Wenn die Sonne blendet: So behalten Autofahrer den Überblick

23.8.2018

Blindflug, weil die Sonne blendet: Im Herbst und Winter führt die tief stehende Sonne immer wieder zu Sichtbehinderungen und Unfällen. Diese Tipps helfen gegen Blendung.

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Bei tief stehender Sonne sollten Autofahrer vorausschauend fahren und genügend Abstand halten.

Jedes Jahr passieren rund 3000 Unfälle mit Personenschaden, weil Autofahrer durch die Sonne geblendet wurden – zehnmal so viele wie bei Nebel (s. Tabelle). Im Herbst, wenn die Sonne während des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs auf- oder untergeht, ist das Risiko, unvermittelt beim Autofahren geblendet zu werden, besonders groß.

Ursachen von Unfällen mit Personenschaden 2017

Witterungseinflüsse 4286 
darunter: Sichtbehinderung durch Nebel
242
darunter: Sichtbehinderung durch blendende Sonne  2942

Saubere Scheiben schützen

Saubere Frontscheiben sind immer sinnvoll, im Herbst aber ganz besonders. Denn Schmutz und Schlieren streuen das auf das Fensterglas einstrahlende Licht. Das führt zu noch stärker Blendung durch die Sonne.

Deshalb: Scheibenwischer in Schuss halten, regelmäßig Wischwasser nachfüllen und ein Reinigungstuch griffbereit halten, um die Autoscheibe auf der Innenseite regelmäßig von Feuchtigkeit oder Schmutz befreien zu können. Was für die Autoscheibe gilt, gilt auch für Brillengläser. Je sauberer, desto besser. Sinnvoll sind entspiegelte Brillengläser: Sie reduzieren irritierende Lichtreflexe.

Abstand halten und vorausschauend fahren

Bei tief stehender Sonne sollten Autofahrer immer ausreichend Abstand halten und besonders konzentriert und vorausschauend auf den Straßen unterwegs sein. Schließlich könnte auch der Vordermann von der Sonne geblendet werden – und darauf mit plötzlichem Bremsen reagieren.

Genauso wichtig ist eine angepasste Geschwindigkeit. Denn schon wenige Augenblicke ohne Sicht bedeuten ein enormes Risiko: In einer Sekunde legt man bei 50 km/h knapp 14 Metern zurück – bis das geblendete Auge wieder "scharf gestellt" ist, kann deutlich länger dauern.

Auch mit der Sonne im Rücken bleibt ein Unfallrisiko. Dann könnten nämlich entgegekommende Autofahrer geblendet werden und andere Verkehrsteilnehmern im gleißenden Gegenlicht. Das gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. Eingeschaltetes Abblend- oder Tagfahrlicht erhöhen die eigene Sichtbarkeit.

Sonnenbrille: Kein echter Schutz

Bei tief stehender Sonne sind Sonnenbrillen keine echte Hilfe. Denn wenn die Sonne tief am Himmel steht, ist es – trotz gefühlter Helligkeit – vergleichsweise dunkel. Eine Sonnenbrille schluckt dann das ohnehin nur spärlich vorhandene Tageslicht weiter.

Straßenbereiche, die nicht von der Sonne beschienen werden, sind fürs Auge nur noch schwer zu erkennen. Die Folge: Das Unfallrisiko steigt eher, als zu sinken. Wichtig ist auch eine aufrechte Sitzposition. Viele Autofahrer sitzen zu tief, sodass die Sonne unter der Blende hindurchscheinen kann.

Das Risiko durch Blendung mit Autotönungsfolie auf der Frontscheibe zu reduzieren, ist keine gute Idee: Diese Folien dürfen weder vorn noch an den vorderen Seitenfenstern angebracht werden. Außerdem gilt: Als Ausrede vor Gericht taugt der Hinweis auf die Sonnenblendung nicht. Wer also geblendet einen Unfall mit Verletzten verursacht, dem droht ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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