Motorkühlung: Auf die Mischung kommt es an

7.3.2019

Auch wenn der dampfende Kühler auf der Liste der Pannenursachen nicht ganz oben steht, kann die falsche oder fehlende Wartung der Kühlanlage teure Schäden verursachen. Die Kühlflüssigkeit ist nämlich ein ganz besonderer Cocktail. Hier unsere Tipps, damit der Motor nicht überhitzt:

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© iStock.com/Patiwit

Im Verbrennungsmotor geht es naturgemäß heiß her. Damit er nicht zum Kochen kommt und Schaden nimmt, wird die Wärme zum Kühler geleitet. In einem pumpengetriebenen Kreislauf fließen in der Kühlanlage rund fünf bis zehn Liter Kühlflüssigkeit vom warmen Zylinderkopf und -block zum Kühler. Die Kühlflüssigkeit ist ein Gemisch aus mehreren Grundsubstanzen: Wasser, Monoethylenglykol und Zusätzen, die vor allem als Rostschutz wirken. Handelsüblich sind Kühlmittelkonzentrate, die zur Anwendung etwa 1:1 mit möglichst reinem und kalkarmem Wasser vermischt werden.

Bei modernen Fahrzeugen ist die Kühlanlage zwar fast wartungsfrei ausgelegt, doch auch ohne Warnhinweise der Sensoren im Fahrzeug können kleine undichte Stellen einen kontinuierlichen Verlust des Kühlmittels bewirken. Ursache können zum Beispiel Marderbisse an den Kühlmittelschläuchen sein. Sind die Schläuche dicht und der Kühlmittelstand fällt trotzdem, können die Wasserpumpe oder die Zylinderkopfdichtung die Ursache sein. Dem sollte der Autofahrer auf den Grund gehen.

Vorsicht Verbrühungsgefahr

Die Kühlflüssigkeit sollte nur bei kaltem oder nicht warm gelaufenem Motor kontrolliert und nachgefüllt werden. Denn bei warmem Motor steht das System unter Druck und das Öffnen des Deckels kann schwere Verletzungen oder Verbrühungen nach sich ziehen. Wird kalte Kühlflüssigkeit in einen heißen Motor eingefüllt, können sich durch Temperaturspannungen Risse bilden.

Im Motorraum ist der meist weiße oder transparente Kühlmittelbehälter am Warnsymbol "Vorsicht Verbrühungsgefahr" erkennbar. An der Seite sind die Markierungen "Max" und "Min" für Maximum und Minimum zu sehen. Ist der Motor noch kalt, sollte der Kühlmittelstand zwischen beiden Markierungen liegen.

Ist der Flüssigkeitsstand zu hoch, sollte das Auto in die Werkstatt. Ist er zu niedrig, überprüfen Sie das System auf undichte Stellen, erkennbar etwa an Pfützen unter dem Fahrzeug. Sinkt der Pegel schon kurze Zeit nach dem Auffüllen wieder, liegt auf jeden Fall ein Defekt vor.

Die Mischung macht´s

Bei der Kühlflüssigkeit kommt es auf die passende Mischung an. Der richtige Cocktail für den Motor ist vom Fahrzeughersteller vorgeschrieben und sollte grundsätzlich nur wie angegeben verwendet werden. Motoren brauchen eine Mischung aus Wasser, dem Frostschutzmittel Monoethylenglykol und speziellen Zusätzen, vor allem zur Abdichtung und gegen Rost.

Zusätze schützen gegen Rost

Motoren und Anbauteile sind aus unterschiedlichen Metallen gefertigt und können deshalb beim Kontakt mit Wasser korrodieren. Auch das Monoethylenglykol kann oxidieren, wobei sehr korrosive Verbindungen – etwa Carbonsäuren – entstehen. Beschleunigt werden diese Prozesse durch die hohen Temperaturen im Kühlsystem. Deshalb müssen dem Kühlmittel wirksame Korrosionsverhinderer und Konservierungsstoffe beigefügt sein, etwa Nitrate, Alkalisalze organischer Säuren und Benzthiazolderivate. Übliche Kühlmittelkonzentrate können bis zu sieben Prozent dieser Materialien enthalten. Es handelt sich also um ganz spezielle Mischungen, deren chemische Eigenschaften häufig in Qualitätsnormen der Fahrzeughersteller definiert sind.

Im Notfall nur Wasser

Steht im Notfall die passende Mischung nicht zur Verfügung, füllen Sie kein anderes Kühlmittel, sondern zunächst nur Wasser ein. Das richtige Mischungsverhältnis mit dem vorgeschriebenen Kühlmittel kann später eingestellt werden. Dafür gibt es Konzentrate, die eins zu eins mit möglichst reinem und kalkarmem Wasser zu vermischen sind. Im Fachhandel gibt es zudem Fertigmischungen, die schon ausreichend Wasser enthalten.

Tipp Icon

Achtung: Falsche Mischungen

Falsche Mischungen verschlechtern den Korrosionsschutz. Im schlimmsten Fall können die Kühlsystemkanäle verstopfen. Überhitzt der Motor, brennen die Zylinderkopfdichtungen durch, was zu einem Totalschaden des Motors führen kann.

An den Wechsel denken

Die Kühlflüssigkeit hält nicht ewig. Ihr Wechsel ist vom Hersteller vorgeschrieben. Er wird aber leicht vergessen, weil er häufig in die zweite Lebenshälfte des Fahrzeugs fällt, in der eine Wartung nach den Herstellervorgaben oft nicht mehr stattfindet. Zur regelmäßigen Kontrolle der Füllstände von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser gehört daher stets auch ein prüfender Blick auf den Kühlmittelbehälter.