Starthilfe geben: So überbrücken Sie das Auto

14.12.2018

Prinzipiell kann jedes Auto Starthilfe geben. Doch was war nochmal die richtige Reihenfolge beim Überbrücken? Plus- oder Minuspol zuerst? Schwarzes oder rotes Kabel? Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung springt Ihr Auto wieder an

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Bei Minusgraden sind die Gelben Engel im Dauereinsatz – auch um Starthilfe zu geben

Anleitung: Auto überbrücken in 11 Schritten

1. Warndreieck und Warnweste

Befindet sich das Fahrzeug an einer befahrenen Straße oder unübersichtlichen Stelle? Dann sichern Sie die Stelle mit Warndreieck ab und ziehen Sie eine Warnweste an, während Sie an den Fahrzeugen arbeiten.

2. Rotes Kabel

Das rote Kabel verbinden Sie zunächst mit dem Pluspol des Spenderautos. Anschließend schließen Sie den Pluspol des Pannenautos an das andere Ende an.

3. Schwarzes Kabel

Das schwarze Kabel verbinden Sie nun mit dem Minuspol des Spenderautos. Das andere Ende kommt an den vorgegebenem Masseanschluss/Massepunkt des Pannenautos (siehe Betriebsanleitung) oder eine freie metallische Stelle am Motorblock. Das schwarze Kabel beim Pannenauto nicht an dessen Batterie anschließen – sonst droht Funkenflug.

4. Motor des Spendenautos starten

5. Pannenauto starten

Nach einigen Minuten versuchen Sie, das Pannenauto kurz zu starten. Falls es nicht klappt, nach einer Minute erneut versuchen. Nach dem dritten erfolglosen Startversuch, droht der Batterie Schaden.

6. Beides Autos laufen lassen

Wenn das Pannenauto angesprungen ist, beide Fahrzeuge noch einige Minuten laufen lassen. Falls es nicht geklappt hat, bei beiden Autos Zündung ausschalten und fachkundige Hilfe rufen.

7. Verbraucher beim Pannenauto anschalten

Wenn der Motor läuft im Empfängerauto größere Verbraucher wie Gebläse, Lüftung und Licht einschalten, um Spannungsspitzen zu vermeiden und so die Bordelektronik zu schützen.

8. Kabel entfernen

Nun zunächst das schwarze Kabel vom Spenderauto, dann vom Pannenauto trennen. Danach das rote Kabel entfernen.

9. Verbraucher wieder ausschalten

Lassen Sie den Motor des Pannenautos laufen. Schalten Sie die nicht benötigten Verbraucher nun wieder aus.

10. Vorsichtig weiterfahren

Achten Sie auf Fehlermeldungen des Fahrzeuges. Bei Fehlfunktionen anhalten und fachkundige Hilfe rufen. Achtung: Bei Problemen kann die elektrische Unterstützung von Fahrfunktionen ausfallen.

11. Batterie laden

Fahren Sie längere Zeit auf möglichst freien Strecken, um die Batterie wieder aufzuladen. Um nicht beim nächsten Starten wieder mit leerer Batterie dazustehen, sollten Sie umgehend eine Werkstatt aufsuchen, um das Problem fachmännisch abklären zu lassen.

Tipp Icon

Plus- und Minuspol nicht verwechseln

Achtung, dieser Fehler kann kostspielig werden: Wer bei der Starthilfe Plus- und Minuspol verwechselt, riskiert teure Schäden in der Fahrzeugelektrik. Die entsprechenden Zeichen sind im Umfeld der Pole in den Kunststoff eingegossen, vereinzelt auch direkt in die Pole eingeschlagen. Ist die Kennzeichnung nur schwer zu finden oder sind Sie sich mit der Polarität im Spender- oder Empfängerfahrzeug nicht sicher, nicht einfach probieren. Lieber den Fachmann rufen! Auch ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft meist weiter.

Was Sie bei der Starthilfe noch beachten sollten

Zu schwache Überbrückungskabel taugen nichts: Ein Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72.553* oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und biegsam sein. Bei Kälte verhärtet das Isoliermaterial zusätzlich. Die Polzangen müssen komplett in Kunststoff eingehüllt sein. Nur die Kontaktteile in der Zangenspitze dürfen aus Metall bestehen.

Werfen Sie zuerst einen Blick in die Betriebsanleitungen beider Autos. Sie geben Hinweise zu den speziellen Anforderungen für das jeweilige Fahrzeug. Halten Sie die dort beschriebene Reihenfolge unbedingt ein, im Extremfall könnte die Batterie oder ein Steuergerät zerstört und die Helfer durch austretende Batteriesäure gefährdet werden.

Hier können Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Starthilfe (PDF-Download737,36 KB) herunterladen und ausdrucken.

 


Starthilfe-Booster im ADAC Test

Sogenannte Starthilfe-Booster halten nicht, was die Hersteller versprechen. Das ist die Haupterkenntnis unseres Tests von sieben Geräten.

Leicht, klein und leistungsstark: Starthilfe-Booster mit Lithium-Technik können bei Autos mit leerer Starterbatterien helfen. Nützliche Startleistung bieten fast alle, doch die billigeren Booster zeigen Schwächen bei der Sicherheit.

Bei sommerlichen bis herbstlichen Temperaturen funktionierte die Starthilfe im Test gut. Dies bestätigten Prüfungen im täglichen Einsatz, die mithilfe von sieben Straßenwachtfahrern in der Region München durchgeführt wurden.

Modell Preis ADAC Urteil
Dino Starthilfe 136102 150 €
gut
Afendo 5 in 1 130 €
gut
Pro User LI400A 150 €
gut
Noco GB30 140 €
befriedigend
Xlayer Powerbank Off-Road 1 75 €
ausreichend
APA Power Pack 16528 1 100 € ausreichend
Kunzer MPB90 1 90 €
ausreichend

1) Abgewertet aufgrund sicherheitskritischer Mängel der Kurzschlussfestigkeit

Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisse des ADAC Starthilfe-Booster-Tests.

Probleme bei Kälte 

Sobald die Temperaturen jedoch auf null Grad oder darunter fielen, gaben die Geräte nicht mehr die von den Herstellern spezifizierten Ströme ab. Keines der Produkte erfüllte die Herstellerangaben bei minus 18 Grad.

Kälte killt also nicht nur Autobatterien, sondern auch Lithium-Kraftspender für die Starthilfe. Wir raten deshalb, die Booster nicht bei niedrigen Temperaturen zu lagern und sich genau an die Vorgaben des Herstellers zu halten.

Drei Geräte gingen qualmend kaputt

Drei Geräte fielen im Test bei der Kurzschlussfestigkeit durch: die Produkte von Xlayer, APA und Kunzer. Wegen fehlender Schutzeinrichtung gingen sie stark qualmend kaputt. Zudem wurden diese Geräte auf die Gesamtnote "ausreichend" abgewertet.

 

Sie haben noch Fragen rund um das Thema Batterie und Starthilfe? Stellen Sie sie in der ADAC Community!

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