Fahrbericht Citroën C5 Aircross: Kompakt-SUV mit hohem Komfort

3.12.2018

Der C5 Aircross ist das neue Flaggschiff von Citroën. Am 9. Februar 2019 kommt der SUV auf den Markt und will sich von VW Tiguan, Ford Kuga und Nissan Qashqai vor allem durch hohen Komfort abheben. Erste Testfahrt, Daten und Preise

  • Hohe Variabilität: Der SUV Citroën C5 Aircross ist so praktisch wie ein Van
  • Allradantrieb gibt es nicht – stattdessen eine Traktionskontrolle
  • Benziner und Diesel von 131 bis 181 PS, ein Plug-in-Hybrid kommt 2020

 

Eine Stufenhecklimousine oder einen Kombi sucht man bei Citroën mittlerweile vergebens. Die schrullige Limousine C6 wurde schon lang eingestellt und 2018 hat es auch den C5 erwischt. Doch es gibt Ersatz: Das neue Topmodell der Marke hört auf den Namen C5 Aircross und ist – natürlich – ein SUV. 

Viel Platz: Citroën C5 Aircross als Van-Ersatz

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Citroen C5 Aircross Seitenansicht
Nur 4,50 Meter lang, wirkt aber größer: CItroëns neues Topmodell

Mit seinen 4,50 Meter Länge, 1,84 Meter Breite und 1,67 Meter Höhe passt der C5 Aircross exakt ins Kompakt-SUV-Segment, also in das von VW Tiguan, Opel Grandland X und Ford Kuga. Doch als bloßen Konkurrenten sehen die Franzosen den Aircross nicht, vielmehr soll er mehr Platz und eine bessere Variabilität bieten als andere SUV. Und somit auch Kunden zufriedenstellen, die genau deswegen bisher einen Van gekauft haben.

Das Platzangebot auf den fünf Einzelsitzen ist daher auch vergleichsweise groß, es gibt auch für größere Insassen genügend Bein- und Kopffreiheit. Nach Kompaktklasse fühlt sich das eigentlich nicht mehr an, sondern eher nach Mittelklasse. Angenehm für die Fondpassagiere: Die drei um jeweils 15 Zentimeter verschiebbaren Sitze sind gleich breit – der mittlere ist also nicht wie üblich ein Strafsitz. Und weil sich auch noch die Lehnen in der Neigung verstellen lassen, fährt sich's hinten genauso bequem wie vorn.

Eine dritte Sitzreihe wird für den C5 Aircross nicht angeboten, dafür glänzt er mit einem üppigen Kofferraumvolumen zwischen 580 und umgeklappt 1630 Litern. Durchdacht: Beim Umklappen der Rücksitze senkt sich automatisch die Sitzfläche ab, so dass eine ebene Ladefläche entsteht. 

Optisch setzt Citroën auf Eigenständigkeit, das zeigt schon das Angebot von sieben Außenlackierungen, einer zweifarbigen in Verbindung mit einem schwarzen Dach und den drei Style-Paketen. Damit sind insgesamt 30 Kombinationen möglich. Für Kontraste sorgen die "Airbumps" im unteren Türbereich, die vor Parkremplern schützen sollen, und die großen Chromspangen um die Seitenfenster.

Ein fliegender Teppich? Nicht ganz

Zwar sind bei Citroën die Zeiten der legendären Hydropneumatik-Federung vorbei, doch das Fahrwerk wurde betont auf Komfort ausgelegt, so dass laut Hersteller "ein Gefühl wie bei einem fliegenden Teppich" entstehen soll. Das ist reichlich übertrieben, wie wir auf unseren Testfahrten feststellen konnten. Zwar nimmt der C5 Aircross Fahrbahnunebenheiten weitgehend gelassen hin, doch kurze Querfugen verdaut der Franzose kaum besser als andere SUVs. 

Mit flott gefahrenen Kurven hat der C5 zwar grundsätzlich kein Problem, doch wegen seiner eher indirekten Lenkung und der merklichen Karosserieneigung besinnt sich der Fahrer schnell wieder darauf, ohne Stress und Hektik Überland zu gleiten. 

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Das kann der Aircross schließlich am besten, auch wenn die zuerst angebotenen Aggregate mit 181 PS (Benziner) und 177 PS (Diesel) für tadellose, fast schon sportliche Fahrleistungen sorgen. Beide Aggregate beschleunigen den 1,5-Tonner in gut acht Sekunden auf Tempo 100 und die Spitze liegt bei mehr als 210 km/h (siehe technische Daten unten).

Der Diesel (mit SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung) gefiel uns bei unseren Testfahrten allerdings besser als der Benziner: Mit 400 Nm Drehmoment ist er im Alltag spürbar souveräner als der Benziner mit 300, der nach höheren Drehzahlen verlangt und die etwas träge Achtgangautomatik viel zu oft nach einer Gedenksekunde zum Herunterschalten zwingt.

Die Basismotoren, ein Dreizylinder-Benziner und ein Vierzylinder-Diesel mit jeweils 131 PS, standen uns noch nicht zur Verfügung. Preislich erscheint der kleine Benziner aber besonders attraktiv: Er wird ab 23.290 Euro angeboten, den Einstiegsdiesel gibt es da erst ab 28.090 Euro.

2020 soll der C5 Aircross auch als Plug-in-Hybrid mit stolzen 225 PS kommen. Die rein elektrische Reichweite beziffert Citroën auf rund 50 Kilometer bis der Mischbetrieb von Benziner und Elektromotor einsetzt. CO2-Ausstoß: unter 50 g/km.

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20 Assistenzsysteme für mehr Sicherheit

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Heckansicht Citroen C5 Aircross
Am 9. Februar 2019 startet der SUV mit zwei Dieseln und zwei Benzinern 

Meist gegen Aufpreis gibt 20 Assistenzsysteme wie etwa den "Highway Driver Assist", der die zweite Stufe des automatisierten Fahrens abbildet. Im Stop-and-go auf der Autobahn kann der C5 Aircross dann dem Vordermann folgen. Modern und gut abzulesen: Der 12,3-Zoll-Bildschirm vor dem Fahrer mit individualisierbaren Anzeigen, der ab der Ausstattungslinie "Feel" die analogen Instrumente ersetzt.

Die angesagten Konnektivitäts-Technologien sind ebenso an Bord wie eine kabellose Smartphone-Ladestation oder die schon aus dem C3 bekannte ConnectedCAM, eine vernetzte Full-HD-Dashcam mit GPS-Funktion und einem 16 Gigabyte großen Speicher hinter dem Innenspiegel. Damit lässt sich ein Foto knipsen oder ein kurzer Film drehen und via E-Mail oder über soziale Netzwerke teilen. Bei einem Unfall wird die Aufnahmefunktion automatisch aktiviert, das Video gespeichert.

Wer mit einem SUV automatisch Allradantrieb verbindet, wird vom C5 eines besseren belehrt: Es gibt ihn ausschließlich mit Frontantrieb. Stattdessen ist die Traktionskontrolle namens "Grip Control" samt der Bergabfahrhilfe "Hill Assist Decent" an Bord, die sich laut Citroën erstaunlich gut auf unebenem Terrain machen soll. Der Fahrer kann dabei zwischen den Modi Sand, Matsch, Schnee und ESP off wählen sowie auf Knopfdruck mit maximal 3 km/h rutschige Steilabfahrten bewältigen.

Dennoch nicht mehr als eine Notlösung, die nicht jedem gefallen dürfte. Auch hier hebt sich der Citroën von der Konkurrenz ab.

 

Die technischen Daten im Überblick

Benziner
PureTech 130
PureTech 180 EAT8
Motor  Dreizylinder-Turbobenziner, 1199 cm3, 96 kW/131 PS, 230 Nm bei 1750 U/min
Vierzylinder-Turbobenziner, 1598 cm3, 133 kW/181 PS, 300 Nm bei 1900 U/min
Fahrleistungen 0-100 km/h noch nicht bekannt, Spitze 188 km/h
8,2 s auf 100 km/h, 216 km/h Spitze
Verbrauch 5,3 l Super/100 km, 121 g CO2/km
5,7 l Super/100 km, 131 g CO2/km
Leergewicht / Zuladung
1479 kg / 536 kg
1505 kg / 560 kg
Maße  L 4,50 / B 1,86 / H 1,70 m
L 4,50 / B 1,86 / H 1,70 m

Kofferraumvolumen 

580 – 1630 l
580 – 1630 l
Preis
ab 23.290 Euro ab 29.890 Euro 
Diesel
BlueHDi 130
BlueHDi 180 EAT8
Motor
Vierzylinder-Turbodiesel, 1499 cm3, 96 kW/131 PS, 300 Nm bei 1750 U/min
Vierzylinder-Turbodiesel, 1997 cm3, 130 kW/177 PS, 400 Nm bei 2705 U/min
Fahrleistungen
10,4 s auf 100 km/h, 188 km/h Spitze
8,6 s auf 100 km/h, 211 km/h Spitze
Verbrauch
4,1 l Diesel/100 km, 108 g CO2/km
4,8 l Diesel/100 km, 126 g CO2/km
Leergewicht / Zuladung
1505 kg / 570 kg
1615 kg / 575 kg
Maße L 4,50 / B 1,86 / H 1,70 m
L 4,50 / B 1,86 / H 1,70 m 
Kofferraumvolumen  580 – 1630 l 580 – 1630 l 
Preis ab 28.090 Euro ab 32.890 Euro 

 

  • Das hat uns gefallen: Viel Platz. Hohe Variabilität. Guter Komfort. Umfangreiche Ausstattung.        
  • Das hat uns nicht gefallen: Kein Allradantrieb zu haben. Träge Automatik. 

 

Text: Jochen Wieler mit Material von MID. Fotos: PR.

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