  • neben den fest einprogrammierten Funktionen der Kommunikation zwischen dem Renault-Server und dem Renault Zoe können diese Funktionen via Mobilfunkverbindung beliebig erweitert werden

 


Fotos: ADAC/Uwe Rattay

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