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VW-Vergleich: Angebote für Käufer

Das Logo von Volkswagen vor blauem Himmel am werk in Wolfsburg
Musterfeststellungsklage: VW einigt sich mit Verbraucherschützern und macht jetzt Käufern Vergleichsangebote ∙ © mauritius images/Alamy

Nach den erfolgreichen Verhandlungen im Musterfeststellungsverfahren des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit Volkswagen sind die Verbraucher am Zug: Rund 260.000 Käufer betroffener Dieselfahrzeuge erhalten schriftlich ein Angebot für eine Entschädigung.

  • Anmeldung für Berechtigte online oder telefonisch

  • Teilnahme am Vergleichsverfahren nur bis 20.4. möglich

  • Vergleichs-Angebote auch für Kunden von myright

Wer die Möglichkeit erhält, Geld ausbezahlt zu bekommen und wer leer ausgeht, darüber informiert Volkswagen alle im Register der Musterfeststellungsklage angemeldeten Verbraucher per Post. Nach VW-Angaben bleiben z.B. nach Abzug doppelter Angaben rund 330.000 Verbraucher übrig, die einen Wohnsitz in Deutschland angegeben haben. Diese bekommen alle einen Brief mit den vollständigen Zugangsdaten (Benutzername und PIN) zur Internet-Plattform Mein VW-Vergleich *

Fragen und Antworten zum VW-Vergleichsangebot

Wie funktioniert das Verfahren eigentlich, was muss ich tun? Kommt mein Fahrzeug für den Vergleich in Frage? Wie schnell komme ich an mein Geld?

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Musterfeststellungsklage

Rund 260.000 Dieselfahrer erfüllen Kriterien für Vergleich

In dem Schreiben von VW werden die Kriterien mitgeteilt, die erfüllt sein müssen, um vergleichsberechtigt zu sein. VW geht davon aus, dass dies rund 262.500 von 330.000 tatsächlich im Klageregister angemeldeten Dieselfahrern tun.

Nach Angaben von VW haben sich bislang nahezu 200.000 Kunden erfolgreich auf der Vergleichsplattform registriert. Die Zahl der Online-Kontaktversuche war anfangs so hoch, dass es auf der Plattform zu erheblichen technischen Schwierigkeiten kam.

Darüber hinaus erhalten weitere Personen ein Informationsschreiben. Hier geht VW davon aus, dass sie entweder das Kriterium "Kauf vor dem 1. Januar 2016" oder "Wohnsitz im Zeitpunkt des Erwerbs in Deutschland" nicht erfüllen und deshalb nicht vergleichsberechtigt sind.

Sollten Betroffene entgegen der Annahme von VW die Vergleichskriterien doch erfüllen, haben sie die Möglichkeit, sich telefonisch mit dem Callcenter von VW unter der kostenlosen Rufnummer 05361-3790506 in Verbindung zu setzen.

Post von VW bekommen ausschließlich Verbraucher, die vor dem 1.1.2016 einen Audi, SEAT, Škoda oder Volkswagen mit einem EA189 Dieselmotor erworben haben und beim Fahrzeugerwerb ihren Wohnsitz in Deutschland hatten. Und sie müssen sich ins Register der Musterfeststellungsklage eingetragen und nicht wieder ausgetragen haben.

Sofern für dasselbe Fahrzeug mehrere Anmeldungen zum Klageregister vorliegen, bietet Volkswagen nur dem letztmaligen Erwerber (vor dem 1.1.2016) einen Vergleich an. Wer bereits auf anderem Wege (z.B. Urteil oder Vergleich) Zahlungen erhalten hat, kann an dem Verfahren nicht teilnehmen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © ADAC/Shutterstock

Vergleichsangebote auch für myright-Kunden

Wer sich sowohl zur Musterfeststellungsklage angemeldet hat, gleichzeitig aber auch Kunde beim myright ist und diesen Ansprüche abgetreten hat, ist nach der Rahmenvereinbarung zwischen vzbv und VW nicht für ein außergerichtliches Vergleichsangebot qualifiziert. Unter bestimmten Voraussetzungen können Betroffene dennoch vom außergerichtlichen Vergleichsangebot profitieren.

VW teilt dazu mit: „Wir wollen, dass alle vergleichsberechtigten Kunden den Vergleich annehmen. Wenn der Kläger sich die Forderung also zurück abtreten lässt und dies entsprechend nachweist, kann er sich dem VW-Vergleich anschließen. Wenn er dann auch alle anderen Voraussetzungen erfüllt, ist er vergleichsberechtigt.“

Bevor also eine Klärung mit myright hinsichtlich einer möglichen Rückabtretung Ihrer Ansprüche erfolgt, sollten Sie dringend prüfen (lassen), dass die allgemeinen Voraussetzungen für den Vergleich erfüllt sind. Dann müssen Sie mit myright klären, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Rückabtretung erfolgen kann. Dabei geht es nicht nur um die schriftliche Erklärung zu den abgetretenen Rechten, sondern auch um die Frage von Kosten, die möglicherweise entstehen oder – etwa durch Klageerhebung – bereits entstanden sind.

Beachten sollten betroffenen Verbraucher Sie außerdem, dass der Nachweis der Rückabtretung nicht über das Online-Portal von VW erfolgen kann. Der Abschluss des Vergleiches kommt in diesem Fall nur über das Service-Center unter Telefon 05361.3790506 in Betracht. VW wird Ihnen in diesem Fall den Vergleichstext per Post zuschicken und Sie müssen – wenn Sie den Vergleich abschließen wollen – den Text unterschrieben zusammen mit den geforderten Nachweisen an die angegebene Adresse zurückschicken.

Angebot für Einmalzahlung gilt bis 20. April

Das Vergleichsangebot von VW sieht abhängig von Modell und Modelljahr des Fahrzeugs eine einmalige Geldzahlung zwischen 1350 (minimal) und 6257 Euro (maximal) vor. Die Vergleichssumme ist nicht verhandelbar. Wichtig: Das Angebot für die Einmalzahlung besteht nur bis 20. April 2020.

Volkswagen übernimmt zusätzlich die Kosten für eine individuelle Anwaltsberatung bis zu 190 Euro (netto). Diese Kostenübernahme erfolgt allerdings nur dann, wenn das Vergleichsangebot angenommen und nicht widerrufen wird.

Diese Entschädigung können VW-Dieselfahrer bekommen

Was bereits seit Wochen feststeht: Die Gesamtsumme der Entschädigungszahlungen durch VW beträgt rund 830 Millionen Euro. Zuvor hatten unabhängige Wirtschaftsprüfer die Höhe der Angebote für plausibel befunden. Sie werden außerdem stichprobenartig die Abwicklung des Vergleichs prüfen.

Fahrzeuge, für die es eine Entschädigung gibt, müssen vor 2016 erworben worden sein. Volkswagen begründet das damit, dass jeder Käufer, der sich nach 31.12.2015 für ein entsprechendes Modell entschieden habe, um die Manipulation wissen konnte – und sie deshalb bewusst in Kauf genommen habe.

ADAC: Vermittlung des OLG führt zu einer guten Lösung

ADAC Präsident August Markl: "Die Einigung im Konflikt um Entschädigungszahlungen für Dieselbesitzer ist für einen großen Teil der betroffenen Verbraucher ein gutes Ergebnis. Die Entschädigungssummen in Höhe von bis zu 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises sind auch nach Prüfung unabhängiger Wirtschaftsprüfer akzeptabel. Für viele Verbraucher gibt es jetzt eine Entschädigung, die ihnen einen langen Gang durch die gerichtlichen Instanzen erspart. Das Instrument der Musterfeststellungsklage hat sich damit im Sinne der Verbraucher grundsätzlich bewährt."

Dass es für Dieselbesitzer, die ihr Auto nach dem 31. Dezember 2015 erworben haben oder zum Zeitpunkt des Kaufs ihren Wohnsitz nicht in Deutschland hatten, kein Vergleichsangebot gibt, sei für die Betroffenen allerdings bedauerlich. "Wichtig ist es, dass nun durch Transparenz und Unabhängigkeit in der Abwicklung Vertrauen zurückgewonnen wird. Insofern begrüße ich es, dass unabhängige Wirtschaftsprüfer die Zahlungen überprüfen und eine Ombudsstelle eingerichtet wird“ , sagt Markl.

Die Verbraucher haben jetzt die Wahl: Sie können den Vergleich annehmen und erhalten so schnell und sicher Geld. Sie können das Vergleichsangebot auch ablehnen. Da der vzbv die Musterfeststellungsklage voraussichtlich Ende April zurücknehmen wird, können Betroffene dann wiederum bis mindestens Oktober eigene Klagen erheben. Sie sind nicht länger an die Musterfeststellungsklage gebunden.

Endlich Entschädigung für Dieselfahrer

Mit dem erzielten Vergleich steht das Musterfeststellungsverfahren, das der vzbv in Kooperation mit dem ADAC gegen VW angestrengt hatte, vor dem Abschluss. In der Musterfeststellungsklage ging es um die Ansprüche von Dieselfahrern, die eine Entschädigung von VW für den Wertverlust verlangten, den sie durch das Bekanntwerden der manipulierten Motoren und zu hoher Abgaswerte ihrer Fahrzeuge erlitten hatten.

Schon während der mündlichen Verhandlung hatte der Richter den beiden Parteien empfohlen, sich auf einen Vergleich zu einigen. Diese Verhandlungen waren Mitte Januar 2020 kurz vor ihrem Abschluss zunächst gescheitert, beide Seiten hatten sich dafür gegenseitig die Schuld gegeben.

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