Quads und Trikes

18.4.2018

Quads und Trikes werden immer beliebter. Im Verkehr sorgen diese besonderen Fahrzeuge immer wieder für Verwirrung. Aber auch Ihre Fahrer haben unter anderem Fragen zur erforderlichen Führerscheinklasse oder ob ein Helm getragen werden muss.

Quads und Trikes: Der ADAC informiert über Rechte und Pflichten als Fahrer
Viel Spaß in der Freizeit - mit Quads unterwegs im Gelände.

Gerade Fahrer von Quads und Trikes haben vielfältige Fragen: Welche Führerscheinklasse benötigt man? Muss man einen Helm tragen? Wie kann ich das Fahrzeug zulassen? Muss ein Sicherheitsgurt getragen werden? Wir sagen es Ihnen.

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Quads

Bei einem Quad handelt es sich um ein vierrädriges Kraftfahrzeug mit Sitzbank. Häufig wird ein solches Fahrzeug auch als ATV angeboten. Diese Abkürzung steht für all-terrain-vehicle. Durch seinen Allradantrieb ist das ATV geländegängig. 

Zulassungsmöglichkeiten

Ein Quad kann als "Leicht-Kfz bis 45 km/h", als "vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung", vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung" oder als "land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine" zugelassen werden. Eine Zulassung als Pkw scheitert heute an dem aufgrund der motorradtypischen Bauweise nicht erreichbaren Geräuschgrenzwert von 74 dB. Dennoch wurden in der Vergangenheit Quads auch als Pkw zugelassen. In Einzelfällen kann daher noch die Zulassungsart „Pkw offen“ auftauchen.

Helmpflicht

§ 21 a Abs. 2 StVO ordnet an, dass der Fahrer oder Beifahrer offener drei- oder mehrrädriger Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h einen geeigneten Schutzhelm tragen muss. Dies gilt dann nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind. Diese gibt es beim Quad nicht, da sie nicht ausreichend schützen würden.

Fahrerlaubnis

Da es sich um ein vierrädriges Kraftfahrzeug handelt, ist grundsätzlich eine Pkw-Fahrerlaubnis der Klasse 3 (alt) bzw. der Klasse B erforderlich. 

Für ein "Leicht-KFZ bis 45 km/h" ist eine Fahrerlaubnis der Klasse AM (bis zum 19.01.2013 Klasse S) ausreichend:

Die Klasse AM genügt, wenn das Quad entweder ein leichtes vierrädriges Straßen-Quad mit einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW oder ein Leichtkraftfahrzeuge mit einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 6 kW, jeweils mit nicht mehr als zwei Sitzplätzen, einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer maximalen Leermasse von 425 kg und einem Fremdzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einem Selbstzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 500 cm³ oder einer anderen Antriebsform, ist. 

Nur wenn das Quad bzw. ATV als "Zugmaschine" zugelassen ist und für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt wird, genügt eine Fahrerlaubnis der Klasse L bzw. Klasse 5 (alt). 

Eine Fahrerlaubnis für Krafträder genügt nicht, da diese lediglich zum Führen von zwei- oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen berechtigen.

Warndreick und Warnweste

Es besteht eine Mitführpflicht für das Warndreieck. Ab 01.07.2014 besteht die Verpflichtung, eine Warnweste mitzuführen, wenn das Quad als Pkw oder als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen ist.

Verbandkasten

Auch Führer von Quads müssen Verbandkästen mitführen,sofern sie nicht als Zugmaschinen in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden.

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Trikes

Rechtlich werden Trikes als Fahrzeuge mit einer einspurigen Achse vorne und einer mehrspurigen Achse hinten definiert, wobei die Querkräfte auf den Fahrzeuglenker bei Kurvenfahrt nicht durch die Neigung des Fahrzeuges ausgeglichen werden. Für die Frage Helmpflicht, Sicherheitsgurt, Sitzausgestaltung und Haltegriffe muss zwischen kraftradähnlichem- und einem Pkw-ähnlichem Aufbau des Trikes unterschieden werden:

Kraftradähnlicher Aufbau

  • Ist der Aufbau einem Kraftrad ähnlich, so muss die Befestigung und Abmessung der Sitzbank wie bei einem Kraftrad ausgeführt sein. 
  • Separate Fußrasten für Fahrzeugführer und Beifahrer sind erforderlich  für die Beifahrer sind Haltegriffe anzubringen. 
  • Sicherheitsgurte wären hier aufgrund der fehlenden Verformungszone und des offenen Aufbaus nicht sinnvoll. 
  • Seit 1.1.2006 gilt für offene Trikes ohne vorgeschriebenen Sicherheitsgurt eine gesetzliche Helmtragepflicht.

Pkw-ähnlicher Aufbau

  • Sofern der Aufbau Pkw-ähnlich mit geschlossener Karosserie ist, müssen die Sitze entsprechend ausgebildet sein. 
  • Sicherheitsgurte sind wie bei einem Pkw erforderlich.
  • Ein Schutzhelm muss nicht getragen zu werden. 
  • Bei einem Pkw-ähnlichen Aufbau mit offener Karosserie sind gleichfalls Sicherheitsgurte und Sitze wie bei einem Pkw auszuführen. 
  • Für den Fahrzeuglenker und seinen Beifahrer müssen entweder Trittbretter von ausreichender Größe oder Fußrasten vorhanden sein.

Fahrerlaubnis

Die erforderliche Fahrerlaubnis richtet sich nach der Leistung des Trikes:

  • Eine Fahrerlaubnis der Klasse AM genügt für Trikes mit nicht mehr als zwei Sitzplätzen, einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW, einer maximalen Leermasse von 270 kg und einem Fremdzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einem Selbstzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 500 cm³ oder einer anderen Antriebsform.
  • Für Trikes mit einer Leistung von bis zu15 kW ist die Klasse A1 erforderlich.
  • Für stärkere Trikes mit einer Leistung von mehr als 15 kW wird die Klasse A benötigt. Mit den Motorradführerscheinen dürfen keine Trikes mit Anhänger geführt werden. 

Besitzstandsschutzregelung

Früher waren die dreirädrigen Kraftfahrzeuge dem PKW- Führerschein zugeordnet: Wer den Pkw-Führerschein (Klasse B oder Klasse 3 alt) vor dem 19.01.2013 erworben hat, darf daher auch weiterhin alle dreirädrigen Kraftfahrzeuge fahren, auch mit Anhänger. Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt.

Die ab dem 19.01.2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug allerdings eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, gilt diese Berechtigung nur, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.

Warndreick & Verbandkasten

Bei Trikes muss ein Warndreieck und ein Verbandkasten mitgeführt werden.

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Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.