So funktionieren Ampelblitzer

Die Kamera hinter der Ampel dokumentiert den Rotlichtverstoß
Die Kamera hinter der Ampel dokumentiert den Rotlichtverstoß© imago images/brennweiteffm

Bei einem Rotlichtverstoß ist schnell der Führerschein weg. Wie Ampelblitzer aussehen und wie gemessen wird.

  • Überwachung an Ampeln mit Kamera und Induktionsschleifen bzw. Sensoren

  • Lidar: Lasertechnik ermittelt Geschwindigkeiten und Entfernungen durch Lichtimpulse

  • Rotlichtblitzer: Auch Tempoverstöße können erfasst werden

Noch schnell bei Gelb über die Ampel fahren. Oder war's doch schon Rot? Das unangenehme Gefühl kennen viele Autofahrer. Wer sich an Kreuzungen mit Ampeln nicht korrekt verhält, dem drohen hohe Bußgelder, war die Ampel länger als eine Sekunde rot, ein einmonatiges Fahrverbot. Aber wie wird ein Rotlichtverstoß festgestellt? Diese Technik steckt dahinter.

Wie sehen Ampelblitzer aus und wie funktionieren sie?

Beim Überfahren der Induktionschleifen (gelb) löst die Kamera aus © ADAC e.V.

Viele Blitzgeräte an Ampeln funktionieren mit Induktionsschleifen als Sensoren, die in der Fahrbahn verlegt sind. Sichtbar ist für den Autofahrer nur eine Kamera (Starenkasten), einige Meter hinter der Ampel bzw. der Kreuzung auf der rechten Fahrbahnseite. Unter der Straße verlaufen die Induktionsschleifen, die erkennen, wenn ein Fahrzeug drüberfährt. Meistens gibt es zwei davon.

Die Kamera steht hinter der Kreuzung auf der rechten Seite © ADAC e.V.

Die erste Induktionsschleife befindet sich auf Höhe der Haltelinie. Ist die Ampel rot, und ein Fahrzeug passiert den Sensor, wird ein Signal an die Kamera geschickt, die ein erstes Foto macht. Das belegt zunächst nur einen Haltelinienverstoß. Bleibt es dabei, ist ein Verwarnungsgeld von 10 Euro fällig. Fährt das Fahrzeug allerdings in den Kreuzungsbereich ein und über die zweite Induktionsschleife, wird ein weiteres Foto gemacht, das den Rotlichtverstoß dokumentiert.

Ist das Auslösen der Kamera optisch erkennbar?

Je nach System. Die Fotodokumentation erfolgt ähnlich wie bei einem Geschwindigkeitsverstoß. Zur Beleuchtung des Kennzeichens und des Fahrzeuginnenraums ist – auch bei Tageslicht – ein Blitzlicht sichtbar. Üblicherweise wird ein Rotfilter verwendet, um die Blendung zu reduzieren. An modernen Systemen mit Digitalkameras kommen auch sogenannte Schwarzlichtblitzer zur Verwendung, die kein oder ein wenig für das menschliche Auge sichtbares Licht ausstrahlen.

Welche Arten von Blitzgeräten an Ampeln gibt es?

Blitzersäule mit moderner Lidartechnologie © Shutterstock/Pradeep Thomas Thundiyil

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hat aktuell rund 17 Anlagen von sieben Herstellern für die Rotlichtüberwachung zugelassen. Neben (unsichtbaren) Induktionsschleifen und Piezosensoren in Verbindung mit (sichtbaren) Kameras gibt es die neuere Lidartechnologie. Das ist eine Lasertechnik, die Lichtimpulse nutzt. Damit lassen sich unter anderem Geschwindigkeiten und Entfernungen von Objekten ermitteln. Das Gerät, als Säule erkennbar, sendet Lichtimpulse aus. Treffen die auf ein Objekt bzw. ein Fahrzeug, werden die Lichtwellen reflektiert und zum Messgerät zurückgeschickt.

Übrigens: Auch die Polizei kann aus abgestellten Fahrzeugen heraus Rotlichtvergehen per Videoüberwachung dokumentieren.

Wo an der Kreuzung ist der Ampelblitzer installiert?

Der für den Autofahrer erkennbare Teil der Anlage, also Blitzgerät, Kamera oder Säule stehen an der Kreuzung immer hinter der Haltelinie und der Ampel, in der Regel am rechten Fahrbahnrand. Das Fahrzeug muss von vorne fotografiert werden, um Kennzeichen und Fahrzeugführer zu erfassen.

Es gibt auch Anlagen, die zusätzlich von hinten fotografieren, um die Kennzeichen von Motorrädern zu erfassen.

Erfasst ein Rotlichtblitzer auch Tempoverstöße?

Viele Systeme können auch Geschwindigkeitsverstöße erfassen, die dann zusammen mit dem Rotlichtverstoß geahndet werden können. Auch die Missachtung des Handyverbots am Steuer kann mit den Bildern dokumentiert werden.

Kleine Kamera auf der Ampel: Ist das auch ein Blitzer?

Bewegungssensor an einer Ampel © Shutterstock/manfredxy

Nicht alles, was nach Kamera aussieht, muss gleich ein Blitzgerät sein. Bei den kleinen Geräten, die häufig an oder auf Ampeln montiert sind, handelt es sich meistens um Kamerasensoren bzw. Bewegungsmelder, die die Belegung einer Fahrspur erfassen. So kann die Ampelschaltung, je nach Verkehrsaufkommen, gesteuert werden. Entsprechend schaltet die Ampel nur um, wenn Autos auf der betroffenen Straße fahren.

Bußgelder: Das kosten Rotlichtverstöße

Bei Rotlichtverstößen werden Bußgelder zwischen 90 und 360 Euro fällig. Schnell sind Verkehrssünder hier auch mit einem einmonatigen Fahrverbot dabei.

Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?

Wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der Messung bzw. am Ergebnis haben, muss zunächst geklärt werden, um welches System es sich handelt. Entsprechende Akteneinsicht, um das zu erfahren, bekommt jedoch nur ein Anwalt. Er kann überprüfen, ob es sinnvoll ist, einen Sachverständigen einzuschalten, der die Messung überprüfen kann.

Petra Zollner
Petra Zollner
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