Drei-Tage-Fieber: Meist kein Anlass zur Sorge

Ein kleines Kind liegt & die Mutter hält gerade ein Fieberthermometer in der Hand
Das Drei-Tage-Fieber ist eine in den meisten Fällen harmlose Virusinfektion© istock.com/natapetrovich

Nahezu alle Kinder erkranken an Drei-Tage-Fieber. Wie sich eine Infektion auswirkt und was Eltern tun können.

  • Auslöser sind Herpesviren

  • Erkrankung ist meist harmlos

  • Fiebersenkende Maßnahmen als Behandlung

Das Drei-Tage-Fieber (auch Roseola infantum oder Exanthema subitum) ist eine hoch ansteckende, aber in der Regel harmlose Infektionskrankheit. Sie tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Typisch ist hohes Fieber, das nach einigen Tagen plötzlich abklingt. Danach entwickelt sich ein Hautausschlag. Die Erkrankung kommt weltweit vor.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Auslöser für das Drei-Tage-Fieber sind Herpesviren, genauer das humane Herpesvirus 6 (HHV-6) oder eher selten das humane Herpesvirus 7 (HHV-7). Übertragen wird das Virus mittels Tröpfcheninfektion. Infektiöse Tröpfchen gelangen beim Niesen, Sprechen oder Husten in die Atemluft und werden eingeatmet. Es dauert durchschnittlich sieben bis 17 Tage, bis sich nach der Ansteckung Symptome zeigen (Inkubationszeit). Möglicherweise können Menschen das Virus auch übertragen, ohne selbst daran zu erkranken.

Drei-Tage-Fieber: Typische Symptome

Das Drei-Tage-Fieber verläuft in der Regel in zwei Phasen.

Phase 1: Fieber und weitere Symptome

Die betroffenen Kinder bekommen hohes Fieber, das bis auf über 39,5 Grad ansteigen kann. Nach etwa drei bis fünf Tagen sinkt es dann plötzlich wieder. Darüber hinaus können weitere Symptome auftreten wie etwa:

  • Laufende Nase und Husten

  • Schwellung an den Augenlidern

  • geschwollene Lymphknoten am Hals

  • Erbrechen und Durchfall

  • Rachenentzündung

  • Bei Säuglingen zusätzlich oft etwas geschwollene und gespannte Fontanelle (Bereich des Schädels, der noch nicht verknöchert ist)

Manchmal kann es durch den plötzlichen Anstieg der Körpertemperatur zu sogenannten Fieberkrämpfen kommen. Typische Anzeichen dafür sind zum Beispiel blaue Lippen, Bewusstseinsverlust und zuckende Beine und Arme. Auch wenn Fieberkrämpfe beunruhigend wirken: In den meisten Fällen dauern sie nur kurz an, und das Kind erholt sich schnell wieder.

Phase 2: Hautausschlag

Ein kleines Kind das auf dem Arm seiner Mama getragen wird
Erst nach Rückgang des Fiebers zeigt sich oft der typische Ausschlag© istock.com/South_agency

Hautausschlag: Nach dem plötzlichen Temperaturabfall erscheint oft ein roter Hautausschlag, der sich in kurzer Zeit stark ausbreitet. Typisch sind leichte Knötchen oder rötliche Flecken, die aber normalerweise nicht jucken. Vor allem Nacken und Rumpf sind betroffen, aber auch auf Gesicht, Armen und Beinen kann der Ausschlag auftreten. Nach zwei bis drei Tagen verschwindet das sogenannte Exanthem genauso plötzlich wieder, wie es gekommen ist.

Bei den meisten Kindern verläuft die Erkrankung harmlos. Bis zu einem Alter von drei Jahren haben sich fast alle Säuglinge und Kleinkinder einmal mit dem Virus infiziert, meist ohne Symptome zu entwickeln. Nur Kinder mit einer Immunschwäche (zum Beispiel nach einer Knochenmarktransplantation oder bei einer Krebserkrankung) bergen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Eine Infektion mit dem Erreger des Drei-Tage-Fiebers kann in solchen Fällen eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), der Lunge oder der Leber auslösen.

Wie läuft die Diagnose?

Die Diagnose Drei-Tage-Fieber stellt der Kinderarzt oder die Kinderärztin in der Regel anhand der auftretenden Symptome. Typisch ist starkes Fieber, das mehrere Tage anhält und dann plötzlich abfällt. Anschließend entwickelt sich der Hautausschlag. Die Erkrankung lässt sich daher oft erst diagnostizieren, wenn das Fieber abgeklungen ist.

Unterschied zu anderen Erkrankungen

Es ist schwer, das Drei-Tage-Fieber von anderen Fiebererkrankungen zu unterscheiden, solange der Hautausschlag noch nicht aufgetreten ist. Mitunter ordnet der Kinderarzt oder die Kinderärztin weitere Untersuchungen an – vor allem, wenn das Kind noch sehr klein ist und bereits seit mehreren Tagen fiebert. Mithilfe eines Urintests etwa lässt sich feststellen, ob eine behandlungsbedürftige Entzündung des Nierenbeckens oder der Blase hinter den Beschwerden steckt.

Drei-Tage-Fieber auf Reisen

Generell ist es wichtig, hohes Fieber bei Kindern ärztlich abklären zu lassen, um andere möglicherweise schwerwiegende Erkrankungen ausschließen zu können. Das gilt vor allem, wenn das Kind noch sehr klein ist (Baby oder Kleinkind) oder das Fieber mehrere Tage anhält. Erkundigen Sie sich idealerweise noch vor Antritt der Reise, wo es am Urlaubsort medizinisches Fachpersonal beziehungsweise Kinderärzte oder Kinderkliniken gibt.

Vor Ort kann Ihnen auch der Reisemedizinische Informationsservice des ADAC unter Tel. +49 89 76 76 77, Fax +49 89 76 76 36 77 und unter reisemedinfo@adac.de Auskunft geben.

Bereits vor Antritt der Reise ist es zudem wichtig, an die Reiseapotheke zu denken. Unter anderem sollte sie fiebersenkende Medikamente enthalten, die für das Alter des Kindes geeignet sind.

Tipps zur Soforthilfe bei Drei-Tage-Fieber

Auch unterwegs können Sie einiges tun, damit Ihr Kind das Drei-Tage-Fieber gut übersteht:

  • Lauwarme Wadenwickel können helfen, das Fieber zu senken. Dazu zwei Tücher mit lauwarmem Wasser nass machen und auswringen. Je ein Tuch um den Unterschenkel des Kindes sowie noch ein zusätzliches, trockenes Tuch darüber wickeln. Etwa alle zehn bis 15 Minuten wechseln.

  • Vor allem Babys und Kleinkinder verlieren durch das Fieber viel Flüssigkeit. Sie sollten daher viel trinken, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Gut dafür eignen sich Wasser, verdünnte Säfte sowie Tee mit etwas Traubenzucker.

  • Bringen Sie Ihr Kind idealerweise in einer kühlen Umgebung unter und achten Sie darauf, dass es nicht zu warm gekleidet ist.

Behandlung der Symptome

Es gibt keine spezielle Therapie gegen das Drei-Tage-Fieber. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Im Vordergrund stehen fiebersenkende Maßnahmen (zum Beispiel durch Medikamente wie Fieberzäpfchen oder Wadenwickel).

Tritt ein Fieberkrampf auf, sollte man das betroffene Kind nicht zu stark festhalten und für ausreichend Frischluft sorgen. Normalerweise ist der Anfall zwar erschreckend, aber in der Regel harmlos, und das betroffene Kind erholt sich nach kurzer Zeit wieder. Wenn der Fieberkrampf jedoch zum ersten Mal auftritt, wird empfohlen, zur Sicherheit die Notrufnummer 112 zu wählen. Notarzt und Notärztin können bei Bedarf ein krampflösendes Medikament verabreichen und mögliche andere Ursachen ausschließen.

Immunität nach Infektion

Nach einer Infektion mit dem Erreger des Drei-Tage-Fiebers bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Virus. Betroffene können sich danach in der Regel nicht noch einmal anstecken und sind ein Leben lang gegen eine erneute Erkrankung geschützt.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Autorin: Kathrin Rothfischer