Unfallrisiko: Blendung durch tief stehende Sonne

20.9.2019

Der flache Einfallswinkel der tief stehenden Sonne erhöht insbesondere im Spätsommer und Frühherbst das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Rund zwei Drittel aller witterungsbedingten Unfälle mit Personenschaden sind die Folge einer solchen Blendung.

tiefstehende Sonne im Auto
Bei tief stehender Sonne sollten Autofahrer vorausschauend fahren und genügend Abstand halten.

Oftmals unterschätzen Autofahrer die Unfallgefahr durch Blendung. Besonders gefährlich wird es in Kurven, auf Kuppen oder auch bei Ein- und Ausfahrten von Tunneln und Unterführungen. Wer geblendet wird, kann Ampeln und Verkehrszeichen schlechter erkennen und zudem Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer leicht übersehen. Doch was hilft bei Blendung durch tief stehende Sonne?

2018 ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden wegen tief stehender Sonne auf 3756 angestiegen. Damit sind Unfälle durch Blendung zehnmal häufiger als Unfälle bei Nebel. Jetzt im Spätsommer und Herbst, wenn die Sonne während des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs auf- oder untergeht, ist die Unfallgefahr beim Autofahren besonders groß.  Wir geben Tipps.

Was hilft bei Blendung durch tief stehende Sonne?

  • Scheiben sauber halten 
    Die Frontscheiben sollten stets sauber sein. Denn Schmutz und Schlieren streuen das auf das Fensterglas einstrahlende Licht. Das führt zu noch stärkerer Blendung durch die Sonne. 
  • Scheibenwischer in Schuss halten
    Für gute Sicht sind funktionierende Scheibenwischer unerlässlich. Auch das Wischwasser sollte regelmäßig nachgefüllt werden und ein Reinigungstuch griffbereit liegen, um die Frontscheibe auf der Innenseite regelmäßig von Feuchtigkeit oder Schmutz befreien zu können. 
  • Sonnenbrille vor der Fahrt putzen
    Was für die Frontscheibe gilt, gilt auch für Brillengläser. Je sauberer, desto besser. Sinnvoll sind entspiegelte Brillengläser: Sie reduzieren irritierende Lichtreflexe. Bei besonders tief stehender Sonne hat das Tragen einer Sonnenbrille sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen wird zwar die Blendung reduziert, zum anderen kommt es zu einer zusätzlichen Abdunklung der ohnehin eher dunkel wirkenden Umgebung. 
  • Abstand halten und vorausschauend fahren
    Autofahrer sollten immer ausreichend Abstand halten, besonders konzentriert und vorausschauend auf den Straßen unterwegs sein. Denn auch der Vordermann könnte von der Sonne geblendet werden – und darauf mit plötzlichem Bremsen reagieren. Auch mit der Sonne im Rücken bleibt das Unfallrisiko. Dann könnten nämlich entgegenkommende Autofahrer geblendet werden. Das gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. 
  • Angepasste Geschwindigkeit
    Genauso wichtig ist eine angepasste Geschwindigkeit, denn schon wenige Augenblicke ohne Sicht erhöhen das Unfallrisiko. In einer Sekunde legt man bei 50 km/h knapp 14 Meter Strecke zurück. Das bedeutet mindestens 14 Meter Blindflug, denn bis das geblendete Auge wieder "scharf gestellt" ist, kann es deutlich länger dauern.
  • Abblendlicht oder Tagfahrlicht einschalten
    Eingeschaltetes Abblend- oder Tagfahrlicht erhöht in jedem Fall die eigene Sichtbarkeit.
  • Aufrechte Sitzposition
    Wichtig ist auch die richtige Sitzposition. Viele Autofahrer sitzen zu tief, so dass die Sonne unter der Sonnenblende hindurch scheint. Deshalb sollte der Sitz so aufrecht wie möglich eingestellt sein.

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    Text: Andrea Piechotta, Foto: iStock.com/Viacheslav Peretiatko

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