Bußgeldverfahren in Spanien: Das gilt bei Strafzetteln und Bußgeldern

Zu schnell gefahren oder eine rote Ampel übersehen – dann droht auch in Spanien ein Bußgeld. Was Sie zum Bußgeldverfahren wissen sollten, erläutern die ADAC Juristen.
Bußgelder aus Spanien sind in Deutschland vollstreckbar
Bei Bezahlung innerhalb von 20 Tagen gibt es 50 Prozent Rabatt
Kontodaten sind bei der Behörde telefonisch zu erfragen
Die Reform der spanischen Straßenverkehrsordnung bringt seit dem 1. Oktober 2026 viele Neuerungen für E-Scooter-, Rad-, Motorrad- und Mopedfahrer.
Für E-Scooter gilt künftig ein Mindestalter von 15 Jahren, außerdem werden Helm- und Warnwestenpflichten eingeführt: E-Scooter: Das sind die Regeln im Ausland.
Radfahrer müssen nun außerorts einen Helm tragen – zugleich werden ihre Rechte gestärkt und die Schutzvorschriften beim Überholen verschärft: Künftig müssen Autofahrer einen seitlichen Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen eines Radfahrers einhalten.
Für Motorrad- und Mopedfahrer werden unter anderem Schutzhandschuhe auf Landstraßen, geschlossenes Schuhwerk sowie strengere Anforderungen für Helme vorgeschrieben: Mit dem Motorrad durch Spanien: Diese Regeln gelten.
Zudem gelten neue Sicherheitsregeln auf Autobahnen und Landstraßen, etwa beim Vorbeifahren an Pannen- und Einsatzfahrzeugen sowie bei der Bildung einer Rettungsgasse.
Wie viel kosten Verstöße in Spanien?
Das kommt auf den Verstoß an. Bei Ordnungswidrigkeiten gibt es drei Verstoßkategorien: leichte, schwere und sehr schwere Verstöße.
Ein leichter Verstoß wird mit einer Buße bis zu 100 Euro bestraft. Für einen schweren Verstoß wird eine Buße von 200 Euro erhoben, während eine sehr schwere Zuwiderhandlung mit 500 Euro sanktioniert wird.
Zur leichten Kategorie gehören die meisten Parkverstöße. Als schwere Verstöße gelten zum Beispiel Geschwindigkeitsübertretungen oder das Überfahren einer roten Ampel. Die Kategorie der sehr schweren Verstöße beinhaltet beispielsweise das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung sowie die Veranstaltung von Rennen im Straßenverkehr.
Eine Erhöhung des Bußgeldes um 30 Prozent kommt bei wiederholten Verstößen oder zusätzlicher Gefährdung der Verkehrssicherheit in Betracht.
Gut zu wissen: Für einen in Spanien begangenen Verkehrsverstoß gibt es keine Punkte in Flensburg.
So viel kosten Verkehrsverstöße in Spanien
| Verstoß | Bußgeld / Strafe |
|---|---|
Parkverstoß | bis 200 Euro |
20 km/h zu schnell | ab 100 Euro |
Über 50 km/h zu schnell | ab 600 Euro |
Rotlichtverstoß | ab 200 Euro |
Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes | ab 200 Euro |
Handyverstoß | ab 200 Euro |
Alkohol am Steuer | ab 500 Euro |
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Wer ist in Spanien für den Verstoß verantwortlich?
In Spanien ist der Fahrer für die Bezahlung von Geldbußen verantwortlich, bei Mietfahrzeugen ist es der im Mietvertrag eingetragene Mieter. Wird der Halter angeschrieben, muss er die Personalien des Fahrers nennen, wenn er nicht selbst gefahren ist.
Bei Feststellung einer Übertretung an Ort und Stelle fordert die Polizei die Geldbuße direkt beim Fahrer ein. Wird diese nicht vor Ort bezahlt, müssen ausländische Fahrer üblicherweise einen Geldbetrag als Sicherheitsleistung (span. "depósito") hinterlegen. Das Fahrzeug kann beschlagnahmt werden, bis die Kaution bezahlt ist.
Wird der Verstoß mittels einer automatischen Verkehrsüberwachung aufgenommen, bekommt der Halter den Bußgeldbescheid per Post nach Hause geschickt.
In welcher Sprache bekomme ich den Bescheid?
Oft werden die Bußgeldbescheide in spanischer Sprache verschickt. In diesem Fall kann das Bußgeld, wenn Sie es nicht bezahlen, in Deutschland nicht vollstreckt werden. Grund: Wer die spanische Sprache nicht versteht, weiß nicht, was ihm vorgeworfen wird und wie er sich gegebenenfalls wehren kann.
Wer versendet den spanischen Bußgeldbescheid?
Bußgeldbescheide werden in der Regel von der zentralen spanischen Bußgeldstelle Dirección General de Tráfico (DGT) verschickt. Auch regionale Stellen wie die katalonische Behörde Servei Català de Trànsit oder einzelne Kommunen versenden Bußgeldbescheide, teilweise unter Zuhilfenahme privater Inkassodienstleister.
Wie kann ich das spanische Bußgeld bezahlen?
Sie können in Spanien üblicherweise per Banküberweisung bezahlen. Leider enthalten die Bescheide meist keine Bankdaten. Diese müssen Sie dann telefonisch bei der zuständigen Behörde erfragen. Die Telefonnummer der zentralen spanischen Bußgeldbehörde Dirección General de Tráfico (DGT) finden Sie auf der Webseite der DGT.
Sie erhalten einen Rabatt von 50 Prozent auf die Bußgeldforderung, wenn Sie sofort oder innerhalb von 20 Tagen nach Zustellung des Bußgeldbescheides bezahlen.
Wie kann ich mich gegen den Vorwurf wehren?
In der ersten Phase des Verfahrens besteht noch keine Möglichkeit, einen Einspruch einzulegen. Bei Nichtzahlung des um 50 Prozent reduzierten Bußgelds innerhalb von 20 Tagen wird das ordentliche Bußgeldverfahren eingeleitet. Hier fordert die Behörde dann den vollen Bußgeldbetrag ein. Erst gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb von 20 Tagen Einspruch einlegen. Wohin der Einspruch geschickt werden muss, ergibt sich aus dem Bußgeldbescheid.
Den Einspruch müssen Sie in spanischer Sprache eingelegen. Möchten Sie den Einspruch selbst und ohne Hilfe eines Anwalts einlegen, können aber kein Spanisch, finden Sie im Internet viele Übersetzungsprogramme.
Was passiert, wenn ich das Bußgeld nicht bezahle?
Zahlen Sie den Betrag nicht innerhalb der in dem Bescheid genannten Fristen, erhöht er sich. Nicht bezahlte Bußgelder können nicht nur in Spanien, sondern auch in Deutschland vollstreckt, d.h. zwangsweise eingetrieben werden – zumindest wenn sie in deutscher Sprache ausgestellt sind.
Wichtig: In Deutschland ist für die Vollstreckung spanischer Bußgelder das Bundesamt für Justiz (BfJ) zuständig. Wenn Sie Post vom BfJ bekommen, sollten Sie umgehend Rechtsrat, zum Beispiel bei den ADAC Juristen, einholen.
Mehr zur Vollstreckung von Bußgeldern aus dem Ausland.
Wie lange ist ein spanisches Bußgeld vollstreckbar?
Die Frist für die Vollstreckung spanischer Bußgelder beträgt vier Jahre. Bei Verkehrsstraftaten sind es mindestens fünf Jahre.