Toyota Corolla 2019: So fährt der Auris-Nachfolger

14.3.2019

Der Toyota Corolla ist zurück. Im April 2019 ist der Marktstart des Auris-Nachfolgers als Fünftürer, Kombi und Stufenheck. Erstmalig gibt es den Hybridantrieb mit zwei Leistungen. Testfahrt, technische Daten, Bilder, Preise

Front des Toyota Corolla Hybrid fahrend
Neuer Toyota Corolla mit geschärftem Markengesicht

• Den neuen Toyota Corolla gibt es als Fünftürer, Kombi und Stufenheck
• Ein Benziner mit 114 PS und zwei Hybridversionen mit 122 und 180 PS
• Verkaufsstart ist im April 2019, die Preise beginnen bei 20.990 Euro


Den Schritt vom Corolla zum Auris im Jahr 2006 hat keiner so richtig verstanden: Warum sollte man auch einen Namen aufgeben, der jedem ein Begriff war und der für die legendäre Toyota-Zuverlässigkeit stand? In der ADAC Pannenstatistik lag der Japaner immer auf den vordersten Plätzen. Doch "Auris" war wohl einfach der modernere Name, der zudem das leicht angestaubte Image von Toyota wegblasen sollte.

Was offenbar nicht den gewünschten Erfolg brachte. Im April 2019 ist der Auris nach nur zwei Modellgenerationen Geschichte, und Toyotas Vertreter der Kompaktklasse heißt wieder Corolla. Man mag es kaum glauben, aber es ist seit 1966 die inzwischen zwölfte Generation. Das neue Modell wirkt nicht nur außen, sondern auch im Innenraum dynamisch wie nie zuvor. Moderne Linien, wertig anmutende Oberflächen – ein riesiger Fortschritt.

Verbrauch des Corolla Hybrid: rund 4,5 Liter

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Heck des Toyota Corolla Hybrid fahrend
Auch von hinten sieht der Corolla deutlich moderner aus als der Auris

Denn das war bisher das Problem beim Corolla: Während seine inneren Werte schon immer als top galten – solide, bezahlbar, zuverlässig –, fanden ihn viele Menschen zu bieder. Damit soll nun endgültig Schluss sein: "No more boring cars", wie Toyota freimütig mitteilt.

In drei verschiedenen Karosserieversionen wird der neue Corolla erhältlich sein: als fünftüriges Schrägheck, als Kombi und als klassische Limousine mit Stufenheck. Wobei sich Kunden letztere Version weniger in Deutschland als vielmehr in Osteuropa und der Türkei wünschen. An Motoren stehen zur Wahl: ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 114 PS sowie Hybridantriebe mit 1,8 Liter und 2,0 Liter Hubraum und 122 sowie 180 PS. Dieselversionen gibt es beim neuen Corolla keine mehr.

Wir entscheiden uns für den kompakten 1.8 Hybrid. Der kostet zwar 3500 € mehr als der 1,2-Liter-Benziner mit vergleichbarer Ausstattung, aber Toyota geht davon aus, dass sich der 1,8 Hybrid mit Abstand am meisten verkauft.

Beim kräftigen Tritt aufs Gaspedal wird deutlich, dass die Ingenieure dem Hybridantrieb mit Planetengetriebe das laute Aufheulen des Motors noch immer nicht abgewöhnen konnten. Obwohl das Auto an vielen Stellen hinsichtlich der Geräuschentwicklung optimiert wurde. Dafür gleitet der Corolla im Normalfall äußerst leise und sehr gelassen durch den Verkehr.

Die Phasen des rein elektrischen Antriebs können sich laut Toyota speziell in der Stadt auf weit über 50 Prozent summieren. Insgesamt ergibt sich laut Prospekt ein Kraftstoffverbrauch von 3,3 Litern. Auf unserer ersten Testfahrt pendelte sich das Ganze laut Bordcomputer bei rund 4,5 Liter pro 100 Kilometer ein. Ein Wert, den es in einem baldigen ADAC Test zu überprüfen gilt.

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Gelungenes Fahrwerk, nur 1285 Kilo Gewicht

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Seitenansicht des Toyota Corolla Hybrid stehend
Mit 4,37 Metern Länge elf Zentimeter größer als ein VW Golf

Aber nicht nur das Gefühl, mit dem Corolla Hybrid sehr effizient unterwegs zu sein, überzeugt. Auch das Fahrverhalten hinterlässt einen erfreulich positiven Eindruck: Die Lenkung reagiert direkt und präzise. Der Wagen liegt sicher und stabil auf der Straße. Die Federung ist straff, aber nicht unkomfortabel.

Verantwortlich dafür sind ein neues Feder-Dämpfer-System, ein tieferer Schwerpunkt, eine breitere Spur sowie eine um 60 Prozent steifere Karosserie. Zur Handlichkeit trägt sicherlich auch das Gewicht von lediglich 1285 Kilogramm bei.

Nach hinten den kompletten Überblick zu gewinnen ist wie bei fast allen modernen Autos auch im Corolla eher schwierig. Umso erfreulicher, dass der Fahrer ­einen sehr guten Blick nach vorn auf die Straße genießt. Ein Head-up-Display mit Informationen in der Windschutzscheibe und kräftige LED-Matrix-Scheinwerfer erhöhen Komfort und Sicherheit. Misslich ist, dass das Head-up-Display für den deutschen Markt nicht angeboten wird, wie Toyota jetzt bestätigt.  

Sonst gibt es am Umfang der Ausstattung wenig auszusetzen. Nur das Navigationssystem bleibt bei Toyota ein Ärgernis. Den Kartenmaßstab so einzustellen, dass die zur Orientierung notwendigen Straßen und Orte angezeigt werden, ist so gut wie unmöglich. Der Platz in Fond und Kofferraum ist eher durchschnittlich.

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Schon gefahren und bewertet

VW T-Roc fährt auf einer Küstenstraße

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Wieder mehr mitmischen will Toyota im Kombisegment, das in Deutschland vom Opel Astra Sports Tourer und Ford Focus Turnier dominiert wird. Der Corolla Touring Sports soll durch seinen langen Radstand von 2,70 Meter besonders viel Platz bieten – Toyota spricht von der größten Beinfreiheit im Fond in der Kompaktklasse.

Die Stufenheck-Variante komplettiert die Corolla-Familie. Der Viertürer ergänzt das Angebot und ersetzt prinzipiell auch den Avensis, der nicht mehr angeboten wird. Optisch orientiert sich die Limousine an den beiden anderen Karosserievarianten.

Fazit der Testredaktion

Trotz Schwächen im Detail macht der neue Corolla auf den ersten Blick eine überzeugende Figur. Der baldige ADAC Test wird zeigen, ob sich dieser Eindruck bestätigt.

Technische Daten (Herstellerangaben) Toyota Corolla 1.8 Hybrid
Motor 4-Zylinder-Benzin-Hybrid, 1798 cm3, Systemleistung 90 kW/122 PS, 142 Nm bei 3600 U/min
Fahrleistungen 10,9 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze
Verbrauch (NEFZ) / CO2-Ausstoß 3,3l Super/100 km, 76 g CO2/km
Maße L 4,37 / B 1,79 / H 1,44 m                    
Kofferraum 361 – 1024 l                    
Preis ab 27.290 Euro, Baureihe ab 20.990 Euro                    

 

  • Das hat uns gefallen: Niedriger Verbrauch. Moderne Gestaltung. Optimiertes Fahrwerk. Wertige Materialien im Innenraum.
  • Das hat uns nicht gefallen: Laut aufheulender Motor. Kleiner Kofferraum mit breiter Ladekante. Mäßige Navigationskarte

Text: Wolfgang Rudschies, Jochen Wieler. Fotos: PR.

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