Geld sparen bei der HU und AU: So geht's
Von Jochen Wieler

Um die Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) kommt man als Autofahrer nicht herum. Dass sich dabei Geld sparen lässt, wissen aber nur die wenigsten. Wie das funktioniert, verrät der ADAC.
Nur Technische Prüfstellen (TP) sind preisgebunden
Kosten für HU und AU sind in den letzten Jahren sehr gestiegen
Geld sparen, indem man HU und AU aufteilt
Mit seinem Schätzchen zum TÜV zu gehen ist so ähnlich wie der Besuch beim Zahnarzt: Ein mulmiges Gefühl ist immer dabei und manchmal tut es auch weh. Wenn auch nur im Geldbeutel: In den letzten Jahren sind die Kosten für die Hauptuntersuchung und die Abgasuntersuchung merklich in die Höhe geschossen.
Waren 2020 im Mittel noch 112 Euro zu bezahlen, liegen die Kosten für das Paket aus HU und AU 2026 im deutschlandweiten Schnitt bei 163 Euro. Und das alle zwei Jahre (anfangs drei bei Neuwagen).
Dass sich daran nichts ändern ließe, ist ein weitverbreiteter Irrglaube: Die Kosten sind nicht in Stein gemeißelt. Gewusst wie, lässt sich bei HU und AU tatsächlich Geld sparen. Der ADAC erklärt, wie man das am besten anstellt.
Es gibt verschiedene Arten von Überwachungsinstituten
Was viele nicht wissen: Es gibt verschiedene Arten von Überwachungsinstituten mit klar abgegrenzten Rollen – und oftmals unterschiedlichen Preisen.
Technische Prüfstellen (TP): Sie sind Privatunternehmen, handeln aber im staatlichen Auftrag und erfüllen hoheitliche Aufgaben. Sie sind gesetzlich verpflichtet, Hauptuntersuchungen durchzuführen und eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Dazu gehört insbesondere der Betrieb eines ausreichend dichten Netzes an Prüfstellen. Für die Technischen Prüfstellen gibt die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) einen verbindlichen Gebührenrahmen vor. Diese Preisbindung unterstreicht den öffentlich-rechtlichen Charakter der TP und sorgt für transparente Gebührenstrukturen.
Überwachungsorganisationen (ÜO): Ergänzt wird dieses System durch Überwachungsorganisationen wie GTÜ oder KÜS. Diese sind privatwirtschaftlich organisiert und staatlich anerkannt. Im Unterschied zu den Technischen Prüfstellen sind sie jedoch nicht zur Durchführung von Hauptuntersuchungen verpflichtet, sondern lediglich dazu berechtigt. Sie können ihre Preise wettbewerblich gestalten.
Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch technische Dienste (TD) für spezialisierte Aufgaben. Sie führen aber keine regulären Hauptuntersuchungen durch, sondern erstellen unter anderem Gutachten, Typgenehmigungen und Einzelabnahmen.
HU und AU: So lassen sich beim TÜV Kosten sparen

Und so lassen sich nun Kosten sparen: Eine sinnvolle Möglichkeit, die Kosten für Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) zu reduzieren, ergibt sich aus der Aufteilung der beiden Prüfbestandteile. Während die HU am besten bei einer Technischen Prüfstelle mit geregelter Gebührenordnung durchgeführt wird, besteht insbesondere bei der Abgasuntersuchung ein größerer Spielraum.
Diesen Spielraum können Fahrzeughalter gezielt nutzen, indem sie die AU vorab in einer Werkstatt durchführen lassen. Diese bieten die Abgasuntersuchung häufig günstiger an. Da die AU als eigenständige Leistung erbracht wird und bei erfolgreicher Durchführung später nur noch nachgewiesen werden muss, ist es problemlos möglich, sie getrennt von der HU durchführen zu lassen.
Im Anschluss empfiehlt es sich, die eigentliche Hauptuntersuchung bei einer Technischen Prüfstelle durchführen zu lassen, die an die GebOST gebunden ist. Durch die Kombination aus günstiger AU in der Werkstatt (individuelle Preise) und anschließender HU bei einer preisregulierten Prüfstelle mit einer HU-Gebühr von bis zu 61,40 Euro nach GebOST entsteht oft ein klarer Kostenvorteil.
Wer vergleicht, kann im Bestfall rund 40 Euro sparen. Leider sind die Preise auf den jeweiligen Internetseiten nicht einheitlich dargestellt, was einen konkreten Preisvergleich erschwert. Ob die HU nur in Kombination mit der AU angeboten wird oder separat, lässt sich den Seiten oft nicht entnehmen. Ein Anruf kann Klärung bringen.
Das sind regionale Technische Prüfstellen
Um den Kostenvorteil nutzen zu können, sollte man wissen, welche regionalen technischen Prüfstellen es gibt. Achtung: Nicht jeder Anlaufpunkt der unten genannten Organisationen ist immer auch eine technische Prüfstelle. Am besten Sie informieren sich im Vorfeld telefonisch.
DEKRA e.V. Dresden: Zuständig unter anderem in den neuen Bundesländern (z.B. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg) sowie in Berlin und Stuttgart
TÜV Nord Mobilität GmbH & Co. KG: Zuständig für den nordwestdeutschen Raum
TÜV Süd Auto Service GmbH: Vorwiegend in Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) vertreten
TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.: Zuständig für das Rheinland, Teile von Brandenburg/Berlin sowie die Pfalz
TÜH (Staatliche Technische Überwachung Hessen): Zuständig für das Bundesland Hessen
DEKRA e.V.: Spezifisch für das Bundesland Thüringen
TÜV Hanse GmbH: Agiert in der Region Hamburg
Alle übrigen Organisationen fallen unter die nicht preisgebundenen Überwachungsorganisationen.
Fachliche Beratung: Denny Neumeister, ADAC Technik Zentrum