Blendung durch tief stehende Sonne: die unterschätzte Gefahr

Fahren bei tiefstehender Sonne
Bei tief stehender Sonne sollten Autofahrer vorausschauend fahren und genügend Abstand halten ∙ © iStock.com/Viacheslav Peretiatko

Autofahren bei tief stehender Sonne ist gefährlicher als Fahren bei Nebel. Das können Sie tun, um Ihr Unfallrisiko zu verringern.

  • Zwei Drittel aller witterungsbedingten Unfälle mit Personenschaden durch Blendung

  • Saubere Scheiben schützen

  • Abblendlicht einschalten

Oftmals unterschätzen Autofahrer die Unfallgefahr durch Blendung. Besonders gefährlich wird es in Kurven, auf Kuppen oder auch bei Ein- und Ausfahrten von Tunneln und Unterführungen. Wer geblendet wird, kann Ampeln und Verkehrszeichen schlechter erkennen und zudem Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer leicht übersehen. Wenn die Sonne während des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs auf- oder untergeht, ist die Unfallgefahr beim Autofahren besonders groß.

Unfallrisiko tief stehende Sonne

2020 gab es insgesamt 2823 Unfälle mit Personenschaden wegen tief stehender Sonne. Die Zahl dieser Unfälle ist zwar gegenüber dem Vorjahr nochmals (2019: 3219) gesunken – Unfälle durch Blendung sind aber immer noch rund achtmal häufiger als Unfälle bei Nebel.

Tipps gegen Blendung

  • Scheiben sauber halten
    Die Frontscheiben sollten stets sauber sein. Denn Schmutz und Schlieren streuen das auf das Fensterglas einstrahlende Licht. Das führt zu noch stärkerer Blendung durch die Sonne. 

  • Scheibenwischer in Schuss halten
    Wenn die Windschutzscheibe nicht richtig sauber ist und die Wischerblätter Schlieren ziehen, ist die Sicht schnell schlecht. Im schlimmsten Fall verkratzen kaputte Wischer sogar die Windschutzscheibe. Deshalb im Zweifelsfall Scheibenwischer lieber häufiger wechseln.

  • Wischwasser regelmäßig nachfüllen
    Lieber einmal zu oft nachschauen, ob noch ausreichend Wischwasser vorhanden ist, damit die Scheibenwischer die Frontscheibe gut säubern können. Um auch die Innenseite der Frontscheibe regelmäßig von Feuchtigkeit oder Schmutz reinigen zu können, sollte zudem immer ein Reinigungstuch griffbereit liegen.

  • Sonnenbrille vor der Fahrt putzen
    Was für die Frontscheibe gilt, gilt auch für Brillengläser. Wer mit Sonnenbrille Auto fährt, sollte diese regelmäßig putzen. Auch hier gilt: je sauberer, desto besser.
    Sinnvoll sind entspiegelte Brillengläser: Sie reduzieren irritierende Lichtreflexe. Zum einen wird die Blendung reduziert, zum anderen kommt es zu einer zusätzlichen Abdunklung der Umgebung. Auch polarisierende Sonnenbrillengläser können Blendungen und Spiegelungen vermindern.

  • Abstand halten und vorausschauend fahren
    Autofahrer sollten immer ausreichend Abstand halten, besonders konzentriert und vorausschauend auf den Straßen unterwegs sein. Denn auch der Vordermann könnte von der Sonne geblendet werden – und darauf mit plötzlichem Bremsen reagieren. Auch mit der Sonne im Rücken bleibt das Unfallrisiko. Dann könnten nämlich entgegenkommende Autofahrer geblendet werden. Das gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. 

  • Angepasste Geschwindigkeit
    Genauso wichtig ist eine angepasste Geschwindigkeit, denn schon wenige Augenblicke ohne Sicht erhöhen das Unfallrisiko. In einer Sekunde legt man bei 50 km/h knapp 14 Meter Strecke zurück. Das bedeutet mindestens 14 Meter Blindflug, denn bis das geblendete Auge wieder "scharf gestellt" ist, kann es deutlich länger dauern.

  • Abblendlicht oder Tagfahrlicht einschalten
    Eingeschaltetes Abblend- oder Tagfahrlicht erhöht in jedem Fall die eigene Sichtbarkeit.

  • Aufrechte Sitzposition
    Wichtig ist auch die richtige Sitzposition. Viele Autofahrer sitzen zu tief, sodass die Sonne unter der Sonnenblende hindurch scheint. Deshalb sollte der Sitz so aufrecht wie möglich eingestellt sein

Andrea Piechotta
Redakteurin
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