Speicher für Balkonkraftwerk: Was er 2026 kostet und wann er sich lohnt

• Lesezeit: 7 Min.

Von Lorenzo Walcher, André Gieße

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Eine Anker Solix Solarbank ist auf einem Balkon eines Hauses installiert
Die kleinen Solarstromspeicher kann man draußen auf dem Balkon platzieren, wenn sie ausreichend wetterfest sind© Anker SOLIX

Mit einem Speicher kann man meistens ein Drittel mehr von dem Solarstrom nutzen, den ein Balkonkraftwerk erzeugt. Billig ist so ein Akku jedoch nicht. Rechnet sich die Anschaffung?

  • Ein Balkonkraftwerk mit Speicher kostet derzeit 600 bis 1200 Euro

  • Beispielrechnungen zeigen, was ein Balkon-Speicher wirklich bringt

  • Manche Kommunen fördern die Anschaffung von Batteriespeichern

Mit einem Balkonkraftwerk kann jeder selbst Solarstrom produzieren und einen Teil des teuren Haushaltsstroms vom Energieversorger sparen. Am meisten produziert so eine Mini-Photovoltaik-Anlage zu Tageszeiten, wenn viele Menschen nicht zu Hause sind oder nur wenig verbrauchen. Ein Akku kann überschüssigen Solarstrom für Stunden speichern, wenn er wirklich benötigt wird.

So funktioniert ein Balkonkraftwerk mit Speicher

Ein Balkonkraftwerk erzeugt mit ein bis vier Photovoltaik-Modulen aus Sonnenlicht Gleichstrom, den ein Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom verwandelt und über eine Steckdose in Ihr Wohnungsnetz einspeist. Mit einem Speicher fließt der tagsüber ungenutzte Solarstrom in die Batterie und steht bei Bedarf später zur Verfügung. Laden und Entladen lassen sich per App und Energymeter am Stromzähler steuern. So können Sie ein Drittel mehr Ihres PV-Stroms nutzen.

Ein kleiner Stromspeicher für ein Balkonkraftwerk funktioniert damit genauso wie die größeren Varianten für ausgewachsene PV-Anlagen auf dem Dach. Nur die Batterie-Kapazität ist geringer.

Speicher für Balkonkraftwerk nachrüsten

Nahaufnahme der Hände eines Technikers, der MC4-Steckverbinder über dem Solarmodul verbindet.
Sowohl das Balkonkraftwerk als auch den Speicher können Sie selbst installieren© Shutterstock/PanSvitlyna

Mit einer Balkon-Solaranlage darf man aktuell maximal 800 Watt in sein Hausnetz einspeisen. Höchstens 2000 Watt installierte Photovoltaik-Leistung sind insgesamt erlaubt. Das genügt oft, um die Grundlast im Haushalt durch Kühlschrank, Router, Licht und Standy-by-Geräte zu decken. Diese ständig benötigte Strommenge beträgt in einer Wohnung durchschnittlich 100 bis 300 Watt. Ein Steckersolargerät kann man als Komplettset mit Speicher kaufen oder es damit nachrüsten.

Der ganze Solarstrom lässt sich oft nicht verbrauchen, wenn die Sonne scheint. Überschüsse aus der Mini-PV-Anlage fließen in den Speicher statt ungenutzt ins öffentliche Netz. Sie können ihn mit den Panels, dem Wechselrichter (falls nicht integriert) und einer Steckdose selbst verbinden. Die etwa bierkastengroße Batterie-Box kann ganzjährig draußen stehen – sofern sie vor extremer Hitze und Kälte geschützt ist. Sie darf auch nicht direkt Regen, Hagel oder Schnee ausgesetzt sein.

Speicher auf Balkon anschließen und steuern

Für Balkone ohne Außensteckdose gibt es extra dünne Verlängerungskabel, die unter einem Fenster oder der Balkontür hindurchpassen. Entscheidend für deren Lebensdauer ist, dass man einen Weg wählt, bei dem die Kabel nicht durch häufiges Öffnen und Schließen abgenutzt werden. Teurere Alternative: Elektriker kommen, Loch in die Wand bohren und Steckdose legen lassen.

Sind die PV-Module und der Speicher auf dem Balkon aufgebaut, folgt die Einrichtung mittels Smartphone. Fast alle Hersteller bieten Apps an, mit denen man auch die Leistung steuern und überwachen kann. So lässt sich etwa der typische Strombedarf hinterlegen und einstellen, dass der Speicher immer gleich viel Energie in das Hausnetz abgibt, zum Beispiel konstant 300 Watt.

In den meisten Apps lassen sich differenziertere Verbrauchsprofile anlegen. Der Stromspeicher kann zum Beispiel abends, wenn alle zu Hause sind, mehr Solarenergie liefern als am Nachmittag. Den jeweiligen Bedarf erkennt das Mini-PV-Set ohne dazu passende Smart-Home-Technik jedoch nicht. Deshalb beziehen Elektrogeräte, die viel verbrauchen, weiterhin teuren Strom aus dem Netz.

Balkonkraftwerk und Speicher: Was ist erlaubt?

Technisch‑rechtlich ist die Einspeiseleistung des Wechselrichters bei einem Balkonkraftwerk auf 800 Watt begrenzt. Bei Komplettsets aus Balkon-Solaranlage mit Speicher ist häufig schon der Wechselrichter in der Batteriebox integriert. Gemäß der Norm DIN VDE V 0126‑95 dürfen Sie eine Mini-PV-Anlage mit Schutzkontaktstecker (Schuko) an eine Haushaltssteckdose anschließen (bis 960 W Modulleistung). Für Steckersolargeräte mit Speicher fehlt noch eine Sicherheitsnorm.

Wie viel kWh Speicherkapazität für Balkonkraftwerk?

Für Balkonkraftwerke gibt es unterschiedlich große Batteriespeicher, die zwischen rund 1 und 4 Kilowattstunden (kWh) fassen. Die Speicherkapazität sollte zum Stromverbrauch im Haushalt und der Stromproduktion der Mini-PV-Anlage passen. Sonst zahlt man mehr als nötig ist und die Lebensdauer der Akkus kann darunter leiden, wenn sie selten vollgeladen und entladen werden.

Ein Blick auf die Jahresabrechnung geteilt durch 365 und man kennt seinen Tagesdurchschnitt. Mit den wichtigsten Angaben zur Anbringung der PV-Module und einigen technischen Parametern lässt sich außerdem im Stecker-Solar-Simulator der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin einfach herausfinden, mit wie viel Strom vom Balkon im Optimalfall zu rechnen ist.

Pro 1 Kilowattpeak (kWp) Photovoltaik-Leistung empfiehlt die HTW Berlin maximal 1,5 kWh an Speicherkapazität als Faustformel. Das bedeutet: Wer zwei PV-Module nutzt, die zusammen fast 1 kWp erzeugen können, ist mit einem Speicher, der bis zu 2 kWh fassen kann, gut ausgestattet. Im Zweifel lieber etwas kleiner kaufen. Bei vielen Speichern kann man die Kapazität noch erweitern.

Durchschnittlicher Ertrag einer Solaranlage

Pro 1 kWp installierter Photovoltaik-Leistung kann man im Schnitt mit einem Ertrag von grob 1000 kWh Solarstrom im Jahr rechnen. Das entspricht durchschnittlich 2,7 kWh je kWp installierter Leistung am Tag. Die Ausbeute variiert je nach Standort.

Was Speicher für Balkonkraftwerke kosten

Balkonkraftwerk (2 PV-Module) und Speicher (1,5 bis 2,0 kWh) kosten zusammen im Set zwischen 600 und 1200 Euro – je nach Anbieter, Leistung der Komponenten und Zubehör.

Wer den Stromspeicher einzeln kauft beziehungsweise nachrüstet, zahlt je nach Kapazität (1,5 bis 2 kWh) und Ausstattung (mit oder ohne App-Steuerung) zwischen 350 und 800 Euro.

  • Günstigste Modelle (oft ohne integrierten Wechselrichter, ohne App-Steuerung: ab ca. 350 Euro

  • Mittelklasse-Modelle (integrierter Wechselrichter, Plug-and-Play, mit App-Steuerung): ca. 450–500 Euro

  • Premium-Modelle (mit Hybrid-Wechselrichter, mit App-Steuerung, Notstromfunktion): ab ca. 800 Euro

Weitere Ausgaben für Smart-Home-Technik zur intelligenten Speichersteuerung oder womöglich für einen Elektriker können die Selbstversorgung mit Solarstrom vom Balkon unrentabel machen.

Smarte Steckdosen und Strom Tracker kosten extra

Es gibt technisches Zubehör, um ein Balkonkraftwerk mit Speicher intelligenter zu steuern: Zum Beispiel smarte Steckdosen, die man zwischen die Haushaltssteckdosen und energieintensive Geräte im Haushalt schaltet. Über WLAN-Verbindung übermitteln sie deren Echtzeitverbrauch. Der Balkon-Speicher kann somit in Sekunden erkennen, wenn mehr Strom als sonst üblich im Haushalt benötigt wird, weil zum Beispiel die Waschmaschine läuft, und zusätzlich Solarenergie freigeben.

Eine noch genauere Energieverteilung ermöglichen digitale Stromzähler, die an der Hauselektrik angeschlossen beziehungsweise im Sicherungskasten installiert werden. So ein Strom-Tracker misst den Gesamtverbrauch des Haushalts und sendet ihn an den Speicher. Ähnlich wie ein kleiner Smart Meter, nur in Echtzeit. Die Erweiterung kostet aber extra und lohnt sich nicht für jeden.

Speicher mit oder ohne Wechselrichter

Einige Speicher haben den Wechselrichter, der den Gleichstrom vom Balkon in Wechselstrom für den Haushalt umwandelt, integriert. Sie sind deshalb oft teurer. Bei anderen Batterieboxen muss man den Inverter extra kaufen und montieren. Wichtig beim Nachrüsten eines schon installierten Balkonkraftwerks: Prüfen Sie, ob der vorhandene Wechselrichter mit dem Speicher kompatibel ist.

Wann sich ein Speicher fürs Balkonkraftwerke lohnt

Balkonkraftwerk an einem Balkon unterm Dach
Ein Set aus Balkonkraftwerk mit Speicher kostet aktuell rund 800 bis 1600 Euro© imago images/xGrafikdienstx

Ob sich die Investition in einen Speicher rechnet, hängt vom Strombedarf des Haushalts und der Leistung des Balkonkraftwerks beziehungsweise auch von dessen Standort ab. Sinnvoll ist eine Batteriebox nur, wenn regelmäßig Solarenergie ungenutzt bleibt, weil man nicht alles direkt verbrauchen kann oder tagsüber selten zu Hause ist. Wegen der höheren Anschaffungskosten rentiert sich ein Mini-PV-Anlage mit Speicher mitunter später als ohne. Einmal amortisiert, spart sich das Komplettset dauerhaft mehr Strom.

Stecker-Solar-Simulator hilft bei Kalkulation

Der Online-Rechner der HTW Berlin hilft, die solare Eigenversorgung Ihres Haushalts durch Steckersolargeräte abzuschätzen. Für zwei verschiedene Systemgrößen können Sie den Selbstversorgungsanteil, den solaren Nutzungsgrad und die jährlich vermiedenen CO₂-Emissionen vergleichen.

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Beispielrechnung für Batteriespeicher

Zwei Beispiele zeigen, wie sich bei einem Balkonkraftwerk mit und ohne Speicher die Nutzung des Solarstroms, der Bezug des Netzstroms und die Amortisation ändern können. Sie basieren auf Durchschnittswerten für unterschiedliche Haushalte. Gerechnet wurde mit einer Südausrichtung ohne Verschattung und einem 60-Grad-Neigungswinkel sowie durchschnittlichen Marktpreisen.

Einpersonenhaushalt in Wohnung (Jahresverbrauch: 1200 kWh)

KriteriumBalkonkraftwerk ohne Speicher (880 W, 350 €)Balkonkraftwerk mit Speicher (880 W, 2000 Wh, 950 €)

Stromerzeugung pro Jahr

808 kWh

808 kWh

Vermiedener Strombezug pro Jahr

263 kWh

587 kWh

Nutzungsgrad

33 %

73 %

Selbstversorgung

22 %

49 %

Jährliche Ersparnis

92 €

206 €

Ersparnis während der Betriebszeit

1382 €

3084 €

Stromgestehungskosten pro kWh

8,9 ct

10,8 ct

Amortisationszeit

4 Jahre

5 Jahre

Haushaltsstrombezug: 35 Cent/kWh sowie 1% Preissteigerung pro Jahr; Berechnungszeitraum: 15 Jahre; Quelle: "Stecker-Solar-Simulator" der HTW Berlin

Ergebnis: In diesem Beispiel amortisieren sich die Mehrkosten des Balkonkraftwerks mit Speicher in rund fünf Jahren. Nach vier Jahren rentiert sich die Variante ohne Speicher. Auch in den Jahren danach lässt sich durch die Erweiterung um den Speicher (Lebensdauer: 10 bis 15 Jahre) mehr als das Doppelte des Stroms nutzen, den das Balkonkraftwerk (Lebensdauer: 20 bis 30 Jahre) erzeugt.

Dreipersonenhaushalt in Wohnung (Jahresverbrauch: 2400 kWh)

KriteriumBalkonkraftwerk ohne Speicher (880 W, 350 €)Balkonkraftwerk mit Speicher (880 W, 2000 Wh, 950 €)

Stromerzeugung pro Jahr

808 kWh

808 kWh

Vermiedener Strombezug pro Jahr

413 kWh

709 kWh

Nutzungsgrad

51 %

88 %

Selbstversorgung

17 %

30 %

Jährliche Ersparnis

145 €

248 €

Ersparnis während der Betriebszeit

2169 €

3723 €

Stromgestehungskosten pro kWh

5,6 ct

8,9 ct

Amortisationszeit

3 Jahre

4 Jahre

Haushaltsstrombezug: 35 Cent/kWh sowie 1% Preissteigerung pro Jahr; Berechnungszeitraum: 15 Jahre; Quelle: "Stecker-Solar-Simulator" der HTW Berlin

Ergebnis: In diesem Beispiel hat sich die Investition in das Balkonkraftwerk ohne Speicher nach drei Jahren gerechnet. Die Kosten für Set mit Speicher amortisieren sich nach vier Jahren. Auch in den Jahren danach lässt sich durch die Erweiterung um den Speicher (Lebensdauer: 10 bis 15 Jahre) über ein Drittel mehr von dem Strom des Balkonkraftwerks (Lebensdauer: 20 bis 30 Jahre) nutzen.

Anmeldung und Förderung der Balkon-Speicher

Balkonkraftwerk und Batteriespeicher müssen Sie separat im Marktstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur anmelden. Spätestens einen Monat nach der Installation muss das gesamte System registriert sein. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft kann je nach Ausführung kann weiterhin eine Mitteilung an den Netzbetreiber erforderlich sein.

Die Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie viele Städte und Gemeinden fördern Haushalte, die Balkonkraftwerke mit Speicher anschaffen und installieren lassen wollen. Teils muss man die Zuschüsse vor dem Kauf beantragen, teils danach. Sie betragen je nach Wohnort und Wattzahl zwischen 50 und 500 Euro.