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Stress beim Autofahren: So bleiben Sie cool

Frau hat Stress im Auto und hält sich die Ohren zu
Im Stau und gleichzeitig unter Zeitdruck – eine typische Stresssituation ∙ © Shutterstock/pathdocShutterstock/pathdoc

Es gibt viele Ursachen für Stress: Zu spät losgefahren, den Kopf voller Probleme – und dann auch noch Stau. Hier finden Sie Tipps, wie sie gelassener und sicherer durch den Verkehrsalltag kommen.

  • Laut einer Umfrage fühlt sich jeder zweite Autofahrer im Straßenverkehr gestresst

  • Ständige Anspannung und Ärger sind ungesund und bergen viele Risiken

  • Es gibt Techniken und Hilfsmittel, um am Steuer gelassener zu bleiben

Stress ist ein Alltagsphänomen: In der Familie am Frühstückstisch, auf dem Weg in die Arbeit, wenn es schnell gehen soll oder im Stau, wenn ein Termin ansteht. Beim Fahren in den Urlaub oder zu besonderen Events. Im Job, weil Zeitdruck herrscht, ein Kollege nervt oder der Chef schlechte Laune hat.

Und: Stress entsteht unabhängig vom Fortbewegungsmittel – in der Pendler-S-Bahn, im vollen Bus, auf einem gefährlichen Radweg und in der überfüllten, chaotischen Fußgängerzone genauso wie im eigenen Auto.

Die Ursachen dafür, dass man sich gestresst fühlt oder stressen lässt, liegen auch in der heute üblichen ständigen Erreichbarkeit, der Just-in-time-Produktion und dem häufig schlechten Zeitmanagement. Dazu kommt eine in allen Bereichen überlastete Infrastruktur – die den ständig wachsenden Verkehr nicht bewältigen kann.

Stress kann krank machen!

An sich ist Stress etwas Gutes. Er setzt den Körper in Alarmbereitschaft und gibt Energie, in schwierigen oder gefährlichen Situation schnell reagieren zu können – zum Beispiel, davonzulaufen, wenn es gefährlich wird.

Aber: Anhaltende Anspannung und Überforderung können negative Folgen haben. Schüttet der Körper Stresshormone aus, steigen Blutdruck und Puls, der Blutzuckerspiegel spielt verrückt. Dann ist man unkonzentriert und reagiert empfindlicher auf äußere Reize. Das darf nicht zum Dauerzustand werden, sonst drohen chronische Schmerzen oder Müdigkeit, ein geschwächtes Immunsystem oder sogar schwindende Gedächtnisleistungen. Anhaltender Stress erhöht auch das Risiko von Herz- oder Hirninfarkten. Manchmal genügt ein kleiner Auslöser, und der komplette Tag ist von Stress geprägt.

Tipps für mehr Gelassenheit

  • Beobachten Sie ihr unterschiedliches Stressverhalten, und versuchen Sie bei überzogenen Reaktionen gegenzusteuern

  • Probieren Sie verschiedene Entspannungstechniken – die sind einfacher, als man denkt

  • Gegen schwierige Verkehrssituationen wie Stau oder aggressive Autofahrer können Sie aktiv nichts tun. Deshalb: Lassen Sie kein Gefühl von Macht- und Hilflosigkeit an sich herankommen

Tipps zur richtigen Vorbereitung

  • Fahren Sie nicht auf den letzten Drücker los

  • Bauen Sie wenn möglichst immer einen Zeitpuffer ein

  • Meiden Sie Stoßzeiten und die geballten Ferien-Stauwochenenden

  • Prüfen Sie die aktuelle Staulage vor dem Losfahren im Smartphone, oder achten Sie auf Verkehrsdurchsagen im Radio

  • Checken Sie Alternativrouten, weichen Sie notfalls auf andere Verkehrsmittel aus

  • Planen Sie bei längeren Fahrten ausreichend Pausen ein

  • Wenn Sie im Stau stehen: Nutzen Sie das als "Zeit für mich". Ein Hörbuch oder schöne Musik helfen, die Zeit zu überbrücken

  • Wenn Sie pendeln müssen, nutzen Sie Angebote wie flexible Arbeitszeiten oder Home Office

Entspannungstipps

  • Niemals unter Strom ins Auto steigen: Drehen Sie eine Runde an der frischen Luft

  • Setzen Sie sich an einen ruhigen Platz, und hören Sie zehn Minuten entspannende Musik

  • Sagen Sie "Stopp" zu sich selbst, atmen Sie ein paar Mal nach der Methode 4-6-8: Beim Einatmen bis 4 zählen, Luft anhalten und bis 6 zählen, beim Ausatmen bis 8 zählen

  • Im Auto: Statt mit den Zähnen zu knirschen und den Kiefer aus Wut anzuspannen, drücken Sie für ein paar Sekunden das Lenkrad fest zusammen, spannen Sie die Muskulatur in Schulter, Hals und Armen an. Dann ausatmen und wieder entspannen

  • Singen Sie eine Weile bei der Radiomusik mit

Tipps für ein besseres Miteinander

  • Sagen Sie sich öfter mal: Die anderen Verkehrsteilnehmer sind keine Gegner. Jeder kann Fehler machen

  • Mal verzeihe ich, mal muss der andere mir verzeihen

  • Ein guter Fahrer behält die Ruhe – und lässt sich nicht stressen

  • Versuchen Sie, sich in andere Verkehrsteilnehmer (Auto-, Motorrad-, Radfahrer) hineinzuversetzen

  • Suchen Sie freundlichen Blickkontakt mit ihren "Kolleginnen und Kollegen" auf der Straße 

  • Entschuldigen Sie sich für eigene Fehler mit einer versöhnlichen Geste

  • Seien Sie höflich und bedanken Sie sich, wenn Sie jemand vorlässt  – wenn Sie anderen den Vortritt lassen, freuen Sie sich ja auch über ein Danke

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