Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

E-Lastenrad kaufen: Die wichtigsten Infos und Tipps

Handwerker fährt mit einem E-Lastenrad durch die Stadt
Immer mehr Handwerker und Lieferdienste setzen auf E-Cargobikes ∙ © Urban Arrow

Ob als Kinderkutsche, Packesel oder rollende Werkzeugkiste: Lastenräder mit Elektroantrieb ersetzen von Berlin bis München zunehmend Kleintransporter und Pkw. Sie planen, sich eines zuzulegen? Das sollten Sie beachten.

Welche Vorteile haben E-Lastenräder?

  • Kostenersparnis: Ein E-Lastenrad, auch E-Cargobike bzw. Cargo-E-Bike genannt, oder ein Lasten-Pedelec ist sowohl in der Anschaffung als auch bei den Betriebs- und Wartungskosten deutlich preiswerter als ein Pkw oder Kleintransporter. So sparen Sie nicht nur Ausgaben für Sprit, sondern auch für TÜV, Steuern, Versicherung sowie teure Verschleißteile.

  • Umweltfreundlich: Ein E-Lastenrad fährt leise und verursacht lokal keine Emissionen.

  • Staufreiheit: Mit E-Lastenrädern lassen sich verstopfte Straßen meiden, da sie als Fahrrad zählen und damit auf Radwegen fahren dürfen. Aber: Mehrspurige E-Lastenräder müssen nicht auf Radwegen fahren, wenn dies aufgrund der geringen Breite nicht zumutbar ist.

  • Keine Führerscheinpflicht: Wer Fahrrad fährt, kann auch mit einem E-Cargobike umgehen. Vorheriges Probefahren auf sicherem Terrain ist jedoch ratsam. Für diese Bikes gelten dieselben Verkehrsregeln wie für herkömmliche Fahrräder, solange der Motor keine Geschwindigkeiten von über 25 km/h unterstützt. Nähere Infos dazu sowie weitere Fakten und Daten zu Pedelecs und E-Bikes finden Sie hier.

  • Keine Parkplatzsuche: Mit dem E-Cargobike darf sowohl auf der Fahrbahn als auch auf dem Bürgersteig geparkt werden, vorausgesetzt, es behindert niemanden. Zudem dürfen Lastenräder Ladezonen zum Be- und Entladen nutzen.

  • Freie Fahrt in der City: Dank des Elektroantriebs brauchen Besitzer von E-Lastenrädern keine Beschränkungen hinsichtlich der Zufahrt in Innenstädte fürchten.

  • Last Mile Logistik: Auf der so genannten letzten Meile bis zum Kunden kann das E-Cargobike im städtischen Wirtschaftsverkehr einen sinnvollen Beitrag, u. a. zur Lösung der Umweltprobleme, leisten.

Gibt es Fördermittel für den Kauf von E-Cargobikes?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle* fördert im Rahmen der Kleinserien-Richtlinie den Kauf und Einsatz von gewerblich genutzten E-Schwerlastenfahrrädern. Dabei handelt es sich um E-Cargobikes bzw. Gespanne aus Lastenfahrrad und Lastenanhänger, bei denen mindestens ein Bestandteil (Fahrrad oder Anhänger) über eine elektrische Antriebsunterstützung verfügt. Zudem muss das E-Schwerlastenfahrrad (bzw. Gespann) auf eine Nutzlast von mindestens 150 Kilo und ein Mindest-Transportvolumen von 1000 Liter für den gewerblichen Lastentransport ausgelegt sein. Dies bedeutet:

Nutzlast = zul. Gesamtgewicht - Leergewicht des Fahrzeugs = (Zu)Ladung + Fahrer

Die Förderhöhe liegt bei 30 Prozent der Anschaffungskosten, maximal jedoch 2500 Euro pro E-Schwerlastenfahrrad (bzw. Gespann). Antragsberechtigt sind freiberuflich Tätige, private Unternehmen, Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, Hochschulen (ausgenommen Volkshochschulen), Krankenhäuser sowie deren Träger, Forschungseinrichtungen und Kommunen. Nicht gefördert werden Privatpersonen und Vereine. Hier erhalten Sie mehr Infos zur Förderung für Schwerlastenfahrräder* mit Elektroantrieb.

Darüber hinaus fördern auch diverse Bundesländer und Städte den Kauf von E-Cargobikes, wobei Programme, Mittel und Antragsberechtigte (darunter auch Privatpersonen) von Jahr zu Jahr variieren können.

So fördert beispielsweise Hamburg mit dem Programm Moinzukunft* Privatpersonen mit maximal 2000 Euro beim Kauf von E-Lastenrädern sowie 500 Euro bei normalen Lastenrädern. Voraussetzung ist, dass der Erstwohnsitz in Hamburg liegt und der Zuwendungsantrag vor der Beschaffung gestellt und genehmigt ist. Privathaushalte in Berlin können über die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz* Fördermittel für ein geplantes E-Lastenrad beantragen. Auch Stuttgart trägt mit dem Förderprogramm E-Lastenräder für Stuttgarter Familien* dazu bei, dass weniger Autos auf den Straßen der Landeshauptstadt fahren. Die Förderung beträgt bis zu 1500 Euro bei Kauf oder Leasing eines E-Lastenrads – 1000 Euro sofort, 500 Euro nach drei Jahren, sofern in diesem Zeitraum kein Auto angemeldet, bzw. ein Auto ersatzlos abgemeldet wurde. Ab 2021 reduziert sich die Sofortförderung auf 800 Euro. Und auch München unterstützt Elektromobilität* von Privatpersonen mit der Förderung von E-Cargobikes.

Neben den größeren belohnen auch zahlreiche kleinere Städte den Umstieg vom Auto auf das privat genutzte E-Lastenrad. Es kann daher sehr lohnenswert sein, sich vor dem Kauf eines solchen Bikes beim örtlichen Bürgeramt und bei Fachhändlern nach Förderprogrammen zu erkundigen.

Diese Punkte sollten Sie für sich klären

  • Nutzungsabsicht: Welchen Zweck soll das E-Lastenrad erfüllen? Möchten Sie damit in erster Linie Kinder, Hund und Einkäufe transportieren oder (sperrige) Güter? Die Antwort entscheidet mit darüber, ob Sie sich ein zwei- oder ein dreirädriges Bike zulegen, und welcher Aufbau sich für Ihre Bedürfnisse am besten eignet. Zweirädrige Lasten-E-Bikes fahren sich in aller Regel leicht, wendig und dynamisch. Dreirädrige Modelle punkten durch mehr Platzangebot und Stabilität, da sie von selbst stehen können, ohne dass man die Füße von den Pedalen nehmen muss. Infos zur Modellvielfalt von Lastenrädern finden Sie hier.

  • Aufbau: Möchten Sie Ihre Kinder im Auge behalten? Dann wäre ein Frontlader geeignet. Transportieren Sie sperrige Güter? Dann benötigen Sie vielleicht eine Ladefläche hinten. Mittlerweile findet sich für jeden Bedarf der passende Aufbau – ob vorne oder hinten, vom offenen Korb über die geschlossene Box bis hin zur planen Ladefläche.

  • Ausstattung: Gibt es Sitze und Gurte zur kindgerechten Sicherung und Beförderung? Auch wenn dies der Fall ist: Beratschlagen Sie sich sicherheitshalber mit dem Kinderarzt, falls Sie ein Baby im Lastenrad befördern möchten. Je nach Modell bieten die Hersteller viele Ausstattungselemente an, darunter Sitzplätze mit Gurt, zusätzliche (vor Kinderhänden geschützte) Stauräume, Gepäckträger, Regenverdeck bzw. Sonnendach, Federgabel, Zusatzbeleuchtung für die Transportboxen, Spiegel, Feststellbremse, elektrische Schiebehilfe und vieles mehr. Lassen Sie sich von Ihrem Händler beraten.

  • Zuladung: Je nach Ausführung erlauben E-Cargobikes eine Zuladung von 60 bis 200 Kilogramm und besitzen ein Ladevolumen von bis zu mehreren hundert Litern. Prüfen Sie vorab, was Sie benötigen.

  • Parkraum: Wo können Sie Ihr E-Lastenrad bei (längerer) Nichtbenutzung geschützt vor Witterung deponieren? Aufgrund seiner Größe von zwei Metern und mehr sowie seines Gewichts ab ca. 30 bis 60 Kilo können Sie es nicht einfach mal eben in den Keller tragen, zumal es möglicherweise nicht durch die Tür passt. Hilfreich: Manche Händler bieten eine Wintereinlagerung an.

  • Inspektion: Zwar verursacht die Nutzung eines E-Lastenrads deutlich weniger Kosten als ein Pkw, doch auf die jährliche Wartung des Bikes sollten Sie nicht verzichten, um Wertverlust zu vermeiden und etwaige Sicherheitsmängel frühzeitig zu erkennen (Kosten ab ca. 60 Euro).

Kaufen oder leasen?

Ein E-Lastenrad ist kein Schnäppchen. Zwischen 3000 und 6000 Euro muss man dafür je nach Modell und Ausstattung aufwenden. Für manchen Gewerbetreibenden oder Freiberufler mag daher Leasing eine Option sein.

Kann man E-Lastenräder mieten?

Sie möchten erst einmal testen, ob ein E-Lastenrad das Richtige für Sie ist? In vielen deutschen Städten kann man über Verleihstationen ein entsprechendes Bike mieten. Möglich ist dies beispielsweise in München, Hamburg und Berlin.

Welche Lenkung liegt Ihnen?

Bei zweirädrigen Bikes steuert der Lenker das vordere Rad über Stangen oder einen Seilzug unterhalb des Kastens an. Die lange Front mag etwas ungewohnt sein, doch im Prinzip fahren sich die Bikes wie herkömmliche Fahrräder.

Etwas Eingewöhnungszeit erfordert dagegen das Fahren mit dreirädrigen E-Cargobikes. Hier gibt es drei Lenkungsarten:

  • Achsschenkellenkung: Dabei drehen sich Räder und Lenker mit, der Kasten vorne bleibt jedoch gerade. Das Bike ist relativ leicht zu lenken.

  • Drehschemellenkung: Das Fahren fühlt sich ungewohnt an, da sich Räder, Lenker und auch der Kasten mitdrehen.

  • Neigetechnik: Wie beim Motorradfahren neigt sich der Fahrer mit dem Lastenrad beim Abbiegen in die Kurve. Das benötigt zwar etwas Übung, das Bike fährt sich jedoch selbst bei voller Last sehr wendig und dynamisch.

Drei Motortypen: Was sind die Vor- und Nachteile?

Bei schweren Lasten, weiten Strecken und Steigungen sollte man sich für ein Bike mit Mittelmotor (zentraler Tretlagermotor) entscheiden. Hier ist der Schwerpunkt am tiefsten und die Antriebskraft wird optimal auf die Tretkraft abgestimmt – ein Aspekt, der diesen Motor zum beliebtesten bei Cargobikes macht. Auch können die Räder im Bedarfsfall problemlos ausgebaut werden. Ein Nachteil ist, dass oft keine Rücktrittbremse möglich ist.

Ein Nabenmotor im Hinterrad bietet eine gute Zugkraft (Traktion), da das größte Gewicht auf dem hinteren Rad lastet. Wer gerne sportlich fährt, ist damit gut bedient. Auch bei Steigungen und Nässe hat man einen guten Grip. Die Nachteile sind die etwas höheren Kosten und, wenn nötig, der umständliche Ausbau des Hinterrads.

Der Front-Nabenmotor ist, obwohl am günstigsten, am wenigsten zu empfehlen. Er belastet mit seinem Gewicht das Vorderrad, entwickelt meist eine schlechte Zugkraft an Steigungen sowie auf nassen Passagen und macht zudem manchmal Geräusche.

Worauf gilt es beim Akku zu achten?

Das Herzstück des E-Cargobikes ist sein Akku. Inzwischen handelt es sich dabei fast durchgängig um Lithium-Ionen-Akkus. In aller Regel wird der Energiespeicher direkt im bzw. auf dem Rahmen aufliegend oder auf dem Gepäckträger verbaut. Wichtig ist, dass das Ausbauen des Akkus ohne umständliches Gefummel leicht von der Hand geht, und dass er abschließbar ist (Diebstahlgefahr!). Grundsätzlich sollte der Akku nicht am geparkten Bike verbleiben.

Das Aufladen dauert ca. viereinhalb Stunden. Ein voller Akku hat je nach Gelände zwischen 50 und 140 Kilometer Reichweite. Bis zu 1000-mal kann ein Akku komplett aufgeladen werden. Nach einer Lebensdauer von im Schnitt fünf bis sechs Jahren sollte er beim Fachhändler gegen ein neues Exemplar ausgetauscht werden. Die Kosten dafür betragen zwischen 300 und 800 Euro. Oftmals ist es empfehlenswert, sich gleich einen Zweitakku anzuschaffen. Mehr Infos zu technischen Komponenten bei Rädern mit Elektroantrieb lesen Sie hier.

Gibt es Ladestationen für E-Lastenräder?

Viele Städte werben damit, dass sie über Ladestationen für E-Bikes verfügen. Meist befinden sie sich bei Tankstellen oder an viel frequentierten Orten in der Innenstadt, zum Beispiel bei Museen und Restaurants. Hier finden Sie eine Auflistung von E-Bike-Ladestationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz*.

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.