Triumph Speed Triple 1200 RS: Starkes Universaltalent

Ein dynamisches Bild von einer fahrenden Triumph Speed Triple 1200 RS
Sportlich und komfortabel: Die Sitzhaltung auf der neuen Speed Triple RS ∙ © Triumph

Triumph hat sein "Naked Sportsbike" neu erschaffen. Auf den Testtouren hinterließ die Speed Triple 1200 RS dank stimmiger Leistung und hochwertiger Ausstattung einen bleibenden Eindruck. Fahrbericht, Bilder, Daten, Preis.

  • Fahrassistenzsysteme auf sehr hohem Niveau

  • Stärkerer 180-PS-Motor bei deutlich weniger Gewicht

  • Gute Preis-Leistung

Nachdem die britische Marke Triumph in der Liga der potenten Streetfighter PS-mäßig nicht mehr so richtig mit der Konkurrenz mithalten konnte, wurde die Speed Triple im Frühjahr 2021 vollkommen überarbeitet. Und statt üblicher leichter Retuschen und technischen Modernisierungen, wurde ein komplett neues Bike auf die Straße gebracht, inklusive Motor.

180-PS-Motor und 5 Fahrmodi

Das Motorrad Triumph Speed Triple 1200 RS stehend von der Seite
Abgespeckt: Die Speed Triple 1200 hat satte zehn Kilo verloren ∙ © Triumph

Da das Potenzial des alten Dreizylinders mit 1000 Kubik ausgeschöpft war, konstruierte man einen neuen Dreier mit 1160 Kubik Hubraum. Der ist mit 132 kW/180 PS nicht nur kräftemäßig auf Augenhöhe, er wiegt auch satte sieben Kilogramm weniger als der Vorgänger. Das Gesamt-Ziel war, das Gewicht der Neuen unter die 200-Kilo-Grenze zu drücken. Insgesamt kamen zehn Kilogramm zusammen, wozu Rahmen, Felgen und die Lithium-Ionen-Batterien ebenfalls ihren Teil beitragen, und kommt nun auf ein Kampfgewicht von 198 Kilo.

Modernisiert wurde auch die Elektronik samt Display, das nun farbig und kontraststark über jede Menge Daten Auskunft gibt. Bedient wird es per Joystick-Hebelchen unter dem Blinker, was während der Fahrt gut funktioniert. Man kann aus vier voreingestellten Fahrmodi (Rain, Road, Sport, Track) wählen, zudem lässt sich ein total individualisiertes Programm namens Rider konfigurieren.

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Die Sitzposition auf dem Streetfighter ist relativ aufrecht, der Kniewinkel noch gut akzeptabel. Der Drilling erwacht sonorig zum Leben, sofern man die schlüssellose Zündung richtig bedient hat. Nach dem ersten Druck auf den Schalter muss man nämlich – Triumph-typisch – die Kupplung ziehen und nochmal drücken. Das lässt sich aber mit einer Schnellstartfunktion umgehen. Den Funkschlüssel kann man übrigens vor Signalklau schützen, indem man ihn einfach abschaltet – gute Idee.

Nach dem Start merkt man schnell: Der erste Gang ist lang übersetzt. Der serienmäßige Schaltautomat arbeitet zuverlässig und ohne hakeln, so dass die nächsten Gänge nur so reinflutschen. Der Drehzahlspaß endet bei 11.500 Touren, der Motor stellt die Kraft indes schon recht früh bereit. Bis gut 10.000 Touren zieht er kräftig durch und schafft den Sprint auf 100 km/h in 3,2 Sekunden. Der Antrieb lässt sich gut dosieren und nervt nicht mit Lastwechsel-Ruckeln.

Den Vorwärtsdrang bändigen Bremsen aus dem obersten Regal von Brembo: Die Stylema-Zangen haben die immense Power jederzeit im Griff und sind gut dosierbar, wobei sie bisweilen mit Quietschgeräuschen auffielen.

Das Fahrwerk überzeugt ebenso. Das Vorderrad wird von einer Nix30 Upside-Down-Gabel von Öhlins geführt, das Hinterrad von einem Öhlins TTX36 Doppelrohr-Monoshock gefedert und gedämpft. Beide Bauteile sind voll einstellbar. Dazu passt die Serienbereifung mit den supersportlichen Metzeler Racetec K3.

Gut im Handling, hoher Verbrauch

Das Motorrad Triumph Speed Triple 1200 RS stehend von der schräg hinten.
Die Maschine braucht ordentlich Sprit ∙ © Triumph

Auf kurvigen Landstraßen fühlt man sich auf der Speed Triple pudelwohl: Alles passt, die Sitzposition lässt auch längere Etappen zu, das Handling der Triumph ist klasse. Kurven durchzieht sie stoisch ruhig, liefert immer das nötige Feedback und zeigt, dass die Summe der hochwertigen Einzelteile durchaus ein fulminantes Ganzes ergibt. Auf Autobahnetappen muss man sich freilich zusammenfalten, um – mangels Verkleidung – dem Wind nicht zu heftig ausgesetzt zu sein. Tanken muss man ein wenig mehr als andere, denn mit 6,4 Liter im Schnitt der Testtouren ist der charakterstarke Drilling kein Kostverächter. Immerhin begnügt er sich mit Super E10.

Fazit: Der Streetfighter ist gelungen

Triumph ist mit der neu erschaffenen Speed Triple ein großer Wurf gelungen, und man begegnet der erstarkten Konkurrenz nun wieder auf Augenhöhe. Und das bei niedrigeren Kosten. Und der Preis von 17.900 Euro erscheint angesichts des Gebotenen nicht übertrieben.

Technische Daten Triumph Speed Triple 1200 RS

Herstellerangaben


Motor

Flüssigkeitsgekühlter Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1160 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, 132 kW/180 PS bei 10.750 U/min., 125 Nm bei 9000 U/min.; Einspritzung, 6 Gänge, Kette

Fahrleistungen

0–100 km/h 3,2 s, Höchstgeschwindigkeit über 248 km/h, Verbrauch 6,4 l/100 km

Fahrwerk

Aluminium-Brückenrahmen, USD-Telegabel ø 43 mm vorne, voll einstellbar; Aluminium-Einarmschwinge, Zentralfederbein mit Hebelsystem, voll einstellbar, Doppelscheibenbremse vorn 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Einscheibenbremse 220 mm hinten, Doppelkolben-Schwimmsattel, Traktionskontrolle, Kurven-ABS

Maße und Gewichte

Radstand 1,445 m, Sitzhöhe 83 cm, Gewicht fahrfertig 198 kg, Zuladung 193 kg; Tankinhalt 15,5 Liter

Preis

17.900 Euro

Text: Heinz May/SP-X

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