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Gegen den Doppel-Crash

Ein automatisches Notbremssystem soll nach einem Unfall weitere Zusammenstöße verhindern. 



Ein Viertel aller Verkehrsunfälle endet nicht mit dem Erstaufprall: Das Fahrzeug rollt nach der Kollision ungebremst weiter und knallt auf stehende Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmer. Dieses zusätzliche Risiko eines Sekundärunfalls soll die Multikollisionsbremse verhindern, die etwa im neuen VW Golf VII, im Audi A3, Skoda Octavia und im BMW 3er eingebaut ist. Sie drosselt nach einem Crash automatisch das Tempo des Autos.


Der Aufwand für diese Technik ist relativ gering. Es werden nur drei Systeme vernetzt, die ohnehin serienmäßig an Bord sind: Sensorik und Steuergeräte für die Airbags, das Antiblockiersystem ABS und ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm).


Um den Effekt der Multikollisionsbremse zu demonstrieren, simulierte der ADAC mit einem VW Golf zweimal den gleichen Kreuzungsunfall. Beim Crash mit Tempo 60 ohne Multikollisionsbremse wird das Auto durch den Zusammenstoß zunächst auf 30 km/h abgebremst, löst sich dann aber vom Unfallgegner und fährt ungebremst weiter. Nach weiteren 30 Metern kracht es mit mehr als 25 km/h Restgeschwindigkeit in eine Betonwand. 


Die Folgen können dramatisch sein: So wird ein von den Testern aufgestellter Radfahrer – eine lebensgroße Puppe samt Fahrrad – in der Auslaufzone nur knapp verfehlt. Je nach Kollisionsimpuls könnte der Wagen auch in den Gegenverkehr geraten und entgegenkommende Autofahrer gefährden.


Wesentlich ungefährlicher verläuft der Versuch mit automatischer Notfallbremse: Nach dem Zusammenprall kommt der Wagen schon nach 20 Metern zum Stehen – ein zweiter Unfall wird so verhindert. Das Ergebnis der Crashversuche spricht klar für die Multikollisionsbremse: Von ihrem Schutzpotenzial profitieren nicht nur die Insassen, sondern genauso auch andere Verkehrsteilnehmer. 


Hier finden Sie den ausführlichen Test zur Multikollisionsbremse


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