Ausrüstungs- und Wartungsregelungen

Winterreifen in Deutschland und im Ausland

Die Anforderungen an Winterreifen und ihre Kennzeichnung haben sich 2017 geändert. Was Sie jetzt wissen sollten, wenn sie mit dem Auto oder Motorrad bei Eis und Schnee unterwegs sind und welche Übergangsfristen gelten, sagen Ihnen die ADAC Clubjuristen.

Winterreifenpflicht in Deutschland und im Ausland
Winterreifen gelten nur noch dann als wintertauglich, wenn sie das Alpine-Symbol des Bergpiktogramms mit Schneeflocke zeigen. 

Der Winter ist gerade für Autofahrer oft eine ziemlich rutschige Jahreszeit. Welcher Reifen muss jetzt am Fahrzeug sein? Was hat sich durch die Neuregelung geändert? Und was gilt überhaupt im Ausland? Diese und viele weitere Fragen zur Winterreifenpflicht beantworten Ihnen hier Ihre ADAC Juristen.

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Winterreifen in Deutschland

Die Verunsicherung beim Thema Winterreifenpflicht ist groß. Die ADAC Juristen haben die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Winterreifen für Sie zusammengetragen und beantwortet.

Was wurde durch die Änderung der Winterreifenverordnung neu geregelt und welche Reifen dürfen jetzt verwendet werden?

Neu ist, dass es nicht mehr ausreicht, wenn die Reifen mit einer M + S-Kennzeichnung versehen sind. 

Vielmehr verweist § 2 Abs. 3a der StVO jetzt auf den neuen § 36 Abs. 4 der StVZO, weshalb nur noch solche Reifen als wintertauglich gelten, welche mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) nach der Regelung Nr. 117 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Reifen hinsichtlich der Rollgeräuschemissionen und der Haftung auf nassen Oberflächen und/oder des Rollwiderstandes (ABl. L 218 vom 12.8.2016, S. 1) gekennzeichnet sind. 

Während die Bezeichnung „M+S“ keinen einheitlichen Prüfkriterien unterliegt, muss beim Alpine-Symbol der Reifen mit einem standardisierten Modell verglichen werden und einheitliche Prüfverfahren und strenge Kriterien überstehen.

Bis zum 30. September 2024 gelten Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind. Mit dieser sehr langen Übergangsregelung will der Gesetzgeber finanzielle Härten dadurch vermeiden, dass bereits produzierte bzw. gekaufte Reifen noch aufgefahren werden können.

Gibt es einen festen Zeitraum für die Winterreifenpflicht?

Nein. Eine generelle Winterreifenpflicht, die an ein bestimmtes Datum anknüpft gibt es nicht. Ein Zeitraum wie z.B. von Oktober bis Ostern ist nicht vorgeschrieben. Es bleibt bei einer situativen Winterreifenpflicht. Diese Verhaltensvorschrift betrifft alle Kraftfahrzeugführer und -halter, also auch solche mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen.

Die Regelung bedeutet also auch zukünftig ein Benutzungsverbot für Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen. Daher muss beispielsweise niemand Konsequenzen befürchten, der sein Fahrzeug bei Schnee und Eis mit Sommerreifen lediglich parkt.

Welches Bußgeld droht?

Der einfache Verstoß wird mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet. Außerdem wird 1 Punkt im Verkehrszentralregister eingetragen. Bei zusätzlicher Behinderung bleibt es bei einem Bußgeld von 80 Euro und 1 Punkt.

Neu ist, dass auch der Halter, der die Inbetriebnahme ohne die erforderliche Bereifung mit dem Alpine-Symbol anordnet oder zulässt, mit einer Geldbuße von 75 Euro und der Eintragung eines Punkts im Fahreignungsregister zu rechnen hat. 

Gibt es Ausnahmen von der Winterreifenpflicht?

Für folgende Fahrzeuge gilt die Winterreifenpflicht nicht:

  • Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft,
  • einspurige Kraftfahrzeuge,
  • Stapler im Sinne des § 2 Nummer 18 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV),
  • motorisierte Krankenfahrstühle im Sinne des § 2 Nummer 13 FZV,
  • Einsatzfahrzeuge der in § 35 Absatz 1 StVO genannten Organisationen, soweit für diese Fahrzeuge bauartbedingt keine Reifen verfügbar sind, die den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen und
  • Spezialfahrzeuge, für die bauartbedingt keine Reifen der Kategorien C1, C2 oder C3 verfügbar sind.

Aber es gelten jedoch folgende Einschränkungen zu ihrer Nutzung:

  • Vor jeder Fahrt muss geprüft werden, ob es erforderlich ist, die Fahrt durchzuführen, da das Ziel mit anderen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist.
  • Während der Fahrt ist ein Abstand in Metern zu einem vorausfahrenden Fahrzeug von mindestens der Hälfte des auf dem Geschwindigkeitsmesser in km/h angezeigten Zahlenwertes der gefahrenen Geschwindigkeit einzuhalten.
  • Es darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist.
 

An wen richtet sich die Winterreifenregelung?

Die Verpflichtung trifft nicht nur den Fahrzeugführer, sondern auch den Fahrzeughalter.

Benötigen Motorräder auch Winterreifen?

Die neue Winterreifenregelung regelt, dass einspurige Kraftfahrzeuge von der Winterreifenpflicht ausgenommen sind. Durch diese Änderung wird berücksichtigt, dass es weiterhin für Krafträder kaum Reifen auf dem Markt gibt, die die entsprechende Kennzeichnung erhalten könnten. Zum anderen wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass bei entsprechenden Witterungsverhältnissen kaum Kraftradfahrer tatsächlich am fließenden Verkehr teilnehmen wollen.

Müssen auch Urlauber ihre im Ausland zugelassenen Fahrzeuge mit Winterreifen ausstatten, wenn sie auf deutschen Straßen unterwegs sind?

Von § 2 Abs. 3 a StVO ist die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland erfasst. Somit gilt die Vorschrift auch für Kraftfahrzeuge mit ausländischer Zulassung.

Welche Auswirkung hat ein Unfall mit Sommerreifen auf die Kaskoversicherung?

Kommt es wegen der Benutzung der Sommerreifen zum Unfall, kann dies zur erheblichen Leistungskürzung der Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit (§ 81 VVG) führen.

Kommt es zu einer Mithaftung, wenn das Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen ausgerüstet war?

Auch in der Haftpflichtversicherung hat die Benutzung von Sommerreifen auf Schnee erhebliche Auswirkungen, da es hier zu einer Mithaftung des Geschädigten kommen kann.

Diese kann sich zunächst aus der erhöhten Betriebsgefahr des Halters (§ 7 StVG) ergeben. Die Betriebsgefahr stellt diejenige Gefahr dar, die regelmäßig und notwendigerweise mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges verbunden ist. Wird diese durch besondere unfallursächliche Umstände erhöht, kann dies zu einer Mithaftung des Halters führen, auch wenn der Unfallgegner durch ein eigenes Verschulden den Unfall verursacht hat. Nach einer Entscheidung des AG Trier (zfs 1987, 162) kommt es zu einer Mithaftung von 20 %, wenn das Fahrzeug mit Sommerreifen auf Schnee bei einem Ausweichmanöver, das der Unfallverursacher zu vertreten hat, ins Schleudern gerät und dabei verunglückt.

Auch der Verschuldensmaßstab des Fahrers (§ 18 StVG) kann zu einer Mithaftung führen, da ein objektiver Verstoß gegen § 2 Abs. 3 a StVO bei der Benutzung von Sommerreifen auf Schnee vorliegt. Dieser objektive Verstoß führt zu einer Verschuldensvermutung, wobei dem Fahrer eine Entlastungsmöglichkeit geboten ist. Abzustellen ist also darauf, ob die Gefahrensituation für den Durchschnittsfahrer erkennbar war. Nur wenn dies verneint wird oder nachgewiesen werden kann, dass die Benutzung der Sommerreifen für den Unfall nicht kausal war, kommt es nicht zur Mithaftung.

Mietfahrzeuge

Viele Autovermieter bieten Winterreifen als Zusatzausrüstung an. Autovermietungen sind verpflichtet, ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, das verkehrssicher und fahrbereit ist. Das ist nicht der Fall, wenn sie bei winterlichen Straßenverhältnissen ein Fahrzeug mit Sommerreifen vermieten. Um Streit zu vermeiden, sollten Sie schon bei der Reservierung abklären, ob Ihnen ein Fahrzeug mit Winterreifen zur Verfügung gestellt werden kann. Häufig verlangen die Autovermieter für Winterreifen ein zusätzliches Entgelt. Rechtlich gesehen gibt es aufgrund der Vertragsfreiheit keine Möglichkeit den Vermieter zu verpflichten, die Winterreifenausrüstung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wird das Fahrzeug bei Anmietung mit Winterreifen ausgehändigt, ohne dass diese ausdrücklich bestellt wurden oder der Mieter zuvor darauf hingewiesen wurde, so dürfen keine zusätzlichen Kosten für die Winterbereifung verlangt werden.

Was gilt für Anhänger?

Anhänger müssen nicht mit wintertauglichen Reifen ausgerüstet werden – das Gesetz verlangt das nur von Kraftfahrzeugen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ADAC jedoch dringend, auch Anhänger mit Winterreifen auszurüsten.

Was gilt bei einer Reifenpanne?

Wer nach einer Panne den Autoreifen wechselt und nur einen Sommerreifen dabei hat, muss keine Strafe befürchten. Mit diesem Notbehelf darf die Fahrt zunächst vorsichtig fortgesetzt werden; aber bei nächster Gelegenheit muss ein Winterreifen montiert werden.

Droht ein Verwarnungsgeld, wenn das Fahrzeug bei Schnee und Eis auf der Straße mit Sommerreifen lediglich parkt?

Nein. Nur, wenn das Fahrzeug auch gefahren wird droht eine entsprechende Sanktion. Es bleibt jedem selbst überlassen zu entscheiden, ob er bei Eis und Schnee sein Fahrzeug nutzen möchte oder lieber auf alternative Verkehrsmittel umsteigt.

Ein praktischer Hinweis zum Schluss

Die Ausrüstung von Fahrzeugen mit Winterreifen betrifft grundsätzlich alle Radpositionen. Ist nur an einer Radposition ein Sommerreifen montiert, erfüllt diese Ausstattung nicht die Ausrüstungsvorschrift für winterliche Wetter- und Straßenverhältnisse. 

Weiterführende Informationen & Tipps:

ADAC Reifentest

Fazit

Wer Fahrten bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" zuverlässig vermeiden kann, darf auch weiterhin im Winter mit Sommerreifen fahren. Dies hat besondere Bedeutung in traditionell winterarmen Regionen sowie für Besitzer von Zweitwagen oder Oldtimern – und natürlich für den, der gegebenenfalls auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann.

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Winterreifen im Ausland

Bei Fahrten in die Alpen- und viele weitere Länder muss in der kalten Jahreszeit die Bereifung gewechselt werden. Der ADAC informiert darüber, welche Reifen Autofahrer bei Schnee und Eis im Ausland aufziehen müssen.

Österreich

In Österreich besteht keine generelle Winterreifen-Ausrüstungspflicht in den Wintermonaten. Autofahrer müssen aber bei tatsächlich winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Schneematsch, auf schneebedeckten oder vereisten Fahrbahnen Winterreifen oder Schneeketten montiert haben. Die Winterreifen müssen im Bedarfsfall an allen Rädern angebracht sein; an Stelle von Winterreifen können auch Schneeketten an den Antriebsrädern verwendet werden, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist. 

Reifen, die für die Verwendung als Schnee- und Matschreifen oder als Schnee-, Matsch- und Eisreifen bestimmt sind, müssen mindestens eine Profiltiefe von 5 mm bei Diagonalbauart oder mindestens 4 mm bei Reifen bei Radialbauart aufweisen, sonst gelten sie nicht als Winterreifen. „Ganzjahresreifen“ oder „Allwetterreifen“ gelten als Winterreifen, sofern sie eine „M und S“ Kennzeichnung aufweisen. Diese Verpflichtung gilt vom 01. November bis 15. April des Folgejahres.

Wer in Österreich bei winterlichen Straßenverhältnissen im Zeitraum von 01. November bis 15. April ohne Winterreifen fährt, dem droht eine Geldbuße in Höhe von 35 Euro, bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer können bis zu 5.000 Euro fällig werden. 

Anhänger fallen nicht unter die Winterreifen-Ausrüstungspflicht. 

Lkw über 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht sowie von solchen Fahrzeugen abgeleitete Kraftfahrzeuge (Sattelzugfahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen oder Spezial-Kfz) müssen im Zeitraum vom 01.11. bis 15.4. des Folgejahres zumindest an den Rädern einer Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet sein. Für Busse mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Lenker gilt diese Verpflichtung vom 01.11. bis 15.4. des Folgejahres.

Schweiz

Auch hier gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Allerdings können Geldbußen verhängt werden, wenn es wegen ungeeigneter Bereifung zu Verkehrsbehinderungen kommt. Bei Unfällen mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen droht dem Fahrer eine erhebliche Mithaftung.

Italien bzw. Südtirol

In Italien gilt auf vielen Strecken die Pflicht, Winterreifen zu benutzen - leider aber keine einheitlichen Regelungen. Die jeweiligen Provinzen können durch Rechtsverordnung eigenständige Regelungen hinsichtlich der Winterreifenpflicht treffen. 

Unter anderem können die Provinzen den Zeitrahmen und die Strecken, für die die Winterreifenpflicht gilt, frei bestimmen. Auch die Entscheidung, ob die Winterreifenpflicht generell oder situativ nach der Wetterlage angeordnet wird, obliegt den lokalen Verordnungsgebern. Auf die Regelungen wird an den jeweiligen Straßen durch entsprechende Beschilderung hingewiesen. 

In Südtirol gilt für Kraftfahrzeuge auf den Straßen im Stadtgebiet Bozen und auch auf der Brennerautobahn A 22 bis Affi vom 15. November 2016 bis 15. April 2017 eine allgemeine, witterungsunabhängige Winterreifenpflicht. Auf den übrigen Straßen der Provinz Bozen besteht lediglich eine situative (witterungsabhängige) Winterreifenpflicht. 

Krafträder dürfen in Südtirol bei winterlichen Verhältnissen und bei beginnendem Schneefall nicht fahren und müssen grundsätzlich stehenbleiben. 

Im Aosta-Tal gilt vom 15. Oktober bis zum 15. April des Folgejahres Winterreifenpflicht (alternativ können auch Schneeketten auf Sommerreifen aufgezogen werden). 

Tipp: Aufgrund unterschiedlicher Regelungen sollten sich Italienreisende vor Antritt der Reise über eine etwaige Winterreifenregelung erkundigen und vor Ort die Beschilderung beachten. 

Eine Schneekettenpflicht kann im Bedarfsfall für bestimmte Strecken mittels gesonderter Beschilderung angeordnet werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt dann 50 km/h. 

Verstöße gegen die angeordnete Winterreifenpflicht werden mit Bußgeldern von 84 bis 338 Euro geahndet.

Frankreich

Für Gebirgsstraßen kann die Benutzung von Winterreifen ("Pneus neige") vorgeschrieben werden (Mindestprofiltiefe 3,5 mm). Diese Strecken sind dann durch Schilder gekennzeichnet. 

Auf manchen Gebirgsstraßen besteht Schneekettenpflicht, die durch Verkehrszeichen signalisiert wird. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Schneeketten beträgt 50 km/h. Bei Benutzung von Schneeketten müssen diese auf die Räder der Antriebsachse montiert werden. 

Bei Verstößen gegen die Winterreifen- bzw. Schneekettenpflicht droht eine Geldbuße von 135 EUR. Zudem wird die Weiterfahrt untersagt.

Tschechien

In Tschechien gilt vom 1. November bis zum 31. März des Folgejahres eine allgemeine Winterreifenpflicht (M + S Kennzeichnung ist ausreichend). Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 t müssen dann bei Schnee, Eis und Matsch oder generell bei Temperaturen unter 4 °C auf allen Achsen mit Winterreifen ausgestattet sein.

Bei Fahrzeugen ab 3,5 t sind Winterreifen lediglich auf der Antriebsachse vorgeschrieben. Winterreifen müssen eine Mindestprofiltiefe von 4 mm bei Pkw bis 3,5 t und 6 mm bei schwereren Fahrzeugen aufweisen.

Slowenien

Winterreifenpflicht besteht zwischen dem 15. November und 15. März des Folgejahres sowie bei winterlichen Straßenverhältnissen. Winterreifen müssen eine Mindestprofiltiefe von 3 mm aufweisen. Anstelle von Winterreifen können auch Ganzjahresreifen mit einer Mindestprofiltiefe von 3 mm verwendet werden. 

Anstelle von Winterreifen können auch Schneeketten auf Sommerreifen mit mindestens 3 mm Profiltiefe aufgezogen werden. 

Bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht droht eine Geldbuße von 120 EUR.

Kroatien

Auf einigen Straßen oder Streckenabschnitten gilt witterungsabhängig eine Winterreifenpflicht. Diese wird per Verkehrszeichen angeordnet. Es müssen mindestens zwei Winterreifen auf der Antriebsachse montiert sein. Die Mindestprofiltiefe beträgt 4 mm.

Verstöße werden mit 700 Kuna (ca. 92 Euro) geahndet.

Dänemark, Großbritannien, Polen, Belgien, Niederlande

Hier gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Anstelle von Winterreifen können meist auch Schneeketten an den Antriebsrädern verwendet werden. Allerdings nur, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist.

Norwegen

Eine generelle Winterreifenpflicht für Fahrzeuge (Pkw sowie Lkw) bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht besteht nicht. Fahrzeuge mit Sommerreifen müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee und Eis) allerdings mit Schneeketten ausgerüstet sein. Sofern Winterreifen verwendet werden, müssen diese eine Profiltiefe von mindestens 3 mm aufweisen.

Seit dem 1. Januar 2015 besteht für schwere Fahrzeuge in Norwegen eine generelle Winterreifenpflicht. Die Vorschrift gilt vom 15. November bis zum 31. März des Folgejahres für Kraftfahrzeuge und deren Anhänger mit jeweils einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t. Auch sogenannte „Ganzjahres- bzw. Allwetterreifen“ kommen als Winterreifen in Betracht, sofern sie über eine „M + S“ Kennzeichnung verfügen. Die Reifen müssen eine Mindestprofiltiefe von 5 mm aufweisen.

Finnland

Vom 1. Dezember bis 28. Februar (oder 29. Februar) des Folgejahres sind Winterreifen für sämtliche (auch im Ausland zugelassene) Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. Bei Anhänger-Gespannen besteht diese Pflicht auch für gebremste Anhänger. Die Mindestprofiltiefe beträgt 3 mm, eine Profiltiefe von mindestens 5 mm ist empfohlen. In Lappland sind Winterreifen von Mitte Oktober bis Ende April vorgeschrieben.

Estland

Vom 1. Dezember bis 1. März des Folgejahres besteht für alle Fahrzeuge Winterreifenpflicht. Es müssen Winterreifen mit einer Mindestprofiltiefe von 3 mm verwendet werden. Die Winterreifenpflicht kann – je nach Wetterlage – auf den Zeitraum Oktober bis April des Folgejahres ausgedehnt werden.

Lettland

Vom 1. Dezember bis 1. März des Folgejahres besteht für alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t und deren Anhänger Winterreifenpflicht. Es müssen Winterreifen mit einer Mindestprofiltiefe von 3 mm verwendet werden.

Luxemburg

In Luxemburg besteht eine situative Winterreifenpflicht. Bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Schneematsch, Glatteis und Raureif) müssen die Fahrzeuge mit Winterreifen (M + S) bestückt sein. Handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen Autobus, Lkw, Zugmaschine oder einen anderen Schwertransporter, müssen die Antriebsachsen mit Winterreifen ausgerüstet sein. 

Keine Winterreifenpflicht besteht für Motorräder, Quads und andere Leichtfahrzeuge.

Bei Verstößen drohen Geldbußen i. H. v. 49 Euro, bei Behinderung des Straßenverkehrs drohen 74 Euro Strafe

Schweden

Vom 1. Dezember bis 31. März des Folgejahres besteht für Fahrzeuge sowie für Anhänger bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifenpflicht („M+S“ Kennzeichnung). Die Profiltiefe muss bei Fahrzeugen bis 3,5t zGG mindestens 3 mm betragen und bei schwereren Fahrzeugen 5 mm.

Serbien

Vom 1. November bis 1. April des Folgejahres ist bei winterlichen Straßenverhältnisse Winterausrüstung vorgeschrieben. Die Mindestprofiltiefe beträgt mindestens 4 mm.

Slowakei

Kraftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t müssen bei winterlichen Verkehrsverhältnissen mit Winter- bzw. Ganzjahresreifen ausgerüstet sein.

Fahrzeuge, die ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t aufweisen, müssen im Zeitraum vom 15. November bis zum 31. März des Folgejahres unabhängig von der Witterung mit Winterreifen versehen werden. Winterreifen müssen eine Mindestprofiltiefe von 3 mm aufweisen.

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