BMW X7: Erste Testfahrt mit dem Prototypen

3.7.2018

Und noch ein SUV: Mit dem Siebener macht BMW seine Palette vom X1 bis X7 komplett. Der Edel-Geländewagen soll in einem Jahr für etwa 80.000 Euro auf den Markt kommen. Ein erster Fahrbericht mit Daten & Fakten

BMW x7 2018
Neuer BMW X7: Gut getarnt – einzig die riesige Niere ist schon gut zu erkennen

Es hat zwar ein paar Jahre gedauert, bis BMW den Trend zum Luxus auf der Buckelpiste erkannt hat, doch nun gönnen sich auch die Münchner einen großen Geländewagen mit reichlich Glanz und Gloria und bringen den X7 in Stellung. Bis er zu Schätzpreisen ab 80.000 Euro auf den Markt kommt, dauert es zwar noch fast ein Jahr, aber im November steht der Luxus-SUV erstmals ohne Tarnung auf der Autoshow in Los Angeles. Und weil BMW bereits jetzt für den Geländegleiter trommeln möchte, konnten wir mit einem Prototyp des X7 eine Probefahrt rund um das US-Werk in Spartanburg absolvieren.

Die Stoßrichtung für den König der X-Reihe ist klar umrissen, sagt Sebastian Sauerbrei aus der Entwicklungsmannschaft: "Das ist der Siebener unter den X-Modellen." Er hat mit dem größten Nieren-Grill und einem stattlichen Format von rund 5,10 Metern deshalb nicht nur die Präsenz einer aufgebockten Luxuslimousine, sondern soll auch deren Komfort und Klasse bieten.

Vornehmes Ambiente, viel Platz, dritte Sitzreihe

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Mittels Luftfederung kann der X7-Fahrer die Bodenfreiheit erhöhen

Deshalb lassen schon die Prototypen ein ausgesprochen vornehmes Ambiente im Innenraum erwarten. Unter dem Blechkleid wird es alle Assistenten aus Fünfer- und Siebener-Reihe geben, und eine Sitzlandschaft, die keine Wünsche offenlässt. Bei rund drei Metern Radstand hat man auf der Rückbank oder auf zwei optionalen Einzelsitzen im Fond mehr Platz als bei den meisten SUV in der ersten Reihe.

Außerdem bietet BMW zum ersten Mal bei einem X-Modell eine dritte Sitzreihe an, die ihren Namen verdient: Wenn sie es durch die Tür und über den Vordersitz geschafft haben, können es dort selbst Erwachsene halbwegs gut aushalten. Bei dem Ballett von Polstern und Passagieren helfen Servomotoren. Denn alle Sitze lassen sich elektrisch verschieben, umlegen oder wegklappen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auch mit einer App oder dem sogenannten Display-Schlüssel per Fernbedienung funktioniert.

Auf US-Highways ist der BMW X7 gut aufgehoben

Der Siebener unter den SUVs – diese Vorgabe hat auch die Fahrwerksentwickler umgetrieben. Denn wie jeder BMW will auch der X7 am dynamischen Ende des Segments fahren, selbst wenn er 2,3 Tonnen wiegt. Und wie jeder Luxusliner soll er extrem komfortabel sein, erst recht, wenn er vor allem in Amerika verkauft werden soll, wo die Langstrecke auf den Highways zum Alltag gehört. Daher verfügt der X7 über eine progressive Lenkung und ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial. Außerdem an Bord: eine mitlenkende Hinterachse sowie eine Wankstabilisierung.

Als erstes X-Modell bekommt der Siebener eine Luftfederung an beiden Achsen. So kann die Elektronik je nach Beladung das Niveau ausgleichen, die Höhe des Aufbaus um bis zu acht Zentimeter variieren und mit ihm Federwege und Toleranz kontrollieren: Im Sportmodus hart und kurz, beim komfortablen Setup weich und lang – so schwebt der X7 mal wie auf Wolken, mal beißt er sich durch die Kurven.

400 oder 500 PS? Oder ein V12? Alles denkbar

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Mächtig: Der BMW X7 soll dem Mercedes GLS Konkurrenz machen

Zwar gibt es kein gemeinsames Karosserieblech mit dem BMW X5, dafür zeigt sich unter der Haube die Verwandtschaft umso offensichtlicher. Auch der X7 wird wohl mit den neuen Sechs- und Achtzylindern fahren, die im neuen X5 bald ihren Einstand geben. Das heißt bis zu 400 PS bei den Dieseln und fast 500 PS bei den Benzinern.

Wenn es dabei bleibt, hat BMW allerdings zwei Chancen vertan. Denn erstens werden die Bayern für Amerika und China um einen Plug-in-Hybrid nicht herumkommen. Und zweitens sollten sie nicht nur über eine M-Version, sondern auch über einen V12 nachdenken. Weil es den weder bei SUVs von Audi, noch von Mercedes oder von Range Rover gibt. Dann wären die letzten plötzlich die ersten – Zeit genug hätten sie ja gehabt.

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR

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